Fußleisten auf Gehrung schneiden und trotzdem ein Spalt

holztom

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Hallo,

habe eine Wand die hat einen Winkel von 136° . Also habe ich die Gehrungssäge auf 68° eingestellt und die Winkel an den Fußleisten geschnitten.

Habe solche Clips welche man an die Wand dübelt und dann die Leisten nur einhaken soll. Soweit zur Theorie, aber dafür habe ich eine Lösung gefunden.

Mein Problem besteht darin, das die Leisten in der Ecke einfach nicht zusammenpassen wollen. Dazu hier das Bild:

Um die Leisten zu sägen habe ich auf ein Brett die clipse geschraubt und darin die Leisten einhängt und dann gesägt. So wie hier:

Ich weis das ich einen Fehler habe aber ich kann absolut nicht finden wo mein Problem liegt.

Vielen Dank für Eure Hilfe

Edit: Habe die Ecken mal anders aneinander gehalten aber da wird dann ein Spalt zum Boden wie hier zu sehen:
 

yoghurt

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Hallo Holztom,
ofensichtlich sind die Wände im Sockelleistenbereich nicht völlig lotrecht (Baujahr des Hauses??). Abhilfe schafft hier eine "doppelte Schmiege" zu schneiden. Sprich Dein Sägeblatt muss in der anderen Ebene auch schräg eingestellt werden. Meist reichen hier 2-3°. Ich schneide solche Gehrungen indem ich meine Paneelsäge um die waagrechte Achse 45° nach links kippe und dann um die Senkrechte Achse um 2° verstelle. Dabei ist natürlich immer darauf zu achten welcher Winkel gerade wo ist.... fummelig aber machbar.

Gruß

Heiko
 

Raumteil

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Hallo Holztom,

in Deinem ersten Bild sieht man ja schön, dass an der Leiste im unteren Bereich was weg muss (oben ist die Lücke).
Elektrische Kappsägen kann man hierzu, wie von Heiko beschrieben, nicht nur nach rechts uns links schwenken, sondern auch in der Senkrechten.

Mit Deiner Handsäge geht das natürlich nicht.

Als Notlösung kannst Du, wenn Du die Leiste auf die Grundplatte Deiner Säge auflegst, in der Nähe des Sägeblattes etwas Unterlegen, so das Du die zweite Schräge reinbekommst. Z.B. ein dünnes Sperrholzbrettchen mit Doppelklebeband befestigen.

Wie dick diese Unterlage sein muss, siehst Du im Prinzip in Deinem dritten Bild.

Anstelle das Sägeblatt schräg zu stellen, stellst Du also Dein Werkstück schräg.


Grüße,
Markus

PS: Natürlich könnte man auch die zwei Schrägen mit zwei Schnitten versuchen herzustellen, aber dann verläuft beim zweiten Schnitt das Sägeblatt.
 

yoghurt

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Hallo Holztom,
ausgehend davon dass Deine Wand nicht senkrecht ist, sondern Dir unten entgegenkommt, simulierst Du diese Schräge mit einem Leistchen am senkrechten Anschlag der Gehrungssäge...

Gruß

Heiko (dem es heute nicht gegeben zu sein scheint sich verständlich auszudrücken....)
 

Mille1404

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Hi,

Das mit dem Unterlegen habe ich gerade mal in das angehängte Bildchen gemalt.

Das Schwarze Teil ist deine Fussleiste und das Rote Teil ein Dünnes Klötzchen.

Wenn du nun wie in deinem dritten Bild die Leiste Anhebst, und im Abstand von ca. 15 cm von der Wand aus misst wie viel Lust die Leiste zum Boden hat, dann kannst du errechnen wie dick das Plättchen sein muss.
Nämlich genau die Hälfte des Maßes.

Also Luft zum Boden (Abstand 15cm zur Wand) geteilt durch 2 = Plättchen Stärke.

Nun Schneidest du Beide Leisten nochmal mit dem alten Winkelmaß ab und dann wirds wohl passen!
(Nimm nicht die Zeichnung als MAßstab für die Richtung deiner Gehrung. In diesem Fall müsste das Sägeblatt anders herum geschwenkt sein!)

Ich hoffe das war jetzt verständlich!

Viel Erfolg und eine dichte Gehrung wünscht
Marcel
 

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uli2003

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Mach es dir einfacher - da es sich um MDF-Leisten zu handeln scheint, nehme ich bei so geringen Abweichungen ein Teppichmesser, und schneide auf 20 cm Länge hinterseitig der Fußleiste die Anlage unten etwas weg, sodass sich die Leiste aufrecht stellen kann.
Etwas länger schneiden, zusammendrücken und fertig.

Natürlich darf in dem Bereich noch kein Clip sitzen...

Grüße
Uli
 

rafikus

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Oder Du nimmst einen Handhobel und bearbeitest die Schnittflächen mit einigen Handbewegungen bis das Ergebnis zufriedenstellend ist.

Du kannst natürlich auch noch weitere fünf oder zehn Probeschnitte mit der Säge machen bis es vielleicht stimmt.

Rafikus
 

cbku

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Ich habe das gleiche Problem (Altbau von 1921) - die Fußbodenleisten sehen so aus (vom Profi ausgeführt) - ist das normal so?
 

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ClintNorthwood

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Für einen luschigen Profi schon.
In einem Wartezimmer beim Arzt sah ich Sockelleisten die nicht 45°, sondern 22.5° aufwiesen. Sieht einfach besser aus und genauer.
Zig fach gemacht inzwischen.
 

ClintNorthwood

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Kommt drauf an wie wichtig dir das ist und wie viele Stellen das sind.
Acryl ohne Anstrich wird dunkler und ist ein Magnet für Schmutz und Dreck.
Essigvernetztes Silikon wird gelb.
Neutralsilikon von Otto wird nach 5 Jahren ein bisschen gelblich.
Und glaube mir. Wie eine Dichtstofforgie anschließend aussieht hängt auch sehr vom Verarbeiter ab.
Einfach mit dem Finger breitgeschmiert ist die Mutter der Verschlimmbesserung.
Am besten die Stöße werden gespachtelt und alles gestrichen. Das ist die eigentliche Vorgehensweise bei Stößen.
Doch da das fast niemand macht, hat die Industrie von Grundierfolien auf Lack umgestellt.
Alles Geschmackssache.
Spachteln und luschiger Anstrich sieht wesentlich schlechter aus als kein Spachteln und Malen bei perfekter Verarbeitung bei der Montage.
 

mj5

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Moin!

Wenn das Leisten aus MDF sind (in Bild 1 sieht es mir danach aus) dann sind die moeglicherweise "geschwunden", also in der Laenge geschrumpft.
  • Wie sieht es mit dem Raumklima bzw. der relativen Luftfeuchte aus?
  • Wann wurden die Leisten eingebaut und waren sie zum Zeitpunkt der Montage akklimatisiert?
  • Welche Spannweite haben die Leisten auf den Detailfotos?
Und das Uebliche:
  • Mietwohnung oder Eigentum?
  • Was wurde im Angebot vereinbart und danach beauftragt?
Sauber abkleben und ausfugen ist wirklich echte Fummelei.
 

kberg10

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Zur Gehrung, ich würde an der Hinterseite unten etwas abnehmen auf ca 15 - 20 mm Länge. So kannst du etwas Spannung aufbringen.
Mein Verfahren ist in solchen Fällen einfach eine gehobelte 30/30 Leiste nehmen und als Muster mit angeschnittener Gehrung dranhalten,
solange korrigieren bis es passt. Mit etwas Erfahrung passt es schon beim 2ten mal.
 

ClintNorthwood

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Ich bin davon ausgegangen, dass die Bezahlung und die Arbeit länger in der Vergangenheit liegen.

Ansonsten würde ich persönlich so eine Arbeit nicht abnehmen und nicht bezahlen.
Und für den Handwerker gibt es keine DIN über die Genauigkeit der Arbeit und keinen Vertrag über Toleranzen der Schnittkanten.
In diesem Fall macht es der Handwerker eben noch einmal oder spachtelt und streicht die Sockelleisten gegen zusätzliche Entlohnung.

Vorrausgesetzt er kann das so, dass es nicht noch schlimmer aussieht und die Farbe auf den Bodenbelag läuft.
 

dsdommi

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Ich denke da muss sich was bewegt haben. Auf Bild 1 sieht man oben noch Klebereste die auseinander gezogen wurden.
Vielleicht kannst du dir leisten auch wieder zusammendrücken wenn es in einer Ecke nicht zu sehen ist
 

Holzfummler

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Die Leisten sehen geschrumpft aus. Vielleicht hätte man noch Kleber auf die Stoßkanten setzen sollen. Einfach mit Spachtelmasse weiß (passend) spachteln, dauert auch für Ungeübte ca. max 10 Minuten und fertig.
 

IngoS

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Hallo,

man glaubt kaum wie MDF in Längsrichtung arbeitet.
Bei einer Kranzleiste (Gesamtlänge 3,25m) habe ich absolut dicht gestoßen.
Mit der Zeit ergab sich am Stoß eine Fuge von mindestens 1,5mm, was dann sehr unschön aussah.
Wie will man das im Vorhinein berücksichtigen?
Kann mir nur denken, dass am Längsstoß eine Verklebung was bringt, aber dann fehlt es halt in einer Ecke.

Gruß Ingo
 

brubu

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Mit Buche geht es auch umgekehrt. Das haben wir in einer Turnhalle erlebt wo der Boden feucht gereinigt wird. Irgendwann bauchte die Sockelleiste von der Wand weg.
 

mj5

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Moin,
man glaubt kaum wie MDF in Längsrichtung arbeitet.
Das sieht leider in der Breite nicht viel besser aus. Und es quillt auch leider nie wieder perfekt zurueck, wenn die Luftfeuchte wieder steigt.
Ich hatte so etwas mal bei zwei Etagen mit jeweils einigen 100 Quadratmetern. Ne Menge Paneele, etliche Meter Fussleisten, Mut zur Luecke!

Glueklicherweise konnten wir nachweisen das die, aus Toronto ueberwachte und gesteuerte (oder eben beides nicht...), Haustechnik ueber Weihnachten / Neujahr das Klima in dem Neubau auf 28C / 20% rel humidity gefahren hatte.
Da muss ein echter Bastelheiko am Rad gedreht haben...
Wir konnten die Sache guetlich und ohne Rechtsanwalt regeln. Was erfreulich war, denn der Kunde war eine der grossen Kanzleien in der Stadt. :emoji_sunglasses:
 
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