Buchen Leimholz als Tischplatte im überdachten Aussenbereich?

kueppes

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Hallo,

ich habe bei unserem Terassentisch die Tischplatte erneuert und fand eine Buchenwerkbankplatte 1200x800x27mm dafür ganz passend, passt auch gut zu dem Säulenuntergestell.

Nun wölbt sich die Leimholzplatte (ist mittig auf dem Untergestell montiert) recht heftig., der Tisch steht im überdachten Aussenbereich.

Wie könnte Abhilfe geschaffen werden?

Vielen Dank!
 

schrauber-at-work

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Wie könnte Abhilfe geschaffen werden?

Durch andere Holzauswahl. Buche ist im Außenbereich denkbar ungünstig. Draußen variiert die Luftfeuchtigkeit einfach zu sehr, das wird nie ruhig.
Wie ist denn die Platte auf dem "Säulengestell fixiert? Auch da kann man einiges falsch machen. Bilder der Befestigung wären hilfreich.

Gruß SAW
 

kueppes

ww-kastanie
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Hallo, allen vielen Dank für die Rückmeldungen!

Anbei zwei Bilder zur Veranschaulichung.

IMG_20191223_093635.jpg IMG_20191223_093645.jpg

Könnte ein Winkelprofil über die Breite das Wölben verhindern oder minimieren?

Weihnachtlichen besten Dank aus den tief verschneiten Ruhrgebiet ... :emoji_slight_smile:
 

ChrisOL

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Man kann da dran rumdoktern, es ist und bleibt aber eine ungeeignete Konstruktion. Die Buche wird im nächsten Jahr dazu noch unansehnliche Stockflecken bekommen und ob die Verleimung bei den fertigen Platten hält ist auch mehr als fraglich.

Nadelholz ist hier besser geeignet, Lärche oder Kiefer. Einzelne Leisten sind besser wie eine verleimte Platte. Ich würde es neu machen, sonst ärgert man sich nur.
 

cebewee

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Hallo,

Meine Hobelbank aus 45mm Buche Leimholz (Treppenstufen-Platten) steht seit dem Frühjahr ohne optisch auffälligen Verzug im überdachten Außenbereich (=trocken, aber den Änderungen der Luftfeuchtigkeit voll ausgesetzt). Die Arbeitsplatte ist durch Langlöcher am Gestell angeschraubt.

Wie es sich jetzt über den Winter macht, wenn es vielleicht Mal richtig kalt wird, muss ich noch sehen.

Wenn du ein Winkelprofil anschraubst, achte darauf, das die Platte weiterhin arbeiten kann (Langlöcher, Schrauben nicht festknallen).

Viele Grüße, Lars
 

blueball

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Hallo, allen vielen Dank für die Rückmeldungen!

Anbei zwei Bilder zur Veranschaulichung.

Anhang anzeigen 68625 Anhang anzeigen 68626

Könnte ein Winkelprofil über die Breite das Wölben verhindern oder minimieren?

Weihnachtlichen besten Dank aus den tief verschneiten Ruhrgebiet ... :emoji_slight_smile:
tippe auf minderwertiges Leimholz aus dem Baumarkt. Mein Bucheleimholz mit durchgehenden Lamellen steht wie ne eins in der ungeheizten und ungedämmten Garage mit Wellblechdach und wartet auf ein nächstes Projekt :emoji_slight_smile:
 

Friederich

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Könnte ein Winkelprofil über die Breite das Wölben verhindern oder minimieren?
Das ja.
Ich vermute, dass Platte ist durch die Verschraubung gesperrt, (?) Auch wenn der Schraubenabstand relativ klein ist, müssten da Langlöcher sein. Im Freien treten nämlich große Feuchteunterschiede auf.
Die zwei mittleren können so bleiben.

Wenn die Platte von der Sonne beschienen wird, dürfte sie recht bald wieder gterade werden. Bzw sogar in die andere Richtung schüsseln. (natürlich nur kurzfritig)
 

brubu

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Hallo
Industriell hergestelltes Leimholz muss preisgünstig sein und ist daher wohl in der Holzfeuchtigkeit ungleichmässig.
Man sieht dies manchmal schon bei der Lieferung der Platten. Für mich sieht die Tischplatte mit der starken Wölbung
nach zu hoher Feuchtigkeit auf der Oberseite aus. Liegt da eventuell Tauwasser drauf? Die Platte gut trocknen lassen,
eventuell, aber besser nicht im Wohnraum, da ist die Luft im Winter zu trocken. Nachher kann nur eine fette Oelschicht
helfen, die verhindert, dass die Oberfläche wieder einseitig Feuchtigkeit aufnimmt. Ich würde diesen Versuch machen
schlechter kann das Resultat nicht werden.

Gruss
 

Friederich

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Die Platte wird wohl für den Innenbereich runtergetrocknet gewesen sein. Im Freien quiltt sie daher, und wenn die Verschraubung mit dem Fuß sperrt, entsteht das Schüsseln nach unten.
Vielleicht hats wegen Wind auch draufgeregnet.
Alles kein Problem.
Trocknen bis sie einigermaßen gerade wird, Bohrung für die Schrauben zum Langloch erweitern, L-Profil oder Kantholz drunter.
Nicht "fett" ölen. Öl darf keine Schicht bilden.
 

WinfriedM

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Was die Oberflächenbehandlung angeht: Zuerst muss die gerade sein, was vermutlich schon dadurch passieren wird, dass du die sperrenden Schrauben entfernst und die Platte mal ein paar Wochen drinnen lagerst. Und zwar so, dass die von beiden Seiten gut Luft bekommt.

Wenn sie gerade ist, würde ich mit einem Bootslack mehrfach beschichten. Der ist recht diffusionsdicht, womit sich die Quell-Schwindbewegungen deutlich reduzieren. Hier würde ich also Lack einem Öl vorziehen. Als Lack z.B. Clou Yachtlack.
 

Besserwisser

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Hallo
Industriell hergestelltes Leimholz muss preisgünstig sein und ist daher wohl in der Holzfeuchtigkeit ungleichmässig.
Man sieht dies manchmal schon bei der Lieferung der Platten. Für mich sieht die Tischplatte mit der starken Wölbung
nach zu hoher Feuchtigkeit auf der Oberseite aus.

Schnickschnack.
Bevor die Platte beim Kunden angekommen ist, hatten die einzelnen Hölzchen längst ausreichend Zeit, eine homogene Feuchte anzunehmen. Und wenn das davor tatsächlich stark inhomogen war, sieht man das an den Leimfugen.
Üblicherweise ist eine solche keilgezinkte Platte dann einfach durch die zufällige Verteilung der Jahresringe relativ gerade. Es kann natürlich schon mal Stellen geben, die wirklich unglücklich verteilt sind. Aber das sollte man schon im Laden sehen.

Imho ist vor allem die sperrende Verschraubung Hauptübel.
Das mit dem Tau kann natürlich noch mal dazu kommen.
 

odul

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Das mit dem Bootslack würde ich mitgehen. Aber auf jeden Fall würde ich ein paar Profile drunterschrauben. Entweder es hält, dann ist die Platte gerettet. Wenn nicht, dann war es halt den Versuch wert.
 

kueppes

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Super, besten Dank für Eure vielen Rückmeldungen!

Ich sehe nun was ich falsch gemacht habe ... :emoji_slight_smile: und habe wieder was gelernt!

Gestern habe ich noch die sperrenden Schrauben entfernt (kamen tatsächlich schon schräg heraus, wo ich sie doch snkrecht eingeschraubt habe) und heute ist die Platte schon deutlich weniger gewölbt. Also demnächst mal Langlöcher machen ...

Was ich nicht erwähnte, ich habe die Platte mehrfach mit Leinöl gestrichen bis nichts mehr aufgenommen wurde. War das vielleicht auch eher suboptimal?

Weihnachtlich beste Güße aus den tief verschneiten Ruhrgebiet :emoji_slight_smile:
 

WinfriedM

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Was ich nicht erwähnte, ich habe die Platte mehrfach mit Leinöl gestrichen bis nichts mehr aufgenommen wurde. War das vielleicht auch eher suboptimal?

Falsch ist das nicht und macht man im Außenbereich auch recht häufig mit dem Ölen. Wenn du aber eine verzugsempfindliche Konstruktion hast, ist eine völlig diffusionsoffene Behandlung evtl. nicht so günstig. Wichtig ist natürlich auch, dass du beide Seiten behandelst. Hast du die Rückseite auch geölt?
 

kueppes

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Ja, komplett rundrum viele Male mit Leinöl gestrichen, quasi getränkt.

Ich würde jetzt warten bis die Platte wieder annähernd eben ist und dann von unten zwei ungleichschenklige Winkelprofil über die Breite anbringen. Ich denke an ein 25x15x3mm Edelstahlprofil das ich mit dem 15mm Schenkel einlassen könnte. Die Platte ist 30mm dick, sollte doch passen, oder?
 

odul

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Ich würde sie nicht einlassen. Damit schwächst du die Platte schon deutlich. Und 15 ist der kürzere Schenkel. Je höher der Schenkel ist, der absteht, desto stabiler wird es. Mach die Schiene 10cm kürzer als der Tisch breit ist. Nimm ruhig 30x30. Schräg die Schenkel an den Enden jeweils an. Und setz sie drunter. So sieht sie keiner und stören tun sie auch nicht.

Sag mal, wieviel Füße hat der Tisch eigentlich? Auf dem Foto sieht es so aus, als ob da 4 Rundrohre drunter wären.
 

kueppes

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Hallo und guten Morgen,

vielen Dank für den Hinweis! So werde ich es machen ... :emoji_thumbsup:

Ich konnte eine Buchenwerkbankplatte kaufen, die war allerdings 2400mm lang, so einen langen Tisch hielt ich für unpraktisch. Ich habe die Platte geteilt und dann zwei Tische gemacht. Es ist immer eine stabile Grundplatte als Fuß (750x400x10mm) mit je zwei Rundrohren (80mm und aufgeschraubt) auf die die Tischplattenhalterbleche (300x300x4mm) geschweisst sind.

Es sind also zwei gleiche Tische, auch mit den gleichen Problemen ... :emoji_wink:
 

kueppes

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Hallo zusammen,

Bin den Hinweisen gefolgt und habe die Tischplatten über den Winter im gut durchlüfteten Keller trocknen lassen. Die Biegung hat sich bei beiden Platten zwar unterschiedlich, aber dennoch sichtbar zurückgebildet.

Ich habe dann unter beide Platten je zwei 30x30x3 Winkelprofile verschraubt, dabei ist auch die Restwölbung herausgezogen. Verschraubt in Langlöchern, so wird hoffentlich eine mögliche Dehnung aufgefangen.

In die Platten vom Tischgestell habe ich auch Langlöcher gemacht, so kann sich auch hier das Holz ungehindert ausdehnen.

Bin ganz zuversichtlich, aber ein kleines Problem habe ich noch: Die Buchenplatten hatte ich mit Leinöl behandelt und das scheint in Verbindung mit Feuchtigkeit wohl zu schimmeln. Die Tischplatten sind mit reichlich Schimmelflecken verziert ...

Ich will es mal mit Schleifen veruchen die zu entfernen, oder gibt es eine bessere Lösung?

Besten Dank und Gruß aus dem Garten :emoji_slight_smile:
 

ChrisOL

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Das ist das Problem der Buche die bekommt schnell Stockflecken wenn es längere Zeit hohe Luftfeuchtigkeit hat.

Schleifen hilft, aber nur wenn du das einmal im Jahr machst :emoji_frowning2:
 

kueppes

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Super, Danke, werde gleich mal die Mittagsruhe stören :emoji_slight_smile:

Bin auch noch auf der Suche nach einer Lasur o.ä. von namhaften Herstellern. Bei Brillux finde ich für nicht maßhaltiges Holz im Aussenbereich einige Produkte. Gibt es vielleicht von anderen Herstellern vergleichbares?

Besten Dank!
 
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