Clou Holz-Siegel verwenden

aklein

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Hallo zusammen,

habe mich jetzt durch sämtliche Themen um den Lack gequält, aber keine zufriedenstellenden Antworten gefunden.

Ich werde das erste mal mit Holz-Siegel arbeiten. Daher sind meine Fragen für manche von Euch vielleicht "dumm".
Bis jetzt habe ich immer Lacke aus dem Baumarkt verwendet.

Ich baue diverse Wohnungs- und Werkstattmöbel selbst. (Schreibtisch, Computertisch, Schränke, höhenverstellbarer Montagetisch, Unterschrank für TKS/Oberfräse mit integrierter Absaugung)
Die Oberflächen möchte ich versiegeln, und habe mich für Seidenmatt entschieden.

Die Arbeitsplatte u.a. für den Schreibtisch und den Montagetisch ist aus 40er Buche MPX.
Möbel hauptsächlich aus 18er Birke, Fronten aus 15er Birke.

Unter-, Rück- und Innenseiten möchte ich 2x, Sicht- und Nutzflächen 3x rollen.

Nun zu den Fragen:

Der Lack muss verdünnt werden. Erste Schicht um 20%, weitere Schichten um 10%.
Soweit klar.
Heißt das nun Lack + Verdünnung ergibt 100% oder 100% L + 20% V?
z.B. für 100ml: 83ml L + 17ml V oder 100ml L + 20ml V?

Rechnet man die Verdünnung zu der benötigten Lackmenge hinzu oder ist sie mit dabei?
Mehr Verdünnung ist gut oder schlecht?

Würde es sich anbieten einen kompletten Kanister mit 10% zu verdünnen oder geht das dann mit der Zeit kaputt?


Die Selbstentzündung ist auch noch so ne Sache.
Ich werde mit Schaumstoffrolle auftragen.
Da die Trocknungszeit (idealerweise) 24h betragen sollte, würde die Rolle ebenso eintrocknen.

Jeden Tag ne neue Rolle ist auch doof.

Wenn ich sie in einen Druckverschlussbeutel packe, kann ich sie dann am nächsten Tag wiederverwenden?
(So mache ich es normalerweise).
Könnte sie sich auch in dem Beutel entzünden?


Ich nehme meistens mehrere Projekte zusammen, da das Lackieren bzw. die Trocknungszeit sich sehr zieht.


Danke schonmal.

MFG
Andreas
 

carsten

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Hallo

Lack = 100 %
Nach Datenblatt sind die Arbeitsgeräte mit der passenden Verdünnung zu reinigen. Die Frage ist kostet die Verdünnung mehr als einen neue Rolle.
Es gibt aber auch Schaumstoffe die sich bei längerem Kontakt mit Verdünnung auflösen.
Von einer Selbstentzündung ist mir bei Lacken nix bekannt, anders eben bei Ölen.
Man mischt eigentlich immer nur so viel Lack an wie man zeitnah verarbeiten kann. Bei 1K Produkten zwar weniger kritisch und bei 10 % ist das ja auch einfach zu rechnen. Also keinen Kopp machen und anfangen. Wenn zu wenig ist das bei 1K kein Problem einfach nachmischen. Bei zu viel am nächsten Tag aufbrauchen.
 

fahe

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Daher sind meine Fragen für manche von Euch vielleicht "dumm".
Es gibt keine dummen Fragen. Aber dumme Leute. Das sind dann die, die keine Fragen stellen...:emoji_wink:

Ich sehe das wie Carsten und finde Holz-Siegel von Clou völlig unkompliziert. Die "Grundierung" mit verdünntem Lack bei rohem Holz dient ja nur dazu, die Saugfähigkeit auf der kompletten Fläche halbwegs gleich zu halten.

Ich habe da stets ohne zu messen einfach ein bisschen Lack nach Gefühl verdünnt und die Grundierung auch immer mit dem Pinsel aufgetragen. Nach ordentlicher Trocknung mit 240 zwischen geschliffen und die weitere(n) Lackschicht(en) mit einer guten Lackierrolle aufgebracht. In der Regel habe ich zweimal lackiert, vor der Endlackierung noch einmal von Hand mit 400 mehr getreichelt als geschliffen... und war immer überzeugt vom Ergebnis.

Auch gute Lackierrollen kosten im Vorratspack immer viel weniger als eine versaute Lackfläche, die man noch einmal aufbauen muss.
 
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Rookie77

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Ich habe vor einer Woche noch mit dem Clou Holzsiegel Lack meinen Raumtrenner lackiert. Teile davon hatte ich auch vorher gebeizt.

Ich habe 2 Schichten aufgetragen und die zu je 10% mit dem Clou Verdünner ja... verdünnt.

Da ich mit dem Pinsel gearbeitet habe, hab ich den danach einfach mit Verdünnung gereinigt. Die in einen Behälter, Pinsel rein, reinigen, Pinsel wieder raus, Deckel drauf und den nächsten Tag erneut zum reinigen verwendet.
 

elchimore

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.....
Von einer Selbstentzündung ist mir bei Lacken nix bekannt, anders eben bei Ölen.
.....
Na wenn man das von Magmog verlinkte technische Merkblatt gelesen hat, dann macht man sich da schon Gedanken...... ....."Mit Lack getränkte Lappen mit Wasser befeuchten und entsorgen (Selbstentzündungsgefahr)" Weil der Lack wohl oxidativ aushärtet (also wie ein öl?).
Grüssle Micha
 

uli2003

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Heißt das nun Lack + Verdünnung ergibt 100% oder 100% L + 20% V?
z.B. für 100ml: 83ml L + 17ml V oder 100ml L + 20ml V?
Deine erste Rechnung ist falsch. 80ml/20ml entspricht 1:4, 100ml/20ml entspricht 1:5.
Was du berechnet hast ist genau das Gleiche (gerundet), nur mit zum Schluss unterschiedlicher Lackmenge.

Bei zu viel Verdünnung wird der Lack zu dünn, fließt dadurch zwar besser, füllt aber weniger und bleibt an Kanten nicht mehr stehen.
Ein wenig muss man da auch probieren. Mir ist der Holzsiegel in der Trocknung viel zu langsam.
 

McIlroy

ww-eiche
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Um bei Clou zu bleiben, da habe ich bei Kleinmöbeln gute Erfahrungen mit dem normalen Holzlack (nicht der Aqua-Clou) gemacht.

Ist halt Nitro, nicht Jedermanns Sache, trocknet aber sehr schnell. Bei beanspruchten Oberflächen wie Tisch- und Arbeitsplatten habe ich aber noch keine Erfahrungen damit gemacht, die Öle ich in der Regel nur.
 

aklein

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Deine erste Rechnung ist falsch. 80ml/20ml entspricht 1:4, 100ml/20ml entspricht 1:5.

@uli2003
Falsch ist relativ. Denn genau das war die Frage. :emoji_wink:
Hat sich aber schnell geklärt.

Habe es gestern ausprobiert und für gut befunden. Die zweite Schicht ist auch schon drauf.

Die Rolle hat es in einem luftdichten Glasgefäß super überstanden.
Entzündet / Verkokelt hat sich weder bei ihr noch bei den Lappen etwas.

@fahe
Ich habe das nur vorne angestellt, da es in vielen anderen Beiträgen eben darauf hinausläuft.
Rein rechnerisch bauchts rund 100ml Lack (+ gewünschte Verdünnung) auf den qm.
Mit Rolle gings genau auf.

Das Merkblatt habe ich vorher nicht gelesen :emoji_disappointed:
Aber die Beschreibung auf dem Kanister. Dort steht es zwar auch, habe schlechte Erfahrungen mit nicht exakt definierten Mischungsverhältnissen gemacht.

In der Firma verarbeiten wir z.B. Harze, die mit Härter gemischt werden. Wenn du da was falsch machst, wirds dir bei umrühren schon fest, oder erst nach zu langer Zeit. Da machen teilweise ein paar Gramm etwas aus.

Die Trocknungszeit ist natürlich schon heftig (14 Tage bis vollständig belastbar)
Aber Staubtrocken nach 1h geht noch.

Der Gestank ist aber viiiiel schlimmer.

Danke für die hilfreichen Tipps. Hoffe die Sichtseite wird noch besser.
 

aklein

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Na Toll. Jetzt habe ich nen 2,5l Kanister hier stehen und es gibt was "besseres". :emoji_astonished:

Von dem hatte ich noch nichts gehört oder gelesen. Ist aber definitiv eine Alternative (wenn der andere leer ist).

Für beanspruchte Oberflächen (in der Werkstatt) ist der aber nix, oder?
Für Möbelteile, die zwar geschützt sein sollen aber nicht direkt belastet werden, passt das bestimmt.

Verdünnen muss man nicht?

Danke.
 

WinfriedM

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Na Toll. Jetzt habe ich nen 2,5l Kanister hier stehen und es gibt was "besseres". :emoji_astonished:

Was Besseres gibts immer, aber der Clou-Holzsiegel ist schon ein guter Lack, der in vielerlei Hinsicht deutlich belastbarer ist, als die Clou Wasserlacke. Spiritus macht z.B. die meisten 1K Wasserlacke ganz schnell kaputt. Hast du beim Holzsiegel nicht.
 

uli2003

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In der Firma verarbeiten wir z.B. Harze, die mit Härter gemischt werden.
Härter und Verdünnung sind zwei völlig verschiedene Dinge. Bei der Verdünnung kommt’s nicht auf nen Schluck an, beim Härter öfters schon.
Die angegeben Menge je qm ist noch variabler als der Verdünnungszusatz.


Spiritus macht z.B. die meisten 1K Wasserlacke ganz schnell kaputt.
Also in der Regel kommen Möbel recht selten mit Spiritus in Kontakt - meine jedenfalls.
 

WinfriedM

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Also in der Regel kommen Möbel recht selten mit Spiritus in Kontakt - meine jedenfalls.

Seit Corona passiert das recht häufig durch Hände- und Flächendesinfektion. Basieren fast alle auf Alkohol. Im meinem Umfeld sehe ich jetzt oft Lackschäden. Auf Tischen reicht auch schon ein hochprozentiger Schnaps.
 

uli2003

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Ist mir bisher nirgends verstärkt aufgefallen. Ich bade aber auch nicht in Desinfektionsmittel.
 

Rookie77

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Seit Corona passiert das recht häufig durch Hände- und Flächendesinfektion. Basieren fast alle auf Alkohol. Im meinem Umfeld sehe ich jetzt oft Lackschäden. Auf Tischen reicht auch schon ein hochprozentiger Schnaps.

Kann ich, als Laie, in meiner Tagespflege bestätigen. Wir desinfizieren täglich alles mögliche und es gibt schon einige Oberflächen, die dezent angeschlagen sind.

Deshalb habe ich für meinen Raumtrenner auch den Holzsiegel Lack genommen. Ich wollte eine Oberfläche haben, die so unempfindlich wie möglich ist. Hoffe dass mein Plan aufgeht.
 

WinfriedM

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Bisher ist der Clou Holzsiegel bei mir unauffällig in Bezug auf Desinfektionsmittel. Bei den Wasserlacken sind es vor allem die Tropfen von der Händedesinfektion. Irgendwas geht immer daneben und wenn die Leute ihre Spender auf dem Schreibtisch stehen haben oder auf einem Sideboard, hat man nach ein paar Tagen weiße Flecken im Lack.
 

Hogshead

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2 x semi-on-topic:

Wir haben einen Gartentisch mit Clou Holzsiegel lackiert, der verträgt sich ganz gut mit hochprozentigem Whisky.. dem Tisch hats bislang sicher am Wenigsten geschadet :emoji_slight_smile:

Weiß jemand, ob man (leicht) eingetrocknetes Clou Holzsiegel wieder brauchbar machen kann? Z.B. mit der Verdünnung? Mein Gebinde war nicht ordentlich verschlossen, seufz...
 

WinfriedM

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Wenn es nur etwas dickflüssiger geworden ist, kannst du es mit Verdünnung evtl. wieder hinbekommen. Wenn nur eine getrocknete Haut entstanden ist, hast du auch oft Glück und kannst den Lack darunter weiter verwenden. Wenn der Lack aber schon angefangen hat, zu polymerisieren, ist er nicht mehr zu retten. Denn dieser Lack trocknet nicht nur einfach, er vernetzt sich (polymerisiert) und diese Vernetzung ist nicht rückgängig zu machen.

Der Lack mag auch viele Universalverdünnungen nicht, eigentlich braucht es die (teure) Originalverdünnung.
 
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