Ebony-Clamp für Plattenspieler anfertigen?

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Sonnenmilch

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Hallo und guten Morgen,
ich interessiere mich für einen Ebony Clamp in afrikanischen Schwarzholz der an einen Plattenspieler eingesetzt werden soll. Siehe dazu link.
https://www.kuzma.si/ebony-clamp.html
Wenn ich den Clamp in diesem speziellen Holz jetzt selbst anfertigen möchte, welche technische Gerätschaften wären dafür nötig? Ist das für mich, der handwerkliche Basics beherrscht, überhaupt möglich? Oder ist das was für den Profi?
Als Herausforderung sehe ich hier die tief ins Holz gefrästen schmalen Nuten (anderen Fachbegriff fällt mir gerade nicht ein). Auch habe ich nur die äusseren Abmessungen, was das Ganze zusätzlich erschweren wird..
Ich habe meine Anfrage jetzt bewusst allgemein gehalten. Bitte seht auch von Preisdiskussionen ab. Ich weiß das es teuer wird.
Gruß und Dank im voraus!
Helmut
 
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carsten

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Hallo

clamp ist für mich eine Zwinge. Mir erschließt sich nicht der Sinn und Zweck dieser Ebony Clamp.

Danach könnte man evtl auch anderes Holz nehmen.
Die Nuten ( ja Begriff passt) sehen für mich aus wie ganz normale Sägeschnitte. Das Teil ist jedoch nicht groß da sind ein paar Vorsichtsmaßnahmen und Grundlagen zu beachten.
Als Erstes müsste das Teil vermutlich rund werden. Klassisch ist das Drechslen. Vorsicht bei vielen Ebenholzarten ist der Staub biologisch wirksam ( Haut und Atemwegsreizungen).
Für die Nuten fallen mit verschiedene Mgl ein. Geht auch per Handsäge. Für jegliche Maschinelle Bearbeitung würde ich auf jeden Fall eine Haltevorrichtung empfehlen.
 

yoghurt

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Hallo,
dieser Zylinder drückt (zwingt) das Vinyl (für Generation X: die Schallplatte) plan auf den Plattenteller.
 

wirdelprumpft

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wäre da bei sowas ggf. noch ein Teilapperat dazu.
für die Beschriftung und auch dann wäre noch Geld gespart - absurd was die für das Stückchen Holz aufrufen 2000-3200 Euro.....evtl. hat das auch eine Fertigungstiefe die den Preis rechtfertigt. Würde mir billiges Versuchsholz mitbestellen, Ahorn, Buche oder ähnliches
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carsten

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Hallo

ah Danke Schallplattenspieler kenne ich und auch noch Kassetten und Bandsalat. Bei mir liegen die dank Schwerkraft von selbst auf dem Teller. Die Idee mit Teileapparat kam mir auch, DIe Preise sind abartig. Wenn es ums Gewicht geht Buche und mit Blei ausgießen bzw Bohrungen mit Kügelchen füllen. So werden auch Segelflugmodelle austariert.
 

Sonnenmilch

ww-pappel
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Es geht nicht nur um das Gewicht. Es geht auch um Resonanzen die damit unterdrückt/neutralisiert werden können. Vermutlich fiel die Wahl auch deshalb auf dieses afrikanische Schwarzholz, was wohl sehr hart und schwer ist. Es schwimmt auch nicht. Wird auch im Instrumentenbau eingesetzt.
Das nur am Rande und hat auch nichts mit meiner Ausgangsfrage zu tun. Sinn und Zweck müßte man in einem anderen Thread ausdiskutieren. :emoji_wink:
 

Manuel_

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Hört sich sehr nach HiFi-Esoterik an.
Bei einem neu Preis von 3200€ für das Ding muss eine gut Portion Esoterik mitbezahlt werden.

Bei dem was eine Schallplatte "schwingt" spielen die Schlitze und Rillen im Holz imho keine Rolle, für mich ist das nur Schein, um den Preis zu "rechtfertigen".
Wenn hier irgendwas eine Funktion hat, dann ist es IMHO nur das Gewicht. Damit wäre dann der Nachbau auch deutlich leichter, einfach einen schönen Rohling suchen und drechseln (lassen), plane Fläche unten und Loch in der Mitte, mehr sollte es eigentlich nicht brauchen.
Wenn man es wirklich übertreiben will, könnte man das ganze als Dose drechseln und mit Sand (oder Goldstaub) füllen, dann würde es ähnlich einem Rückschlagfreien Hammer theoretisch Vibrationen noch besser neutralisieren.
 
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wirdelprumpft

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Die Frage ist wofür sind die Schlitze, muss das Teil ausgewuchtet sein oder nicht etc. Da hat man bestimmt Fehlversuche.
Holz mit Dichte über 1 gibt es nicht so viele, aber vielleicht etwas günstigeres als Ebenholz.
Denke das Ebenholz kommt überwiegend wegen seiner dunklen Farbe zum Einsatz, weniger weil es den Klang des Instruments verbessert.
Pock, Bongossi bekommt man evtl. wenn es nur um die Farbe geht wäre ich bei Wenge
 

Sonnenmilch

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Ich verstehe gerade nicht so recht, was an meiner Ausgangsfrage so missverständlich ist? Warum driftet das derart ab? Gut, ich bin Neu hier und hatte mich extra für meine Frage angemeldet. Ich habe sogar explizit darauf hingewiesen das ich keine Preisdiskussionen wünsche. Ist das hier typisch für das Forum das Wünsche bewusst und vorsätzlich missachtet werden? Wenn das so ist dann bitte weiter. Dann will ich nichts gesagt haben. Sollte dies nicht so sein, so bitte ich die Sheriffs Beiträge die nichts zur Sache beitragen zu löschen. Es geht mir schlicht um Tipps und Vorschläge zur Bearbeitung und Herstellung eines solchen Clamp in genannter Holzart.
 

wirdelprumpft

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Mit gewissen abweichenden Antworten muss man hier leben.
Was willst du den für deine Gerätschaften ausgeben?
Mit Handsäge etc. wird das schwierig.
Profi - auch schwierig selbst mit 5-Achs CNC - nicht ganz günstig das zu Spannen, so das man das vernüftig bearbeiten kann.
Metaller machen das nicht wegen der Holzspäne im Kühlmittel.....
 

derdad

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Wichtig zu wissen wäre auch ob diese "clamp" nur auf der Platte liegt oder auch niederdrückt.
Ich nehme an, die Bohrung sollte leichtes Untermaß haben, und durch die Schlitze soll sich das Zauberding klemmend auf den Dorn schieben lassen. So wie bei einer Spannzange. Dadurch "könnten" leichte Schwingungen der Schallplatte verhindert werden. Also weniger das Gewicht der Clamp ist das Geheimnis, sondern die Klemmwirkung. Das harte Holz von irgend einem "Ebony" soll wahrscheinlich verhindern, dass sich die Bohrung zu schnell ausreibt.
Im Prinzip müsste es jeder Drechsler herstellen können. Durch die langsame Drehzahl (max 45 U/min bei Singles) hat wahrscheinlich auch Unwucht keinen großen Einfluss.
LG Gerhard
 

yoghurt

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Hallo,
ich habe mal ein bisschen aufgeräumt mit den unerwünschten Beiträgen.

Ich bin totaler Nicht-Drechsler, habe aber Zugriff auf die Drechselbank eines sehr guten Freundes. Das würde ich mit billigem Holz anfangen zu üben. Dann würde ich mir einen "Kasten" bauen: eine stabile Konstruktion in der ich mein rundes Teil auf einer Achse spannen kann, so dass es sich nicht mehr willkürlich dreht. Über der Drehachse ein oder mehrere montierbare Bretter mit Schlitzen in Länge und Position der gewünschten Nuten. Die Schlitze so breit, dass ich mit der Oberfräse und einem Kopierring da entlangfahren kann. Positionen der Schlitze kann man wahrscheinlich mit dem Geodreieck auf dem Hirnholz des runden Teils anzeichnen.
 

Lico

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Wahrscheinlich muss man auch trocknungstechnisch darauf achten, dass das auf die Dauer auch rund bleibt. Holz, das praktisch nicht mehr arbeitet, wäre von Vorteil.
 

Uranus

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Die Rillen sind zur Absorption von Schall aus dem Antrieb des Plattenspielers. Das Gewicht drückt die Platte plan auf den Antriebsteller.
Sowas ist drechselbar, keine Frage. Auf einem anderen Bild ist zu sehen, dass die Bohrung für den Dorn eine Kunststoffbüchse als Einsatz hat. Klemmwirkung hat das Teil nicht.
Pockholz, Wenge usw. geht alles. Drechseln macht mit diesen Materialien überhaupt keinen Spaß, gerade Wenge ist ziemlich unangenehm, da fliegen nur Zahnstocher weg.
Die Schlitze per Hand zu schneiden wird nicht möglich sein, zu ungenau. Plattenspieler sind sehr empfindliche Geräte. Da wird man eine Teilvorrichtung brauchen.
 

Jungemehnar

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Falls das Teil eher satt auf dem Stift des Plattenspielers sitzen soll, wärs eine Möglichkeit einen O- Ring in die Bohrung in der Mitte einzulassen.
 

andama

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Selbermachen ohne Erfahrung ist schwierig.
Ich als Metaller würde mir so ein Stück Holz besorgen mit der Drehmaschine die Außenkontur drehen und anschließend auf der Fräsmaschine das Teil in den Teilkopf spannen und mit einem Scheibenfräser die Nuten fräsen.
Daher mein Tipp, suche dir jemand der die Ausrüstung hat, ob er dir das Teil herstellt.
Den Preis kennst du ja, da bleibt viel Spielraum den Dreher zu bezahlen.
 

pedder

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1. das ist eher Grenadill als Ebenholz.
2. wenn ich das machen müsste, als ebenso absoluter Anfänger beim Drechseln, würde ich eher mit einer Drehbank mit geführtem Eisen arbeiten.
3. ich würde das aber eher bei einem Drechsler in Auftrag geben. zb Matthias Fenner.
 
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Sonnenmilch

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Dank an alle für die rege und speziell für mich sehr aufschlussreiche Diskussion inklusive Tipps.
Für das Holz hätte ich zwar eine Bezugsquelle
https://www.edelholzshop.de/de/holzarten-von-a-z/palisander-grenadill/
aber das ist mir dann doch zu aufwändig, zu speziell. Dazu fehlt mir nicht nur das Equipment sondern auch die Erfahrung. Hier muss ich mir wirklich eingestehen, dass meine Fähigkeiten an Grenzen stoßen. Schade!
Nochmals Dank an alle!
 

Sonnenmilch

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@Sonnenmilch hätte nicht gedacht, dass du so schnell aufgibst.
Um ehrlich zu sein, habe ich mir das einfacher vorgestellt. Um es sauber und präzise zu fertigen bräuchte ich das entsprechende Equipment. Das oben im Beitrag genannte von Proxxon kostet knapp 2000,-€. Dazu habe ich keine Erfahrung mit dem Schwarzholz, was wohl recht hart ist. Das es teuer wird, war mir vorher klar. Aber nicht in dieser Größenordnung. Bevor ich mich da weiter reinsteigere, ziehe ich lieber die Reizleine.
 

yoghurt

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Hallo,
ich denke so ein Objekt kannst Du gut bei einem Drechslerprofi oder Hobbydrechsler in Auftrag geben. Wahrscheinlich braucht es die Nuten technisch nicht einmal.
 

Sonnenmilch

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Hallo,
ich denke so ein Objekt kannst Du gut bei einem Drechslerprofi oder Hobbydrechsler in Auftrag geben. Wahrscheinlich braucht es die Nuten technisch nicht einmal.
Dann bleibt immer noch die Kunststoffbuchse, wo mir auch die Bezugsquelle fehlt. Ich habe im Laufe des Threads einfach gemerkt das es meine Möglichkeiten übersteigt.
Klar, ich werde mal beim örtlichen Schreiner nachfragen ob er es anfertigen kann.
 
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