gezinkte Schubladen - Boden einschieben oder für immer fest

Fatso Katz

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Guten Abend zusammen,

ich verbringe meine Zeit in der Werkstatt gerade damit die Schubladen für unsere Küche zu bauen (der Küchenschreiner hat mir netterweise erlaubt die selbst zu bauen).
Es sind 22 Stück und die Eckverbindung wird mit der Leigh Zinkenfräsvorrichtung gezinkt. Material ist 16 mm amerikanische Eiche, die Böden aus 9 mm Spanplatte Eiche furniert.

Nun werden die Böden ja klassischerweise von hinten eingeschoben, damit das urspr. verleimte Massivholz weiter arbeiten kann. Dafür muss die Rückwand natürlich schmäler sein, die Zinken sind entsprechend angepasst (in unseren antiken Möbeln finde ich dann z. B. halbierte Zinken unter dem dann der Boden direkt eingeschoboden wird. Auch bei modernen Schubkästen, die in Küchen als Halbfertig-Teile verbaut werden ist das ja noch so.

Mit den maschinell hergestellten Zinkenverbindungen wird das schwierig. Vor allem, weil es die Vorrichtung von Leigh nicht direkt erlaubt unterschiedlich hohe Teile zu verbinden. Nun war meine Überlegung einfach die Böden komplett in die Nuten der 4 Teile einzulegen, wenn ich die Verbindung verleime. Damit hätte ich kein Problem mit der Eckverbindung bei dem Leigh-Teil und hätte noch eine kleine Stütze, dass die Schubkästen auch winklig werden. Nachteil wäre, dass der Boden für immer fest verbaut ist und ich keine Gelegenheit mehr habe die Schubläden irgendwie auseinander zu bauen (aber warum sollte ich auch?!)

Seht ihr noch irgendwelche Nachteile warum ich das auf keinen Fall so machen sollte? Oder hättet ihr noch andere Lösungsvorschläge?

Vielen Dank euch!

Jochen
 

magmog

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Guuden,

Hinterstück nach dem Zinken nachschneiden. So lassen sich die Schubkasten
mit Böden leichter überarbeiten und Grundreinigen. Das Verleimen ist auch einfacher.
Bei Küchenwerkzeug wird der Boden stark beansprucht,
bei durchgescheuertem Furnier ist die Erneuerung eine einfache Angelegenheit.
 

Dietrich

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Hallo,

dann hab ich in 35 Jahren sicher 200 Schubladen falsch gebaut, die Böden sind rundum eingenutet, habe allerdings noch nie einen Boden entfernen müssen. Nur würde ich an gezinkten Vollholzschubladen niemals nen Span(jauche)boden einlegen, sondern Buchensperrholz 6, 8, 10 oder 12 mm je nach Größe und Belastung der Schübe.

Gruß Dietrich
 

yoghurt

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Hallo,
welche Beschläge werden verwendet? Das ist die entscheidende Frage!

Ansonsten habe ich Vorder- und Hinterstücke gerne auf oben niedriger ausgeführt. Finde ich einfacher zu verputzen.
 

brubu

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die Böden aus 9 mm Spanplatte Eiche furniert.
Spanplatte ist zu schwach und ermüdet, Sperrholz ist besser.
Ich überlege mir immer wie ich später etwas renovieren oder reparieren soll. Folglich muss der Boden auswechselbar sein besonders weil das Furnier irgendwann durchgescheuert ist. Halte dich an @teluke und mach die Böden etwas dicker und auch massiv, dann musst du sie nur 1 Mal machen.
 

magmog

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Guuden,

natürlich ist das Einleimen von abgesperrten Böden OK. Das Verleimen ist für ungeübte allerdings häufig auch ohne Boden bereits stressig.
Das Putzen und Leimabstechen ist ebenfalls einfacher, sowie das weitere Streicheln der Oberflächen.
Meine ich mal, einfach so!
 

IngoS

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Hallo,

grundsätzlich sehe ich keine Probleme die Böden rundum in Nut zu legen und mit einzuleimen, wenn die gesamte Konstruktion dafür geeignet ist.
Allerdings solltest du nicht Spanplatte, sondern Sperrholz verwenden.
Wenn der Boden nicht Eichenfurnier ist, sehe ich da kein großes Problem. Es werden doch eh Antirutscheinlagen, oder Sortierkästen eingesetzt. Da sieht man doch kaum mal was vom Boden.

Gruß Ingo
 

Manohara

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erfunden wurde die Methode mit den rausnehmbaren Böden vermutlich, weil Vollholz seine Breite verändern kann und das so korrigierbar blieb. Dass Furnier durch den Gebrauch durchgewetzt würde, halte ich für unwahrscheinlich (kommt natürlich auf den Gebrauch an).
ABER: Pressspan ist kein "ewig" haltbares Material, was deswegen bei einigen Holzwerkern einen schlechten Ruf hat ... und ich nutze das grundsätzlich nicht für Möbel (wenn's geht) - egal ob fest eingebaut oder rausnehmbar (und wenn es rausnehmbar ist, würde ich es raus nehmen :emoji_wink: )
 

heiko-rech

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Hallo,
ein später eingesetzter Boden hat folgende Vorteile:
  • Die Oberflächenbehandlung ist viel einfacher, als bei einem Schubkasten mit fest eingesetztem Boden
  • Mit dem Boden und der hinteren Verschraubung kannst du den Schubkasten nach dem Verleimen des Kastens noch einmal im rechten Winkel ausrichten.
Gruß
Heiko
 

Friederich

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Dafür muss die Rückwand natürlich schmäler sein
Unten, damit man den Boden einschieben kann.
Aber auch die Oberkante sollte etwas unterhalb der Oberkante der Seitenteile liegen; und die Rückwand sollte ca 1cm nach vorne (innen) gerückt sein; damit man das obere Eck des Seitenteils anschrägen kann (45°). Unterkante (Lauffläche) wird auch angeschrägt (mit kleinerem Winkel). Das erleichtert das Einsetzen der herausgenommenen Schublade.

Etwas dünner als die Seitenstücke ist das Hinterstück klassischerweise übrigens auch.

Wie @heiko-rech schon sagte, erlaubt und sichert ein eingeschobener und am Hinterstück verschraubter Boden die rechtwinkelige Montage.

Achte darauf, dass der einzuschiebende Boden minimal Luft hat zu den Seiten. Sonst könnte es passieren, dass beim Einschieben (Einschlagen) der Schubladenkorpus auseinandergekeilt wird.
 

teluke

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Also wenn ich hier so die Methoden lese wie man Schubladen macht muss ich an das Grab von TutEnchAmun denken. Dort habe ich Schubladen gesehen bei denen ich denke die damaligen Schubladenbauer haben hier mitgelesen.

Man kann alles machen, und manches macht man ja auch lieber nicht einfach wenn´s auch umständlich geht.

Man kann aber auch einfach die vier Seitenbretter nehmen, eine Nut für den Boden einfräsen.
Den Boden herstellen/zuschneiden.
Den Boden in die Nut stecken und dann die Seitenbretter drumherum zuklappen und verleimen.
Ebenso wie man ein Kästchen macht.

Ich mache die Schubladen immer mit Fingerzinken und immer mit massivem Boden.
Natürlich wird der massive Boden nicht eingeleimt.
Ansonsten ist das einschieben, das anschrauben, das kürzen der Rückwand usw. alles überflüssig.
Wäre das nicht so, dann dürfte man auch kein Rahmen mit Füllungen machen.
Da kommt auch niemand auf die Idee die Füllung nicht umlaufend in die Nut zu stecken.
Typischerweise sind Rahmen/Füllung-Bauteile meist größer als Schubladen.
Warum soll da bei Schubladen nicht funktionieren was bei Rahmen/Füllung normal ist.
 

Lorenzo

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Bei Rahmen und Füllung muss halt keine Belastung und Verschleiss der Füllung berücksichtigt werden, das ist je nach Einsatzzweck der Schublade halt schon ne andere Nummer. Ich leime die Böden von Schubladen auch meist ein, aber bei ner Schublade für ne Werkbank oder auch in der Küche mach ich das nicht.
Ach ja, und Span hängt ja irgendwann schon vom Eigengewicht.. :emoji_wink: käme für mich nicht in Frage.
 

teluke

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Span = Igitt

Meine Schubladenböden sind massiv und 10mm dick.

Bis die fertig sind ist es der Rest auch.
 

Fatso Katz

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Hallo,
welche Beschläge werden verwendet? Das ist die entscheidende Frage!

Ansonsten habe ich Vorder- und Hinterstücke gerne auf oben niedriger ausgeführt. Finde ich einfacher zu verputzen.

Absolut, sorry! Es wird eine ganz normale moderne Küche. Es kommen Unterflurauszüge (Blum Quadro oder ähnliches) zum Einsatz. Der Schreiner hat mir Zeichnungen und Maße der Schubladen geliefert, ich baue sie genau so. Natürlich wird für diese Auszüge vorne am Schubkasten diese Klammer geschraubt, in die der Auszug dann einrastet. Dort werde ich ausklinken. Ganz klar.

Spanplatte ist zu schwach und ermüdet, Sperrholz ist besser.
Ich überlege mir immer wie ich später etwas renovieren oder reparieren soll. Folglich muss der Boden auswechselbar sein besonders weil das Furnier irgendwann durchgescheuert ist. Halte dich an @teluke und mach die Böden etwas dicker und auch massiv, dann musst du sie nur 1 Mal machen.
Mein Wunsch wäre es natürlich auch, massive Böden einzusetzen, aber dazu fehlt mir aktuell absolut die Zeit. Das Spanplatte irgendwann hängt... Das habe ich natürlich schon gesehen. Das waren aber andere Spannweiten. Die Schubladen sind alle max. 490 mm tief. Wenn die Platte von allen seiten gehalten wird, habe ich es mir schon als relativ langlebig vorgestellt.


Nach euren Antworten tendiere ich nun doch dazu, die Rückwand hinten nachträglich abzusägen und die Böden einzuschieben. Auch wenn es nochmal ein Schritt ist...
Genau betrachtet könnte ich das auch erst dann machen, wenn ich die Böden tatsächlich tauschen müsste. So oder so würde ich jetzt alle Verbindungen fräsen, die Kästen verleimen und danach die Rückseite unten schmälern. Sonst würde ja die unterste Zinke herausfallen.

Ich versuche mal heute eine Probe zu fräsen. Vielleicht werde ich dann nochmal etwas sehen...
 

brubu

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Ich darf manchmal eher mehr flicken als neu machen und weiss wie gut gebrauchte Schubladen aussehen können. Allgemein macht man sich mehr Gedanken wenn man sich immer wieder mit Renovationsarbeiten beschäftigt. Da ist man froh um jedes Teil das demontierbar und maschinell bearbeitbar ist.
 

Johannes

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Hallo,
wenn die Schubkästen mit Unterflurauszügen verbaut werden sollen, würde ich die Vorder-und Hinterstücke nach dem Fräsen auf Oberkante Boden absägen. Dann spart man sich das Ausklinken und die paar Schrauben sind schnell gemacht.

Es grüßt Johannes
 

brubu

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Soviel übriges Holz haben wir nicht. Schmalere Teile ergeben sich wenn die Breite nicht reicht.
 

Fatso Katz

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Hallo,
wenn die Schubkästen mit Unterflurauszügen verbaut werden sollen, würde ich die Vorder-und Hinterstücke nach dem Fräsen auf Oberkante Boden absägen. Dann spart man sich das Ausklinken und die paar Schrauben sind schnell gemacht.

Es grüßt Johannes
Das klappt leider nicht so ohne weiteres.

Bei der Leigh Frästvorrichtung ist es so, dass alle Teile die gleiche Höhe haben sollten. Auch sollte die Zinken-Einteilung symmetrisch sein.
Ich versuche es mal zu erklären: wenn ich das Werkstück an der Vorrichtung drehe, um die andere Seite zu fräsen, liegt danach die gleiche Seite am Anschlag an. Dadurch ergibt sich folgendes: die Zinke, die ich z. B. links an der Vorrichtung gefräst habe, liegt (betrachte ich den Schubkasten von vorne) auf der linken Seite oben und auf der rechten Seite unten. Das zieht sich rings um alle Verbindungen.

Ich muss also erstmal alle Teile auf gleicher Breite lassen und kann erst nachträglich ausklinken/schmäler sägen. Ich habe dabei aber auch das Problem, dass die unterste Zinke weg gesägt wird.

Deswegen wäre mein Weg nun der, die Verbindungen erst alle zu fräsen, dann die Kästen zu verleimen und danach für die Klammern der Unterflurauszüge auszuklinken.

Nach euren Einschätzungen würde ich nun auch die Rückseire so ausklinken, dass ich den Boden einschieben kann. Aber das wird etwas aufwändiger. Mal sehen ob mir etwas einfällt.

Ich komme leider erst jetzt zu dem Probestück. Ich mache nachher mal ein Foto und hoffe daran das Problem besser erklären zu können.
 

Bernd das Brett

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Statt die Vorder- und Hinterstücke nachträglich einzukürzen, kannst du doch auch einen passenden Streifen als Abstandhalter zwischen dem Leigh Anschlag und deinen Vorder- und Hinterzargen verwenden. Probestück machen und dann kannst du damit in Serie starten.
Viel Erfolg
Bernd
 
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