Beistelltisch Baumstamm

Stanislavski

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servus,
wie denkt ihr verhindert man das Aufreißen eines Stammes, ca 30 im durchmesser und 60 hoch, wenn man ihn als beistelltisch verwenden will?
solche teile werden ja vermehrt im netz schon angeboten, ich frag mich allerdings, wie der arbeitsprozess unterbunden werden will.
gruß
 

PurplePony

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Wenig Temperatur und Luftfeuchtewechsel.
Ggf. von unten tief mit der Kettensäge einschlitzen um Fasern zu trennen.
Am Ende macht er doch was er will.
 

Clemens J.

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Hallo,

Eine Art Metallring drum machen? So nach Manier der Rohrschelle in fett.
das ist jetzt nicht dein Ernst, das bringt gar nichts. Da sich der Stamm ja nicht ausdehnt und deshalb reist, sondern da das Holz sich zusammenziehen wiell und zwar in Richtung der Jahrringe doppelt so stark wie im Durchmesser. Darum ist der Tipp, von unten Kreuzweise einstechen mit der Kettensäge, und dann ganz langsam trocknen lassen nicht der schlechteste.
Den Baumstamm als ganzes langsam trocknen lassen und dann erst ablängen kann auch funktionieren.

Gruß Clemens
 

Puitl

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Wir haben unseren letzten Nussbaum so wie in den Büchern von Erwin-Thoma beschrieben gefällt:
Im Winter zur richtigen Mondphase geschnitten und mit dem Wipfel bergab liegen lassen.
Der Stamm liegt seitdem weil ich noch keine Zeit hatte ihn zu schneiden.
Er treibt zurzeit mit frischen Trieben vollgas aus, derweil noch kein einziger Riss oben und unten.
 

Clemens J.

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Hallo,

Aber auch nicht der beste, weil das Holz ab diesen Sollrissstellen weiter in den übrigen Stamm einreissen wird.
würde ich jetzt so nicht unbedingt stehen lassen. Ein Stammstück reisst, weil das Holz sich zusammenzieht. Dies tut er tangential (in Richtung der Jahresringe doppelt so stark wie radial (Durchmesser).
Wenn ich einen Stamm aushöhle und ihn Trocknen lasse, wird er eher aussen ein ganz wenig reißen aber nicht komplett durch, da er sich aufgrund des fehlenden Kernes zusammenziehen kann. Der Durchmesser sowie der Umfang wird erheblich weniger.
Gehen wir mal von einer Holzfeucht von 15 % aus. Der Schwundprozess beginnt wie Ingo schon anmerkte bei Erreichen des Fasersättignungspunktes, dieser liegt etwa bei 30 % Holzfeuchte. Damit sind 50% des maximalen Schwundes erreicht.
Dies bedeutet etwa 5% tangential und 2,5% radial.
Bei einem fällfrischen Stammstück mit 32 cm Durchmesser haben wir einen Umfang von 100 cm (32 x pi (3,141)=100).
Bei 15% Holzfeute haben wir dann etwa 5% Schwund, der Umfang möchte sich um 5 cm verringern auf 95 cm,
Beim Durchmesser haben wir aber nur einen Schwund von 2,5 % dies entspricht bei 32 cm gerade mal 0,8 cm.
Bei Errechnung des Umfanges des theoretischen trockenen Durchmessers ergibt sich ein Umfang von 98 cm
So jetzt messt mal die Summe der Risse eines solchen stammes zusammen und ihr werdet racht nache an die Differenz von den 3 cm (98-95 cm) kommen. Das ist alles sehr theoretisch, aber es kommt meinen Erfahrungen und Versuchen in der Richtung recht nahe.
Wenn der Stamm innen ausgesochen ist, kann er sich entsprechend zusammenziehen, der Durchmesser wird dann erheblich kleiner und das Holz wird nicht so stark aufreissen.
Um eine Baumscheibe rissfrei zu trocken gehen ja manche hin und bohren im Zentrum ein Loch, damit sich das Holz besser im Durchmesser zusammenziehen, eigentlich zusammendrücken, kann. Das Loch wird nachher mit einem Holzstück aus dem Kern einer zweiten Baumscheid des selben Stammes ausgeflickt. Wenn das gut gemacht ist, sieht man das nicht auf den ersten Blick.

Gruß Clemens
 

Túrin

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Eine Möglichkeit: bei Fichte oder Kiefer den Sägeschnitt wenig oberhalb eines Astquirls führen. Nach unten würde der Stamm reißen, nach oben durch die Äste zusammen gehalten. Das könnte klappen und ergibt nach entsprechender Bearbeitung eine schöne Tischfläche.
 

Clemens J.

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Hallo Friedrich,

WENN er denn komplett rausgeschnitten ist. Und dann hätte man oben ja ein Loch.
du hast recht, dieses Beispiel war ja als Verdeutlichung des Schwundverhalten von Rundholz gedacht. Wenn ich einen Tisch will, wo eine Hirnholzseite bestehen bleiben soll, wird es spannend. Da wäre noch der Versuch mit dem Astkranz kurz unterhalb der Stirnfläch, da hier dann komplett neue Schwundverhältnisse herschen. Aber das wichtigste wird dann noch immer sein, ganz langsam trocknen lassen,
Keine Sonne, keine Zugluft.

Gruß Clemens
 
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