123 Venti Fensterlack trocknet nicht auf meiner fichte Bank

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Hallo,

ich habe momentan ein großes Problem.

Ich habe ein schönes Bänkchen aus Fichte gebaut und da es weiß werden soll habe ich im Hornbach vor den Lacken gestanden. Habe dann zum 123 Venti Fensterlack gegriffen, da sich die Eigenschaften gut anhörten und auf der Bank auch Pflanzen stehen sollen(wegen Feuchtigkeit).

Die Oberfläche soll Hart und Schlagfest sein laut Angaben.

Nun habe ich auf mein Möbel mit einem Pinsel den Lack aufgetragen und habe ihn 2 Tage trocknen lassen.

Doch mit Erschrecken musste ich feststellen, dass der Lack auf der Oberfläche zwar recht fest und folienartig glatt wird, doch tippt man mit dem Fingernagel drauf, sieht man Abdrücke im Lack und noch schlimmer, fährt man mit Druck über die Oberfläche, löst sich schmierig wie Knete der Lack und reißt auf, wie als wär es nicht ausgehärtete Spachtelmasse


Daraufhin habe ich heute alles an Lack frustriert entfernt und weis nun nichtmehr was ich machen soll, hat einer einen Tip für mich? Hatte das Holz vorher mit 320iger Papier geschliffen

Gruß Marco
 

WinfriedM

ww-robinie
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Lack vermutlich viel zu dick aufgetragen. Ist es ein Kunstharzlack auf Lösemittelbasis? Oder Acryl auf Wasserbasis?

Mach mal eine dünne Streichprobe auf einem Stück Glas oder Blech.
 

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Hallo,

danke für die schnelle Antwort.

Es ist ein Kunstharzlack auf Lösemittelbasis

Wie gesagt, ich habe ihn mit einem Pinsel aufgetragen, eigentlich nicht zu viel, so dass er eben gut deckt.

Oder liegt es an der momentanen hohen Luftfeuchtigkeit, dass er nicht trocknet? sollte ich lieber eine Kunststoff Walze nehmen für den Lack Auftrag?

Ich möchte nun nicht nochmal das Problem haben, und die Arbeit, den Lack zu entfernen, da sich das Schleifpapier sofort mit den Lack Klumpen zusetzte, weil es ja so geklebt hat, wollte das Möbel schon fast weg schmeißen

Gruß Marco
 

WinfriedM

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Bei Kunstharzlack tut sich in den ersten 6 Wochen noch deutlich was in Sachen Härte. Der sollte aber auch wirklich dünn aufgetragen werden. Aus rechtlichen Gründen muss heutzutage überall Lösemittel reduziert werden. Das führt mitunter dazu, dass man die Lacke verdünnen muss, um überhaupt sinnvoll damit arbeiten zu können. Das steht oft auch in den technischen Merkblättern zum Lack. Wenn man keine Vorstreichfarbe nutzt, verdünnt man bei Holz sowieso den ersten Anstrich recht stark.

Mach erstmal eine kleine Lackierprobe auf einen Stück Holz. Ich würd den ersten Anstrich mal 1:1 verdünnen und bei allen weiteren vielleicht so 20%-30% Verdünnung hinzugeben. Zwischen den Aufträgen immer lange genug trocknen lassen, mindestens 1 Tag, besser noch länger.

Klar kannst du auch mit Rolle auftragen, führt meist zu gleichmäßigerer Oberfläche.

Hier ist das Merkblatt:
http://www.bauscouts.de/link2/Venti1-2-3.pdf
 

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danke für die Antwort.

ich habe im Merkblatt von dem Hornbachlack gelesen, dass man ihn unverdünnt auftragen soll. Nach 6 Stunden ist er anfassbar, nach 24 Stunden überstreichbar.
 

WinfriedM

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...wobei überstreichbar nicht ausgehärtet heißt...

Und wie gesagt, heute wird mit Lösemittel gegeizt und man fragt sich manchmal, ob jemals jemand den Lack so wirklich getestet hat. Gerade bei Baumarkt-Marken.
 

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ok, ich habe mich nun nochmal ran getraut und habe diesesmal die Farbe mit einer kleinen Schaumwalze aufgetragen. Ich habe jedenfalls viel viel weniger Lackauftrag als mit dem Pinsel, somit ist die Lackschicht nur hauchdünn.

Allerdings wird durch den Lack die Oberfläche etwas rau, weshalb ich gern vorm 2. Anstrich nochmal zwischenschleifen würde mit 320iger Papier, geht das denn? oder macht man das bei diesem Lack nicht?

Gruß Marco
 

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besten Dank dir, ich werd mich nochmal melden, wenn es geklappt hat und ich fertig bin

Gruß Marco
 

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Hallo,

sagte ja, dass ich mich nochmal melde.

Also nach 5 Tagen trocknen lassen konnte ich mit 320iger Papier den rauhen Lack anschleifen und nochmals anrollern. So vom Lackstand in der dose habe ich bei den 2x anrollern weniger Lack verbraucht als 1x mit dem Pinsel drüber gehen.

Nun trocknet die 2 Schicht noch, aber ich bin mit dem Ergebniss echt zufrieden, es ist arsch glatt, deckt sehr gut und scheint sehr belastbar zu sein.

Danke nochmals für die Hilfe!

Gruß Marco
 

farbenprofi

ww-kiefer
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Hallo zusammen,
der Beitrag ist zwar schon ein paar Donnerstage her, möchte aber doch mal etwas grundsätzliches zum streichen von rohem Holz sagen. Neues oder völlig ab gewittertes Holz sollte immer mit Holzschutzgrund vorgestrichen werden. Ausnahmen gibt es nur bei Dünnschichtlasuren. Bei deckenden Farben ist diese Grundierung aber wichtig, weil der Lack sonst völlig ins Holz einzieht.

Gruß
farbenprofi von Start - Kunststoff lackieren - Ammerland-Farben
 

Gast aus Belgien

ww-robinie
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Hallo zusammen,
der Beitrag ist zwar schon ein paar Donnerstage her, möchte aber doch mal etwas grundsätzliches zum streichen von rohem Holz sagen. Neues oder völlig ab gewittertes Holz sollte immer mit Holzschutzgrund vorgestrichen werden. Ausnahmen gibt es nur bei Dünnschichtlasuren. Bei deckenden Farben ist diese Grundierung aber wichtig, weil der Lack sonst völlig ins Holz einzieht.

Gruß
farbenprofi von Start - Kunststoff lackieren - Ammerland-Farben

Das Winfried vor beinahe 3 Jahren schon geschrieben:
Wenn man keine Vorstreichfarbe nutzt, verdünnt man bei Holz sowieso den ersten Anstrich recht stark.

Dafür so einen alten Thread wieder hoch zu holen ....... oder geht es nur darum "unauffällig" Reklame für Ammerland-Farben zu machen, so wie in den meissten Deiner 8 Beiträgen?

Sollte ich falsch liegen, sorry, aber das fällt hier wohl schon auf.
 

Dusi

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ich muss mal eine Lanze brechen für farbenprofi...

Seine Beiträge sind immer informativ und ja, sie haben auch einen Hinweis auf die Webseite, aber ich denke, solange das immer auch so zu erkennen ist, spricht doch nichtis dagegen... Die Seite heißt ja schließlich ...fragt Profi....
 
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