Schraubensicherung für Scheppach Hobelmaschine

WerkstattWilli

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Hallo zusammen, ich hab ein kleines Problem mit meiner stationären Hobelmaschine (älterer Abricht- und Dickenhobel). Das Teil läuft an sich super, vibriert aber naturgemäß beim Arbeiten ziemlich ordentlich. Mir ist jetzt schon zum zweiten Mal aufgefallen, dass sich an der Abdeckung und im Bereich des Vorschubantriebs ein paar Befestigungsschrauben durch das Gezappel gelockert haben. Das ist mir auf Dauer einfach zu gefährlich, falls da mal ein Teil im Betrieb komplett flöten geht.

Ich habe von einem anderen Projekt hier zu Hause noch die Schraubensicherung von INBUS in mittelfest rumstehen. Jetzt bin ich mir aber unsicher, ob die mittelfeste Variante für die Vibrationen einer Messerwelle normalerweise aus reicht oder ich lieber direkt zu einer hochfesten Variante greifen sollte? Ich hab aber auch etwas Schiss, dass ich die Schrauben bei der hochfesten Sicherung nie wieder aufbekomme, ohne das Gehäuse mit dem Brenner zu bearbeiten, was ich wegen der Lager und Riemen ungern machen würde.

Hat hier jemand Erfahrung mit flüssiger Sicherung an Holzkraft- oder Scheppach-Maschinen und kann mir einen Tipp geben?

Beste Grüße, Willi
 

Martin45

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fried.chycken

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Die selbstsichernden Muttern sind eher fürs Gefühl.
Da würde ich als Maschinenbauer doch widersprechen. Klar, die Nord-Lock Dinger sind gut, hab welche auf dem Schreibtisch liegen. Aber 98% der industriellen Anwendung sind mit selbstsichernden Muttern ausreichend abzudecken (was nicht heißt, dass man nicht eine Bedingung findet, in denen es nicht hält, siehe Video).
Wirklich wirkungslos sind nur die Federringe.
 

Martin45

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Da bin ich aber über deine Aussage doch sehr erstaunt. Gerade wenn du Maschinenbauer bist, müsstest du auf fachlicher Ebene wissen, dass die einzigen vernünftigen Schraubensicherungen, wo auch die Klemmkraft erhalten bleibt bestimmte Scheiben bzw. Schraubenköpfe (Nordlock, Schnorr) und Kunststoffsicherungsklebstoft (landläufig Loctite) sind.
Die restlichen derartigen Hilfsmittel sind eher bessere Verliersicherungen etc.
Auch im Video siehst du dass der Unterschied zwischen Federringen und den selbstsichernden keine Welt ist.

Edit:
Maschinenelemente I, Prof. Gold, RWTH Aachen, S. 143, 144 sagt:

Als losdrehhemmende Elemente:
- Verriegelungszähne,
- Oberflächenverfestigende Haftschrauben und
- Verkleben.


Verliersicherungen:
- Sechskantmutter mit Klemmteil, z.B. Din 982, 985
- Schrauben mit Kunststoffstreifen
- Kronenmutter und Drahtsicherungen
 
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fried.chycken

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Das Video hat halt keine Aussagekraft, das ist genau ein Vibrationsmuster. Natürlich würde ich als nordlock auch genau dieses Auswählen, um mein Produkt anzupreisen.

Und natürlich spielen die Einsatzbedingungen eine Rolle und unter den richtigen Bedingungen geht alles kaputt. Manchmal braucht man keine Schraubensicherung, manchmal wird geklebt und manchmal nimmt man Stop-Muttern. Mein Auto, mein Fahrrad und meine Kreissäge sind in jedem Fall noch zusammen, obwohl an keinem davon nordlock Scheiben verbaut sind...

Mir ist keine unabhängige Quelle bekannt, die die generelle untauglichkeit von Stop-Muttern beschreibt, in der Norm (ISO 7040) steht m. W. Auch nix drin, dass es Einschränkungen in der Vibrationsfestigkeit gäbe.
 

Martin45

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Auch wenn er von Nordlock gemacht wurde, so ist der Junkers Test ein üblicher, anerkannter Testaufbau für Vibrationstests.

Maschinenbau läuft ja i.d.R. andersrum. Es ist etwas für eine Anwendung freigegeben.
Die diskutierten Muttern erhöhen durch den Klemmteil das Reibmoment. Wie du aber ja selber sagst, macht da niemand (meiner Meinung nach aus gutem Grund) eine Aussage zur Vibrationsfestigkeit.

Henkel (Loctite) gibt für niedrigfeste Schraubensicherung hingegen explizit "Vibrationsbelastete Baugruppen" an und für mittelfeste und hochfeste Varianten hingegen explizit "sichert dauerhaft gegen Losdrehen durch Stoß und Vibration".

Um zur Ausgangsfrage zurück zu kommen: Ab Mittelfest ist das Loctite also geeignet.
 

WoodyAlan

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Ich nutze seit ner Ewigkeit eine HM0 Solo und das recht intensiv. Die einzige Schraube die sich in all den Jahren mal gelockert hat, war die zur Befestigung des Handrades. Da vibriert auch Nix.abgesetzte Hobelspäne an dercweite bleiben da auch im Betrieb liegen. Da stimmt was nicht und das solltest du zügig rausfinden!
 

willyy

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jetzt ohne in die Schlaumeierei abdriften zu wollen, aber warum zählt eine selbstsichernde Mutter nicht als Sicherung zum lösen ?
Beide (Kleber und Mutter) arbeiten doch nach demselben Prinzip: die Reibung massiv erhöhen ?

Und ganz nebenbei: ich hab erst vor Kurzem eine Schraubensicherung weggeworfen, weil die nicht mehr fest geworden ist. Das Zeug kann scheinbar schlecht werden.
 

IngoS

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Hallo,

neben der interessanten Diskussion über Schraubensicherungen wollen wir aber nicht vergessen, dass es unzählige Schraubverbindungen gibt, die auch ohne die genannten Schraubensicherungen zuverlässig halten, auch bei Schwingungen, wie z.B. Radmuttern, Radschrauben, oder Zylinderkopfschrauben.

Im hier vorliegenden Fall ist m. E. nicht die Schraubensicherung das Problem, sondern unzulässige Vibrationen der Maschine. Da hilft eine ausgeklügelte Schraubensicherung nicht, sondern eine Reparatur der Fehlerquelle.

Gruß

Ingo
 

Pareto

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Und ganz nebenbei: ich hab erst vor Kurzem eine Schraubensicherung weggeworfen, weil die nicht mehr fest geworden ist. Das Zeug kann scheinbar schlecht werden.
Mich würde interessieren, wie du das getestet hast, weil...
Schraubensicherung typischerweise nicht durch Trocknung klebt, sondern weil Das winzige Kapseln in Flüssigkeit sind, die erst durch den Druck des Gewindes zerplatzen und den eigentlichen Kleber freisetzen.
Wenn du also einfach Loctite auf ein Brettchen träufelst, wird das nix...

Ich will das nicht per se anzweifeln, aber ich habe schon richtig altes Material verarbeitet, das immer noch funktioniert.

Zum Thema "Selbstsichernde Muttern":
Ich habe noch nie erlebt, dass sich eine S.M. von alleine löst - weder an meinen Maschinen noch an meinen Fahrzeugen noch an den Geräten auf dem öffentlichen Spielplatz, den ich betreue.
 

DerRestaurator

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Mich würde interessieren, wie du das getestet hast, weil...
Schraubensicherung typischerweise nicht durch Trocknung klebt, sondern weil Das winzige Kapseln in Flüssigkeit sind, die erst durch den Druck des Gewindes zerplatzen und den eigentlichen Kleber freisetzen.
Wenn du also einfach Loctite auf ein Brettchen träufelst, wird das nix...
Also es gibt mikroverkapselten Kleber, das ist das Zeug, das schon auf Schrauben "trocken" drauf ist, z.B. für Fahrzeugbremsen. Dieser wird beim Eindrehen der Schraube mechanisch aktiviert.
In den Flaschen ist das meist anärober Kleber.
Manche Kleber brauchen allerdings auch Kontakt zu Stahl und funktionieren nicht mit Messing.
 

willyy

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wie du das getestet hast, weil...
Schraubensicherung typischerweise nicht durch Trocknung klebt,
ich hatte das einfach benutzt und am nächsten Tag war die Verbindung immer noch locker. Dann nochmal Gewinde mit Alkohol sauber gemacht und nochmal. Beim 3. Versuch habe ich dann die Flasche angezweifelt, neue gekauft und hat funktioniert.
Meines Wissen reagieren die erst mit Eisen (?) Ionen. Ob das Zeug an der Luft trocknet weiß ich nicht. Hab die Flasche immer sofort nach Gebrauch zu gemacht.
S.M. sind bei mir auch noch nie aufgegangen, auch am Fahrrad nicht. Aber ich will das Maschinenbauer Wissen nicht in Frage stellen. Das wird schon stimmen.
 
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