Dunkle Flecken auf Buche (Leinöl)

dav

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Hallo Woodworker,
ich habe mich neu im Forum registriert, anlässlich eines Problems mit meiner Buchen-Leimholz Arbeitsplatte in der Küche (Kernbuche). Ich habe sie drei mal nacheinander mit Leinölfirnis geölt (unverdünnt) und anschließend in Betrieb genommen.

Nun sind ziemlich bald rund um die Spüle ein paar hässliche dunkle Flecken entstanden. Ich dachte erst Wasser. Nun habe ich entweder Essig oder Natron (Natriumhydrogencarbonat)im Verdacht. Mit beidem habe ich an der Spüle gearbeitet.

Hat jemand eine Lösung für die Flecken? Und wie ich in Zukunft mit dieser Platte glücklich werde?

Auch helle Wasserflecken meinte ich entdeckt zu haben, aber die scheinen sich nach einer Zeit wieder zu verflüchtigen??

Am liebsten würde ich zweierlei verbinden: 1) eine möglichst ökologische, sympathische, atmende Holzoberfläche behalten. 2) Möglichst wenig Scherereien im Alltag damit haben. Ein einmal über Nacht übersehenes Wasserfleck oder eine ein paar mal nicht 100% abgewischte Fläche rund um die Spüle sollten nicht gleich die Platte unansehnlich werden lassen. – War Leinöl also ein Fehler?

Vielen Dank für alle Tipps!

Grüsse,
David

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WinfriedM

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Du kannst versuchen, mit Asuso Edelholzpulver (oder direkt Oxalsäure) die Flecken wegzubekommen.

Grundsätzlich gilt bei solchen Platten: Nicht mit irgendwelchen Säuren/Laugen darauf arbeiten. Auch bei färbenden Flüssigkeiten acht geben, sofort wegwischen.

Leinölfirnis geht grundsätzlich, es gibt aber auch Arbeitsplattenöle, die noch besser schützen. Die kannst du auch jetzt noch als Finish auftragen.

Bei Leinölfirnis ist auch wichtig, dass die Platte wirklich optimal mit Öl gesättigt ist, also Minimum 3-4 mal ölen. Beim letzten Ölen darf kein Öl mehr weggesaugt werden.
 

magmog

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Guuden,

ich gehe von Spüliwasser aus.
Du beschreibst, dass bereits Wasser weiße Flecken verursacht, die verschwinden.
Ergo kann Wasser leicht eindringen und wieder verdunsten.
Spüliwasser dringt tiefer ein und wirkt Pilzbefall fördernd.
Feuchtigkeit und Leinöl wirken häufig pilzfördernd auf Holz.

Ausschleifen oder mit der Ziehklinge die Verfärbungen beseitigen, falls die beschriebene
Oxalsäure oder das Edelholzpulver (Vorsicht beim Umgang !!!) nicht funtzen.
Ein hochwertiges Öl aus dem Fußbodenbereich verwenden.
 

WinfriedM

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Ein hochwertiges Öl aus dem Fußbodenbereich verwenden.
Da muss man in den letzten Jahren etwas aufpassen: Es gibt einige Hersteller, deren Fußbodenöle nicht auf Feuchtebelastung optimiert sind. Gute Arbeitsplattenöle sind hingegen darauf optimiert. Steht aber meist in den technischen Merkblättern, für welches Anwendungsgebiet Öle empfohlen werden. Mir ist das letztens bei Remmers aufgefallen: Das Hartwachsöl, was für Fußböden optimiert wurde, schlägt sich lange nicht so gut auf Arbeitsplatten, wie deren Arbeitsplattenöl. Steht glaube ich auch im Merkblatt.

Früher gabs oft keine speziellen Arbeitsplattenöle, da hat man in der Regel Fußbodenprodukte verwendet, weil die hoch belastbar waren. Die Hersteller haben inzwischen erkannt, dass das Anforderungsprofil doch sehr unterschiedlich ist und können vor allem Produkte herstellen, die auf den jeweiligen Anwendungsfall besser optimiert sind. Deshalb haben die meisten Hersteller inzwischen spezielle Arbeitsplattenöle.
 

dav

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Leinölfirnis geht grundsätzlich, es gibt aber auch Arbeitsplattenöle, die noch besser schützen. Die kannst du auch jetzt noch als Finish auftragen.

Bei Leinölfirnis ist auch wichtig, dass die Platte wirklich optimal mit Öl gesättigt ist, also Minimum 3-4 mal ölen. Beim letzten Ölen darf kein Öl mehr weggesaugt werden.
Hallo Winfried,

Vielen Dank für deine schnelle Antwort und den Tipp mit der Oxalsäure. Probier ich.

Und tatsächlich habe ich den Verdacht, dass die Platte noch nicht ausreichend gesättigt war. Ich öle nochmal nach.

Leider habe ich den Firnis beim ersten Mal nicht verdünnt. Vielleicht der Fehler? – Und ich habe auch gehört, man solle den Firnis so richtig drauf schwimmen lassen, damit er länger einwirken kann, und ihn dann erst abnehmen (also quasi abschaben). Kennt ihr das?

Was das Finish mit einem anderen Öl angeht, was du empfiehlst: Kann ich das auch dann noch machen, wenn ich sie dann mit Leinölfirnis wirklich „voll“ habe? Oder lieber jetzt gleich?
 

WinfriedM

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Leider habe ich den Firnis beim ersten Mal nicht verdünnt. Vielleicht der Fehler? – Und ich habe auch gehört, man solle den Firnis so richtig drauf schwimmen lassen, damit er länger einwirken kann, und ihn dann erst abnehmen (also quasi abschaben). Kennt ihr das?
Das übliche Verfahren ist: Satt aufbringen, dass auf der ganzen Oberfläche Öl schwimmt. Stellen, die trocken werden, nachölen. Nach 30-90min - je nach Öl - Überstand vollständig abnehmen. Bei Firnis kannst du in der Regel bis 90min gehen, ohne das das Zeugs schon anzieht.

Keinesfalls Firnis dick trocknen lassen und dann abschaben. Und auch verdünnen ist zwar oft verbreitet, bringt aber nichts.

Oxalsäure: Bleicht in der Regel nur die dunklen Flecken, kann aber auch passieren, dass das Holz rundherum etwas heller wird. Von daher nicht stundenlang auf der Fläche stehen lassen, sondern eher öfter mal reiben, weil so keine hellen Flecken entstehen können, sondern eher hellere Bereiche ohne harten Übergang.
 

dav

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Das übliche Verfahren ist: Satt aufbringen, dass auf der ganzen Oberfläche Öl schwimmt. Stellen, die trocken werden, nachölen. Nach 30-90min - je nach Öl - Überstand vollständig abnehmen. Bei Firnis kannst du in der Regel bis 90min gehen, ohne das das Zeugs schon anzieht.
Soll ich das auch jetzt noch so machen? Wäre dann schon der vierte Anstrich (nach den drei dünnen, kurz eingezogenen).

Oxalsäure: Bleicht in der Regel nur die dunklen Flecken, kann aber auch passieren, dass das Holz rundherum etwas heller wird. Von daher nicht stundenlang auf der Fläche stehen lassen, sondern eher öfter mal reiben, weil so keine hellen Flecken entstehen können, sondern eher hellere Bereiche ohne harten Übergang.
Ich habe jetzt an einer verdeckten Stelle den Übeltäter ausgemacht! Natronwasser wars, ganz eindeutig.

Aber jetzt – wow! Ich hab mir von deinem Tipp zu Oxalsäure Mut einflößen lassen und – mangels Oxalsäure – mit simpler Essigessenz experimentiert. Unglaublich! Das funktioniert!! Ich nässe den Fleck erst ein bisschen ein, trage sie dann pur auf und lasse sie 15-30 Minuren einwirken. Die Flecken sind verschwunden! Und rund um den Fleck hinterlässt der Essig keinerlei Spuren. Genial!
 

WinfriedM

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Experiment geglückt, super! Zitronensäure kannte ich, aber Essig hatte ich noch nie probiert.

Und ja, wenn du die Platte jetzt erstmal ordentlich trocknen lässt, würde ich nochmal einölen und den Firnis mal 90min einziehen lassen. Noch besser: Gutes Arbeitsplattenöl besorgen und damit einölen.
 
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