Bohrer ins Auge (Arbeitsunfall)

Daniboy

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Mir wurde unlängst von einem Arbeitsunfall mit tragischem Ausgang erzählt.

Jemand hat mit dem Akkubohrschrauber und einem normalen HSS-Metall-Spiralbohrer (ca. 6 mm Durchmesser) in Messing gebohrt. Dabei ist der Bohrer irgendwie doppelt gebrochen und das mittlere, schrapnellartige Stück ist in das ungeschützte Auge geflogen (in der Firma gilt natürlich Schutzbrillenpflicht).

Ergebnis: eine stark blutende Augenverletzung und wahrscheinlich der Verlust der Sehkraft.

Glaubt ihr, sowas könnte beim Bohren in Holz auch passieren?
 

Curby

ww-esche
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Warum nicht? Im Grunde belügen wir uns alle ständig selber, wenn wir die Gefahren klein reden. "Hier trage ich nie eine Schutzbrille", etc.
Normalerweise müsstest du bei jeder Maschine ständig eine Schutzbrille tragen. Bandsäge, Hobel, Akkuschrauber, Formatkreissäge, CNC Fräse, Oberfräse, ...
 

werists

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Bei 6mm hätte ich nicht mit sowas gerechnet, dünnere (3mm) sind mir auch in Holz schon mal gebrochen. Dabei eine astige Stelle getroffen.
Dass ein Bohrer in mehrere Teile brechen kann ist mir auch neu. Beim Bohren in Holz nutze ich auch keine Schutzbrille, bei Metall aber fast immer.
 

kberg10

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Das kann ich mir gut vorstellen, vielleicht nicht mit einem stinknormalen HSS-Bohrer aber Hss-Cobalt ist schon sehr spröd.
Wenn man mit solchen Materialien arbeitet ist mit Tücken zu rechnen. Auch mit ALU, ja schön weich, aber der Bohrer verhakt sich viel lieber.
 

carsten

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Hallo

hab vor Jahren einen 14 mm Holzbohrer in einen Langlochbohrmaschine eingespannt. Eingemessen. Beim Anschalten hat es einen "Schlag" gegeben. Maschine lief unruhig. Mir ist es gelungen die Maschine wider auszuschalten. 3 Kollegen waren schon da.
Bohrer war sauber mittig (übliches Westcott Bohrfutter, Maschine ohne technische Probleme) eingespannt. Bohrer war ca 10- 15 mm nach dem Futter um 90 ° abgeknickt und weiter 10-15 mm danach abgebrochen. Wir haben den abgebrochenen Teil nie gefunden. Wir konnten uns nicht erklären wie es zu dem "Unfall" gekommen ist. Zum Glück ist mir oder einem anderen Kollegen nix passiert. Probelauf ohne Bohrer ohne Probleme. Hab dann einen anderen Bohrer eingebaut. 5 mal kontrolliert und auch noch mal einen Kollegen hinzugezogen. Beim erneuten Anschalten gefühlt tiefste Gangart und wäre eine knitterfreie Kopfbedeckung greifbar gewesen, hätte ich die vermutlich getragen.
Eine Pflicht zum Tragen von Schutzbrille bei Holzbearbeitungsmaschinen kenne ich nicht. Es wird in den Unterlagen der BGHM immer nur auf den Gehörschutz verwiesen. Auf den Bildern haben die Anwender jedoch häufig eine Schutzbrille auf https://www.bghm.de/fileadmin/user_upload/Arbeitsschuetzer/Gesetze_Vorschriften/Regeln/109-606.pdf
Beim Schneiden von ALU an der Formatkreissäge insbesondere bei längeren Schnitten hab ich gern ein Visier genutzt da es auch das Gesicht schützt und ab und an schon mal Späne geflogen sind.

Mir sind ansonsten in über 30 Jahre zahlreiche Bohrer und auch Fräser diese in Oberfräse und CNC abgebrochen. Jedoch nie ist einer wirklich geflogen. Entweder steckten die noch im Material oder lagen daneben.
 

Pareto

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Das ist bitter.

Sowas habe ich noch nie gehört, halte es aber (offensichtlich) für möglich.
Sehr, sehr unwahrscheinlich und dann doch passiert...
Das sind diese Dinge, die man schrecklich findet und dann weitermacht wie bisher - ich jedenfalls.

Man tut so viele Dinge, die übel ausgehen können - manchmal fahre ich ohne Helm Fahrrad, obwohl ich sogar schon einen Unfall hatte.

Es tut mir leid für den Betroffenen, aber ich werde dennoch weiterhin ohne Schutzbrille bohren.

Nachtrag, du hattest ja eine Frage gestellt... :emoji_stuck_out_tongue_winking_eye:
Ja, kann auch in Holz passieren, ist aber noch unwahrscheinlicher als in Metall.
 

Lorenzo

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Das sind diese Dinge, die man schrecklich findet und dann weitermacht wie bisher - ich jedenfalls.
Geht mir genauso. Und ganz ehrlich, ich halt das auch für vernünftig. Bei Millarden von Menschen gibts kaum was, das noch nie passiert ist. Und es is einfach n Frage der Wahrscheinlichkeit. Ich spiel kein Lotto, und ich fang nicht an den ganzen Tag ne Schutzbrille zu tragen. Und bei der würde es ja nicht aufhören...

Klar, ganz großer Mist für den Betroffenen, aber, und überhaupt nicht fies gemeint: einfach richtig richtig Pech gehabt.
 

Pareto

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auch beim Bohren in Metall?
In der Regel, ja.
Nicht immer, aber meistens.

Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass ich Brillenträger bin - keine Ahnung, was das bringt, ziehe sie oft genug auch ab.

Funfact:
Ich hatte zwei mal in meinem Leben einen Splitter im Auge, mit dem ich zum Arzt musste - beide Male trug ich eine Schutzbrille:
Einmal ist mir der Splitter vermutlich nach dem Abnehmen der Brille aus den Haaren ins Auge gefallen und ich habe ihn dann mglw. eingerieben.
Das andere Mal kann ich nicht sagen; der Splitter war im Auge trotz Schutzbrille.
Das erste Mal war beim Meisseln, das zweite Mal mit der Stichsäge

Ich will damit keinesfalls sagen, dass Schutzbrillen nutzlos sind, im Gegenteil!
Aber ich bin da bei @Lorenzo
 

ClintNorthwood

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Mir ist beim Längsschnitt in einem Brett mal ein halbes Aststück, das ich mittig durchgesägt habe, gegen die Stirn geflogen. Und zwar so stark, als wenn man mir mit einer Krampe gegen die Stirn geschossen hätte.
In meiner Kinderzeit war es kurz Mode, dass gefühlt jeder Junge mit Krampen und Zwillw in der Tasche sein Unwesen trieb. Ging bei mir bis zur Hausdurchsuchung durch die VP.
Deshalb weiß ich wie sich so ein Ding anfühlt wenn die Stirn getroffen wird.

Das Aststück stand dem in nichts nach. Kleiner Schmiss in der Stirn.
Seit dem Tag vor Jahren denke ich bei jedem Längsschnitt daran.
Ehrlich gesagt ohne Schutzbrille.
Und ich schaue mir seitdem jedes Mal an, ob die Säge ein Aststück trifft.

Da geht Bequemlichkeit mit Ignoranz der Gefahren Hand in Hand. Kein Schimmer wieso ich in dem Fall so dämlich unvorsichtig bin. Zumindest hängt die Schutzbrille immer in Reichweite.
Vor 10 Jahren versprach ich einer Augenärztin, dass ich nie wieder ohne Schutzbrille arbeite bei Arbeiten die eine verlangen...

Leute wie ich sollten vielleicht mal ein Auge verlieren. Das würde bestimmt DEN Motivationsschub bringen, selbst beim Pommes essen eine Schutzbrille zu tragen...
 

Daniboy

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Ähh.... eine "Krampe" ist in AT eine Spitzhacke, was ist das bitte bei euch???
 

Martin45

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Mir ist beim Längsschnitt in einem Brett mal ein halbes Aststück, das ich mittig durchgesägt habe, gegen die Stirn geflogen.
Hatte ich mal in jungen Jahren. Obwohl ich seitlich stand und eigentlich damit außerhalb der direkten Fluglinie. Aber es landete jedenfalls im Auge oder halb im Auge, das kann man hinterher ja gar nicht mehr sicher sagen. War jedenfall nicht so witzig. Direkt zum Augenarzt.
Zum Glück war nix dramatisches. Irgendwie nen Krater, der wieder zugewachsen ist. Glück gehabt.
Das zweite Mal mit der Flex trotz Schutzbrille. Auch gut gegangen.
So ist das. Ein Restrisiko bleibt bei allem im Leben.
 

Daniboy

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Ein U-Förmiger Nagel um Maschendrahtzaun anzunageln.
Danke, die heißen bei uns "U-Hakerln". :emoji_slight_smile:

Ich glaube man sollte nicht selbst ein Auge verlieren müssen um was zu lernen.
Bestimmte "Beinahe-Unfälle" sind hingegen quasi "super". :emoji_grin:

Ich hatte zB unlängst mit einem Dremel mit einer Bürste gearbeitet bei der sich Drähte gelöst haben,
sowas ist eine klassische Sache für Brillen, finde ich.:emoji_nerd:
 

willyy

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in Messing gebohrt.
bist Du sicher, dass ihm der Bohrer ins Auge geflogen ist? Messing spritzt teilweise richtig beim bohren, könnte eher glauben, dass es ein Messing Span war.
Bei Metall bohren trage ich mittlerweile (nach so einem besagten "super Beinahe" Unfall) tatsächlich immer eine Schutzbrille.
Der war echt lehrreich und für mich so viel, dass ich mir es jetzt angewöhnt habe.

sowas könnte beim Bohren in Holz auch passieren?
wenn man drückt wie ein Ochse schon, hab in meinem Leben bisher vielleicht 4-5 Bohrer abgebrochen alle bis 3 mm und alle in Metall.
Aber echte Handwerker, bei denen Zeit eine Rolle spielt, passiert das evtl. öfter, bzw. da wird das automatisch öfter passieren.
 

andama

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Klar passieren kann viel bei unsachgemäßen Umgang, Da nicht beschrieben ist wie es vor sich ging, lässt sich viel interpretieren.
Gefährlich wird es bei Messingblech und wenn der Bohrer zu viel Schnitt hat und beim durchbohren zu viel Druck auf die Schneiden bekommt, dann hakt es und kann brechen.
 

Alceste

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Und ja, bei mir ist Brille zu tragen beim arbeiten definitiv Pflicht.

seh ich genauso. Ich hab mir mal einen Metallspan mit nem magnetischen Schraubenzieher aus dem Auge fischen müssen. Holzspäne hatte ich auch schonmal drin, dämlicherweise ist mir das beim freiblasen meines Starrets passiert. Das waren Schmerzen, da hab ich keine Lust mehr drauf. Ich hab seit neuestem in jeder Werkstatt Kästen mit Schutzbrillen aufgehängt. Die Schutzbrillen sind solche "Taucherbrillen" mit Dichtgummi von Uvex. Achso Augenspülung befindet sich auch in jeder Werkstatt.
 

wasmachen

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HinternDiwan
Ähh.... eine "Krampe" ist in AT eine Spitzhacke, was ist das bitte bei euch???

N Krampn/Krampen...
Denke eher, er meint n Stück Papier , mehrfach gefaltet , zuletzt u-förmig, und n entsprechendes Gummibandl.... keine Ahnung, ob die 'Ostjungs' wirklich Krampennägel (mwn die korrekte Bezeichnung) verschossen haben...

Bissl ähnlich dem 'Kittrörl', wobei da ja Fensterkitt im Spiel war... als härtere Variante des 'Spuckröhrls'...
 
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happyc

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Einen a.d. Waffel
starker Druck, dabei den Bohrer abgebrochen, das erfolgt ja oft schräg, entlang der Steigung, der abgebrochene Bohrer trifft (schräg) wieder aufs Werkstück, bricht erneut, und das abgebrochene Stück fliegt durch die Werkstatt - schon öfter gesehen, und bei kleineren Bohrern auch schon erlebt..
 

magmog

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am hessischen Main & Köln
.....wer einen Glasstab mit zwei Händen bricht, erhält außer den zwei Stücken in den Händen
häufig ein drittes, dass unkontrolliert mit hoher Geschwindigkeit durch die Gegend fliegt,
bis es einschlägt. Im Auge ist richtig aua und blöd.
 

weissbuche

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Drahtschlaufen ist meiner Meinung nach die korrekte Bezeichnung für die Krampen, war bei uns auch beliebte Zwillenmunition.
Mein Großvater hat als Lehrling ein Auge verloren, deshalb ist diese Problematik in der Familie sehr präsent,trotzdem geht es mir oft wie Lorenz. Ironischerweise hat ihm diese Verletzung wahrscheinlich das Leben gerettet, er brauchte kein Soldat werden und war einer der wenigen Angehörigen seines Jahrgangs, die diese Zeit überlebt haben. Die abgebrochenen Bohrer in meinem Leben, sind eigentlich immer im Material und/oder im Bohrfutter stecken geblieben. Als Brillenträger habe ich das Problem, eine Schutzbrille zu finden, die über die normale Brille passt, bin jetzt aber wohl fündig geworden und werde bei Metallarbeiten nun wohl besser geschützt sein. Werde wohl so die überschaubare Restlaufzeit überstehen.
 

derdad

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N Krampn/Krampen...
Denke eher, er meint n Stück Papier , mehrfach gefaltet , zuletzt u-förmig, und n entsprechendes Gummibandl.... keine Ahnung, ob die 'Ostjungs' wirklich Krampennägel (mwn die korrekte Bezeichnung) verschossen haben...

Bissl ähnlich dem 'Kittrörl', wobei da ja Fensterkitt im Spiel war... als härtere Variante des 'Spuckröhrls'...
Papier U-Hakerl war bei uns (AT) die "Softi Variante". "Echte" Buben nahmen die U-Hakerl aus Papas Werkstatt. Jene zum Maschendraht befestigen. Oder einfachvselbst gebogen.
LG Gerhard
 
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