Eiche furnierte Multiplex Fassade auf Stahlkonstruktion befestigen ?

Tischler Schwarz

ww-pappel
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Hallo liebe Kollegen,

ich habe einige "Bauchschmerzen" bei einem geplanten Bauvorhaben...
Es geht um ein Eingangsportal 6000mm breit x 2800mm hoch x 1500mm tief für ein großes Autohaus, Außenbereich, fast frei bewittert, ohne größeren technischen Wetterschutz- außer Dach darauf...
Es sieht von der Form aus wie eine "Brücke" oder ein umgedrehtes U, es sollen alle sichtbaren Bereiche verkleidet werden , außer Dach!

Ich möchte bitte keine Kommentare über die Sinnhaftigkeit dieses Portales- da habe ich mir selbst schon genug den Kopf darüber zerbrochen...
Außerdem wurde diese Konstruktion schon mehrfach gebaut und soll wahrscheinlich auch nicht ewig halten....

Vom Grundaufbau wird es eine Stahlträgerkonstruktion die auch die 6m überspannen kann und außen ist vorgegeben ein Multiplex Sperrholz mit 2mm Eiche Starkfurnier mit Pur Kleber aufgeleimt vorgestellt, natürlich mit adäquaten Gegenzug innen.
Mir macht nun die Verbindung Stahlkonstruktion/Holzaufbau Kopfzerbrechen, da es ja im Grunde ein 3D körper ist und es Längenausdehnungsdifferenzen in allen drei Dimensionen geben kann/wird.
Ich kann noch in die Stahlkonstruktion Einfluß nehmen, bezüglich der Aufnahmestege für "meine" Platten.
Fragen wäre jetzt konkret:
1. Wie kann ich die verschiedenen Längeausdehnungen berechen, da Holz ja eher auf Feuchtigkeit und Stahl eher auf Temperatur reagiert...?
2. Kann ich evtl. die Holzverbundplatten auf die Stahlkonstruktion aufkleben ohne ein verschiebbares Element dazwischen zu setzen?
3. Welcher Kleber? ich hatte an einen Ms Polymer gedacht- https://innotec.info/produkte/dichtungsmassen-und-klebstoffe/adheseal/

Hat jemand von Euch schon einmal so ein ähnlichen Fall gehabt ?

Gruß Steffen
 

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Holz-Christian

ww-robinie
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Servus, wenn ich dafür den Kopf hinhalten müsste würde ich da keinesfalls furniertes Multiplex verwenden.
Schon mal über entsprechend bedruckte Aluverbundplatten nachgedacht?

Gruß Christian
 

Tischler Schwarz

ww-pappel
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Servus Christian,

ja gut, aber wenn man als Automarke mit absoluter Natürlichkeit werben möchte ist bedrucktes Alucobond glaube ich auch nicht das Richtige....

wie gesagt es ist eigentlich alles vorgegeben durch die Automarke-
wasserfestes Sperrholz ,Starfurnier Eiche 1,5- 2 mm , aufgeklebt mit wasserfesten Kleber, Oberflächenbehandlung mit XY - dadurch ist mir an dieser Stelle auch nicht ganz so "mulmig"... aber man denkt da schon darüber nach- ist klar....
Mir geht es in erster Linie um die möglichst fachgerechte Verbindung von Holz und Metall an dieser Stelle...
Ich habe gearde mit einem Kundendienstler des Klebers gesprochen, er hat mir da auch Ihr Fassadensystem empfohlen, da wird dann auch mit einer recht "dicken" Fuge gearbeitet um die Spannungen aufzunehmen...
So daß ich da erst mal etwas beruhigter bin...

Danke und Gruß

Steffen
 

brubu

ww-esche
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In unserer Nähe wurden etwas kleinere Vorbauten in Eiche furniert ausgeführt. Nicht von uns, wir machten andere Arbeiten.
Schon während der Bauzeit wurden im Sonnenlicht kleine Blasen, Kürschner im Furnier sichtbar. Wir machten bereits Witze
darüber wie lange dieses furnierte "Möbel" der Witterung standhalten würde. Es kam wie es kommen musste, nach ca. 4
Jahren wurden die Vorbauten saniert. Die ganze Konstruktion wurde mit einer Fassadenplatte beplankt, nichts mehr mit
Furnier.
Ich weiss, das hilft Dir nicht weiter. Eine Fehlkonstruktion wird nie fachgerecht auch wenn man sich noch so lange den Kopf
zerbricht. Falls diese Art Vorbau schon einmal ausgeführt wurde, fahr hin und schau Dir die Sache an.
Die Planer schwärmen immer von ihren verrückten Ideen. Ist für die immer alles kein Problem.
Lass die Finger von diesem Mist auch wenn die Planer Druck ausüben, die suchen dann eben einen anderen, möglichst jungen
Handwerker mit wenig Erfahrung, der ihnen jeden Wunsch erfüllt.

Schönen Tag
brubu
 

brubu

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Nachtrag
Bin in den letzten 2 Jahren viel an einer Möbelschreinerei vorbeigefahren und habe deren delaminierende Sperrholzfassade
beachtet. In dieser Zeit konnte ich zufällig mitverfolgen wie das Sperrholz durch ein fassadentaugliches Material ersetzt wurde.
 

Tischler Schwarz

ww-pappel
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Hallo Brubu,

ja gut, jetzt sind wir wieder bei der Sinnhaftigkeit, aber gut- ich denke bei zeitnahen Wartungsintervallen (kleiner als 6 Monate) gebe ich der Konstruktion mindestens 10 Jahre... dann bin ich raus...
Es ist auch so, daß ich mit diesem Autohaus schon länger sehr gut zusammenarbeite, und den Chef auch schon mehrfach auf die Bedenken meinerseits hingewiesen habe... er hat sich gemeinsam mit uns ein schon gebautes Portal angesehen, an welchem auch schon erste Spuren von Verwitterung zu sehen waren...

Leider bin ich bei meiner eigentlichen Frage, der Verbindung Holz und Metall immer noch nicht schlauer...

Vielen Dank und beste Grüße

Steffen
 

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pixelflicker

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Naja, Sinnhaftigkeit ist ja klar: Es soll gut aussehen. Wenn ich mir die Bilder der anderen Eingänge ansehe, dann tut es das ja auch.
 

magmog

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Guuden,

wie sieht das Stahlkonstrukt aus?
Ich habe in solchen Fällen auf die eine Schale Konstruktionsholz in der Tiefe
des Stahls aufgeleimt, die Schale in den Stahl gestellt, ausgerichtet
und die andere Schale an das Konstruktionsholz geleimt.
Ergo steht die Verkleidung auf dem Stahl auf, hat aber sonst keine fixe Verbindung
zum Stahl.
 
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Besserwisser

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ich könnte mir vorstellen, die Platten in mehrere waagerechte, übereinander angeordnete Falzleisten einzuhängen, ähnlich zu Keilleisten.
Damit entkoppele ich meine Platte komplett von der UK, durch die ineinandergreifenden Falzleisten gewährleiste ich aber ein gewisses Geradehalten.
 

brubu

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Hallo Steffen

Wenn Du so gute Beziehungen hast und die Wartungsintervalle eingehalten werden kann es funktionieren. Ich würde wie bereits
beschrieben eine Holzunterkonstruktion an den Stahlprofilen anschrauben. Darauf die Multiplexplatten mit Einhängebeschlägen
montieren. Möglichst so, dass die Platten aushängbar bleiben für die Wartung oder den Ersatz. Kleben wäre mir zu heikel.
Die Konstruktion sollte wie Plattenverkleidungen an Fassaden offene Fugen haben und luftumspült sein. Als Hintergrund im
Fugenbereich schwarzes Gummiband.
Im Prinzip könnte man eine Konstruktion, ähnlich derer die mit Faserzementplatten ausgeführt werden ausführen.
Zur Ausdehnung von Stahl bitte selber bei Wiki nachschauen, ist dort gut erklärt. Da würde ich grob -20 bis +60 Grad annehmen
plus etwas Zugabe.

Gruss brubu
 

ölfisch

ww-robinie
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Hallo,
ich hätte auch Bauchschmerzen beim Kleben.
Am ehesten in Langlöchern verschrauben oder eben Einhängbeschläge. Oder um in alle Richtungen Spiel zu haben großes Loch im Stahl (z.B. 12er), eine Unterlegscheibe (6er Loch) und dann mit 5er Panhead verschrauben.
Oder sich irgendwas ähnlich eines Nutklotzes ausdenken (aus Stahl). Oder Irgendetwas wie eine Kralle die in die Platte geschraubt wird und sich an der Stahl UK "festkrallt".
Wie soll denn die UK aussehen?
Beim Kleben mag der Kleber ja halten aber evt löst sich eine Schicht vom Multiplex und schon hat man den Salat.
Das Brückenteil könnte man von oben verschrauben bevor das Dach drauf kommt.
Bei den Seitenwänden kann man ja eine Seite Schrauben und die andere einhängen.

Gruß M.
 

mj5

ww-buche
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Hi!

Woher kommt der Begriff "Designer-Drogen"??? :emoji_sunglasses:

Justus' Methode macht m. E., wenn ich es richtig verstehe, wirklich Sinn.
Und dann das Ganze aus wasserfest verleimtem, "ordentlichem" (ergo selbstgemachten...) Leimholz bauen, anstatt furnierter Platte.
"Schwedenstahl" vs "Kia"... :emoji_wink:
Das wuerde die Wartung sehr erleichtern. Nur an der Kante zum Blechdach schleift man sich wahrscheinlich etwas den Wolf...
Wohin entwaessert die Dachflaeche eigentlich? Spritzwasser im Sockelbereich koennte auch Aerger bereiten.

Volvo find ich gut!

Gruesse
Mattes

Edits: Rechtschreipunk und Layout.
 

Woodmaster117

ww-ahorn
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Ganz klare Antwort:
Einhängebeschläge an Fassadenelementen solide verschraubt. Dies dann so auf die metallkonstruktion gehängt, dass sie einerseits sicher befestigt sind und aber auch das fugenbild nicht "eskaliert".
Weiterhin würde ich unbedingt versuchen, die Faltungen solide in der Werkstatt zu verleimen, damit diese vor Ort nicht aufgehen. Dabei ist auch darauf zu achten, dass die Gehrungen von keiner Seite Spannung aufnehmen müssen.
 
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