Brettschichtholz: Verleimregeln?

tropenholz

ww-robinie
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Hallo,

ich habe eine theoretische Frage über BSH, was Google mir nicht beantworten konnte oder zumindest war ich nicht fündig bei der Antwortsuche. Brettschichtholz werden aufeinander verleimt, sodass die äußeren Bretter eine höhere Festigkeit/Sortierklasse haben als die inneren. Außerdem zeigen die rechte Seite immer nach außen wie hier dargestellt; Bild. Meine Frage bezieht sich auf die inneren Bretter.

Warum werden die Verleimregeln nicht beachtet? So wie ich das beim Leimholz kenne: Splint an Splint, Kern an Kern. Hier ist das BSH Kern-Splint verleimt. Warum ist das so? Wenn jemand was zu lesen hat, bitte gerne verlinken :emoji_slight_smile: Meine Vermutung ist so, dass dadurch eine uniforme Krümmung gewährleistet werden könnte? Wenn man z.B. den Träger biegen muss für was weiß ich..eine Brücke oder so? Gibts da Unterschiede in der Zug/Druckfestigkeit, wenn man das Holz einfach umdreht? also rechte Seite nach unten bzw oben? Meist wird nur von quer zur Faserrichtung gesprochen, aber nie war die Splint/Kernseite im Bezug auf Quer-Zug/DruckFestigkeit die Rede. Habe ich da einen Denkfehler?

Vielen Dank im Vorab,
 
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Mitglied 24010 keks

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Habe ich da einen Denkfehler?
Ja! :emoji_grin: bzw. Nein! Du denkst nur zu viel... :emoji_grin:
BSH ist ein mehr oder weniger Industriell hergestelltes Produkt. Bei den äußeren Lamellen wird im Sortierprozess i.d.R. schon drauf geachtet das die optisch gut sind und "richtig" rum liegen.
Aber in den inneren Lagen ist das viel zu viel Aufwand. Es wird ja erstmal ein Endlosstrang BSH Lamellen produziert von dem dann die Endlänge vor dem Schichtverleimen abgekappt wird. Vor der Endlosverleimung werden aber Fehlstellen ausgekappt... Woher soll der "Sortierer" wissen wo er sich grad in dem dicken Träger befindet. Wenn es dann Richtung letzter Lage geht, wird rechtzeitig die gute Ware eingelegt.
So ist der Prozess zumindest in kleineren Betrieben wo es noch nicht alles vollautomatisch läuft. Sonst macht das alles der Computer... Dem müsste man theoretisch die Verleimregeln beibringen können... Ist aber wahrscheinlich Recht viel Aufwand. Es ist ja auch so, dass in einem Lamellenstrang liegende Jahrringe, stehende und halbstehende Jahrringe miteinander verpresst werden... Wie soll man da auf irgendwelche Verleimregeln achten?

Gruß Daniel
 

tropenholz

ww-robinie
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Ja! :emoji_grin: bzw. Nein! Du denkst nur zu viel... :emoji_grin:
BSH ist ein mehr oder weniger Industriell hergestelltes Produkt. Bei den äußeren Lamellen wird im Sortierprozess i.d.R. schon drauf geachtet das die optisch gut sind und "richtig" rum liegen.
Aber in den inneren Lagen ist das viel zu viel Aufwand. Es wird ja erstmal ein Endlosstrang BSH Lamellen produziert von dem dann die Endlänge vor dem Schichtverleimen abgekappt wird. Vor der Endlosverleimung werden aber Fehlstellen ausgekappt... Woher soll der "Sortierer" wissen wo er sich grad in dem dicken Träger befindet. Wenn es dann Richtung letzter Lage geht, wird rechtzeitig die gute Ware eingelegt.
So ist der Prozess zumindest in kleineren Betrieben wo es noch nicht alles vollautomatisch läuft. Sonst macht das alles der Computer... Dem müsste man theoretisch die Verleimregeln beibringen können... Ist aber wahrscheinlich Recht viel Aufwand. Es ist ja auch so, dass in einem Lamellenstrang liegende Jahrringe, stehende und halbstehende Jahrringe miteinander verpresst werden... Wie soll man da auf irgendwelche Verleimregeln achten?

Gruß Daniel
Stimmt, da habe ich wohl zu viel gedacht. Die Tatsache mit den Endloslamellen hab ich nicht bedacht, dass die Anordnung völlig beliebig ist. Habe nur an die äußeren hirnholzseiten gedacht. Vielen Dank für die Aufklärung! Jetzt kann ich in Ruhe schlafen :emoji_joy: ist wohl schon zu spät
 

Mitglied 24010 keks

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In der Statik spielt das keine Rolle. Wie das wissenschaftlich ist... keine Ahnung.
In der Statik wird ja eh nur mit dem 5% Quantil der Festigkeit gerechnet... Also völlig ohne Relevanz. Eine Fichte hat z.B. eine Biegefestigkeit im Mittel von irgendwas um 50-70 N/mm² - rechnen tut man nachher mit 24N/mm² und die werden noch abgemindert und hier ein Faktor und da ein Sicherheitsaufschlag, so dass nachher noch irgendwo 14-17N/mm² übrig bleiben... :emoji_slight_smile:

Vielen Dank für die Aufklärung! Jetzt kann ich in Ruhe schlafen :emoji_joy: ist wohl schon zu spät
Schlaf gut... ich fang dann jetzt das Arbeiten an. Mein jüngster Junior hat mich aus dem Bett geschmissen und ich bin hellwach... er schläft jetzt wieder :emoji_grin:

Gruß Daniel.
 
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