Anfangen mit Holzarbeiten :-)

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Sel, 13. Juni 2019 um 14:05 Uhr.

  1. Sel

    Sel ww-pappel

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    Hallo,

    mit meinen 53 Jahren möchte ich nun endlich anfangen mit Holz zu arbeiten. Habe einige Sachen vor. Aber erst mal bissel probieren...

    Was ich nicht machen möchte (und auch nicht kann) ist die Anschaffung von Maschinen. Also ich habe ja schon einen Akkuschrauber, eine (originale) Japansäge, Miniwerkbank, Schraubstock, Klemmen und diverse Werkzeuge. Für den Anfang reicht das dicke, zumal man damit ganz gut das Arbeiten erlernt.

    Habe mir erstmal solche Sachen wie Winkel, Mittenfinder, Streichmaß gebaut, außerdem kleine Holzgehäuse für meine Elektronikbasteleien. Wird gut und genau, Zeit spielt keine Rolle. Man muß nicht für jede Sache eine Maschine haben, so wie in vielen Videos zu sehen. So ganz der Laie bin ich also auch nicht mehr. :emoji_wink:

    Übrigens bekomme ich sowieso die Krise beim Guggen von bestimmt 90% aller Videos für Anleitungen. Da baut man irgendwelche wirklich einfachen Sachen, aber in der Werkstatt werden die Kreissäge, der Tellerschleifer, die Tischbohrmaschine, mindestens 3 Akkuschrauber und vielleicht die Oberfräse benutzt. Klar, erst mal vierstellige Beträge ausgeben, ehe man zu Bauen anfängt! Abartig! So erlernt man weder den Umgang mit einer Handsäge, einem Hobel, Stemmeisen oder gar Feile. Braucht man ja nicht! Niemals... :emoji_frowning2:

    Meine Handkreissäge liegt seit Jahren nur rum, das Ding taugt nicht zum Sägen. Eine Tischkreissäge wäre (und wenn sie nur ganz einfach ist) wesentlich besser. Selbstbau? Na klar!
    Es handelt sich um eine Billigsäge (Parkside, vielleicht 50 Euro), das weiß ich auch und was man damit alles (nicht) machen kann. Habe das Teil erst mal komplett demontiert, neue Lager rein, das Blechgerödel drumrum dem Wertstoffhandel übergeben. Was die Elektrik angeht, so habe ich berufliche Erfahrung, also sicherheitstechnische Aspekte bei Strom beherrsche ich. Der Tisch wird nun aus Multiplex gebaut, stabil wirds schon werden. Gibt ja genug Anleitungen im Netz, wobei man solche Anleitungen sehr kritisch bewerten muß.

    Wo ich scheitere, oder besser keine richtige Vorstellung habe, das ist die Höhenverstellung. Sie soll seitlich oder von oben mittels Handrad betätigt werden UND stabil sein. Ich verzichte auf die Schwenkbarkeit der Säge (brauche ich selten und die Säge ist dafür sowieso zu schlecht und zu klein). Mir reicht ein senkrechtes Sägeblatt. Habt ihr Tips für mich?

    LG Sel
     
  2. raziausdud

    raziausdud ww-robinie

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    Hallo Sel,

    Du willst also eine Handkreissäge zur Tischkreissäge machen. Ideen zur Höhenverstellung: um die Säge herum ein U bauen, da hinein einen Wagenheber oder mit Hilfe einer fixierten Mutter eine Gewindestange mit Kurbel/Verstellrad. Oder: ein langer schwenkbarer Hebel, hinten mit einem Gelenk fixiert, vorn mit Wagenheber oder Gewindestange verstellbar, idealerweise klemmbar an einer im entsprechenden Radius gebogenen Führung. Alle diese Mechanismen drücken "irgendwo" gegen die Säge und heben und senken sie so.

    Weitere/nähere Vorschläge sind eventuell besser mit einem Foto der Säge zu machen.

    Rainer
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juni 2019 um 14:50 Uhr
  3. Sel

    Sel ww-pappel

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    Radebeul
    Danke. Also mit Wippe kanns gehen, ich mache mir mal Gedanken. Bilder werde ich später noch einstellen, momentan liegen hier nur viele Einzelteile rum :emoji_slight_smile:

    Leider hat die HKS keinen Spaltkeil. Auch da werde ich was bauen müssen. Wird nicht ganz einfach, ist ja Stahl. Und der muß auch noch die richtige Dicke haben und ordentlich befestigt sein. Es tun sich immer wieder neue Baustellen auf...
    Viele selbstgebaute Sägen haben gar keinen Spaltkeil. Ich möchte jedoch nicht erleben, wenn ein abgesägtes Stückchen Holz vom Sägeblatt zum Flugobjekt umfunktioniert wird.

    LG Sel
     
  4. Bastelheiko

    Bastelheiko ww-esche

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    Vergiss mal erst einmal die Elektrowerkzeuge und beschäftige dich mit dem Schärfen von Stechbeiteln und Hobelmessern.
    Dann für ein paar Euronen ein paar alte billige Holzhobel gekauft und mal versuchen, wie genau man damit arbeiten kann.
    Ein paar Dachlatten besorgen und mal üben wie man eine perfekte Schlitz-Zapfenverbindung herstellt.
    Das bringt dermaßen viel Beschäftigung, dass dir dazu fast die Zeit fehlt.
    Vielleicht mal ein paar Stunden versuchen, ein Kantholz 120 x 120 mm mit der Gestellsäge genau rechtwinklig abzusägen.
    Über Elektrowerkzeug kannst du dann ja immer noch fachsimpeln.

    Und mal ehrlich. Was hast du denn gekonnt, wenn du nach 40 Stunden aus einer billigen HKS eine schlechtere Tischkreissäge gebaut hast wie sie in Baumärkten für 100 € zu haben ist?
    Allerdings würde bei mir heute mit dem was ich weiß erst einmal ein provisorischer Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.
    ganz oben auf der Liste stehen. Wenn ich mir nicht kürzlich der Kragen geplatz wäre mit diesem Gewackel bei den Holzarbeiten und ich nicht eine Hobelbank gekauft hätte.
    Doch am Anfang ist eine Vorderzange bei Holzarbeiten im Vergleich zu anderen Spannmöglichkeiten ein Quantensprung. Den kannst man bei Nichtgefallen ohne viel Wertverlust auch wieder verhökern.

    VG
     
  5. pillepalle123

    pillepalle123 ww-pappel

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    Mit einer selbstgebauten Tischkreissäge (aus einer Handkreissäge) kommst du nicht weit. Wenn schon dann mit Drehstrommotor und Sägewelle samt Flansch.....
    Übrigens ist Multiplex selten so perfekt plan, wie man sich es wünscht. Das muss meist noch mit Metallprofilen plangezogen werden. MDF ist, zumindest in dieser Hinsicht, klar besser. Evlt mit einem sehr dicken, widerstandsfähigen Lack zukleistern.

    Als Provisorium könnte man aus der Handkreissäge sowas nachbauen (Der Herr nutzt dazu auch keine ausgefallenen Werkzeuge):



    So habe ich es gemacht, das ist aber wesentlich mehr Fummelei und Einstellerei als im Video gezeigt, wenn man es perfekt einstellen will. Dann lieber ne günstige gebrauchte Kreissäge...

    Heikos Meinung teile ich nicht, man kann extrem viel selber bauen und Spaß haben ohne erstmal wochenlang händisch zu Hobeln/Sägen/etc. Und warum mit ner Gestellsäge rumhantieren, wenn man sie später sowieso kaum/garnicht benutzen will? Wenn ich sowas als Hobby mache, hätte ich dazu wenig Lust. Ich bin ja schließlich in keiner Ausbildung...

    Viele Hobby-Holzwerker kommen sogar ganz ohne Hobelbank aus (und bauen tolle Dinge)... Aber das sind natürlich alles Ahnungslose (oder halt nur "Bastler"), wenn man nach der Meinung mancher Teilnehmer hier geht....
    Für mich zählt das Ergebnis und der Spaß dabei...

    VG
    Chris
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juni 2019 um 23:50 Uhr
  6. Bastelheiko

    Bastelheiko ww-esche

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    Hallo Chris,

    wenn "Anfangen mit Holzarbeiten" am Anfang eher den Bau von Vorrichtungen und Hilfskonstruktionen bedeutet und mehr Freude bringt ist da ja ok.
    Ich muss jedoch immer daran denken, dass die Funktionalität von selbst gebauten Vorrichtungen oft ihre Grenzen hat. Und um diese auszuweiten braucht es immer mehr an selbstgebauten Erweiterungen. Oft mit Kompromissen an die Genauigkeit. Das Thema Sicherheit lasse ich mal außen vor.
    Doch wenn es nicht so auf Genauigkeit ankommt und der Weg zum Ergebnis dann das Ziel ist, steht weiteren Basteleien ja nichts mehr im Wege.

    VG
     
  7. wirklich_rainer_zufall

    wirklich_rainer_zufall ww-ulme

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    Also ich bin ja ein großer Freund vom Selbstbau aller möglicher Dinge. Aber dieses Rumgepfusche ist einfach nur gefährlicher Scheiss! Wenn ich das Video sehe wird mir schlecht. Da ist nichts stabil, kein Parallelanschlag, die Führung eine lavede Zaunslatte, kein Spaltkeil, keine Spanhaube, kein Not-Aus-Knopf. Das ist einfach nur SCHEISSE! Entschuldigt bitte meine derbe Wortwahl, aber man kann es nicht deutlich genug sagen. Das ist vorsätzliche Selbstverletzung! Und in die Kategorie fallen auch all die selbstgebauten Drehbänke mit offenen Riemen, Zapfenschlitzer mit offenem Sägeblatt und Langlochbohrmaschinen aus zusammengeklöppeltem Baumarktschrott. Auf Youtube darf jeder Depp die gefährlichsten Konstruktionen vorführen und sich wie ein Held fühlen - bis der Finger ab ist. Im Allgemeinen wird die Kraft von elektrisch betriebenen Maschinen total unterschätzt. Wer mal auf einem Fahradergometer 800W - 1000W geschafft hat für ein paar Sekunden weiß vielleicht wie die kleine Handkreissäge einzuordnen ist.

    Eine einfache Tischkreissäge kostet keine 300 EUR hat aber alle notwendigen Sicherheitsmerkmale um sich nicht selbst zu verletzen. Wer das nicht hat sollte vielleicht mit einer Japansäge oder Gestellsäge vorlieb nehmen.
     
  8. Gerd-CH

    Gerd-CH ww-ulme

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    Die PTS-10 gibt es für ca. 270 €. Ich hatte sie auch und richtig viel gelernt dabei und mit ihr. Sie hat alle die aufgezählten Sicherheitseinrichtungen und ist für den Anfang eine Art von Basisinvestition wenn man nicht mehr ausgeben kann oder will.
     
  9. pillepalle123

    pillepalle123 ww-pappel

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    Moin,
    ich gebe euch schon recht, handwerkliche Fähigkeiten sollte man erwerben. Es kommt immer der Zeitpunkt an dem man mit irgendwelchen Hilfskonstruktionen/"Jigs" (die übrigens oft genauer sind als händische Bearbeitung sind) etc nicht mehr weiterkommt und man wirklich mal selber Hand anlegen muss. Mir ging es nur darum, die Leute nicht gleich abzuschrecken. Einfache Projekte durchführen und daran wachsen indem man Neues ausprobiert.

    Das Video ist übrigens Teil einer Serie, die Säge bleibt nicht in dem Zustand. Aber mit Spaltkeilen und Spanhauben haben es die Amis/Kanadier nicht so, das stimmt.... Übrigens hat meine Scheppach Forsa 4 (BJ 2015) auch keinen Notaus-Knopf, scheinbar ist das immernoch keine Pflicht?! Sollte man aber wirklich haben...

    Über die PTS 10 habe ich schon viel Negatives gelesen. Bis sie in einem wirklich brauchbaren Zustand sei, müsse man viel verbessern. Aber vermutlich ist sie "sicherer" als einige Selbstbausägen....

    VG
    Chris
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Juni 2019 um 12:59 Uhr
  10. raziausdud

    raziausdud ww-robinie

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    Wie so oft: eine Frage, eine Antwort, der Rest: Grundsatzdiskussionen und Meinungen (zu Selbstbau, Handwerk oder Maschinen, Sicherheit, Videos, käuflichen Sägen). Da will ich auch gleich noch ein wenig zu beitragen:

    Bitte Meinungen nicht als Dogma formulieren.

    Und nur damit hier eine andere Meinung dazu steht, nein, eine Erfahrung: ich bin damit jahrelang recht weit gekommen und nutze dieses Konstrukt heute noch gelegentlich (draußen arbeiten, sehr lange Teile), obwohl ich seit Jahren eine "richtige" Tischkreissäge habe.

    Jetzt müssen wir nur noch diskutieren, was "weit" für den Einzelnen bedeutet. Das neue Mitglied hier wird sich freuen .... wie das hier läuft, weiß er ja jetzt.

    Rainer
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Juni 2019 um 15:22 Uhr
  11. pillepalle123

    pillepalle123 ww-pappel

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    Nagut, das mit dem "weit kommen" stimmt nicht ganz. Ich habs ja auch eine Weile genutzt, aber es hat halt Nachteile, wie bereits teilweise aufgeführt.... Aus heutiger Sicht würde ich halt einen Motor+Keilriemen+Sägewelle verwenden.

    Ich habe ja bereits ein Video (aus einer Reihe) gepostet, wenn man dort die genannten Kritikpunkte (Spaltkeil, Notaus, Spanhaube) nachrüstet, wüsste ich nicht, warum man die Höhenverstellung per Kurbel umsetzten sollte. Dieser einfach Hebelmechanismus tuts, solange man keine Gehrungsschnitte etc benötigt. Er ist genau, extrem schnell verstellbar und vergleichsweise einfach zu bauen.

    Einen Spaltkeil habe ich schonmal aus einem alten Sägeblatt gefertigt, ist kein Hexenwerk. Wenn deine Säge allerdings keine Befestigung vorgesehen hat wirds wohl ne Menge Fummelarbeit... Wenn dann noch eine Spanhaube drauf soll.... Dafür sind die Sägeblätter typischer HKS und damit der Spaltkeil meist zu dünn... Das biegt sich evtl...
     
  12. Bastelheiko

    Bastelheiko ww-esche

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    Also wenn "weit kommen" heißt, dass die Spezialklinik weit entfernt vom Wohnort ist...
    Nicht jede Klinik hat sich spezialisiert auf das Annähen von Körperteilen.
    Doch wer sich da ein bisschen schlau machen will.

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  13. Sire Toby

    Sire Toby ww-ahorn

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    Ort:
    Hessisch Lichtenau
    Nicht jede Klinik hat sich spezialisiert auf das Annähen von Körperteilen.

    Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.[/QUOTE]
    Erschwerend kommt hinzu, dass sich durch Kreissägen entfernte Finger echt bescheiden wieder replantieren lassen-und selbst wenn man es hinkriegt, werden es oft warme, weitgehend funktionslose und schmerzhafte „Bioprothesen“...
    Das Sägeblatt reißt das Gewebe ziemlich kaputt.
    (Grüße aus der Handchirurgie der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau, Tobi)
     
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