Ölen oder nicht ölen, das ist hier...

Batucada

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... nicht die Frage. Geölt wird auf jeden Fall. Mit H2-Möbelöl von Natural-Farben. Wenn's davon

DSC_5697m.jpg

nur einer wäre, aber der kommt, so wie er da steht, in zweifacher Ausfertigung daher. Doppelte Arbeit also, in jeder Hinsicht. Jetzt arbeite ich mit dem H2-Möbelöl nicht zum ersten Mal. Ich wusste es also vorher, als ich mich darauf einließ. So hatte ich die Leute von Natural-Farben schon mal vorsichtig angefragt, ob das Auftragen des Öls außer nach der traditionellen Methode auch mit einer Druckluft-Spritzpistole erfolgen kann. Von Natural-Farben wurde dies auch grundsätzlich bestätigt. Bedenken wurden lediglich hinsichtlich des Ölnebels geäußert und dass man entsprechende Vorkehrungen treffen sollte.

Klar auch, dass das Auftragen des Öls grundsätzlich nicht mit einem Überstand erfolgen darf, weil der Überstand eben nicht wie bei der traditionellen Methode nach einer Einwirkzeit mit textilen Mitteln abgenommen werden soll.

So wie Ihr seht, gab es da schon eine Menge an Fragen, die aber alle schon beantwortet sind. Bleiben eigentlich nur die Fragen an Euch, wer dass schon mal gemacht hat und wie zufrieden Ihr mit dem Ergebnis gewesen seid.

Oder mach' ich's doch besser traditionell?

LG Batucada

EDIT:
- Korpus und Front in Rahmenbauweise: Vollholz Ahorn, Details in Vollholz Kirsche
- frontseitige bzw. deckseitige Füllung: Vollholz Ahorn
- seitliche Füllungen: Ahorn furnierte Spanplatte (9 mm)
- rückseitige Füllungen: Ahorn furniertes Sperrholz (5 mm)
- die schränke können als Solitär stehen
 
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blueball

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Beim Osmo braucht man keinen Überstand abnehmen. Geht dann etwas Richtung Lackoberfläche. Wenn Spritzen, dann mit so einem Öl.
 

WoodyAlan

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Beim Osmo braucht man keinen Überstand abnehmen. Geht dann etwas Richtung Lackoberfläche. Wenn Spritzen, dann mit so einem Öl.
Stop, das ist zu pauschal: ich arbeite ausschließlich mit OSMO ölen und auch da muss der überstand abgenommen werden! Wenn eine Lack-ähnliche Oberfläche gewünscht ist, darf der überstand nur nicht komplett abgenommen werden und nur minimal was drauf bleiben.
Das ist etwas übungssache bei dem Öl. Das Ergebnis ist dann aber tipptopp! Ich nehm beim ersten Auftrag allerdings immer den kompletten überstand ab, beim zweiten Durchgang dann nur noch mal leicht Ölen und dabei nix mehr abnehmen. Kommt aber immer aufs Holz an. Bei Buche braucht’s meist mehr als 2 Durchgänge, weil es saugt ohne Ende.

Edit: zum spritzen: wenn du im Umgang mit Lackierausrüstung gewohnt bist, mag das gehen. Wenn nicht, würd ich’s aus eigener Erfahrung heraus definitiv lassen. Da hast du hinterher zig mal mehr Aufwand, als wenn du es gleich klassisch machst.
 

blueball

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auch da muss der überstand abgenommen werden!
Echt, schau mal auf die Verarbeitungshinweise vom HWÖ und Topoil... Wüsste nicht, das da was darüber steht. Man kann natürlich abnehmen, wenn man das denn möchte. Zum Spritzen fällt mir eigentlich nur Osmo ein, wo ich keine Bedenken hätte. Evtl gibt's aber auch andere Hersteller.
 

Batucada

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...Ich nehm beim ersten Auftrag allerdings immer den kompletten überstand ab, beim zweiten Durchgang dann nur noch mal leicht Ölen und dabei nix mehr abnehmen.
OK, soviel zum manuellen Ölen. Und wie ich sehe, gibt es sooooo viele Möglichkeiten. Ich zitiere hier aus dem Datenblatt von Natural-Farben und das steht konträr zu dem von Dir Beschriebenen:
1.Anstrich:NATURAL-H2-Möbelöl auf die Oberfläche mittels Pinsel oder Schwamm auftragen.
2.Anstrich: Nach ca. 30 Min. auf den noch feuchten ersten Anstrich auftragen.
WICHTIG: Überstand abnehmen!
30 Minuten nach dem letzten Auftrag das nicht eingedrungene H2 Möbelöl mittels saugfähigem Lappen abnehmen. Nur restloses Entfernen des Überstandes garantiert ein gutes Ergebnis!
Nun habe ich aber kein OSMO-Öl, sondern wie eingangs beschrieben das Öl von Natural-Farben - auf Empfehlung von @WinfriedM
...zum spritzen: wenn du im Umgang mit Lackierausrüstung gewohnt bist, mag das gehen.
Kommt darauf an, was man aus dem jeweiligen Blickwinkel unter "Lackierausrüstung" versteht. Dann sage ich es mal so, dass ich in der Technik zum Spritzlackieren einige Übung habe. ERGO: sollte es doch gehen?
Wenn nicht, würd ich’s aus eigener Erfahrung heraus definitiv lassen. Da hast du hinterher zig mal mehr Aufwand, als wenn du es gleich klassisch machst.
Dieser Aussage entnehme ich, dass Du das Ölen mit der Spritzpistole schon praktiziert hast. Daher meine Fragen:
- War das ein einmaliger Versuch?
- Ich weiß, dass ich beim Spritzlackieren VORHER einigen Aufwand treiben muss. Aber was ist der Aufwand nach dem Ölauftrag mittels Spritzpistole? Kannst Du Dich da etwas genauer drüber auslassen?

Batucada
 

benben

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Ich habe früher mal MDF ölen müssen, das haben wir gespritzt. Bei einem Möbel würde ich nicht auf die Idee kommen, jedenfalls nicht um das abwischen zu sparen. Hast du doch relativ viele schlecht zugängliche Stellen. Da man beim Erstauftrag ja auch sättigen möchte, kann ich mir schlecht vorstellen das ohne Nachwischen hinzukriegen.
Mit Osmo kenne ich mich nicht so aus, vertrage das nicht, deshalb nutzen wir es nicht.

Bei dem Möbel würde ich keine Versuche wagen, ist ja doch recht aufwendig gewesen. Abaugen ist beim Öl spritzen nicht ohne, da hat man im Filtermaterial ja auch die Selbsentzündungsgefahr. Also riesen Sauerei im Vergleich zum Pinseln.

Gruss
Ben

Gruss
Ben
 

WoodyAlan

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Ölen per Lackpistole hab ich genau einmal getestet. Ergebnis Katastrophe! Und ne Riesen sauerei. Allerdings gehen meine Kenntnisse damit nicht über „schnell mal ein Brett“ mitm Kompressor lackieren hinaus wo das Ergebnis nicht im Vordergrund steht!

Das mit dem Überstand abnehmen ist halt so eine Sache. Definiere „überstand“:emoji_wink:. Ich hab’s anfangs mal gut gemeint und satt aufgetragen und nicht abgenommen. Fläche war dann teils klebrig, teils eine „Haut“ gebildet. Seitdem nehm ich beim ersten Mal sauber ab, Öle beim zweiten Mal nur noch ganz leicht und nehm nix mehr ab. Sauberes Ergebnis und glatt wie der berühmte Babypopo. Versuch macht kluch, denke ich. Wäre MIR als Laie aber bei deinen Möbeln zu riskant in Anbetracht der Arbeit, wenn’s daneben geht.
 

WoodyAlan

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OK, soviel zum manuellen Ölen. Und wie ich sehe, gibt es sooooo viele Möglichkeiten. Ich zitiere hier aus dem Datenblatt von Natural-Farben und das steht konträr zu dem von Dir Beschriebenen:
Ich hab nur Erfahrung mit den OSMO Ölen. Gerade das topOil verwende ich oft und das ist schichtbildend. So wie von mir beschrieben funktionierte das bisher einwandfrei mit dem Öl.
 

WinfriedM

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Stop, das ist zu pauschal: ich arbeite ausschließlich mit OSMO ölen und auch da muss der überstand abgenommen werden!
Osmo ist sehr universell. Man kann den Überstand vollständig abnehmen. Man kann mit öligem Lappen zum Schluss drüber, damit eine Mikroschicht stehenbleibt. Und man kann sogar wie bei einem Lack arbeiten, hierbei dann aber dünn ausstreichen. Auch mit Rolle geht, ohne den Überstand abzunehmen und ist auch das Standardverfahren bei Fußböden. Gilt für die Produkte Osmo HWÖ, Osmo Topoil und Osmo Dekorwachs.

Allerdings: Lässt man wirklich eine deutliche Schicht stehen, ist die Oberflächenqualität oft nicht so gut bzw. man hat die selben Probleme, wie beim Lackieren: Staub, Blasen, Haare, Läufer oder Pinselstreifen. Bei der Renovierung von Oberflächen kann es bei dickeren Schichten auch zu Schichtablösungen kommen, wenn man nicht gut anschleift. Und klar: Zu dick aufgetragen und man hat Trocknungsprobleme. Bleibt dann lange Zeit oder für immer weich. Hatte mal ein Dekorwachs zu dick aufgetragen, der war dann nach 1 Jahr endlich fingernagelfest.

Zum eigentlichen Thema: Ich könnte mir vorstellen, dass das mit dem Spritzen klappt. Bei so einem Möbel muss das Öl nicht tief einziehen, die Oberfläche muss also nicht für 30 Minuten im Öl schwimmen. Bei den wasserbasierten Produkten geht eh nicht so viel ins Holz. Also würde ich eher sparsam im Auftrag sein, so dass nach vielleicht 10 Minuten alles weggezogen ist bzw. das Wasser verdunstet. Das würde ich auch erstmal an einem Muster testen.

Beim zweiten Auftrag wirds schon schwieriger mit dem Spritzen. Da zieht ja nichts mehr weg. Müsste man noch dünner arbeiten.

Aber ist das wirklich so viel schneller mit spritzen? Mit Schwamm bist du doch auch recht schnell dabei.
 
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carsten

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Hallo

also bei einem bzw zwei Möbeln würde ich jetzt nicht überlegen. Hatten mal über 100 Wandverkleidungsplatten in Fichte zu ölen. Dazu sind wir kurzerhand auf den Parkplatz ausgewichen um uns nicht den Lackraum zu versauen.
 

Batucada

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Hallo

also bei einem bzw zwei Möbeln würde ich jetzt nicht überlegen. Hatten mal über 100 Wandverkleidungsplatten in Fichte zu ölen. Dazu sind wir kurzerhand auf den Parkplatz ausgewichen, um uns nicht den Lackraum zu versauen.
Ja, im Sommer würde ich auch nach draußen ziehen, keine Frage. Ich hab mal eben ausgerechnet, dass jetzt etwa 13,5 m² zusammen kommen, die 2 mal mit Öl behandelt werden wollen. Eigentlich ist es nur die vorhergesagte Sauerei, die mich vom Spritzauftrag abhält. Mal sehen, vielleicht mache ich eine kleine Probe und werde mich dann entscheiden.

Batucada
 

Batucada

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...vielleicht mache ich eine kleine Probe und werde mich dann entscheiden.
Tja, Ihr werdet es wohl ahnen, ich hab's getan.
Geölt mit der Druckluft-Lackierpistole!
UND, wichtigste Erkenntis: nix mit Sauerei und so.
ABER, ganz so einfach, wie es jetzt zu lesen ist, ist es auch wieder nicht.

So kamen mir meine Fertigkeiten zugute, die ich mir angeeignet hatte, als ich während meines Studiums mein Taschengeld mit dem Lackieren von Autos aufgebessert hatte. Dass auch die Konsistenz des Möbelöls so belassen werden konnte, wie es geliefert wird, erweist sich als Glücksfall. Die Einstellung der Lackierpistole ist dann eine andere Sache und hängt mMn wesentlich von der eigenen Motorik ab. Der grundsätzliche Luftdruck sollte im Bereich von 3...4 bar liegen, auf die zusätzlich Zerstäubung sollte man verzichten, es reicht der punktförmige Strahl, der fein verteiltes Möbelöl zur zu benetzenden Oberfläche trägt. Bei der Zerstäubung folge ich dem Prinzip: "So viel wie nötig und so wenig wie möglich."

Ich habe mir in der Werkstatt ein Areal eingerichtet, dass abgesaugt wird, die Luftfilter habe ich heute zum Feierabend vorsorglich ausgebaut.

Die Oberflächen sind spitze geworden und mussten nur minimal abgezogen werden. Abgezogen wurde mit einer geringen Menge an Küchentüchern (von der Rolle), die anschließend vorsorglich verbrannt wurde, um ggf einer Selbstentzündung zuvor zu kommen.

Batucada
 

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Ein gutes Öl :emoji_ok_hand:danke noch für die Info
Ich hoffe doch, dass es ein gutes Öl ist. Zumindest bin da der Empfehlung von @WinfriedM gefolgt. Ich hatte schon einmal bei einem Projekt das Finish mit H2-Möbelöl gemacht. Es lag also sehr nahe, das Öl ein weiteres Mal zu verwenden. Angesichts der Vorerfahrung, der vom Hersteller abgegebenen Anwendungshinweise, der Menge der Flächen und der knappen Zeit, die mir noch verbleibt (verspätetes Weihnachtsgeschenk :emoji_relaxed:) hatte ich den Hersteller angefragt, ob einem Auftrag mittels Spritzpistole etwas entgegen steht. Der Hersteller hat dem Verfahren grundsätzlich zugestimmt.

Mit meiner Anfrage im Forum hatte ich beabsichtigt, Erfahrungen abzugreifen, um nicht die gleichen Fehler zu machen, die andere vielleicht schon ausgelotet haben. OK, nicht schlimm, wenn der erhoffte Erfahrungsaustausch sich doch nicht eingestellt hat.

Die ersten Flächen hatte ich heute jedoch noch mit dem Pinsel ausgeführt und dabei wieder die gleichen Beobachtungen wie beim vorherigen Einsatz gemacht. Im Gegensatz zum Lackauftrag mittels Flachpinsel zeigt sich beim Ölauftrag nicht unbedingt ein vergleichbares Verhalten. Neben anderen Gründen mögen daraus vielleicht die Empfehlungen des Herstellers entspringen, den Anstrich in zwei Schritten auszuführen, um hernach die dringende Empfehlung auszusprechen, den so unvermeidbaren Überstand auch gewissenhaft abzunehmen.

Diese Erinnerungen an die letztmalige Anwendung des H2-Möbelöls bestärkten mich in der Absicht, den Ölauftrag mittels Spritzpistole doch einmal zu testen. Das erste Ergebnis machte Mut, zumal die versprochene Sauerei doch nicht eingetreten ist. Klar, bei der Vorwarnung nimmt man sich besonders in acht. Der Trick liegt wohl in einem gleichmäßigen aber dünnem Auftrag. Da das Öl sehr transparent ist, wird man Unterschiede in der aufgetragenen Schichtdicke sofort wahrnehmen. Aber dann ist es eigentlich schon zu spät und trotzdem kein Beinbruch. Wenn man von Beginn an mit der Spritzpistole dünn aufträgt, was mit dem Pinsel vergleichsweise unmöglich ist, hat man immer die Möglichkeit, den Auftrag zu wiederholen. Mit fortgeschrittener Übung bekommte man so in kurzer Zeit einen sehr gleichmäßigen Auftrag hin, der zum Schluss kaum noch Überstände aufweist.

Ob ich noch einen zweiten Auftrag ausführen werden, hängt von einer Beurteilung ab, die aber vor einer Trocknungszeit von mindestens 24 Stunden nicht getroffen werden sollte.

Batucada
 
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