Ab wann gibt es die Spanplatte

Robo

ww-pappel
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:confused:

Hallo,
kann mir jemand sagen ab wann es die Spanplatte gibt ??
 

holgis handbuch

ww-kastanie
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Hallo Robo,

Experimente wurden mit Platten aus Holzspänen schon im 19. Jahrhundert gemacht, also 18hundert ebbes. Im großen Stil wurden die Platten aber erst nach dem 2. Weltkrieg, also um 1940 herum produziert.

holgi
 

michael

cheffe
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Die ersten Versuche mit Spanplatten sind zumindest in der Theorie schon vor dem Jahre 1900 beschrieben worden, und dann gibt es einige Patentanmeldungen aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Die industrielle Fertigung begann erst in den 40er Jahren. In Bremen wurde die erste 10 t Spanplatten-Anlage der Welt in Betrieb genommen. Aber erst nach dem zweiten Weltkrieg begann der eigentliche Aufschwung, und das mit einer stürmisch verlaufenden Entwicklung.
Wieso ist die Spanplatte erst in jüngster Zeit auf den Plan getreten? Das hat vor
allen Dingen zwei Gründe. Zum einen ist es unserer heutigen Zeit vorbehalten geblieben, den sogenannten Massenkonsum zu erfinden, d. h. also Produktion aller möglichen Dinge am laufenden Band, und zum anderen ist die simpel aussehende Spanplatte in ihrer ganzen Produktion mit soviel Technik beladen, daß es schon einer gewaltigen Investition an Wissen und Maschinen bedarf, um eine Platte herzustellen, die einmal allen Anforderungen gerecht wird und zum anderen aber auch so rationell gefertigt werden kann, daß der Preis auf einem Niveau bleibt, das eine breit gestreute Verwendung gestattet.

aus Rolf Scheunig
"Holzwerkstoffe"
 

BJL

ww-ahorn
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Und wer hats erfunden?

Novopan.....

Mein Kolege hat die erste Versuchspresse noch entsorgt als er da gearbeitet hat.
Und jetzt gibts die Firma nicht mehr.
Fahre jeden Tag am Gelände vorbei....

Schönen Gruss aus der Schweiz

BJL
 

derdad

Moderator
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Guten Morgen BJL!

Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaub die Spanplatte wurde in Amerika entwickelt. Vielleicht hat Novopan in der Schweiz die ersten Platten hergestellt.
 

michael

cheffe
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Erfinder und Wegbereiter der Spanplatten waren Watson (1905),
Beckmann (1918), Pfohl (1936 ), Carson (1936) u.a. (Holzlexikon 2003, S.395).

Pfohl erhielt 1936 in der Schweiz ein Patent auf „eine Platte für
Möbel- und Bautischler und Verfahren zu ihrer Herstellung.
Fahrni entwickelte ein Verfahren zur Herstellung einer dreischichtigen
Spanplatte, die mit dem Namen Novopan (hergestellt im Werk Klingenau)
1946 auf den Markt kam.

Von den ersten deutschen Verfahren sind zu nennen:
Neoplax, Variante X, Behr, Himmelheber, Wirus, Kreibaum, Rottmann,
NHG, Triangel, Bähre und Connemann; letzterer entwickelte 1949/50
eine Spanplatte aus Flachsschäben. (Holzlexikon 2003, S.395)


1.1 Geschichtliche Entwicklung der Spanplattenfabriken

Nach Darstellungen von Maloney und Klauditz wurden
die ersten Spanplattenfabriken 1935 bei der
Firma Farley & Loetscher in Dubuque, IW USA und 1941
bei den Torfit-Werken G.A. Haseke in Bremen-Hemelingen
in Betrieb genommen. (Holzlexikon 2003, S.395)
1942 nahmen die Westdeutschen Sperrholzwerke AG in
Wiedenbrück und 1943 die SchütteLanz AG in Mannheim-Rheinau
auf Grund verfahrenstechnischer Fortschritte ebenfalls die
Fabrikation von Spanplatten aus zerkleinerten splittrigen
Holzabfällen auf, wobei man Harnstoffharze als Bindemittel
verwendete und schon mit einer Mehretagenpresse gearbeitet hat.

1943 kam man in Deutschland bereits auf eine Produktion von 10000 t.
Erst ab 1948 setzte in der BR Deutschland
(als führendem Land in der Spanplattenentwicklung) durch die
Errichtung neuer Werke eine ständig steigende Produktionszunahme ein:

1952 produzierten 14 Werke etwa 29000 m 3, bis 1960 stieg
die Zahl der Werke auf 66, die 875000 m3 herstellten.
Ende 1980 bestanden in der BR Deutschland 49 Fabriken mit
einer Gesamtproduktion von etwa 6,5 Mio. m 3. (Holzlexikon 2003, S.395)

1999 erreichte die Spanplattenproduktion in Deutschland rund 10 Mio. m 3,
wobei die Anzahl der Werke abgenommen hat. Bemerkenswert ist die
Produktionszunahme von Spanplatten mit veredelten
(beschichteten oder furnierten) Oberflächen. Auffallend ist
(neben Beibehaltung der herkömmlichen Größen der Platten
von 1850 x 4100...5600 mm 2) die Entwicklung zu großen
Formaten von über 2800 x 16000 mm 2, die in beliebige
Standard- und Fixmaße aufgeteilt werden. (Holzlexikon 2003, S.395)

Quelle: aus dem Referat von Frank Schuh
 
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