Brettertür aus Rauhspund hat sich verzogen

KevinG

ww-pappel
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Moin zusammen und herzlichen Dank für die Aufnahme in dieses Forum,

Ich arbeite beruflich eher weniger mit Holz, bin aber handwerklich nicht ganz so schlecht. (Würde ich zumindest behaupten)
Ich habe wegen eines defekten Garagentores dieses durch zwei selbstgebaute Brettertüren ersetzt.
Ich habe mit Hilfe der hier geläufigen Abbildung zur Konstruktion von Brettertüren gearbeitet und diese mit jeweils 1000mm Ladenbändern in schwerer Ausführung + Kloben (16mm) am ehemaligen Garagentorrahmen (Metall) befestigt.
Jetzt haben sich aber nach sehr kurzer Zeit die Türen bzw eine Tür stark verzogen.
Habe mir bereits einige Themen durchgelesen und bin jedoch noch nicht wirklich weiter.
Das Holz ist lackiert mit Holzschutzfarbe und hat sich sowohl im rechtwinkligen als auch in der Ebene verzogen.
Am Anschlag ist sie gerade, nach innen hin verdreht sie sich dann. Ich mache nachher noch Bilder um es zu verdeutlichen.
Die Fugen, welche Anfangs kaum/gar nicht zu sehen waren, sind jetzt auch fast 5mm breit, was für mich doch ein Zeichen sehr starker Bewegung im Holz darstellt. Das Holz war vor der Herstellung der Türen unter ähnlichen Bedingungen gelagert, wie auch jetzt ihr Einsatzort. (Habe sie natürlich noch eine Woche bei mir liegen lassen)

Vielleicht könnt ihr mir da weiterhelfen.

Ich danke euch vielmals.

Grüße Kevin
 

IngoS

ww-robinie
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Hallo,

da musst du mal ein paar Bilder machen und hier einstellen.

Gruß

Ingo
 

laubraupe

ww-ahorn
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Das Holz ist halt geschwunden, bei den Temperaturen und evtl. direkter Sonneneinstrahlung ist das ja eigentlich kein Wunder. Ich würde damit einfach leben. Eine Brettertür wird halt nie wirklich dicht sein.
 

IngoS

ww-robinie
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Hallo,

die Verschraubung mit jeweils drei Schrauben in der Mitte der Bretter bewirkt natürlich, dass sich die Bretter leicht werfen können.
Auch die Verschraubung von hinten durch die dicken Rahmenteile in die dünnen Bretter ist zwar möglich, verringert aber die Stabilität des Konstrukts.

Gruß

Ingo
 

derdad

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Erstens ist eine Brettertür nun mal nur eine simple "Abdeckung einer Maueröffnung", ohne Anspruch auf Dichtigkeit.
Und zweitens ist Konstruktion in diesem Fall hauptsächlich gegen das Absenken.
Gegen einen Verzug bei einer Brettertür hilft nur gute Holzauswahl. Sobald nur ein Stück leicht drehwüchsig, rotwüchsig (bei Nadelholz), oder sonstwie fehlerhaft ist wird sich Verzug nicht verhindern lassen. Egal wie trocken oder feucht das Holz war.
LG Gerhard
 

magmog

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Guuden,

ich baue für solche Konstrukte immer einen Rahmen, der die Verbretterung trägt.
Angeschlagen mit Winkelbändern.
Das dünne Material kann die Kräfte nicht verzugfrei aufnehmen, die Diagonalstrebe
trägt bei dem Aufbau noch zur Verwindung bei.
 

KevinG

ww-pappel
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Vielen Dank für eure Antworten und Einschätzungen.
Ich werde die Türen vermutlich nochmal neu bauen und diese dann von außen verschrauben. Habt ihr eine Idee, welche Form von Tür dort eventuell "schicker" zu realisieren sein könnte? Die Türen sollen nicht dicht sein. Das war nie das Ziel. Ein grober Schutz vor Wind und Wetter ist vollkommen ausreichend. Ich werde vorher einmal testen, ob sich das Ganze noch richten lässt durch erneutes Zerlegen und Zusammensetzen.
Welches Holz wäre in diesem Fall denn wirklich verzugsarm? Das Holz ist Fichte, welches ich nun genutzt habe.

Grüße Kevin
 

derdad

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Fichte ist eigentlich eines der ruhigsten, also verzugsärmsten Hölzer. ABER man muss wissen welche Stücke man nehmen kann und welche nicht. Die Jahresringe sollen möglichst gerade durchlaufend sein. Auch stehende Jahresringe sind hilfreich. Keine Seitenäste. Und für einen Laien am schwersten zu erkennen, es darf nicht rotjährig sein. Also kein Reaktionsholz.
Es klingt jetzt etwas hochmütig, aber um all diese Holzfehler zu erkennen Bedarf es viele Jahre Erfahrung.
Im Baumarkt hab ich bis jetzt noch kein Holz gefunden, dass den Anforderungen entsprochen hat.
LG Gerhard
 

KevinG

ww-pappel
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Fichte ist eigentlich eines der ruhigsten, also verzugsärmsten Hölzer. ABER man muss wissen welche Stücke man nehmen kann und welche nicht. Die Jahresringe sollen möglichst gerade durchlaufend sein. Auch stehende Jahresringe sind hilfreich. Keine Seitenäste. Und für einen Laien am schwersten zu erkennen, es darf nicht rotjährig sein. Also kein Reaktionsholz.
Es klingt jetzt etwas hochmütig, aber um all diese Holzfehler zu erkennen Bedarf es viele Jahre Erfahrung.
Im Baumarkt hab ich bis jetzt noch kein Holz gefunden, dass den Anforderungen entsprochen hat.
LG Gerhard
Das mit der Holzauswahl stimmt. Da habe ich kaum Erfahrung. Habe es auch direkt als Rauspund bei einem regional bekannten Handel für Baustoffe (KVH, Plattenwerkstoffe, etc.) gekauft, da 1. preislich attraktiver und 2. zumindest das gekaufte KVH war qualitativ 100% besser als das zuvor im Baumarkt erworbene. Das erkenne selbst ich als Laie. Leider habe ich in der Umgebung sonst keinen Holzhandel gefunden, welcher an Privatpersonen verkauft. Es hieß auf Nachfrage immer für Gewerbetreibende.
Mit den Jahresringen habe ich ebenfalls bereits gelesen, jedoch erst nach Kauf des Rauspunds. Hätte ich die Nut und Feder selbst gesetzt, hätte ich auch auf entgegengesetzte Jahresringe geachtet. Das war bei der nicht zentralen Nut/Feder so leider nicht möglich. Da merke ich doch, welch Laie ich bin.
 

Lorenzo

ww-robinie
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Ich würd nicht neu bauen! Sieht doch gut aus. Wenn die Tür unten schleift, dann kannst immer noch ein Stück absägen. Wenn dich die Schlitze in der Tür nerven kannst du noch ne Konterladung von innen anschrauben.Und wenn dein zweiter Satz Türen wieder anfängt krumm zu werden ärgerst du dich richtig.
 

fragnix

ww-eiche
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Das Holz ist ja noch nicht im Endzustand. Kontere die wegdriftenden Bereiche mit einem temporären Anschlag, und bringe Druck drauf, z.B. per Vertikalriegel zum Verschliessen. Oder vorübergehend von innen einen stabilen Träger bis über die abhauende Ecke, passend unterfüttert um in die andere Richtung zu drücken.
Mit Glück ist das Holz in Wochen bis Monaten wieder "in Form".
 
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