Hallo Bedos,
danke für das Willkommen ( danke auch an
@sonicbiker)
Ich habe in meiner Laufbahn eine Menge Sanierungen gemacht und grundsätzlich gibt es die weitverbreitete und meiner Ansicht nach übertriebene Meinung das alles mit Dampfsperren abgesperrt werden muß, damit ja kein Wasser ausfällt.
Gerade wenn man saniert - das hat
@sonicbiker schön beschrieben - muß man auf der einen Seite die alten Techniken beherrschen und auf der anderen Seite ziemlich genau wissen was bei der "neuen" Art von Dämmung und vor allem Luftdichten bauen wirklich passiert.
Ich zähle für mich nochmal die Fakten auf, so wie sie sich mir darstellen:
- Wir haben einen gut gegen von aussen eindringende Feuchtigkeit gesicherten Baukörper. Wir erwarten demnach keine Feuchtigkeit von
dieser Seite.
- In dem Hohlraum ist ein Stauraum eingebaut der den ansonsten homogenen Baukörper "stört". Dieser besteht aus einer Dampfbremse
aus 27 mm starkem Schichtholz
- Es ist eine Dämmung unterhalb des Fußbodens geplant ohne weitere Dampfbremsen, Darüber ist lediglich die Dielung
Wenn ich jetzt mal ganz platt rangehe, dann ist das erstmal der gleiche Fall, als wenn ich auf einem Betonboden ein Rost verlege , dazwischen dämme und darauf dann die Dielung verlege. Diese Konstruktion habe ich schon zu hauf angewendet mit Erfolg.
Wir haben lediglich eine Absperrung unterhalb des Rostes gelegt , die Fläche aber offen gelassen.
Du hast den gleichen Fall, nur das unterhalb des Rostes noch ein "wenig" mehr Luft ist. Dein Ausgleich ist halt ein wenig höher
Ich nehme hiermit meine erste Aussage zurück und behaupte das die Konstruktion ganz hervorragend funktionieren wird, wenn KEINE Trennschicht zwischen Fußbodenaufbau und Innenraum erstellt wird.
Was wird passieren?
Es könnte in der Dämmung Feuchtigkeit kondensieren ( nicht viel, weil wir nur ein geringes Temperaturgefälle haben) die aber locker über die Dämmung/offene Dielung wieder abgegeben werden kann.
Es könnte Kondensat im Hohlraum entstehen durch z.B. den nicht ganz dichten Einbau des Stauraumes. Aber hier gilt das Gleiche wie schon vorher geschrieben, solange ich einen offenen Aufbau habe kann das auch alles wieder in den Raum reindiffundieren.
Jede Folie und jede Dampfsperre die Du einbringst erhöht ansonsten den Druck auch alle anderen Abdichtungen völlilg dicht zu machen. Also Fußboden zu Wand, Stauraum, Holzständerwand an Fußboden und überhaupt.
Außerdem hast Du Dir dann ein "Provokationsmodus an"
Plastikhaus gebaut "Provokationsmodus aus", wo es garnicht Not tut
Vielleich am Rande noch eine Anekdote. Wir haben eine Zeitlang mit einem Architekten gebaut der überall nur "Ecken-Otto" genannt wurde, weil der es nicht geschafft hat ein Haus zu planen ohne nicht zugängliche Ecken.
Und mit nicht zugänglich meine ich das die Ecken nicht zu belüften waren.
Also hat er von vorneherein ( er wollte die Ecken also ums verrecken- als künstlerischen Ausdruck) immer mit Dampfsperren ausgeschrieben.
Ich meine jetzt nicht die Folien, die einen SD-Wert von 100 m haben sondern 0,2 mm Aluriffelfolie. Das ist wirklich dampfdicht.
Also hatten wir den Auftrag alles schön abzudichten. Das kann man mit ein wenig Mühe auch hin bekommen.
Dumm ist nur wenn nach dem Trockenbauer noch der Elektriker kommt und an den schön abgeklebten Kabeln reißt.
Hat keiner gemerkt .....Zumindest bis zum nächsten Winter. Dann durften wir anrücken und "unseren" Pfusch, so die Aussage des Architekten, sanieren weil dort ein Riesenwasserfleck an der Dachschräge war.
Nach der Demontage der Gipskartonplatte konnten wir dann sehen das der Elektriker tatsächlich nur am Kabel gezogen hat, allerdings so stark, das eine ca. 1x 3 cm großer Riss in der Dampfsperre war.
Und wass soll ich sagen?
Darüber die Dämmung war auf einer Fläche von ca. 3 qm Pitschepatsche naß und die Sparren sahen echt nicht mehr gut aus.
Der Druckunterschied von innen nach außen ist immer da. Wenn man eine Fläche hat die offen ist diffundiert Feuchtigkeit in die Konstruktion und kann von dort geregelt abgeführt werden.
Aber wenn man nur einen kleinen Riss hat dann wird das an dieser Stelle ein geballter Austausch und alles Wasser was ansonsten über die Fläche abgetrocknet wäre, konzentriert sich auf einen kleinen Fleck - in der Regel mit katastrophalen Auswirkungen.
Was ist damit sagen will ist, auch wenn man es gut meint ist und alles schön dicht machen will ist der mögliche Schaden deutlich größer wenn hier was schiefgeht.
Vom Raumklima brauchen wir natürlich auch nicht reden. Das ist umso besser umso mehr Volumen und Gewicht am Ausgleich der unterschiedlichen Klimatischen Bedingungen beteiligt sind.
So, ich hoffe ich konnte Dir ein wenig Deiner Bedenken nehmen und verbleibe
mit besten Grüßen und einem zünftigen "Holz her"
André