Drehtüranschlag an geneigter Korpusseite / schräge Anschlaglösung

woodelie

ww-pappel
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Hallo zusammen,

ich plane aktuell mein Meisterstück und stehe bei einer Türanschlag-Situation etwas auf dem Schlauch.

Es geht um einen drehbares Untermöbel für einen Schreibtisch. Die rechte Korpusseite ist konstruktiv um ca. 8° geneigt. Die dazugehörige Tür sollte aus gestalterischen und funktionalen Gründen rechts angeschlagen werden.

Der Schreibtisch soll später sehr wahrscheinlich in einer Eckposition stehen. Deshalb wäre ein linker Anschlag ungünstig, da die Tür dann je nach Aufstellung schlechter zugänglich wäre bzw. in den Arbeitsbereich öffnet. Rechts angeschlagen wäre die Bedienung für die geplante Nutzung deutlich sinnvoller.

Meine erste Idee war, die Tür mit Zapfenbändern oben und unten anzuschlagen. Das würde optisch gut passen und wäre eine saubere, eher reduzierte Lösung. Das Problem dabei ist allerdings die Lage des Drehpunkts: Durch die Konstruktion würde sich die Drehachse ungefähr 200 mm aus der rechten Ecke herausziehen. Beim Öffnen dreht dadurch ein entsprechend großer Teil der Tür, etwa 200 mm, in den Korpus hinein. Das kostet viel Innenraum und ist für die Nutzung des Fachs eigentlich nicht akzeptabel.

Normale Topfbänder sind wegen der 8° schrägen Korpusseite ebenfalls nicht ohne Weiteres einsetzbar. Ich habe bereits in Richtung Winkelbänder / Winkelscharniere von Blum, spezielle Montagekeile oder andere Sonderbeschläge gedacht. Ich denke aber auch das ist keine so richtig gute Alternative.

Gesucht wird also eine Lösung, bei der:

  • die Tür rechts angeschlagen werden kann,
  • die 8° geneigte Korpusseite berücksichtigt wird,
  • möglichst wenig Türfläche beim Öffnen in den Korpus einschwenkt,
  • die Lösung technisch hochwertig ist
  • und der Beschlag möglichst unauffällig bzw. sauber integriert werden kann.
Hat jemand schon einmal eine ähnliche Anschlagsituation gelöst oder kennt passende Winkel-/Topfbänder, Zapfenband-Lösungen oder andere Beschläge für so einen Fall?

Für Hinweise zu konkreten Beschlägen oder konstruktiven Lösungsansätzen wäre ich sehr dankbar. Ich hänge noch eine Ansicht der Konstruktion an, damit die 8°-Situation besser verständlich ist.

Über eure Tipps würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Jannik
 

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ww-eiche
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Mit einem Topfscharnier ist da imho nichts zu wollen.
Du kannst den Drehpunkt nach rechts verschieben (Scharniere unsichtbar, angeleimte Leiste auf der Tür innen) musst aber den Öffnungswinkel begrenzen. Stösst ja sonst an den Korpus
google mal nach Schwenktürbeschlag (Sugatsune baut sowas). Musst du halt nachbauen für Anschlag am Korpus oben und unten - Damit liesse sich eine elegante Öffnungsbewegung herstellen. Ist aber begrenzt durch die Breite der Tür unten.
 

justplanesteve

ww-ahorn
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Es ist gut möglich, dass ich die Frage nicht ganz richtig verstanden habe. Bitte sieh es mir also nach:

Befürchtest du, die Meisterprüfung mit einer solch unkonventionellen Öffnungsmethode nicht zu bestehen?
Oder hast du es noch nicht als Modell ausprobiert, um zu sehen, wie es funktioniert?

Ich habe oben auf dem Dachboden einige Muster für Scharnierkonstruktionen liegen. Eines davon entstand, weil ein Schüler Bedenken bezüglich vier Türen hatte, die in der Mitte einer Öffnung spitz aufeinandertrafen – also mit einem Winkel von 45 Grad an jeder Türkante (bzw. einem Öffnungswinkel von 90 Grad zwischen den Kanten). Wenn ich eine Leiste parallel zur 45-Grad-Kante ansetze und sie so neige, dass sie waagerecht liegt – wodurch die Scharnierseite nun einen Winkel von 45 Grad zur Senkrechten einnimmt –, funktioniert das Scharnier trotzdem einwandfrei.

Ich persönlich würde diese Idee weiterverfolgen, um sie „interessant“ zu gestalten. Wenn es allerdings um deine Meisterprüfung geht, verstehe ich natürlich, dass die Situation eine andere ist.
 

SteffenH

ww-robinie
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Man kommt nicht drum herum, dass die Drehpunkte lotrecht übereinander stehen müssen. In diesem Fall ist die zu überbrückende Distanz bei geöffneter Tür sehr groß. Das wird schwierig. 2 Ideen: eine Art Radius-Linearführung, die sticht beim Schließen dann allerdings seitlich aus dem Korpus raus. Oder eine Scherenmechanik ähnlich Vici-Bänder, dabei wird aber die große Auskragung wahrscheinlich zumStabilitätsproblem. Ganz abgesehen davon, dass sowas eine Sonderanfertigung wäre.


Bildschirmfoto 2026-09-30 um 10.35.35 Mittel.jpeg Bildschirmfoto 2026-09-30 um 10.34.13 Mittel.jpeg
 

carsten

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Hallo

hat ein Kollege vor 2 Jahrzehnten gebaut. Zapfenbänder, so gesetzt dass die übereinander sitzen. Der schräge Teil schwenkt dann halt IN den Korpus. kompliziert wird es nur wenn der Prüfungsauschuß auch fordert dass eine Tür staubdicht sein muss.
 

justplanesteve

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Gelegentlich fertige ich Hardware für den Eigenbedarf oder auf Anfrage für andere Werkstätten an.
Als eine mögliche Lösung kommt mir dabei diese Geometrie in den Sinn.

Damit das Ganze funktioniert, muss der Rahmen absolut verwindungssteif und ausreichend stark dimensioniert sein. Zudem müssen die Proportionen A:B:C sorgfältig abgestimmt werden. Darüber hinaus gilt es, Federn und Rastmechanismen zu integrieren, damit die Mechanik „angenehm“ funktioniert.

Es tut mir leid, dass die einfache, saubere Lösung – bei der die Scharniere schlicht senkrecht zur schrägen Seite angebracht sind – für Sie nicht infrage kommt. Alles andere ist ein Kompromiss.
 

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SteffenH

ww-robinie
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Wenn noch Luft nach unten ist, also der Korpus noch auf Füßen steht, was spricht gegen ganz normale Topfbänder? Die Tür geht halt 8° nach unten auf.
Bei spitzwinkeligen Ecken und innenliegenden Türen mit wenig Luft kann's Probleme geben. Dann will nämlich die innere Ecke der Tür beim Öffnen in den Oberboden tauchen.
 

justplanesteve

ww-ahorn
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Wenn noch Luft nach unten ist, also der Korpus noch auf Füßen steht, was spricht gegen ganz normale Topfbänder? Die Tür geht halt 8° nach unten auf.

Genau das sollten mein erster Beitrag (Nr. 3) und das zweite Foto mit der Papptür weiter oben vermitteln. Es tut mir leid, dass ich mich bei der Übersetzung etwas schwer tue.

Hast du es als Modell ausprobiert – wie auf meinem zweiten Foto oben, das die einfache Scharnierposition zeigt? Falls du noch kein richtiges Modell angefertigt hast, bin ich bereit, das Scharnier auszutauschen und in die Tür mit der Pappfront eine vollständige Türverkleidung einzusetzen. Andererseits gefällt mir zwar die leichte Ungewöhnlichkeit, dass die Tür im geöffneten Zustand schräg steht, aber wir wissen ja bereits, dass das nicht deinem bevorzugten Design entspricht. smt
 
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