Einkaufen im Holz-Großhandel, Verhalten, "Regeln", worauf muss geachtet werden?

Eilon

ww-eiche
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Moin liebe Community,
der erste Einkauf im Holz Großhandel steht vor und ich möchte nicht negativ auffallen, daher möchte ich mich erst einmal informieren, wie man sich dort verhält :emoji_grin:
Von dem Großhandel gibt es einen Katalog, welchen ich auch besitzt, dort werden alle Preise netto in m³ angegeben, zählt dabei die Komplette Bohle oder wird zum Beispiel der Splint rausgerechnet?
Wie sieht es mit dem Auswählen der Bohlen aus, darf man sich die Rosinen raussuchen oder muss man annehmen, was einem zugeteilt wird?
Worauf ist sonst noch zu achten?

Freue mich auf eure Antworten.
 

laubraupe

ww-ahorn
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Moin,
meine Erfahrung sagt das hängt ganz vom Händler und von dir ab. Wenn du aber schon einen Katalog mit Preisen hast dann stehen deine Karten ganz gut würde ich sagen. Der m3 Preis wird auf das Nutzbare Holz gerechnet, so kenne ich das. Aber zum Beispiel bei Nußbaum it der ja durchaus Nutzbar und manchmal auch schon gewollt. Beim Auswählen der Bohlen ist es so eine Sache. Ich habe einen Händler der einzelne Bohlen zum Verkauf anbietet die dann nicht unbedingt aus dem gleichen Stamm sind, da kann man dann wählen, ansonsten kannst du dir meist einen anderen Stamm zeigen lassen. Das wichtigste ist freundlich und offen zu sein. Manchmal sind die Händler, jeweils hier im Dortmunder Gebiet anfangs etwas mürrisch, aber mit ner lockeren freundlichen Art kommt man da recht weit. Wenn du etwas zugeschnitten haben willst solltest du vorher wissen was du wie geschnitten haben willst um es transportieren zu können. Da sind die Großhändler meiner Erfahrung nach immer eher kurz angebunden, wenn du dann erst anfängst zu rechnen kommt das nicht so gut an.
Wenn du beim aussuchen direkt sagst was daraus werden soll kann dir der Händler vielleicht auch besser bei der Auswahl helfen.
Wenn du direkt drauf los werkeln willst solltest du klären welche Holzfeuchte das Holz hat um die 10% sind zum direkten Arbeiten gut.
Dann viel Erfolg, kannst ja mal berichten wie dein erster Eindruck dann war.
 

benben

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Tegernseer Gebräuche. Das ist in D die Grundlage für den Holzhandel.
In der Regel werden Preise für Blockware angegeben, also den ganzen Stamm.

Gruss
Ben
 

magmog

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Guuden,

Splint wird bei Eiche und ein paar wenigen Hölzern nicht mitgemessen, oder wenn er zerfressen ist.
Bei den meisten wie z.B. Kiefer, Lärche, Nuss.... ist er dabei.

Am besten vorher anrufen wann die Zeit ruhiger ist. Morgens bis ca. 10°° besser nicht.
Nicht besserwisserisch auftreten, aber sich auch nicht alles gefallen lassen.

Das Auswählen der Bohlen ist teilweise möglich, manches geht nur stammweise oder ein halber.
Kommt vor allem darauf an, ob es stammweise (Blockstapel) Ware oder um gemischte (Kastenstapel) handelt.
Parallel besäumte Ware ist meistens frei wählbar, solange man nicht nur die aller besten nimmt.
Rosinen picken macht unbeliebt, aber ein paar kurze krumme aussuchen die man verwenden kann, und dann noch ein schönes gerades dazu, hebt die Stimmung und kann gelingen.

Allerdings ist für Laien häufig die Gefahr vorhanden, dass man das zugeteilt bekommt, was ein Profi wirklich nicht will.
Ich biete meinen Schützlingen an, mitzugehen.
 

kgb007

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Der Holzhändler will am liebsten von oben weg verkaufen. Die Mitarbeiter haben auch ihre Stammkunden, denen sie besseres Holz anbieten. Die Bohlen sind meist grob in Länge und Breite vermessen. Da muss man manchmal ein wenig diskutieren, wenn stark gerissenes Holz dem Guten zugerechnet wird. Da zeigen sich die beiden Händler, bei denen ich kaufe, regelmäßig kulant.
 

Eilon

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Alles klar,
sind dies gängige Symbole, bzw. wisst ihr was das bedeutet?
Einen ganzen Stamm werde ich wohl nicht mitnehmen können, bzw. möchte ich eigentlich auch nicht...
Vielleicht sollte ich mal anrufen, fragen wann am wenigsten los ist und mir einen Überblick verschaffen, nichtsdestotrotz habt ihr mir bereits sehr gut weitergeholfen, um nicht im ersten Augenblick ins "Fettnäpchen" zu laufen.
Holz.jpg
 

Little John

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Hallo Eilon,
eigentlich ganz einfach. Von oben:
1 +3 ist Blockware, Blockstapel
2 ist Kastenstapel
4 ist in beiden Sortierungen verfügbar
5 + 6 Kastenstapel mit besäumten Bohlen

Es grüßt Johannes
 

falco

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Das erste Mal beim Händler habe ich gleich gesagt dass ich das noch nie gemacht habe, was ich damit vorhabe und ich die Gepflogenheiten nicht kenne. Das kam gut an, hat mir dann die Möglichkeiten kurz erläutert und wir sind aussuchen gegangen. Ich habe bisher noch nie genommen was mir ein Händler anbietet, ich suche immer selbst aus wenn nicht der Stamm im Ganzen verkauft werden soll, bisher keine Probleme gehabt. Auch frage ich ab welcher Menge welcher Preis gilt, auch hier noch keine Probleme und nicht einmal den Preis bezahlt der vorher auf dem Zettel stand.

Wenn einem das Holz nicht gefällt, kann man das ruhig sagen, es reiste ja keiner einem den Kopf ab. Und wenn die Bohle eben so stark zuläuft dass ich sie in der Länge nicht gebrauchen kann, dann nehm ich sie nicht mit oder eben zu einem anderen Preis bzw. es wird nicht die ganze Länge gemessen. Kann natürlich dazu führen dass du nix verkaufst bekommst, habe ich bisher nicht erlebt.
 

Handjive

ww-ulme
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Ich denke, es ist eigentlich beim Holzhänder grundsätzlich wie sonst auch überall.
Es kommt auf den Menschen an.

Ich habe zwei Holzhändler bei denen ich Einkaufe. Der eine, ca. 20 km weg, bei dem ich nur billiges Bauholz oder Plattenwerkstoffe kaufe, ist der Chef selbst und einer von der Sorte: extrem muffig. Wenn man sich davon aber nicht beeindrucken lässt, kommt man prima mit dem klar. Man muss ihm halt sagen, was man will, und sich nicht gleich einschüchtern lassen.

Der zweite Händler, bei dem ich meine teureren Hölzer kaufe ist leider über 60 km weit weg. Der hat viele Angestellte und davon einen, der nur für das Schnittholz zuständig ist. Das ist ein feiner, netter Mann, der mit sich reden lässt. Das gilt sowohl für die Holzauswahl, als auch für das Schneiden der Bretter, da ich z.B. Bretter, die länger als etwa 3 m sind, mit immer auf Länge schneiden lasse. Längere Bretter wären mir bei meinem 2 m Anhänger zu gefährlich.

Mal wieder lange Rede und kurzer Sinn: Ich glaube nicht, dass es einen allgemeingültigen Verhaltenscodex gibt und das man mit den Meisten doch wohl irgendwie klarkommt. (Solange man nicht, wie zB. manche Dame beim Schuhkauf, den Verkäufer nicht über Gebühr mit Wünschen überstrapaziert.) Man sollte halt vorher wissen, was man will.

Gruss

peter
 

dascello

ww-robinie
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Liebe alle,

ich muss hier mal wieder ein Loblied auf meine Holzhandlung in Dortmund-Lütgendortmund singen (googeln ist einfach!).
Die behandeln mich als Hobbymann mehr als zuvorkommend, räumen zur Not mit dem Stapler das halbe Lager um, nur damit ich mir eine einzige Bohle raussuchen kann.
Die haben fast alles und die Preise stimmen auch. Auch Messerreste für umme habe ich da schon aufladen dürfen.
Als mein Sohn im zarten Alter von nur 22 Jahren da auftauchte dasselbe: Keine blöden Sprüche, kein Vorschieben von Herrschaftswissen. Einfach korrekt!

Berichtet


Michael
 

Mater1984

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Wie es in den Wald hineinruft so schallt es meist zurück.
Hab bisher noch keine Bohlen gekauft aber bei Brettern, Dielen und Plattenwerkstoffen immer folgendes gemacht:
Im Katalog ausgesucht
Eine Email an den Händler mit der Bitte um ein Angebot über x, y und z
Hab meistens dazugeschrieben wofür ich es brauche damit er ggf. einen besseren Vorschlag machen kann.

das Angebot angenommen oder auch nicht.
bei Annahme ihm gesagt wann ich abholen möchte.
Im Laden ging es dann schnell und der Händler hatte wenig mit mir zu tun um sich um größere Aufträge zu kümmern.
Beim Verladen einen Blick auf das Holz geworfen falls was nicht passt gleich Bescheid gesagt und auch Ersatz bekommen.
Dem Lagermitarbeiter ein Trinkgeld geben wirkt Wunder. Bekomm inzwischen fast alles gleich bis ins Auto gebracht.

bei Bohlen würde ich eben vorher dazuschreiben was ich suche und in welcher Menge. Dann kann der Händler das vorab ggf. Schonmal freiräumen bzw. Vorne stehen lassen.
und einen entsprechenden Termin ausmachen mit dem Händler.
 

benben

ww-robinie
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Jetzt berichte ich auch noch mal kurz wie wir das machen, bzw. gerne haben.

Gut ist:

Kunde sagt vorher Bescheid und hat sich etwas informiert.
Am besten per Email oder Telefon kurzes Gespräch was er haben möchte und ggfs. was er damit machen möchte.
Etwas Vorlauf, min. einen Tag, mehr ist immer besser.

Schlecht ist:

Kunde kommt ohne Anmeldung und fährt erstmal am Büro vorbei und versucht sich in der Produktion durch zu fragen. Ja, da stehen auch Hinweisschilder. Wenn er dann noch 2 kurze Brettchen "aus dem Brennholz" möchte, verweise ich an die Brennholzkiste auf dem Parkplatz und beende höflich, aber bestimmt das Gespräch.

Aber sekbst wenn jemand "einfach mal kommt", versuche ich mir Zeit zu nehmen, geht halt nicht immer. In diesem Fall wird sein Anliegen aber professionell aufgenommen und zu einem späteren Zeitpunkt bearbeitet. Ist aber wirklich selten.

Wenn man sich vorher meldet, sucht jemand passendes Material raus, natürlich mit Auswahlmöglichkeiten, ggfs. schicken wir auch vorher Fotos zur Auswahl und versenden dann. Oder aber "Selbstauswahl vor Ort". Oft packen wir dann alternatives Material dazu, einfach weil wir ja doch unser Zeug am besten kennen. Dieser Service macht uns, durch Vorlaufzeit, relativ wenig Arbeit. Der Kunde spart Zeit und hat nicht das Gefühl zu stören, wir finden immer eine Ecke in der er ganz in Ruhe gucken kann. Den meisten ist es sehr Recht wenn man das Material irgendwo ausbreitet und sie dann ganz in Ruhe schauen können. Dann nehmen die sich richtig Zeit und schauen in Ruhe, da muss man schon aufpassen, dass man die abends nicht einschließt:emoji_astonished:.
Jedenfalls macht es uns so wenig Arbeit und es kommt ziemlich gut an. Wir schmunzeln schon immer wenn ein Paar kommt, das dauert dann in der Regel doppelt so lange, nach 2-3 Std. frage ich dann mal, ob sie etwas zu trinken haben möchten:emoji_grin::emoji_sunglasses:.

So macht das allen beteiligten richtig Spaß, Preise vorher klar, guter service mit möglichst wenig Aufwand und alle sind glücklich.

Wenn es um Bauholz geht, ist immer einer mit Stapler dabei. Das muss niemand von Hand durchschauen.

Was sich bei uns bewährt hat und ich als Lohnenswert empfinde, ist eine kurze Führung durch den Betrieb um die Möglichkeiten aufzuzeigen, das hat im Nachgang schon öfter für Umsatz gesorgt. Teils durch Mundpropaganda, teils durch weitere Idenn und Begeisterung für unseren Betrieb!

Wer hier ist, der merkt, dass wir das schon gerne machen.

Gruss
Ben
 
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