Es gibt doch schon so viele Bohrständer.

Batucada

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Ja, es hat sich noch einiges getan – in Sachen Linearführung. Beim japanischen Vorbild wurden 25er-Wellen verwendet, und ich hatte aus Kostengründen geprüft, ob eine Realisierung mit 20er-Wellen möglich ist, ohne nennenswerte Qualitätseinbußen hinnehmen zu müssen. Tja, und was soll ich sagen: Die Gunst der Stunde hat mir ein Fenster geöffnet, um ein altes zu schließen, was mich sehr verdrossen hat. Ich wollte die Wellen bestellen, aber der Anbieter konnte nur noch eine 20er anbieten. In einer wilden Aktion habe ich sämtliche Quellen durchforstet, bin fündig geworden und habe das System komplett auf 25er-Wellen umgestellt. Da die Maße größtenteils in Spreadsheets hinterlegt sind, war die Anpassung schnell überprüft, und ich habe keine Zeit mehr verloren und schleunigst bestellt.

Bohrständer 030.png

Der nächste Schritt war schon etwas aufwendiger. AliExpress hat auch die bestellte Eurohalsaufnahme auf die Reise geschickt. Bei der im Modell verwendeten Eurohalsaufnahme handelt es sich um eine Modellierung, die sich an kaum verfügbaren Maßen orientiert. Bei den von RATTM zur Verfügung gestellten Fotos sind nur wenige Maße eingetragen. Mal schauen, was wird.

Bohrständer 032.png Bohrständer 033.png
Bohrständer 034.png Bohrständer 035.png

Die RATTM-Eurohalsaufnahme befestige ich an einem Alu-Block, den ich wiederum in die Halterung aus Multiplex integriere. Früher hätte ich eine solche Aufgabe mit JOWAT 690 gelöst, aber der ist hier in der Gegend nicht zu bekommen. Ob ich mir einen Versuch mit einem Silikon-Kleber leiste, weiß ich noch nicht. Eigentlich müsste es gehen, weil ich immerhin fünf Flächen des Alu-Blocks zum Kleben nutzen kann. Der JOWAT 690 zeichnet sich dadurch aus, dass er innerhalb der angegebenen Grenzen dauerelastisch bleibt und nicht vollständig durchhärtet. Die RATTM-Eurohalsaufnahme direkt auf Holz zu verschrauben bringt nichts, weil Holz schrumpft und damit die dringend benötigte Flächenpressung verloren geht.

Bohrständer 036.png Bohrständer 037.png

Ich habe ja nicht nur vor, dort eine Bohrmaschine einzuspannen, sondern spätestens, wenn ich eine kleine Fräse betreibe, wird sich zeigen, ob meine Überlegungen alles bedacht haben.

Bohrständer 038.png Bohrständer 039.png

Es sind zwei M8-Schrauben, mit denen die RATTM-Eurohalsaufnahme am Alu-Block befestigt ist. Diese Schrauben sind aber nicht dazu vorgesehen, die beim Fräsen auf die Halterung wirkenden Kräfte zu übertragen, sondern sollen mittels einer stabilen Flächenpressung die Kräfte auf den Alu-Block übertragen. Dieser leitet die Kräfte wiederum über wesentlich größere Flächen als die Fußfläche der RATTM-Eurohalsaufnahme in die Holzkonstruktion ab.

Bohrständer 041.png
 

Sire Toby

ww-robinie
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Spannend.
Zwei Gedanken:
-Ich bin kein wirklicher Silikonfreund, wenn es nicht wegen der Umgebung sein muss (Heißdampf zb)
Hier haben Spezialsilikone sicher ihre Bedeutung.
Auch wenn die Elastizität ein wichtiger Punkt ist. Aber hier möchtest Du ja eigentlich eine sichere, starre Verbindung erzielen.
Wäre dann Polymerkleber nicht schicker?

-Ohne es durchrechnen zu können, aber rein optisch würde ich die Steifigkeit bei Fräsen Bewegung rechts-links immer noch deutlich höher einschätzen als Bewegung vorne-hinten (hoffentlich verständlich).
Ich hätte insbesondere etwas Sorge, dass es etwas nachgibt, wenn der Fräser im Werkstück hinten ist und nach vorne muss, da hier fast nur Zugbelastung bzw Biegebelastung aufgebaut wird.

Ich glaube, dass Du eigentlich keine Fräshöhe/ Bohrhöhe verlieren würdest, wenn Du die beiden grünen, senkrechten Seitenflügel etwas nach unten verlängern würdest. Durch das Bohrfutter kommst Du ja sowieso nicht komplett runter.

Gutes Gelingen, Tobias
 
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Batucada

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Auch wenn die Elastizität ein wichtiger Punkt ist.
Hallo Tobias,

Die Elastizität ist nur in sofern ein wichtiger Punkt, als es keine dauerhafte sichere Verbindung zwischen Holz und Metall gibt. Ein bestes Beispiel dafür ist das Klavierband an Möbeln, wo mit der Zeit die Stabilität verloren geht.
Bei Verbindungen zwischen Metallen geht man klassisch davon aus, dass die Kräfte zwischen zwei Werkstücken durch Flächenpressung übertragen werden, die durch die Schraubverbindung zustande kommt, niemals werden diese Schrauben auf Scherung beansprucht, wenn doch, dann ist da konstruktiv was schief gelaufen. Eine Schraubverbindung von Holz mit Metall auf Basis der Flächenpressung kriegen wir nicht hin, das ist vergebene Mühe, da lange drüber nachzudenken, die Werkstoffe haben unterschiedliche Härten, die einander nicht nahe kommen.

Ich muss aber alle Kräfte, die mit der Werkzeugmaschine in der Eurohalshalterung auftreten, über eine relativ kleine Fläche (20 x 120 mm) in die weitere Konstruktion leiten. Also, diese kleine Fläche über einen Flächenpressung direkt mit der Holz-Konstruktion zu verbinden ist sinnlos. Daher der Alu-Block aus einem Profil 25 x 50 mm mit einer Länge von 150 mm. So gewinne ich eine zusätzliche Gesamtfläche von 2 mal 50 x 150 mm und 2 mal 25 x 50 mm, dadurch stehen sich 2400 mm² und 17500 mm² gegenüber, das ist etwa mehr als ein 7 facher Gewinn. Durch die Verklebung versuche ich eine kraftschlüssige Verbindung zum Holz herzustellen. Die Klebefuge sollte in geringstem Umfang elastisch bleiben, damit die Klebeverbindung nicht auf Dauer durch die ständig wechselnde Belastung versagt.

PS. Rechenfehler korrigiert
 
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Batucada

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Ja, heute war es so weit, das lang ersehnte Teil aus China in Augenschein nehmen zu können.

Bild 030.jpg

Es sieht eigentlich ganz adrett aus, dachte ich mir, als ich das Teil aus seiner Packung befreite. Doch der erste Test brachte gleich die Ernüchterung. Nicht etwa, dass das Teil nichts taugen würde. Aber dem Designer, der hier eine M6-Schraube zum Spannen vorgesehen hat, sollte man ein paar zwischen die Hörner geben. Und so habe ich mich gleich an die Verbesserung gemacht.

Bild 031.jpg Bild 032.jpg

Beim ersten Test (noch mit der M6-Schraube) hatte ich schon die Angst, ich würde das Gewinde abreißen, und die Quadrill saß immer noch nicht fest in der Eurohalsaufnahme. So war mir sofort klar: Eine 1+ würde dieses Teil bei einer Bewertung nicht von mir bekommen. Ich habe also gefühlsmäßig reagiert und weitere Versuche mit M6 ausgeschlossen. Eine M8-Schraube kann gegenüber einer M6-Schraube gleicher Güte das 1,85-Fache an Kraft übertragen. Glücklicherweise hatte ich eine passende Schraube in meinem Fundus, und ich machte mich gleich ans Werk.

Und glücklicherweise hatte ich auch das passende Bohrwerkzeug aus meiner alten Werkstatt mitgenommen. So hat sich der Transport einer Zapfensenker über den großen Teich schon positiv bemerkbar gemacht.

Bild 033.jpg Bild 034.jpg

Jetzt kann jede andere Werkzeugmaschine mit einem Eurohals sicher im Halter befestigt werden. Mein Augenmerk war hierbei besonders auf die kleine Boschfräse gerichtet.
 

Batucada

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Wer an dieser Stelle etwas mehr erwartet hat, muss sich noch ein wenig gedulden. Ich habe bei der Entwicklung des Modells zwar einige Details durchdacht, aber eben nicht alles bis ins letzte ausgearbeitet.

Bohrständer 042.png

Auf den Wellen laufen diese Blöcke, und in diese Blöcke müssen die Kugelhülsen eingebracht werden. Jetzt stehe ich allerdings vor dem Problem, dass der Bohrständer, den ich für solche Arbeiten bauen will, eigentlich schon fertig sein müsste – ist er aber nicht. So komme ich an der Stelle erst mal nicht richtig weiter.

Als ich darüber nachgedacht habe, wie ich die Bohrungen trotzdem hinbekommen könnte, kam mir die Idee mit der Oberfräse. Damit war das Problem für mich zumindest vorerst vom Tisch.

Da mir der Halter, den ich in China bestellt habe, richtig gut gefällt, habe ich beschlossen, das Ganze erst einmal aufzuschieben. Ich habe nämlich noch einen zweiten Halter bestellt. Meine Idee ist, als nächstes – noch bevor dieses Projekt fertig ist – einen provisorischen Frästisch zu bauen. Den Halter möchte ich dafür verwenden, um meine kleine Fräsmaschine darauf zu montieren. Das Ganze soll auf einem Schlitten sitzen, den man hoch- und runterfahren kann.

Bohrständer 044.png Bohrständer 043.png

Die Blöcke nehme ich mir also später vor. Die Bohrungen für die Kugelhülsen werde ich dann mit dem provisorischen Frästisch machen.
 

Batucada

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Tatsächlich hatte ich vor, am Bohrständer vorerst nicht weiterzuarbeiten. Aber es kommt ohnehin immer wieder anders. Besonders in den karibischen Gefilden ist das keine Seltenheit. Eigentlich sollte meine Werkstatt längst eingerichtet sein – aber es ergaben sich Umstände, die mich zögerlich werden ließen. Heute habe ich jedoch vom Kurier ein lang erwartetes Alustück abgeholt.

Bohrständer 049.jpg Bohrständer 050.png

Das ist das Stück, an dem ich die Eurohalsaufnahme befestigen will. Und damit fangen die Probleme erst richtig an. Die beste Haltbarkeit wird erreicht, wenn die Gewindebohrungen genau senkrecht zur Anpressfläche eingebracht werden können. Der Bohrständer, den ich gerade baue, müsste schon längst fertig sein.

Bohrständer 051.jpg Bohrständer 052.jpg

Aber ich habe ja eine Hobelbank, und daran ist eine Vorderzange eingebaut, die sich für mein Vorhaben trefflich nutzen lässt. Wie man sieht, habe ich die Vorderzange sehr sorgfältig eingebaut, was sich jetzt als Vorteil bemerkbar macht. Ich kann das Alustück bündig einspannen und bekomme somit eine wesentlich vergrößerte Arbeitsfläche. So kann ich ohne Hast und Mühe einen Hilfsbohrständer positionieren und die Bohrungen mit halbwegs ordentlicher senkrechter Genauigkeit ausführen.

Bohrständer 053.jpg Bohrständer 054.jpg

Mit einem Kegelsenker für einen ordentlichen Anschnitt sorgen. Und mit der Quadrill kann man dann auch schön gemütlich den Gewindebohrer eindrehen; als Schmiermittel verwende ich reinen Alkohol (ähnlich wie Spiritus). Ganz wichtig: Das Alu-Material ist T6011, das bleihaltig sein sollte, damit kurze Späne entstehen, die nicht schmieren.

Bohrständer 055.jpg

Fertig ist dieser Arbeitsschritt.

Bohrständer 056.jpg

Bohrständer 057.jpg
Und die Hundesippschaft fühlt sich wohl. Die Hündin muss ich anleinen, sonst funktioniert das Idyll nicht, weil die Sozialisierung der Straße oft genug noch zum Vorschein kommt. Mit Leine kann ich das etwas begrenzen, um Stress zu vermeiden.
 

Batucada

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Ist dieser Kleber für dein Vorhaben verwendbar?
Guten Morgen Siegfried,

Jowat 690 gibt es in zwei Klassen, wovon nur die erste Klasse deutlich dokumentiert ist. Jowat 690.00 hat eine sehr lange Offenzeit, ich glaube etwas knapp über eine Stunde. Die andere Klasse ist Jowat 690.20 habe ich erfahrungsgemäß bei Offenzeiten um die 20 Minuten verwendet.

Jowat 690 wäre für meinen Fall sicher die richtige Wahl, da ich mit PC11, den ich hier erworben habe, noch keinerlei Erfahrung habe. Ich werde es sehen.

Die Schrauben sind M8.
 

Batucada

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Einen provisorischen Frästisch wollte ich bauen, bin davon aber wieder abgekommen. So eine Art Frästisch wird es schon werden, jedoch eher provisorisch als ein komfortabler Frästisch. Den zweiten Halter habe ich inzwischen in China bestellt, vorerst werde ich ihn aber nicht benutzen. Die Bohrungen in den Lagerböcken werden auf jeden Fall gefräst, das steht fest, und das „Wie“ ist ebenfalls geklärt.

Bohrständer 044.png

Allein beim Vorbereiten der Böcke hadere ich noch: Soll ich die aus aufgedoppeltem Multiplex entstehenden Böcke vorerst mit leichtem Übermaß (1–2 mm) anfertigen? Es gibt nur ein wichtiges Referenzmaß, das bei allen acht Böcken gleich sein muss. Ansonsten ist mein erklärtes Ziel, dass alle Bohrungen absolut senkrecht werden.

Bohrständer 061.png

Ich werde mit einem Fräszirkel eine Scheibe herstellen, die exakt rund ist. Dabei folge ich dem Grundsatz, dass man größere Durchmesser oft mit höherer Genauigkeit herstellen kann. Derzeit wähle ich 180 mm Durchmesser; das sollte reichen, ich muss ohnehin noch sehen, wo ich Material herbekomme.

Bohrständer 062.png

Mit ein paar Klötzen fertige ich eine Vorrichtung zum Einklemmen der Werkstücke, aus denen schließlich die Lagerböcke entstehen sollen.

Bohrständer 063.png

Der nächste Schritt ist etwas schwieriger — vielleicht aber auch nicht. Mit den Kugellagern zwinge ich die mittige Drehscheibe zum Rundlauf. Die aufgedoppelten Lagerböcke werde ich mit einem 35‑mm‑Forstner vorbohren, damit das spätere Rundfräsen erheblich erleichtert wird. Das ist vorerst meine Idee; ich bringe sie jetzt in diese Form, schlafe ein oder zwei Nächte darüber und schaue dann, was die Kollegen dazu sagen.
 

H&B

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Moin Hubert, ich glaub, du wartest scheinbar vergebens auf Aussagen der Kollegen:emoji_frowning2::emoji_wink:

Wie weit bist mit dem Aufdoppeln der Klötze?
Wie kriegst du das Mass der Klötze so wiederholgenau hin? Die müssen ja fürs Fräsen
der Löcher absolut genau in die Aufnahme der "Drehscheibe" passen.
Ganz versteh ichs noch nicht. Aber du weisst ja - ich brauch immer ein bisschen.
Viel Tatkraft weiterhin - und "möge die Genauigkeit mit Dir sein !" :emoji_thumbsup:
LG
Siegfried
 
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Batucada

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Moin Hubert, ich glaub, du wartest scheinbar vergebens auf Aussagen der Kollegen:emoji_frowning2::emoji_wink:
Hola Siegfried,
Nöö, ich lass es nur langsam angehen. Ich hab ja noch einen Raum, den ich bisher nicht genutzt habe, außer zum Abstellen der Transportkisten, das. Bücken nach den Werkzeugen wird irgendwie ungemütlich. Ich bin ja in einen Neubau eingezogen und da hatte es noch einige Unzulänglichkeiten, die sind aber jetzt behoben, so dass ich doch nicht wieder ausziehe. Also mache ich mir Stellagen für die Kisten. Ich warte auch noch auf Lieferungen von eBay.

Ich war gestern im Holzhandel, um mich zu informieren. Also gemach, gemach.
 
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