Anfängerprojekt Erfahrungen und Fragen

Dusi

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Liebe Forummitglieder,

ich bin absoluter Beginner und wundere mich immer ein wenig, was für tolle Projekte hier Leute wie ich wirklich anfangen... na ja, vielleicht habe ich weniger Talent als andere aber ich muss mein Geld nicht damit verdienen und habe Spass am Werkstoff Holz.

Ich dachte, dass ich gerade deswegen mal hier mein Anfängerprojekte vorstelle. Es hat die Besonderheit, dass es das erste Stück ist, was die Hürde der Gemahlin genommen hat und insofern als hübsch genug angesehen wurde, auch den Weg in die Wohnräume zu nehmen.

Trotzdem, es ist ein Stümperstück, muss ich zugeben. Ich fange mal an, was so alles schief gegangen ist, vielleicht kann der eine oder andere Anfänger ja davon profitieren:

1.) Holzauswahl
OK, ich gebe es zu, ich habe beim Baumarkt eingekauft. Ich war mir bewusst, dass das nicht billig ist, aber ich habe noch keine andere Holzquelle wo ich auch kurzfristig am Samstag mein Holz bekomme. Bei größeren Projekten muss man da bestimmt langfristiger planen und vielleicht hat hier ja jemand einen Tipp, wo man Holz zugeschnitten in Schwetzingen bekommt.
Na ja, zu Hause habe ich dann festgestellt, dass das Holz zwar ordentlich geschnitten war, aber die Teile waren krumm wie ein Kuhschwanz. Oder kann ich nicht erwarten, dass Plattenware plan ist? Ich schätze, dass es auf 50cm Länge bestimmt 2 oder 3 mm waren. Gut, also das nächste mal genau hinschauen, bevor man sich was aussucht.

2.) Bauplan
Den entgültigen Bauplan habe ich sozusagen erst im Baumarkt entwickelt, weil ich mir nicht vorher klar war, welches Material ich benutze, insbesondere die Materialstärken. Da muss man glaube ich Erfahrungen sammelen, damit man schon im Kopf die Materialstärken ermitteln kann, die einem Designtechnisch auch gefallen.

3.) Flachdübeln fräsen
Im Prinzip ging das ganz gut, aber man sollte sich vorher genau Gedanken machen, ob man z.B. zwei oder drei Dübel pro Seite setzen will. Auch sehr beliebt war bei mir das Fräsen auf der falschen Seite. Das Bambusmaterial, was ich eingesetzt habe, weisst zwei minimal unterschiedliche Seiten auf. Ich habe für außen eine der beiden Seiten mir ausgesucht, aber schwupps, warn die Nuten auf der falschen Seite gefräst. Auch bei den Regalböden habe ich oben und unten verwechselt.

4.) Schleifen
Ich habe noch keinen Exenterschleifer, also habe ich mit Hand geschliffen. Klappte ordentlich, die Oberfläche des Bambus ist aber schon so ganz in Ordnung.

5.) Verleimen
Das klappte mehr schlecht als recht. Größtes Problem waren die krummen Bretter. Schon beim probeweisen zusammenstecken klappte das nur mittelmäßig. Problem zwei waren, dass die Flachdübel sich nur sehr schwer in die Nuten schieben ließen. Woran mag das liegen? An den Dübeln oder an der Fräse? Dann stelle ich noch fest, ziemlcih spät, dass ich nicht genügend Einhandzwingen habe, wo ich mir dannn mit einem Spanngurt geholfen habe. Ich denke, das Basteln von Zulagen wäre eine gute Idee, dann das einlegen von Holzresten ist dämlich, die fallen nämlich immer runter.

Zum Schluss passte aber auch alles zusammen. Na ja, die Maße passten so einigermaßen, da bin ich aber noch nicht wirlich zufrieden. Ich denke aber mal, mit planen Brettern hätte die ganze sache noch besser gepasst.

6.) Nochmal Schleifen
Ich wollte den ein oder anderen Ungenaugigkeit durch Schleifen ausgleichen. Aber das klappt von Hand im Stirnholzbereich (gibt es überhaupt Stirnholz in Bambus, wo das doch ein Gras ist?) nicht gut. Ich hahbe beschlossen, dann mit den Ungenauigkeiten zu leben.

7.) Ölen
War kein Problem, allerdings muss man es mehrfach machen und ich war dann zu ungeduldig, aber das war nur an den Stellen, wo man es nicht wirklich sieht. ALso in Zukunft, das Ölen ist wichtig und man muss sich Zeit nehmen.

8.) Rückwand
Ach ja... die hatte ich fast vergessen, auch auf dem Plan. Nun hätte ich mir davor Gedanken machen sollen. Nun habe ich eine Sperholzplatte befestigt. Einfach draufgeschraubt, sieht man ja dort nicht. Aber ich denke ich Zukunft will ich das in einer Falz haben. Dazu brauche ich aber die Oberfräse.



Also Resümee. Man muss üben, üben üben, und ich brauche ein paar geeingete Geräte. Ganz oben steht ein Exenterschleifer und evtl. eine Oberfräse. Ich will nämlich in Zukunft mal deine Verbindung mit den Exzenterverbindungen probieren.

Danke an die Hilfe hier.
Dusi
 

Eddy

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Hallo Dusi,
ein zwei Bilder von deinem Projekt wären nicht schlecht

Gruß Eddy
 

Eddy

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Sieht doch gut aus für dein erstes Projekt.
Weiter so:emoji_wink:
 

Eurippon

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Denn Korpus hätte man aber auch auf Gehrung machen können...:emoji_grin: *duck und weg*

Nee, ist schon ok so.
 

WinfriedM

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Das Wichtigste bei solchen Projekten ist ja, dass man Lust darauf bekommt, das nächste Stück zu bauen. Und mit jedem neuen Projekt lernt man wieder dazu, was auch Freude macht.

Wünsch dir weiterhin gutes Gelingen.
 

checkalot

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Denn Korpus hätte man aber auch auf Gehrung machen können...:emoji_grin: *duck und weg*

Ja klar, Gehrung ist viel schöner - das birgt aber neues Frustpotenzial, das kann ich aus eigener Erfarung berichten. Damit so eine Gehrung sauber wird, ist ein gut bestückter Maschinenpark in der Hobbywerkstatt sehr hilfreich...

Ich hatte mal eine Mini-Vitrine gebaut, Maße ca. 1m x 80 cm x 8 cm. aus 19mm Tischlerplatte-Resten. Und die vier Bretter rundrum wollte ich natürlich auf Gehrung haben. Flachdübelfräse hatte ich immerhin, aber leider nur eine mäßig präzise Tischkreissäge. Es war mir nahezu unmöglich, mit dieser die Rahmenbretter exakt rechtwinklig mit ca. 45 Grad zu sägen. OK, vielleicht wars auch nur mein Bedienungsfehler, aber das Problem war, dass die TKS beim Neigen ihren Winkel zum Aschlag leicht änderte und mich damit beinahe zum Wahnsinn brachte. Am Ende passte die Vitrine dann zwar, dank sehr viel Spachtelmasse... wurde zum Glück deckend lackiert :emoji_grin: .
Das war aber ales sehr frustrierend. Jedenfalls war dieses Projekt das Schlüsselerlebnis, welches das Ende meiner Makita TKS besiegelte und mich schlussendlich zum Kauf einer Erika führte. Seither passen die Gehrungen meistens (bzw. es liegt jetzt nicht mehr an der Säge :emoji_grin: )

Ach ja - das Rückwandproblem kenne ich auch: ganz vergessen ist ungünstig, da hilft dann nur hintendranpacken, was nicht sooo elegant ist. Und wenn man den Falz am Korpus einplant, sollte man bedenken, dass die Fachböden dann auch um Rückwandstärke kürzer werden müssen.
 

Stick69

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Hi,

Stümperstücke sehen anders aus, und da Du offensichtlich bereit bist, aus gemachten Erfahrungen zu lernen, steht einer Karriere als "Woodie" nichts mehr im Wege , weiter so.


so long

Stick

P.S.: Bei einer Plattenbreite von 500mm darf man schon mal eine kleine Krümmung von 2 mm haben, welche man nach meiner Erfahrung auch relativ problemlos wegdrücken kann.
 

TomfromMuc

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@ Dusi

soweit man das auf dem Foto erkennen kann, sieht es doch ganz gut aus (Stümperstücke und kein Talent sehen eindeutig anders aus) und wenn es die Gemahlin akzeptiert, was willst Du mehr :emoji_slight_smile:

Als Hobbybastler kann ich Dir nur Recht geben: üben, üben, üben..... und: vorher lesen, lesen, lesen (auch wenn es viel Zeit kostet, mir hilft das sehr). Dieses Forum ist voll von guten und hilfreichen Tips, oft findest Du auch Links zu anderen guten Seiten. Meist sind es die Kleinigkeiten, nützliche kleine Helfer / Hilfsmittel, kleine Tips und Tricks, die wesentlich zum Gelingen beitragen und das Leben leichter machen. Schon beim Bau von "Werkstatthilfen" kann man viel Erfahrung sammeln, ohne das man teure Material ggf. mal versaut. Auch dazu kannst Du viel im Internet finden.

Deshalb: weiter machen und den Spaß nicht verderben lassen. Denn darum geht es ja letztlich.

Viel Erfolg bei den weiteren Projekten. LG Tom
 

lakarando

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Hui, seit 2006 registriert und jetzt mit dem ersten Projekt an die Öffentlichkeit ist mal eine anständige "sieh zu und lerne" Phase, Respekt.

1.) Holzauswahl
OK, ich gebe es zu, ich habe beim Baumarkt eingekauft. Ich war mir bewusst, dass das nicht billig ist, aber ich habe noch keine andere Holzquelle wo ich auch kurzfristig am Samstag mein Holz bekomme. Bei größeren Projekten muss man da bestimmt langfristiger planen und vielleicht hat hier ja jemand einen Tipp, wo man Holz zugeschnitten in Schwetzingen bekommt.
Na ja, zu Hause habe ich dann festgestellt, dass das Holz zwar ordentlich geschnitten war, aber die Teile waren krumm wie ein Kuhschwanz. Oder kann ich nicht erwarten, dass Plattenware plan ist? Ich schätze, dass es auf 50cm Länge bestimmt 2 oder 3 mm waren. Gut, also das nächste mal genau hinschauen, bevor man sich was aussucht.

Dein Baumarkt hat wenigstens Bambusplatten, ich kenne im ganzen Großraum Augsburg nicht einen wo ich sowas "mal eben schnell Samstags" kaufen könnte.

Da ich das nächste größere Projekt in Bmbus plane ( Frauchen will etwas Urlaubsflair ins Hauptbad ) , suche ich schon Internetshops ab, aber gerade bei solchen Dingen kaufe ich gern nach Haptik :emoji_slight_smile:

Meine Frau ist übrigens offensichtlich deutlich gnädiger mit meinen Machwerken :emoji_wink:

Ansonsten fällt mir noch eine schöne Analogie ein. Ich werde oft mit dem Vorwurf konfrontiert, reiten wäre kein Sport, weil ja das Pferde den ganzen Job macht. :emoji_wink: Wer es probiert hat, weiß es besser.
Und wer schonmal versucht hat, mit den oft eingeschränkten Möglichkeiten des Heimwerkers, einfach nur mal ein paar Bretter gleich lang und gleich rechtwinklig abzusägen, weiß deine Arbeit zu würdigen. Wie die Vorschreiber schon sagten, Stümperei ist woanders.
Mach weiter so, und vor allem, mach das mit der Oberfräse, das macht richtig Spass so ein Teil, und wenn es nur die erste selbst abgerundete Kante ist.

Gruß
Thoralf
 

pochy

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Hallo

erst mal erst mal ein "ist doch wirklich gut geworden" von meiner seite.
Bambus ist ein interessantes Gras bei der Verarbeitung,hab auch schon etwas damit rumgewerkelt.

OffTopic:

lakarando: war heute in Gersthofen im Bau.... und die haben Bambus-platten gehabt genau so in Königsbrunn.
 

koala

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Im "hohen Norden"
Hallo und Guten Morgen,
ich find´s auch gut gelungen! Ist dir vielleicht zufällig der Hersteller der Bambusplatten bekannt? Wie war die Qualität? Ich hatte mir mal Testmuster bestellt, die mir ein Hersteller auch bereitwillig zur Verfügung stellte, aber da hat mich die Qualität nicht so überzeugt...
Ansonsten: weiter so, man wächst mit seinen Aufgaben!
Gruß Manfred
 
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