Einstieg ins Drechseln als Anfänger

Mrtomacco

ww-kiefer
Mitglied seit
23 August 2019
Beiträge
53
Ort
Hier
Hallo liebe Community,

Vor einiger Zeit hatte ich mir beim Gerhard Liebensteiner den Berlin Pen Bausatz bestellt, dachte mir das geht auch ohne Drechselbank. Geht bestimmt, hab allerdings rumgeschnitzt, geraspelt, improvisierte Vorrichtung an der Tischbohrmaschine gebaut und am Ende den Penblank beim Planfräsen geschrottet.. Klar gehören Rückschläge da auch dazu, aber sonderlich Spaß daran hatte ich jetzt auch nicht..

Da ich noch nie gedrechselt hab, wollt ich für kleines Geld mal reinschnuppern und schauen ob es mir taugt.
Ich würd am Anfang gern sowas wie Stifte, Eierbecher oder kleine Aufbewahrungsdosen drechseln. Später vielleicht auch mal Pfeffermühle, Knöpfe oder Ringe?

Da ich hier paar Gutscheine rumliegen hab, würd ich recht günstig kommen an:
Die werden sich vermutlich beide nicht viel nehmen? Die Scheppach hat halt noch 20mm mehr Spitzhöhe, für mich ja egal, werde fürs keine großen Objekte drechseln.
Die Holzmann scheint mir aber wegen der Drehzahlregulierung die Bessere zu sein? Also klingt schon sinnvoll zumindest.
Gebraucht möchte ich nur ungerne kaufen, da ich als Laie nicht weiß, worauf zu achten wäre und einfach zu bescheißen wäre. Zumal es sowieso in den letzten 2 Wochen in meiner Umgebung keine Angebote gab.

Als Drechseleisen dacht ich an einen quadratischen HM Schaber, dann würd ich mir für den Anfang auch die Schärfausrüstung sparen, öfter als 1 mal pro Monat werd ich eh nicht drechseln können und der Mehraufwand beim Schleifen würd mich nicht stören.

Könnte ich zudem ein Bohrfutter für kleinere Drechselarbeiten verwenden? Konkret Stifte drechseln? Mir scheint der Liebensteinerbausatz passe nicht auf eine(?) Mandrel, weil es keine passenden Bushings zum Mandrel gibt.

Vielen Dank schonmal für eure Anregungen.
 

Mrtomacco

ww-kiefer
Mitglied seit
23 August 2019
Beiträge
53
Ort
Hier
Viele Dank für den Hinweis, dass dies möglicherweise die falsche Anlaufstelle ist.

Der Link leitet mich allerdings weiter zur Drechselstube? Dort könnte man zwar Kurse buchen, ist aber kein Forum?
Ist eventuell das drechsler-forum.de gemeint?
 
Zuletzt bearbeitet:

Mrtomacco

ww-kiefer
Mitglied seit
23 August 2019
Beiträge
53
Ort
Hier
Danke Leute.

Ich würde auch ins drechsler-forum gehen. Und da dann damit rechnen, dass die günstigen Maschinen verissen werden und man Dir wenigstens eine doppelt bis dreifach so teure Maschine empfehlen wird.
Hab ich mir so schon fast gedacht. Hab da jetzt mal nen Account angefragt. Vielleicht wirds ja dann doch erstmal nur nen Drechselkurs.
 

q016397

ww-kastanie
Mitglied seit
11 August 2007
Beiträge
33
Ort
Bayern
Vorweg, ich kenne die von Dir genannten Maschinen und den Bausatz nicht. Die Technik der Drechselbänke ist eigentlich simpel, aber es ist eine hohe Stabilität und präzision erforderlich, damit die Spitzen auf gleicher Höhe liegen, auch wenn man mal beim Einspannen fester anzieht.
Ich würde Dir empfehlen einen Grundlagenkurs zum Drechseln zu belegen. Da lernst wie man die Werkstücke richtig einspannt, die richtige Drehzahl festzulegen und das Führen der Werkzeuge.
Nur mit einem Schaber wirst Du nicht glücklich werden, damit bekommst Du dein Rohling nicht rund, der ist nur für die Oberfläche sinnvoll. Du brauchst mindestens noch eine Schruppröhre und Werkzeuge zur Formgebung.
 

ChrisOL

ww-robinie
Mitglied seit
25 Juli 2012
Beiträge
4.996
Ort
Oldenburg
Einen Drechselkurs würde ich auch zum Start empfehlen. Da lernt man das Holz richtig einzuspannen, kann verschiedene Sachen ausprobieren und wichtig ist die richtige Handhabung der Eisen. Man sollte schon mal den Unterschied von einem schneidenden Schnitt vs. Schaben gesehen haben. Die HM-Eisen sind eher Schritt zwei. Eine gut geschliffene Formröhre ist für Stifte besser geeignet.

Dann ist es leider mit der Drechselbank nicht getan, Eisen, eine Möglichkeit zum Schärfen und evtl ein Spannfutter sind eine gewisse Grundausstattung. Die ganz günstigen Maschinen geben meist nur Frust, aber da halte ich mich zurück, sonst geht das schnell in das vorgezeichnete Szenario von Pedder :emoji_wink:

Im Drechselforum kannst du jemanden aus deiner Nähe ansprechen und dort evtl. mal über die Schulter schauen und Probedrechseln.
 

dascello

ww-robinie
Mitglied seit
9 Januar 2008
Beiträge
4.174
Ort
Wuppertal
Da du von hier kommst, kannst du gern hier bei mir mal zum Selbstausprobieren vorbei kommen.

Im Ernst: Die Maschine ist nicht so der Kostenfaktor. Futter, Eisen und Schärfmaschine gingen bei mir viel mehr ins Geld.
Lohnt aber.

Gruß

Michael, auch von hier.....
 

fahe

ww-robinie
Mitglied seit
15 Juni 2011
Beiträge
2.989
Ort
Coswig
...die genannten Maschinchen mögen für kleine Langholzarbeiten OK sein. Für Gerhards wirklich sehr hochwertigen Bausätze sind für diese Blechkisten eigentlich zu schade.

Ins Geld gehen, wie schon angedeutet, Werkzeuge, Schärfkram und Futter.

Für Schreibgeräte ist ein Spannzangenfutter eine gute Wahl. Für Gerhards Berliner mit Messingröhrchen bspw. brauchst Du kein Mandrel, sondern nur den Bushing-Satz.

Wenn Du es von Anfang an richtig lernen willst, nimm das Angebot von @dascello an, an Drechseleisen brauchst Du dann erst einmal nur eine Schruppröhre und einen Meisel.
 
Zuletzt bearbeitet:

fahe

ww-robinie
Mitglied seit
15 Juni 2011
Beiträge
2.989
Ort
Coswig
Gibt es denn Formatdrechselbänke?
...abgesehen davon, dass die Bezeichnung "Formatkreissäge" nicht eine wie auch immer geartete Qualität, sondern deren Bauweise bezeichnet... zielt die spitze Frage ja nun doch in Richtung Qualität...:emoji_wink:

Und ja, auch bei Drechselbänken, bei denen Eigengewicht und Laufruhe ungleich wichtiger als bei jeder anderen Holzbearbeitungsmaschine sind, gibt es natürlich den "heiligen Gral".

Beispielsweise die Bänke der Firma Heyligenstädt aus Giessen. Die Firma, die jahrzehntelange Erfahrung im Bau schwerer Metalldrehbänke (seit ca. 1880) hatte, baute Drechselbänke nur in einer kurzen Phase der Nachkriegszeit, als es Deutschland verboten war, Werkzeugmaschinen herzustellen. Die Maschinen werden mithin durchaus wie Whisky untergegangener Destillerien gehandelt...:emoji_wink:

Auch eine Klasse für sich sind die schweren Geiger-Drehbänke. Ich hatte das Vergnügen, letztes Jahr dem "verrückten" Schweizer mit seinen zwei Meter langen Drechselwerkzeugen zuzuschauen.

Beide sind eher nichts für Schreibgeräte...:emoji_wink:

Da markieren eher Vicmarc, wie schon verlinkt, oder Steinert und Co. aus dem Erzgebirge die obere Liga.

Ich bin ja nicht wirklich fanatischer Drechsler, habe eine gebraucht gekaufte Hapfo in der Werkstatt, mit der ich im Rahmen ihrer Möglichkeiten sehr zufrieden bin. Damit gelingen auch Schreibgeräte - bei denen man an den Übergängen zwei Zehntel durchaus unangenehm bemerken würde.

Im Kleinanzeigenmarkt des Drechslerforums steht gerade eine Midi 350FU für 620 VB zum Verkauf. Das wäre meiner Meinung nach eine geeignete frustfreie Einsteigermaschine. Am Preis lässt sich sicher noch etwas verhandeln... Evtl. auch in Form von Werkzeug.

das Segeln, Rennwagen u.ä. in den Schatten stellt
...na, wir wollen mal nicht so schamlos die Interessenten verschrecken, gelle.

Ein ernstzunehmendes Auto der genannten Art, gibt's ab 100 k€. eine ernstzunehmende Yacht fängt da noch nicht einmal an. Mit einem Zehntel davon hast Du die beste Bank der Welt mit dem besten Werkzeug. Und noch Geld fürs erste Holz.

Für den Anfang kann man sich mit 1000 € +/-x frustfrei mit dem Drechselvirus infizieren.
 
Zuletzt bearbeitet:

raziausdud

ww-robinie
Mitglied seit
22 Juni 2004
Beiträge
3.479
Ort
Südniedersachsen
Als Drechseleisen dacht ich an einen quadratischen HM Schaber,
Drechseln ist in der Regel eben NICHT Schaben, sondern Schneiden. Das ist wie mit einer stumpfen Säge, die produziert hässliche Ausrisse, nur eine scharfe (und die richtige) Säge liefert saubere Schnitte. Beim Drechseln gibt es glatte Oberflächen nur mit sehr scharfen Werkzeugen (sonst wird es wieder mehr oder weniger Schaben ...). Fahe hat es (deshalb) schon geschrieben: zu Beginn genügen Schruppröhre und Meißel. Aber auch da ein kleiner "Pferdefuss". die "richtige" Schärfe bekommt man nur mit hochwertigen Eisen, sonst ... s.o.

Also ich, "Holz-Amateur" und Gelegenheits-Drechsler für benötigte Kleinigkeiten denke, dass Du die geschilderten Arbeiten "einmal im Monat" mit den verlinkten Bänken hinbekommst. Natürlich geht es immer besser, komfortabler, teurer, das ist aber meines Erachtens dann der zweite Schritt. Aber auch nur zum Ausprobieren, dann auch für den Spaß, die Freude und die Lust auf mehr sollten es sehr gute Werkzeuge sein.

p.s.: ein Vierbackenfutter habe ich mir noch nicht gegönnt, ein Bohrfutter war aber eine sinnvolle Anschaffung fürs Spannen der zumeist anfallenden "kleinen Dinge", da genügt zum Teil schon eine in den Rohling oder die Eigenbau-Spannhilfe eingedrehte "enthauptete" Schraube, kleine Durchmesser kann man recht gut auch schon zwischen den Spitzen drehen.

Rainer
 
Zuletzt bearbeitet:

mkraemerx

ww-buche
Mitglied seit
19 Juli 2018
Beiträge
288
Ort
Waldshut-Tiengen
...abgesehen davon, dass die Bezeichnung "Formatkreissäge" nicht eine wie auch immer geartete Qualität, sondern deren Bauweise bezeichnet... zielt die spitze Frage ja nun doch in Richtung Qualität...:emoji_wink:
Eigentlich zielte meine Spitzfindigkeit vor allem darauf dass mir zugetragen wurde in manchen Foren seien Tendenzen zu erkennen bestimmte Argumente (z.B. Preis oder Platz) eher zu ignorieren und andere höher zu gewichten. Ich hoffe ich habe das ausreichend wertfrei formuliert.

Nun ja, jedenfalls habe ich damit wohl auch einiges an Ablenkungsrauschen erzeugt, sorry dafür.
 
Oben Unten