Antiken Schrank aufarbeiten

Andi_Schmitt

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Hallo,

ich habe (wieder einmal) einen antiken Schrank gekauft, den ich aufarbeiten möchten. Er ist komplett Furniert und deshalb dachte ich, dass ich die Fronten nur vorsichtig mit deiner Stahlwolle reinige und dann Schellack auftragen. Bei den Seiten bin ich mir aber nicht sicher, da ich diese farblich gerne angleichen würde. Wäre da eine Alkoholbeize im entsprechenden Farbton sinnvoll? Würde mich über jegliche Tipps sehr freuen.

Viele Grüße in die Runde und frohes Schaffen!!!
 

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Renuwell .... ????
Soll keine Werbung sein, auf gar keinen Fall.
Habe damit schon manchesmal positive Überraschungen erlebt.
Gruß, Anton
 

Andi_Schmitt

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Nur für die Seiten oder den gesamten Korpus? Ich habe Renuwell mal bei einem anderen Schrank ausprobiert und festgestellt, dass dadurch die Farbunterschiede nicht ausgeglichen werden konnten.
 

dascello

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Renuwell - das Lieblingsmittel des seligen Ottmar........:emoji_cry:
Warum willst du Farbunterschiede ausgleichen?
120 Jahre hat es gedauert, diesen Charme zu entwickeln. Nussbaum bleicht aus, das ist so. Wurzelfurnier halt weniger, auch das ist so. Das wahrscheinlich wolkige Endergebnis nach "Farbangleichung" mag ich mir nicht vorstellen.
Die vorhandene Oberfläche instandzusetzen wäre mein Ziel.
Ottmar war ein guter, aber sein Renuwell ist etwas in die Diskussion geraten. Probiere es aber mal an verdeckter Stelle aus. Könnte immer noch funktionieren.

Meint


Michael
 

Woodworker

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Ich sehe das genau so wie Michael.
100%tig denselben Farbton wird man sowieso nicht hin bekommen, und bei einem so alten Möbel sollte man das alleine schon aufgrund der Historie akzeptieren können.
Ich habe solche Möbel, wenn ich mit Renuwell daran gegangen bin, auch nicht nur einmal sonder u. U. auch drei bis vier mal bearbeitet um ein gutes Ergebniss zu erzielen.

Michael .... habe immer gerne die Beiträge von Ottmar gelesen, verstehe ich es richtig das er nicht mehr unter den Lebenden weilt? Das wäre traurig.
Wenn dem so ist habe ich es nicht mitbekommen. Bin da wohl zu selten hier und zu unaktiv.
Warum, wenn ich Dich fragen darf, ist Renuwell etwas in die Diskussion geraten?

Gruß, Anton
 

welaloba

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Hallo Andi, Alkoholbeize solltest du auf jeden Fall vermeiden. Renuwell ebenso. Das Zeug ist nach meiner Auffassung als Reiniger für dicht lackierte Möbel zu gebrauchen, sonst nix.
Deine Fotos geben nicht her, wie die weißen Flecke auf der Seitenfläche entstanden sind. Ist das Putz oder Wandfarbe? Ich würde hier zunächst mit Lappen und lauwarmem Kernseifenwasser rangehen und sehen, ob sich die Flecke abwaschen lassen. Sofort wieder trockenreiben! Und bitte berichten.
Die Front wäre nach Reinigung mit Seifenwasser, wie oben beschrieben, idealerweise mit Schellackmattierung aufzupolieren. Besser wirds, wenn man die Füllungen aus den Türen nimmt.
Gruß Werner
 

dascello

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@anton: Mit Ottmar Umhofer hatte ich zuletzt ca. 2011 Email-Kontakt. Danach leider nicht mehr und auch hier war er raus. Einer seiner letzten Posts war, dass ihm vieles hier auf den Keks ging (1000 x "Welche Bandsäge solol ich kaufen?" usw.). Ich versuchte letztes Jahr seinen Sohn Alfred zu erreichen (Ottmar nutzte dessen Emilaccount), aber nix kam zurück.
Vielleicht liegt er ja am Strand am Pazifik, raucht einen Joint und lacht sich ins Fäustchen......

Ömm.......eher nicht!

Gruß

Michael

P.S.: Wenn Werner von Renuwell abrät, dann ist das Gesetz. Vergesst bitte meinen Rat!
 

Andi_Schmitt

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Hallo, erst einmal viel Dank für die Antworten. Die Farbkleckse an den Seiten ließen sich mit Seifenwasser nicht vollständig entfernen. Ich habe nun mit 240er Schleifpapier eine Seite gereinigt. Das Ergebnis in Bild. Kann ich auf diese Oberfläche bereits Schellack auftragen?

Viele Grüße in die Runde!
 

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derdad

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Ich hatte irgendwann 2013, so glaub ich, das letzte mal mit Ottmar kontakt. Hab da ein paar Auskünfte über historische, kalifornische Interieurfotos gebraucht. Haben noch ein paar mal gemailt. Leider wurde der Kontakt weniger und jetzt hab ich auch lange nichts mehr gehört. Ich nehme auch an, dass er von uns gegangen ist.
Ja, er hat mir auch geschrieben, dass ihn die Diskussionen hier auf den Nerv gegangen sind und er sich ausgeklinkt hat. (So wie auch ich eine Zeit lang). Es gab nur mehr 2 extreme: die Bruchteilevonmillimeterextremtechnikfreaks, und die Früherwarallesbesserundvonhandsowiesofreaks. Die Handwerker und Bastler mit Hirn, Sach-und Holzverstand wurden immer weniger.
Das war unsere beider Meinung.
 

Friederich

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Kann ich auf diese Oberfläche bereits Schellack auftragen?
Es kann direkt auf das Holz schelllackpoliert werden. 240er sollte fein genug geschliffen sein.
Evtl. noch wässern und dann nochmal ganz leicht mit feinem Papier darüberfahren.
Irgendwelche "Farbangleichungen" würde ich auch ganz bleiben lassen. An neuem Standort entsteht sowieso neue Lichtpatina mit neuen Ungleichmäßgkeiten.
 

Andi_Schmitt

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Hallo, noch einmal herzlichen Dank für die Antworten. Ich werde dann Schellack auftragen. Zunächst eine Grundierung und dann das Finish. Hier noch ein Bild des unteren Teils der Front, die in keinem guten Zustand ist. Ich würde auch hier mit dem feinen Schleifpapier rangehen und dann mit Schellack polieren. Oder würdet ihr etwas anderes machen?
Viele Grüße in die Runde!
 

welaloba

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Hallo Andi, Ich darf mal nachfragen, was du unter Grundierung verstehst...
das versprochene Bild fehlt ???
Zur Seitenfläche: Flott mit einem Ballen drüber mit hauptsächlich Alkohol drin, dann wirst du sehen, ob die Fläche gut wird.
 

Friederich

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Na ob das was wird mit der Schelllackpolitur?
So ganz einfach ist das nicht. Bis man es erstmal drauf hat.
Einfachere Option wäre Wachs.
 

Andi_Schmitt

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Nochmal vielen Dank für die Antworten. Ich wollte eine fertige Schellack-Politur kaufen. Habe das schon einmal gemacht mit einem akzeptablen Ergebnis.

Kann mir im Übrigen evtl. Jemand sagen, aus welchem Holz das Furnier ist?

Ein schönes Wochenende an alle!
 

welaloba

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Danke für das Bild der Türfüllung. Wenn ich das zu tun hätte, würde ich allen Lack abwaschen mit Ethylalkohol - sofern welcher zu bekommen ist angesichts der vielen jetzt hergestellten Desinfektionsmittel...
dann neue Oberfläche aufbauen.
Das Furnier / Holz ist Nussbaum.
 

Andi_Schmitt

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Hallo, vielen Dank für die Antworten. In einem Video hatte ich mal die Empfehlung aufgenommen, die Oberfläche vor dem Polieren mit Schellack mit Nussbaumkörnerbeize vorzubehandeln. Was haltet ihr davon?
Wünsche eine erfolgreiche Woche!
 

welaloba

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Soweit ich weiß, können sich Schellack und Körnerbeize nicht vertragen, da die Körnerbeize nur in heißem Wasser löslich ist. Wenn Körnerbeize, dann vor dem Schellack, und dann in starker Verdünnung, so kann man sich langsam ranarbeiten. Ich rate zu großer Vorsicht.
Ich probiere das nachher aber mal aus. Jetzt ist Mittag.
Gruß Werner
 

derdad

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In einem Video hatte ich mal die Empfehlung aufgenommen, die Oberfläche vor dem Polieren mit Schellack mit Nussbaumkörnerbeize vorzubehandeln.
Satzzeichen (oder weglassen) können einen Satz ganz schön verändern.
Ich bin sicher Andi meinte: .......................die Oberfläche vor dem Polieren mit Schellack, mit Nussbaumkörnerbeize vorzubehandeln. Also normal Körnerbeize. Trocknen lassen. Und dann Schellack. Das passt so.
Und Werner meinte sicher die Körnerbeize mit Schellack zu mischen. Das dürfte, wie Werner erwähnte, ein Problem sein.

LG Gerhard
 

Andi_Schmitt

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Hallo, ja, ich meinte es tatsächlich so wie Gerhard dargestellt hat. Zwei verschiedene Arbeitsschritte, erst Körnerbeize und dann Schellack. Vielen Dank für die Antwort.
LG
 

Friederich

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mit Nussbaumkörnerbeize vorzubehandeln.
Würde ich in aller Regel nicht machen.
Müsste ganz gründlich austrocknen, und naturbelassenes Holz/naturbelassene Patina sind grundsätzlich am allerschönsten.

Alle "Farbanpasungen" können auch leicht danebengehen.

Warum auch sollte man Nussbaum auf Nussbaum beizen??
 

dascello

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Warum auch sollte man Nussbaum auf Nussbaum beizen??
Das stimmt, aber wir wissen auch, dass vor allem deutsches Nussbaumfurnier schon mächtig ausbleicht..
Trotzdem bin ich bei Dir. Natur ist natur und die Beizerei kann in die Hose gehen.
Aber der Themenersteller hat sich das Beizen ja von vorn herein in den Kopf gesetzt. Da helfen keine Argumente, wie leider so oft.

Gruß


Michael
 
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