Ablage hinter Couch - furnieren?

MK81

ww-buche
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Hallo,
ich habe hinter der Couch einen ca. 10 cm tiefen Vesatz in der Wand. Dort möchte ich eine Ablagemöglichkeit einpassen.
Im Prinzip soll das ganze wie ein U, das auf dem Kopft steht aussehen( H=70 cm, B=140 cm, T =11 cm), so dass man auch von der Seite nicht reinsieht.
Vorgesehen ist amerk. Nussbaum, passend zu den anderen Möbeln. Wollte das ursprünlich aus Nussbaum Leimholz machen, dies ist aber relativ schwer hier zu bekommen, und in der Länge recht teuer im Versand. Alternativ habe ich überlegt das mit Furnier zu machen. Dazu hätte ich ein paar Fragen:

1) Sollte man das Teil eher aus Spanplatte oder MDF bauen? (EDIT) Oder MPX?
2. Müssen die Kanten besonder bearbeitet werden, oder reicht ein glatter Schnitt
3) Ecken stumpf oder auf Gehrung verleimen
4) Zuerst die Kanten oder die Flächen furnieren
5) Welches Furnier würdet ihr empfehlen. Stärke, zum aufbügeln?
6) Solte man das Teil zuerst an der Wand einpassen und dann erst furnieren oder umgekehrt.
7) Händlerempfehlung (online)
:emoji_sunglasses: Gibt es eine gute Anleitung zum Vorgehen?

Vielen Dank schonmal.

Klaus
 
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netsupervisor

ww-robinie
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Bei einer Tiefe von 11cm würde ich mir zutrauen das Furnier aufzubügeln. Dazu kann man auch normalen Weißleim nehmen, es muss kein Furnierpressleim sein.
 

Mister G

ww-robinie
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Noch zu Deinen anderen Fragen:
1) Sollte man das Teil eher aus Spanplatte oder MDF bauen? (EDIT) Oder MPX?
MDF ist quatsch, Spanplatte ist gängig (sofern das "U" allerdings Schenkel von 11 cm auf der Schmalseite haben sollte, wäre die Konstruktion bei der geringen Breite und der großen Spannweite bruchgefährdet – eine bemaßte Skizze wäre zum Verständnis hilfreich), meine Wahl wäre Sperrholz (Multiplex). Das Deckfurnier muss aber rechtwinklig zum darunter liegenden Sperrfurnier aufgeleimt werden.

2. Müssen die Kanten besonder bearbeitet werden, oder reicht ein glatter Schnitt
Glatter Schnitt sollte üblicherweise reichen.

3) Ecken stumpf oder auf Gehrung verleimen
Geht beides, ist Geschmackssache. Auf Gehrung (mit Klebeband außen zusammengefügt und dann beim Verleimen zusammengeklappt) finde ich am einfachsten und wäre wohl meine Wahl.

4) Zuerst die Kanten oder die Flächen furnieren
Siehe verlinktes Video: Einleimer müssen vorher angebracht werden, Furnierkanten werden hinterher aufgeleimt.

5) Welches Furnier würdet ihr empfehlen. Stärke, zum aufbügeln?
Übliche Furnierdicke sollte ausreichen, für stärker gebrochene Kanten sind Starkschnitt-Furnierkanten sinnvoll, sonst schleifst Du die Kanten ruck zuck auf die Trägerplatte durch.

6) Solte man das Teil zuerst an der Wand einpassen und dann erst furnieren oder umgekehrt.
Du willst Dir ja nicht die Kantenanleimer beim einpassen wieder runterhobeln: erst einpassen (aber nicht zu stramm) und dann furnieren.

7) Händlerempfehlung (online)
Da muss ich passen.
 

MK81

ww-buche
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Hallo,
hier eine Zeichnung wie das Teil aussehen könnte. Der rechte Fuß ist wegen der Fussleiste versetzt.

1604413965631.jpeg
 

MK81

ww-buche
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MDF ist quatsch, Spanplatte ist gängig (sofern das "U" allerdings Schenkel von 11 cm auf der Schmalseite haben sollte, wäre die Konstruktion bei der geringen Breite und der großen Spannweite bruchgefährdet – eine bemaßte Skizze wäre zum Verständnis hilfreich), meine Wahl wäre Sperrholz (Multiplex). Das Deckfurnier muss aber rechtwinklig zum darunter liegenden Sperrfurnier aufgeleimt werden.
Ja stimmt, auf der Zeichnung sieht das auch sehr filigran aus. Multiplex scheint mir da eine gute Lösung zu sein. Danke für den Tipp mit dem Sperrfurnier. Muss ich auch die Rückseite (rechtwinklig) furnieren?

Siehe verlinktes Video: Einleimer müssen vorher angebracht werden, Furnierkanten werden hinterher aufgeleimt.
Wenn ich das richtig sehe, dann kann man für die Furnierkanten das normale Furnier nehmen und braucht keine speziellen Anleimer? Jedenfalls solange die Kante nicht belastet wird.

Du willst Dir ja nicht die Kantenanleimer beim einpassen wieder runterhobeln: erst einpassen (aber nicht zu stramm) und dann furnieren.
Ich wollte die Seite die zur Wand zeigt "nackt" lassen. Da die Wand etwas uneben ist hätte ich bedenken, dass das Furnier da nicht richtig hält.
 

MK81

ww-buche
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evtl. hat dieser Forumskollege genügend Reste:
Gute Idee, hab mal angefragt. Wann ein anderes Forenmitglied was hätte wäre natürlich auch super. Bräuchte grob folgende Maße:

1 x 140 cm x 11 cm
2 x 70 cm x 11 cm
1 x 140 cm x 10-30 cm
 
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Mister G

ww-robinie
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Muss ich auch die Rückseite (rechtwinklig) furnieren?
Vorder- und Rückseite immer in gleicher Richtung furnieren. So gleichen sich die Spannungen innerhalb der Platte aus und das Werkstück bleibt eben.

Wenn ich das richtig sehe, dann kann man für die Furnierkanten das normale Furnier nehmen und braucht keine speziellen Anleimer? Jedenfalls solange die Kante nicht belastet wird.
Wenn Du die Kanten nicht stark brechen oder gar runden möchtest, reichen auch dünne Furnierkanten.

Ich wollte die Seite die zur Wand zeigt "nackt" lassen. Da die Wand etwas uneben ist hätte ich bedenken, dass das Furnier da nicht richtig hält.
Das sollte kein Problem sein.
 

MK81

ww-buche
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Nachdem der Forumskollege @Caterman mir netterweise seine Holzreste überlassen hat (vielen Dank nochmal!) bin ich jetzt fast fertig.
Es handelt sich um furnierte Tischlerplatte. Einleimer waren sogar schon passend dran. Die sichtbare Ecke wurde auf Gehrung verleimt, der Rest mit der Kreg-Taschenbohrlehre verschraubt.. Dann mit Renuvell Möbelöl geölt.

Nachdem die Ablage nun fertiggebaut und geölt ist zögere ich sie zu montieren. Gibt es auf längere Zeit eventuell Schaden an der Tapete (Flecken durch das Möbelöl, Druckstellen)? Sollte man die Seite zur Wand mit einem sehr dünnen Dichtband o.ä. versehen? Wie macht ihr sowas?

Klaus
 

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