Beim Nachbarn regnet es rein - Saniertes Dach undicht

DasMoritz

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Moin,

anscheinend war meine Vermutung, dass da etwas nicht stimmt richtig, siehe hier:
https://www.woodworker.de/forum/threads/kleine-fragen-schnelle-antworten.131431/post-1252294

Mein Nachbar hat im Herbst / Winter letzten Jahres ein neues Dach mit Aufsparrendämmung bekommen, zudem wurde eine kleine Gaube eingebaut.
Im Januar / Februar diesen Jahres gab es in der Decke OG / EG erste kleine Flecken, die aber laut ausführendem Unternehmen durch Regen in der Bauphase entstanden sein könnten, alles wohl nicht weiter kritisch.

Nun tropfte es kürzlich von der Decke OG / EG als es draußen schüttete. Innerhalb eines Abends ca. 200 / 300ml.

1792013391869.png

Die betroffene Stelle (gelb markiert) lässt sich wie folgt beschreiben:
  • Die Stelle ist grob in der Flucht der Kehle zwischen Satteldach und Gaube und deren Entwässerung
  • Recht weit in Richtung Traufe, wobei das nichts heißen muss da dies einfach nur der "tiefste Punkt" ist.
  • Es gibt eine Aufsparrendämmung mit Holzfaserplatten, keine Unterspannbahn.
  • Die Gaube wird nur links entwässert, über ein kurzen Bogen der unglücklicherweise auch in Richtung Dachfläche zeigt.
Der Nachbar hat heute mal die Decke geöffnet, das was man fühlen kann ist nass bis klatschnass. Das ausführende Unternehmen wollte ihm das als Kondensat verkaufen. Nur: Die haben da keine Dusche drunter, keine Spüle, nichts, zudem ist die Menge viel zu groß.

Wir sind mit einem Endoskop mal durch die Balkenlage gegangen, auch da ist einiges an Feuchtigkeit erkennbar.
Der Dachdecker des ausführenden Unternehmens ist nun erstmal zwei Wochen im Urlaub, ich finde dass das ein absolut untragbarer Zustand ist.

Nun die Kernfrage:
Wie vorgehen?
Die Zusammenarbeit mit dem ausführenden Unternehmen ist anscheinend eher auf Vertrauensbasis gewesen, zwar alles offiziell mit Rechnung aber vieles per Handschlag und nicht per schriftlicher Vereinbarung. Ich persönlich würde die Pfannen links er Gaube hoch nehmen und sich das mal ganz genau anzusehen, ggf. auch einen Bausachverständigen einschalten.

Zudem würde ich die Gaube (ich vermute mal, dass da der Hase im Pfeffer liegt) über ein Rohr entwässern, sodass z.B. ein KG Rohr auf den Bogen gesteckt wird und in der Dachrinne endet.

Derzeit dokumentiert mein Nachbar die Wetterbedingungen und wann es wie viel tropft...

Wie findet man die Eintrittsstelle des Wassers?
Mir kam schon die Idee, ob man das segmentweise bewässert von unten nach oben. Irgendwann muss es anfangen zu tropfen, dann weiß man zumindest grob auf welcher "Reihe" man suchen muss.

Vielen Dank,
Moritz
 

methylase

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Ich glaube der Handschlag ist immer noch Vertrag genug mit Handwerkern und mit dem Begleichen der Rechnung geht dann der Dachdecker auch in die Gewährleistung. Spielt nicht weiter an dem Dach rum und geht zu einem Sachverständigen wenn es im Guten, wie geschildert, nicht geht. Wenn ihr da oben weitermacht verliert ihr möglicherweise den Anspruch auf die Gewährleistung.
Grüße
Matthias
 

willyy

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das scheint eine Blechverkleidung an der Gaube zu sein? Mir fehlt da der Spengler im Spiel. Ich hätte erwartet, dass das Blech auf den Pfannen ausläuft und das Wasser auf die Dachoberfläche bringt. So ist es zumindest bei unseren Gauben mit Kupferblech.
Auf jeden Fall viel Glück beim Rechtsstreit !
 

andama

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Die Stelle wo das Wasser innen zum Vorschein kommt muss nicht nahe an der undichten Stelle sein.
Die Frage ist berechtigt, ob in dem Bereich Wasser und Abwasserleitungen liegen, die Natürlich auch undicht sein können.
Bei Bekannten war eine Abwasserleitung nich korrekt zusammen gesteckt und da war auch das Dach in Vermutung
 

DasMoritz

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Moin,

auffällig ist halt der zeitliche Zusammenhang. Die wohnen da seit 7 Jahren ohne ein solches Problem, dann wird das Dach neu gemacht und auf einmal taucht da ein Problem auf.

Ich glaube ein Problem ist im wesentlichen, dass die Gaube nur einseitig entwässert wird und die Entwässerung „gegen die Welle“ der Pfanne arbeitet. Das ist aus meiner Sicht auch nicht optimal.
 

magmog

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Guuden,

null Komma nix machen, beeinträchtigt die Gewährleistung! Schreiben mit Rückschein mit Mängelrüge.
Nur beschreiben was ist, keine Vermutungen, keine Vorschläge.
Vorbehalt wegen Folgeschäden anmelden.
Angemessene Fristsetzung. Oder gleich rechts oder links am Wald.
Mündlich und im Guten scheint nicht zu funktionieren.

Oder niederschwellig Schiedsstelle bei der Handwerkskammer.
 

TomfromMuc

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Wie findet man die Eintrittsstelle des Wassers?
In dem ein erfahrener Dachdecker und Spengler aufs Dach geht und sich alles genau anschaut, ein paar Dachziegel aufnimmt, Laufspuren sucht (sieht man eigentlich gut) usw. Ihr solltet nichts am Zustand ändern, macht die Spurensuche nur schwierig / verwischt ggf. die Spuren.
Seh ich das auf dem Foto richtig, daß das Gaubendach eine Attika hat, nach hinten entwässert und oben links ein Rohrstummel raussteht? Das wäre eine sonderbare und ungeschickte Lösung und da würde ich die Suche beginnen. Und wenn ich das Foto bzgl. Entwässerung vom Gaubendach richtig interpretiere, wäre ein einziges Entwässerungsrohr etwas wenig (Verstopfung, Anstau, Notüberlauf sind grob die Stichpunkte, auf die der Fachmann kommen müßte).
Viel Erfolg beim Projekt, VG Tom
 

ClintNorthwood

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Alles dokumentieren. Jeden Anruf wann und mit wem. Alles was ihr selber daran macht, bleibt an eurem Konto hängen. Das Einzige zu was Ihr verpflichtet seid, ist eine Schadensminderungspflicht. Also Schüssel drunter und gut.

Entleerung nicht vergessen!
 

TomfromMuc

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ein KG Rohr auf den Bogen gesteckt wird und in der Dachrinne endet
Mal abgesehen davon, daß ein KG-Rohr nicht aufs Dach gehört, ist die Entwässerung eines Gaubendaches auf die Dachfläche schon in Ordnung (Fließrichtung nach unten, nicht wie beim Nachbarn). Ein Rohr bis in die Rinne bringt unnötigen Schwall dort rein.
 

andama

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Das bei einer Aufsparrendämmung Wasser in der Fläche eindringt ist schon sehr ungewöhnlich, da muss beim Einbau einiges falsch gelaufen sein. Über bzw. An der Dämmung ist eine wasserführende Unterspannbahn angebracht, die mit mindestens 10 Überlappung verklebt werden muss. Dar befindet sich ja die Dacheindeckung der Ziegel oder Dachsteine und die sollten ja schonmal nichts durchlassen. Wahrscheimlicher ist, dass bei der Abdichtung der Gaube was nicht stimmt.
 
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methylase

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Das bei einer Aufsparrendämmung Wasser in der Fläche eindringt ist schon sehr ungewöhnlich, da muss beim Einbau einiges falsch gelaufen sein. Über bzw. An der Dämmung ist eine wasserführende Unterspannbahn angebracht, die mit mindestens 10 Überlappung verklebt werden muss. Dar befindet sich ja die Dacheindeckung der Ziegel oder Dachsteine und die sollten ja schonmal nichts durchlassen. Wahrscheimlicher ist, dass bei der Abdichtung der Gaube was nicht stimmt.
Moritz hat im ersten Beitrag geschrieben es gibt keine Unterspannbahn! Warum auch immer.
Grüße Matthias
 

DasMoritz

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Guten Abend,

hier nun die Antworten auf die Fragen:

Oder gleich rechts oder links am Wald
Hat da eine Autokorrektur zugeschlagen, oder was meinst du damit? Ich vermute irgendwas mit "Anwalt", oder?
Seh ich das auf dem Foto richtig, daß das Gaubendach eine Attika hat, nach hinten entwässert und oben links ein Rohrstummel raussteht? Das wäre eine sonderbare und ungeschickte Lösung und da würde ich die Suche beginnen.
Ja, das siehst du richtig. Das ist bei mir (rel. Neubau aus 2017) genau so, immerhin aber auf zwei Seiten. Ich finde das extrem doof, wenn Wasser in Richtung des Gebäudes geleitet wird. Aber nun gut.
Mal abgesehen davon, daß ein KG-Rohr nicht aufs Dach gehört, ist die Entwässerung eines Gaubendaches auf die Dachfläche schon in Ordnung (Fließrichtung nach unten, nicht wie beim Nachbarn). Ein Rohr bis in die Rinne bringt unnötigen Schwall dort rein.
Dass ein KG Rohr nicht auf das Dach gehört: Klar! Mir ging es im Sinne einer Schadensminimierung eigentlich darum das Wasser kontrolliert abzuleiten, KG Rohr habe ich noch rumliegen, damit dann in die Rinne oder verlängert in den Garten.

Aktueller Sachstand:
Er dokumentiert weiter. Heute Abend hat es hier ein bisschen geregnet, da hat es aber immerhin nicht getropft.

Gruß,
Moritz
 

Martin45

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Z.B. Gutex Aufsparrendämmung (Ultratherm) kann bis zu 3 Monate als provisorisches Dach verwendet werden. Da ist dann auch später keine Unterspannbahn.
Wenn das Wasser im Haus von der Gaube kommt, müsste ja die komplette Aufsparrendämmung schon klitschnass sein. Wieso hat der Dachdecker da viel (unsinn?) gelabert, statt mal eben paar Ziegel hoch zu nehmen und zu gucken?!!!
 

magmog

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.......wir wissen nicht welches Dämmsystem verbaut wurde.
Die Aufsparrendämmung z.B. brauchte bei mir keinerlei zusätzliche Folie,
das Dach ist mit den Platten alleine dicht wenn die Anschlüsse stimmen.
In diesem Bereich um die Gaube sehe ich hier das Problem,
sowie evtl in der Ableitung des Wassers von oberhalb der Gaube auf die weitere Dachfläche.
Bei starkes Schwallbildung kann Wasser durch die Fälze der Pfannen eindringen
und bei ungünstigem Verlauf unter dem Anschluss an die Kehle der Gaube eindringen.

Für einen Fachmann dürfte die Diagnose vor Ort eine einfache sein.

Aber egal wie, ich verweise auf Beitrag #6
 

Martin45

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ClintNorthwood

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Alles sehr interessant. Doch selbst ohne die Notwendigkeit einer Unterspannbahn zu berücksichtigen... Beruht die Funktionalität dieses Konstruktes nicht auf der perfekten Ausführung der Arbeit jedes Einzelnen?
 

magmog

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...... also halte ich fest: die Dämmung auf den Sparren ist dicht.
Also wurde bei deren Verlegung ein Fehler gemacht oder im Bereich oberhalb
oder links der Gaube kann Wasser unter die Anschlüsse gelangen.

....nix selbst mit Hand anlegen, der Ausführende muss zuerst zu einer Reaktion gebracht werden.
Mit Dokumentation, erst Einschreiben, mit Hinweis auf Gefahr in Verzug plus Regress wegen Folgeschäden,
falls Nichts zufriedenstellendes kommt Schiedsstelle oder Rechtsanwalt.
 

Mr.Ditschy

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Schon das Konstrukt ist nicht perfekt, also warum hat man da keine Ziegel mit Schleppdach drauf, wie üblich (platz wäre ja da)!?
Verstehe daher schon den Bauherrn und Handwerker nicht und grenzt schon an pfusch ... aber ja, zur Abwicklung wurde genug schon vorgeschlagen ...
 

TomfromMuc

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warum hat man da keine Ziegel mit Schleppdach drauf
Weil Architekt und Bauherr das offenbar schön finden. Das ist Geschmackssache und muß man doch nicht so abwertend diskutieren. Dem TE geht es um die Lösung eines Baumangels.

Und die Gestaltung und grundsätzlich gewählte Ausführung als Pfusch zu bezeichnen ist sachlich falsch und mindestens unpassend. Die Gestaltung stellt höhere Anforderung an den Detailplaner und die Handwerker, ist aber durchaus mangelfrei herstellbar.
Also laßt uns doch bitte sachlich bleiben.
Vielen Dank, VG Tom
 

Mr.Ditschy

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Wenn es nicht richtig ausgeführt wurde, ist und bleibt es pfusch, punkt!
Und das anders umzusetzen wäre ebenso eine Lösung, somit gehört das ebenso zu deiner Geschmackssache und wäre mangelfrei umsetzbar - und das ist sehr wohl sachlich gemeint, denn wer weiß, wie lange selbst wenn repariert, das hält (kenne zumindest einige Flachdächer, die nach Jahren nicht ohne Grund ein Satteldach drauf bekamen).
 
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