Problem beim erstellen von Kästchen mit durchgehend umlaufender Maserung

Manwer

ww-nussbaum
Registriert
3. April 2020
Beiträge
75
Ort
Südlich von Frankfurt
Hallo.

ich versuche gerade ein paar kleine Kästchen mit durchgehend umlaufender Maserung ("bookmatching") herzustellen. Dazu habe ich mir ein paar Brettchen ausgehobelt und diese dann mit der Bandsäge aufgetrennt. Anschließend habe ich noch geringe Bandsägespuren weggehobelt.
Wenn ich nun die später aneinander grenzenden Flächen nebeneinander lege, also die Innenseiten der aufgesägten Brettchen, gibt es doch ziemliche Brüche bei der Maserung, sowohl bei den 3 Walnussbrettchen als auch bei den bei dem Kieferbrettchen, wobei das noch am besten aussieht:
Mittel (IMG_0655).jpeg

Bevor ich jetzt mit dem Sägen der Gehrungen weitermache, würde mich interessieren, ob ich bis hierher etwas verkehrt gemacht habe oder ob das mit der umlaufenden Maserung "Glückssache mit dem Holz" ist? Bei meinen 4 Kästchen wird das mit dem "bookmatching"nach dem jetzigen Stand wohl nicht funktionieren.

Gruß Manfred
 

Klausmann

ww-ulme
Registriert
3. April 2013
Beiträge
164
Ort
Villingen-Schwenningen
Umlaufend ist nicht gleich bookmatched. Die umlaufender Maserung bekommst du aus langen Brettern. Das bookmatching nimmt man ja eher für das flächige Bild. Umlaufend = kurze Seiten durchgehend, bookmatched = lange Seite gespiegelt
 

Manwer

ww-nussbaum
Registriert
3. April 2020
Beiträge
75
Ort
Südlich von Frankfurt
Danke für die Begriffsklärung!
Ich verstehe nicht, was die Länge des Bretts mit der umlaufenden Maserung zu tun hat? Aus den im Bild gezeigten Brettchen sollen 4 Kästchen werden, d.h. Im nächsten Schritt soll jedes der Brettchen dann noch einmal durch das Sägen von je 4 Gehrungen in 2 Brettchen aufgetrennt werden. Aus den dann insgesamt 4 Brettchen wird ein Kästchen.
Gruß Manfred
 

magmog

ww-robinie
Registriert
10. November 2006
Beiträge
16.160
Ort
am hessischen Main & Köln
Guuden,

bei genügend langem Material ist das Ende der ersten Seite der Anfang der zweiten. Deren Ende ist der Anfang der dritten……
Nur von Ende vier zu Anfang eins gibt es stärkere Abweichungen.
Nennt sich „Stürzen über Kopf“.

Beim Stürzen, „bookmatching“, ist darauf zu achten dass möglichst wenig Material beim Auftrennen verloren geht und das Rohmaterial nicht zu weit von der Mitte des Stamms stammt.
 

Arkhan1806

ww-esche
Registriert
20. Juli 2022
Beiträge
554
Ort
Nordeutschland
Zur umlaufenden Maserung:

Komplett geht das nicht, da der Anfang und das Ende von Brett ja nicht zusammenpassen, jedoch an einer Ecke wieder aneinanderstoßen.
An allen anderen Ecken wird der Übergang besser, desto weniger Material man wegesägt. Ich mach das so, dass ich das Sägeblatt (gekippt) nur minimal höher einstelle, als mein Bettchen hoch ist. Damit "verliere" ich dann schlussendlich nur ein oder zwei mm.

An der anderen Seite muss dann natürlich noch der verbleibende Überstand weg.
1000007594.jpg
 
Registriert
21. April 2020
Beiträge
182
Ort
München
Ich denke schon, dass du korrekt vorgegangen bist (Innenseite beim auftrennnen wird Außenseite beim Verleimen, dann ist umlaufende Maserung an allen 4 Ecken möglich. )
Evtl. hast du an den enden ungleichmäßig viel weggesägt?
Beim zweiten von oben am linken Brettchen noch 1 cm weg, dann sollte es besser passen, oder? Die Frage ist dann, ob es an den anderen Enden noch passt.
 

Kerstenk

ww-robinie
Registriert
27. Februar 2022
Beiträge
3.239
Ort
Greifenstein
habe ich hier schon mal gezeigt. Umlaufend geht recht einfach und mit etwas Glück klappt es auch bei der vierten Ecke. Richtig zur Geltung kommt es, wenn man die Ecken abrundet, dann zieht sich die Maserung richtig um die Ecke.
 

stefan.

ww-esche
Registriert
9. März 2025
Beiträge
445
Ort
Augsburg
Hallo zusammen,

ich glaube hier wird wieder aneinander vorbeigeredet. @magmog und @Arkhan1806 haben eine andere Technik im Kopf als @Manwer und @Schraubzwinge894 (und ich).

Ich hab das deshalb mal aufgezeichnet. Die Idee ist, dass man ein ausreichend starkes Brettchen längs auftrennt und dann aus jeder Bretthälfte zwei Seitenteile schneidet. Dreht man dann die Innenseite nach außen, hat man an allen vier Ecken durchgängige Maserung. Hier farbig dargestellt (Ansicht von "oben"):
1789197379836.png

Damit das gut funktioniert, braucht es aber ein Brettchen mit mehr oder weniger stehenden Jahresringen, wie man anhand folgender Zeichnung sieht, Ansicht jetzt von vorne:
1789197450671.png

Es ist ja so, dass die Innenseiten später aneinander anliegen und eine durchgehende Maserung zeigen sollen.
Stell dir vor, der rot markierte Bereich ist der Bereich, der durch das Auftrennen und anschließendes Hobeln verloren geht. Hat dein Brett stehende Ringe, dann hast du auch ohne den roten Bereich mehr oder weniger passende Jahresringe. Hast du dagegen eher schräge Jahresringe, dann passen die nicht mehr zusammen, hier mal mit Paint künstlich ausgeschnitten:

1789197833661.png
Man sieht, links passt es besser (wenn auch nicht perfekt) als rechts).

Ich denke bei dir sieht man die Effekte von schrägen Jahresringen.
 

Manwer

ww-nussbaum
Registriert
3. April 2020
Beiträge
75
Ort
Südlich von Frankfurt
Ich habe mir jetzt nochmal meine Brettchen angesehen und es stimmt, ich habe ziemlich schräge Jahresringe. Dass es für diese Technik am besten stehende Jahresringe benötigt, war mir nicht bekannt.
 

Kerstenk

ww-robinie
Registriert
27. Februar 2022
Beiträge
3.239
Ort
Greifenstein
Ich habe mir jetzt nochmal meine Brettchen angesehen und es stimmt, ich habe ziemlich schräge Jahresringe. Dass es für diese Technik am besten stehende Jahresringe benötigt, war mir nicht bekannt.
ich habe einfach genommen, was ich da habe, teils läuft die Maserung schräg über das Brett, aber am Ende sieht man es nur, wenn man wirklich genau hinschaut. Ich schneide sogar mindesten 5mm raus. Selbst der Unterschied zwischen dem ersten und letzten verschwindet meist.
 

rafikus

ww-robinie
Registriert
26. Juni 2007
Beiträge
4.244
Ort
Ruhrgebiet
Ich habe mir erlaubt, auf die Schnelle, das Bild aus dem Eingangsbeitrag zu bearbeiten.
Wenn es Buchseitenfügen sein sollte, dann wird so ein Schuh draus:

BuchSpiegeln.jpg
 

magmog

ww-robinie
Registriert
10. November 2006
Beiträge
16.160
Ort
am hessischen Main & Köln
Guuden,

Hallo zusammen,

ich glaube hier wird wieder aneinander vorbeigeredet. @magmog und @Arkhan1806 haben eine andere Technik im Kopf als @Manwer und @Schraubzwinge894 (und ich).

Ich hab das deshalb mal aufgezeichnet. Die Idee ist, dass man ein ausreichend starkes Brettchen längs auftrennt und dann aus jeder Bretthälfte zwei Seitenteile schneidet. Dreht man dann die Innenseite nach außen, hat man an allen vier Ecken durchgängige Maserung. Hier farbig dargestellt (Ansicht von "oben"):
Anhang anzeigen 221128

Damit das gut funktioniert, braucht es aber ein Brettchen mit mehr oder weniger stehenden Jahresringen, wie man anhand folgender Zeichnung sieht, Ansicht jetzt von vorne:
Anhang anzeigen 221129

Es ist ja so, dass die Innenseiten später aneinander anliegen und eine durchgehende Maserung zeigen sollen.
Stell dir vor, der rot markierte Bereich ist der Bereich, der durch das Auftrennen und anschließendes Hobeln verloren geht. Hat dein Brett stehende Ringe, dann hast du auch ohne den roten Bereich mehr oder weniger passende Jahresringe. Hast du dagegen eher schräge Jahresringe, dann passen die nicht mehr zusammen, hier mal mit Paint künstlich ausgeschnitten:

Anhang anzeigen 221130
Man sieht, links passt es besser (wenn auch nicht perfekt) als rechts).

Ich denke bei dir sieht man die Effekte von schrägen Jahresringen.


Super, sowohl stürzen als auch über Kopf stürzen! Das ist großartig!
 
Oben Unten