Konstruiert ihr 2D & 3D? Welche Programme benutzt ihr?

nefrage

ww-nussbaum
Registriert
5. Juni 2022
Beiträge
95
Ort
Köln
Hallo,
ich bestreite gerade die Weiterbildung zum Tischlermeister und setze mich im Zuge dessen mit neuen Varianten auseinander, Konstruktionspläne etc. zu zeichnen.
Ich suche einen Einblick in branchenbezogene Erfahrungen & persönliche Präferenzen.

Ich war bis jetzt mit folgendem Workflow vertraut (dieser bezieht sich überwiegend auf Einzelmöbel mit Sollstückzahl 1)

- Handskizzen auf Papier / Ideenfindung & Designsprache
- Konstruktionszeichnung (2D; Tafelriss + Schnittzeichnung) in Autocad ( meist ausgedruckt auf A3)
- Innerhalb von AC-Zeichnung konstruktionskritische Detaillösungen zeichnen & 1:1 ausdrucken

Wenn Visualisierung gefordert:
- 3D Zeichnung in AC erstellen
- Export in Rendering-Programm (z.B. Lumion, UE etc.) & Materialvergabe sowie Inszenierung & erstellen von Renderings
-------------------------------------------
Bisher verbrachte ich die überwiegende Zeit im AC und 2D Bereich. Im Zuge meiner Weiterbildung habe ich jedoch mehrere größere Projekte zum Thema Inneneinrichtung (weg vom Einzelmöbel wie ich es gewöhnt war hin zum gesamten Raum oder Haus). Für solche Anwendungszwecke werden auch Programme für BIM Zwecke wie Revit vorgestellt. Für eine vergangene Abgabe galt es, eine Küche zu gestalten. Anforderungen waren Grundriss sowie Ansichten und Visualisierung dank 3D Modell und Rendering-Programm. Der gelehrte Vorgang ist, GR und Ansichten 2D im AC zu zeichnen, anschließend ebenfalls in AC das 3D Modell erstellen und anschließend exportieren.
Behält man im Hintergedanken, dass z.B. Küchenstudios spezielle Softwares wie z.B. CARAT verwenden, die es z.b. erlauben, Korpusse als Module in Bibliotheken zu hinterlegen und anschließend importieren, gegebenenfalls maßlich anzupassen (Stichwort: Parametrisches Design), wirkt die gelehrte Vorgangsweise nicht zeitgemäß.
Natürlich werden Meisterschulen keine Programme für Küchenstudios lehren, aber parametrisches Design, wie es z.b. in Autocadt Fusion möglicht ist, sind, gemessen an meinem Eindruck, der heutige Standard, wenn nicht ein noch höherer "Automatisierungsgrad" / Anteil von Drag & Drop Elementen erreicht worden ist.
Wie ist eure Meinung hierbei? Widersprechende / Bestätigende Berufserfahrungen ?
------------------------------------------
Ein weiterer großer Punkt meiner Unklarheit ist die Möglichkeit, anstatt aus 2D Zeichnungen 3D Modelle zu zeichnen, 2D Zeichnungen aus 3D Modellen zu generieren. Ich denke, dies ist in anderen Gewerken (Metallbau, Maschinenbau mit Programmen wie SolidWorks) üblich/Standard, würde aber bei den Anforderungen von 2D Zeichnung & 3D Modell doch auch für die Anwendung in der Möbelbranche sinnvoll sein (?)
Ich denke hierbei wohl eher an Einzelmöbelfertigung im gehobenen Bereich, wo des Öfteren auch von dem Standard 90° Korpus abgewichen wird & viele geschwungene Flächen etc. zum Einsatz kommen. Hierzu würden sich laut meiner Recherche Programme wie Rhino eigenen. (Dieses Segment tastet vermutlich schon in Richtung Produktdesign)
Auch hier würden ich Erkenntnisse / Erfahren sehr zu schätzen wissen.
------------------------------------------
Natürlich ist mir bewusst, dass in einem mittelständigen Tischlerbetrieb eine Arbeitsaufteilung dieser Tätigkeiten erfolgt bzw. in kleinständigen Betrieben z.b. das 3D Modellieren meist gänzlich wegfällt. (In meinem Lehrbetrieb wurde anstatt zu AC noch zu Stift und Papier bzw. einfach dem Auftragsheft für den gesamten Prozess gegriffen)
Dennoch bin ich am gesamten "Workflow" / Prozess des Entwurfes & Visualisierung für Marketingzwecke bis hin zur Arbeitsvorbereitung & Produktion interessiert, zumal in der Meisterschule die Gesamtheit dieses Prozesses auf einen allein fällt (Abschließend natürlich mit Meisterstück).

Ich bedanke mich bei jedermann/-frau, der/die sich die Mühe macht, diesen gesamten Text zu lesen sowie für jegliche Antworten!
 

carsten

Moderator
Teammitglied
Registriert
25. August 2003
Beiträge
20.743
Alter
52
Ort
zwischen Koblenz und Wiesbaden
Hallo

ich hab noch Zeichnen mit Bleistift Lineal und Zirkel (gelernt). Hab mich dann aber erdreistet anno 1998 das Gesellenstück mit CAD zu zeichnen womit einige der Prüfer ihre Probleme hatten. Ich bin auch danach dem CAD treu geblieben. Hab auch mit 3D CAD gearbeitet.

Heute meist Grundrisse ( BIM wird da früher oder später relevant werden) oder Detaillösungen im Austausch mit Lieferanten, da ist 2D angesagt. Als Schreiner würde ich aber auf eines der Schreiner ( Möbelbau, Innenausbau, Ladenbau, Messebau) CAD setzen. einmal sauber geplant und sei es tatsächlich nur aus Bibliotheken zusammengesetzt ist fast die gesamte AV Zuschnitt Kanten, CNC, Montage geplant und vorbereitet. Denn eines muss klar sein, wenn man das als Job macht ist der dazu da Geld zu verdienen und da zählt Time is money und nicht Meister Eder Romantik. Zum einen muss man sich Standards schaffen, die bringen Effektivität aber auch eine gewisse Sicherheit das das was und wie man etwas macht auch funktioniert. Man darf halt nicht, wenn das karierte Maiglöckchen kommt und das total vom Standard abweicht sagen geht nicht. Dann muss man halt zurück zu seinen Wurzeln. Evtl auch Planungs Zeichnungstechnisch. Erfordert dass man seine technische Kreativität nicht vergisst/ vernachlässigt. Verschiedenen CAD Programme gehen unterschiedliche Wege. Es gibt nicht DAS universelle CAD
 

marcushobelt

ww-birnbaum
Registriert
20. Juli 2014
Beiträge
215
Ort
Baden Württemberg
Dort wo ich arbeite wird schon jahrelang mit Phyta gezeichnet. Ich selbst bin nicht in der AV tätig, kann also nicht von meiner Erfahrung sprechen. Es sind 2D und 3D Ansichten möglich. Detailschnitte gehen ebenso. Auch ist eine Übergabe der Daten an cnc möglich. Also das was du vermutlich möchtest, Raumansichten in 3D für die Kundschaft und Werkstattplanung geht damit problemlos.
 

wirdelprumpft

ww-robinie
Registriert
31. März 2013
Beiträge
4.131
Ort
Rems-Murr-Kreis
Ich nutze als Einmannbetrieb auch Pytha V25 ist aber in die Jahre gekommen, Versionsverbesserung eher minimal, Datenaustausch und Bearbeitung von Fremddaten wie STL. schwierig oder unmöglich.
Ich hab es Anfangs nur zur Visualisierung genutzt, da ist es nach wie vor eine super Software, auch für Konstruktion etc.
Mittlerweile übergebe ich auch an die Plattensäge die Stückliste. CNC wäre auch machbar.
BIM da kommt es auf den Laser an - große Punktwolken mag Pytha nicht so bzw. großes Datenvolumen einer Mess-Datei.
Mit Leica 3D Disto ging es recht gut. Mit meinem neuen Scanner der große Punktwolken erzeugt bzw. stl. nicht so wirklich gut.
________________________________________________________________________________________________________________________________________________________
Bei der Vernetzung so wie ERP-System wird es schwierig. Wenn also Daten wie Aufmaß, Bestellwesen, Abrechnung, Fertigungsdaten, Zeiterfassung,
ggf. noch Barcodescanner an Maschine, automatisches Lager, Online-Shop als Gesamtsystem funktionieren sollen.
 

holzer1998

ww-robinie
Registriert
1. Januar 2021
Beiträge
1.283
Ort
Stuttgarter Süden
Was wird denn bei euch in der Meisterschule eingesetzt. Ich kann mir vorstellen, dass es da für Meisterschüler auch Sonderkonditionen gibt.

Ich wäre aber auch bei einer auf Schreiner angepassten Software, da es das Leben im Alltag einfacher macht.
Und hier gibt es m.M.n. Zwei Kategorien. Ausgewachsene CAD Programme, mit denen man sowohl konstruieren, als auch aus dem Baukasten 3D Dinge machen kann. Dazu würde ich PaletteCAD und Pytha zählen. Und dann die Korpuskonfiguratoren wie z.B. SmartWop und TrunCad.
Da bist du dann aber recht schnell eingeschränkt, wenn es von Kastenmöbeln weg geht. SmartWop kann noch ein wenig mehr ist dann aber umständlich.
 

pauleck

ww-ahorn
Registriert
4. April 2021
Beiträge
113
Ort
Hessen
Studium- und berufsbedingt bin ich fast alles durch, von Catia, über Autocad, ProENGINEER / Creo bis Solidworks. Für den Entwurf von größeren Projekten und Entwürfen im Möbelbau (Privat) bin ich letztendlich bei Fusion 360 gelandet, da hier der Workflow wirklich am besten und schnellsten ist. Man muss keine externen Teile erstellen und diese dann in eine zusätzlich erstellte Baugruppe einfügen, sondern kann alles in einer Sitzung machen und sortieren. Autocad erachte ich als nicht mehr zeitgemäß, da es auf 2D beschränkt ist. Mit 3D Modellen kann man sich 2D ableiten, Stücklisten, 3D Rendering etc.. 3D Konstruktionen haben den Vorteil, dass man bei guter Planung und einer gut sortierten Bibiothek von Beschlägen und Plattenelementen, alles in der Zeichnung einplanen kann, etwa Positionen von Bohrungen. Das spätere Vermessen und Probieren beim Möbelbau ersparnt man sich. Eine angelegte Parameter-Liste erlaubt es bereits vorhande Standardteile wie Unterschränke mit wenigen Mausklicks an die jeweils gewünschten Dimensionen anzupassen. Ist zu Beginn eine steile Lernkurve, aber der Aufwand lohnt sich um später sehr effizient arbeiten zu können. Schulungen für Fusion 360 speziell für den Möbelbau sind zu empfehlen, sollte es selber an eigenständiger Einarbeitungs- und Recherchezeit fehlen.
 
Zuletzt bearbeitet:

flo20xe

ww-robinie
Registriert
8. Dezember 2006
Beiträge
1.794
Alter
45
Ort
Oberbayern
Wenn du das ganze im Betrieb ernsthaft angehen möchtest, wirst du um eine Branchenlösung nicht drum rum kommen. Sonst hast du händisch zu viel Nacharbeit. Fusion 360 ist hier wohl eher nicht ideal.
In 3D zu zeichnen ist meiner Meinung nach heute der Standard, daraus lassen sich dann alle notwendigen Schnitte und Fertigungsdaten ableiten. Die üblichen Verdächtigen wie Vektorworks, Palette, Pyta etc. können das alle problemlos leisten. Gibt natürlich auch noch IMOS und einige weitere Anbieter, je nach gewünschtem Umfang muss man sich halt das passende Programm für seine Anforderungen suchen.
Es macht Sinn, sich am Anfang erst einmal einen Anforderungskatalog zu erstellen und sich zu überlegen, wo will ich mittelfristig mit dem Programm hin.
Lehrgeld kann in dem Bereich sehr teuer werden bzw. ist es ja auch so, dass man, wenn man mal mit einem Programm angefangen hat und sich Bibiotheken erstellt hat und die entsprechende Nutzererfahrung gesammelt hat, das nicht einfach so auf ein anderes Programm übertragen kann falls sich im Laufe der Nutzungszeit herausstellt, dass das gewählte Programm doch an Grenzen stößt.
 

pauleck

ww-ahorn
Registriert
4. April 2021
Beiträge
113
Ort
Hessen
AutoCAD kann 3D und davon auch 2D ableiten. Sowohl Ansichten als auch Schnitte.

Gruß
Heiko
Aber auch nur rudimentär, ohne (parametrische) Abhängigkeiten, ohne Historieverlauf. Nachträgliche Änderungen oder Anpassungen sind da nur mit Zeitaufwand verbunden. Vielleicht bin ich mit meinem beruflichen Hintergrund im Maschinenbau einfach etwas anderes gewohnt als reine Tischler.
 

ThomasDC

ww-pappel
Registriert
22. März 2026
Beiträge
9
Ort
Karlsruhe
Ich bin kein Tischlermeister, aber ein paar Gedanken aus einer anderen Perspektive, die vielleicht als Anregung taugen:


1. Kundenerwartungen und Vertrauen
Kunden werden zunehmend erwarten, Ergebnisse vorab visualisieren zu können – besonders bei hochwertigen Möbeln oder ganzen Raumkonzepten. Ein fotorealistisches 3D-Modell schafft Verbindlichkeit, reduziert Missverständnisse und schützt beide Seiten vor teuren Nachbesserungen. Wer das anbietet, wirkt professioneller und gewinnt leichter das Vertrauen anspruchsvoller Kunden.

2. Effizienz und Marge
Ein durchdachtes 3D-Modell spart nicht nur in der Kommunikation Zeit – es lässt sich direkt für Materiallisten, Schnittpläne und die Produktionsplanung nutzen. Weniger Verschnitt, weniger Fehler, schnellere Ausführung. Das schlägt sich entweder im Gewinn nieder oder erlaubt wettbewerbsfähigere Preise.

3. Vertrieb und Akquise
Gute 3D-Visualisierungen sind auch starkes Marketingmaterial. Kunden teilen solche Entwürfe, zeigen sie Freunden – und aus einem Auftrag werden Folgeaufträge. Wer auf Instagram oder der eigenen Website beeindruckende Renders zeigt, gewinnt Anfragen, ohne aktiv Werbung schalten zu müssen.

4. Der KI-Zug fährt gerade ab – und er wartet nicht
Als jemand, der täglich mit KI-Produkten arbeitet, würde ich dringend raten: Die Entwicklung im Bereich KI-gestützte 3D-Konstruktion jetzt beobachten und möglichst früh relevante Tools einsetzen. Was heute noch ein halber Tag CAD-Arbeit ist, wird morgen in 10 Minuten erledigt sein – von jemandem mit KI-Unterstützung. Wer diesen Vorsprung ignoriert, gerät strukturell ins Hintertreffen, nicht durch einen einzelnen Auftrag, sondern durch jede einzelne Kalkulation, jeden Entwurf, jedes Angebot.

5. Differenzierung im Handwerk
Ehrlich gesagt ist die Messlatte hier noch niedrig – zumindest ist das mein Eindruck. Viele Tischler bieten heute noch keine professionellen 3D-Visualisierungen an. Wer das jetzt lernt und systematisch einsetzt, hat einen echten Vorsprung – nicht als Gimmick, sondern als Arbeitsweise.

Auf der anderen Seite verstehe ich aber auch, dass die Welt heute immer komplexer wird und man gerne einfach nur mit Holz arbeiten würde anstatt noch zusätzlich am PC zu sitzen. Ich selbst arbeite in der IT und bin es inzwischen oft satt. Wenn man das nicht möchte, muss man einen anderen USP suchen und verstehen wie man die Kunden ohne die oben genannten Vorteile gewinnen kann.
 

pauleck

ww-ahorn
Registriert
4. April 2021
Beiträge
113
Ort
Hessen
Wenn du das ganze im Betrieb ernsthaft angehen möchtest, wirst du um eine Branchenlösung nicht drum rum kommen. Sonst hast du händisch zu viel Nacharbeit. Fusion 360 ist hier wohl eher nicht ideal.
In 3D zu zeichnen ist meiner Meinung nach heute der Standard, daraus lassen sich dann alle notwendigen Schnitte und Fertigungsdaten ableiten. Die üblichen Verdächtigen wie Vektorworks, Palette, Pyta etc. können das alle problemlos leisten. Gibt natürlich auch noch IMOS und einige weitere Anbieter, je nach gewünschtem Umfang muss man sich halt das passende Programm für seine Anforderungen suchen.
Es macht Sinn, sich am Anfang erst einmal einen Anforderungskatalog zu erstellen und sich zu überlegen, wo will ich mittelfristig mit dem Programm hin.
Lehrgeld kann in dem Bereich sehr teuer werden bzw. ist es ja auch so, dass man, wenn man mal mit einem Programm angefangen hat und sich Bibiotheken erstellt hat und die entsprechende Nutzererfahrung gesammelt hat, das nicht einfach so auf ein anderes Programm übertragen kann falls sich im Laufe der Nutzungszeit herausstellt, dass das gewählte Programm doch an Grenzen stößt.
Solche Programme sind dann aber doch eher für eine ganzheitliche Innengestaltung gedacht, weniger für die spezifische Gestaltung einschließlich Formsprache von Möbel Einzelstücken, da ist parametrische 3D Modellierung prädestiniert dafür.
 

polarfrosch

ww-pappel
Registriert
8. Dezember 2012
Beiträge
8
Ort
dort wo die Fichten wachsen
Das sind so meine Gedanken zu dem Thema.

Für mich stellt sich die Frage ob mann heutzugtage im Formgebung bzw. Gestalltungsideenprozess nicht Bild-KI´s einsetzen kann. Das würde zum einen relativ schnell den Kunden ein Bild liefern und mann könnte verschiedene Versionen ausprobieren. Weiterführend könnte ein nächster Evolutionsschritt sein das mann dieser KI vielleicht seinen persönlichen Stil antrainnieren kann. Insgesamt fänd ich es spannend zu sehen wie weit und ob dieser Weg gangbar ist gerade im Holzhandwerk.

Ein weiterer Gedanke ist es gibt KI´s die aus Bildern einen ein Polygonnetzt in 3D errechnen können. Für die Visualizierung kann das sehr hilfreich sein. Oder um vielleicht dem Kunden ein grobes 3D-Modell zeigen zu können. Schwierig wird das ganze momentan wenn du das in richtung Produktion schieben willst weil mann das ganze mit erheblichen Aufwand aufbereiten müsste. Bei der ganzen Renderthematik schwingt auch immer eigentlich die Frage mit in was für einer Qualität mann die Bilder benöitigt, weil das ein Aufwand und Kostentreiber ist.

Insgesamt stellt sich halt auch die Frage wie weit 2D-Zeichnungen noch nötig sind oder ob die Werstatt es sich gleich am 3D-Modell anschaut. Auf der anderen Seite muss mann klar sagen das eine 2D-Zeichnung den Vorteil hat das es eine übersichtliche Zusammenstellung an Informatione ist, was für das entsprechenden Puplikum erstellt wurde und daher die Informationsdichte hoch ist.

Das ganze bitte einfach mal als ein Gedankenspiel verstehen.
 

wirdelprumpft

ww-robinie
Registriert
31. März 2013
Beiträge
4.131
Ort
Rems-Murr-Kreis
Pytha bringt einen KI-Assistenten für V26 der übernimmt kostenpflichtig (über Token) div. Aufgaben.
lt. Pytha KI-AGB werden u.a. die folgenden KI-Systeme verwendet
– OpenAI
– Google Gemini
– Qwen AI
– Topaz Labs
– Real Esrgan

KI- Bildgenerierung ist momentan noch Glückssache, bzw. die Kunst die Promts so zu formulieren das, das Gewünschte raus kommt.
Tripo AI kann 3D Modelle, aber auch da ist es schwierig etwas bestimmtes zu erzeugen bzw. Details zu ändern.
Von daher ist der Pytha ansatz nicht ganz schlecht.
 

nefrage

ww-nussbaum
Registriert
5. Juni 2022
Beiträge
95
Ort
Köln
Was wird denn bei euch in der Meisterschule eingesetzt. Ich kann mir vorstellen, dass es da für Meisterschüler auch Sonderkonditionen gibt.
@holzer1998
Erstmal vielen Dank für deine Rückmeldung. In der Meisterschule steht uns die Schülerlizenz für sämtliche Autodesk - Programme zur Verfügung. Zwecks Planung & Konstruktion befinden wir uns größtenteils im AutoCAD, sowohl 2D als auch 3D anschließend für das 3D Modell. Wichtig zu erwähnen sei, dass das AUTOCad 3D Modell nur zwecks Visualisierung in Kombination mit Render-Engines wie Lumion oder 3ds verwendet wird. (Hier würde mein Gedanke, die Möglichkeit von direktem 3D Konstruieren zu erkunden, anknüpfen bzw. Ersatz bieten).
Anschließend in der AV verwenden wir ein ERP System für Stücklisten, Zuschnittoptimierung für die Plattensäge & Generieren von einfachen CNC Programmen (zb Formatieren, besondere Konturen etc. müssen natürlich per Hand programmiert werden)
Hierbei ist quasi im Arbeitsverlauf ein Schnitt nach Entwerfen/Konstuieren im 2D & Erstellen einer Stückliste; Die Stückliste dient der AV meines Erachtens als Grundlage. Würde parametrisch im 3D geplant werden, könnte man das 3D Modell bereits als Bezug verwenden. (Verbinderpositionen, Beschlagfräsungen etc wären alle bereits im 3D Modell hinterlegt)
Bei zweiterer Vorgehensweise benötigte das 3D Modell natürlich hohen Aufwand. Wo man die Grenze zieht zwischen 3D Modellieren für Vergabezwecke (zb bei einer Ausschreibung) (und dem Kunden) und Modellieren für den späteren konstruktiven/ AV betreffenden Bereich, wäre natürlich interessant/schwierig zu definieren meines Erachtens.
LG
 

nefrage

ww-nussbaum
Registriert
5. Juni 2022
Beiträge
95
Ort
Köln
Wenn du das ganze im Betrieb ernsthaft angehen möchtest, wirst du um eine Branchenlösung nicht drum rum kommen. Sonst hast du händisch zu viel Nacharbeit. Fusion 360 ist hier wohl eher nicht ideal.
In 3D zu zeichnen ist meiner Meinung nach heute der Standard, daraus lassen sich dann alle notwendigen Schnitte und Fertigungsdaten ableiten. Die üblichen Verdächtigen wie Vektorworks, Palette, Pyta etc. können das alle problemlos leisten. Gibt natürlich auch noch IMOS und einige weitere Anbieter, je nach gewünschtem Umfang muss man sich halt das passende Programm für seine Anforderungen suchen.
Es macht Sinn, sich am Anfang erst einmal einen Anforderungskatalog zu erstellen und sich zu überlegen, wo will ich mittelfristig mit dem Programm hin.
Lehrgeld kann in dem Bereich sehr teuer werden bzw. ist es ja auch so, dass man, wenn man mal mit einem Programm angefangen hat und sich Bibiotheken erstellt hat und die entsprechende Nutzererfahrung gesammelt hat, das nicht einfach so auf ein anderes Programm übertragen kann falls sich im Laufe der Nutzungszeit herausstellt, dass das gewählte Programm doch an Grenzen stößt.
Vielen Dank für deine Antwort.
Mir geht es hierbei in erster Linie darum, verschiedene Fertigungsprozesse und Abläufe zu verstehen lernen. Mir ist klar, dass sowas, genauso wie Automatisierung ab dem 3D Modell von Fertigungsdaten, Maschinenbeschickungen etc., (finanziell) unmöglich/schwer realisierbar ist.
Andererseits kenne ich die Grenzen solcher Programme nicht in Hinsicht individuelle Möbelgestaltung wie es @pauleck bereits erwähnte.
Lg
 
Zuletzt bearbeitet:

nefrage

ww-nussbaum
Registriert
5. Juni 2022
Beiträge
95
Ort
Köln
Ich bin kein Tischlermeister, aber ein paar Gedanken aus einer anderen Perspektive, die vielleicht als Anregung taugen:


1. Kundenerwartungen und Vertrauen
Kunden werden zunehmend erwarten, Ergebnisse vorab visualisieren zu können – besonders bei hochwertigen Möbeln oder ganzen Raumkonzepten. Ein fotorealistisches 3D-Modell schafft Verbindlichkeit, reduziert Missverständnisse und schützt beide Seiten vor teuren Nachbesserungen. Wer das anbietet, wirkt professioneller und gewinnt leichter das Vertrauen anspruchsvoller Kunden.

2. Effizienz und Marge
Ein durchdachtes 3D-Modell spart nicht nur in der Kommunikation Zeit – es lässt sich direkt für Materiallisten, Schnittpläne und die Produktionsplanung nutzen. Weniger Verschnitt, weniger Fehler, schnellere Ausführung. Das schlägt sich entweder im Gewinn nieder oder erlaubt wettbewerbsfähigere Preise.

3. Vertrieb und Akquise
Gute 3D-Visualisierungen sind auch starkes Marketingmaterial. Kunden teilen solche Entwürfe, zeigen sie Freunden – und aus einem Auftrag werden Folgeaufträge. Wer auf Instagram oder der eigenen Website beeindruckende Renders zeigt, gewinnt Anfragen, ohne aktiv Werbung schalten zu müssen.

4. Der KI-Zug fährt gerade ab – und er wartet nicht
Als jemand, der täglich mit KI-Produkten arbeitet, würde ich dringend raten: Die Entwicklung im Bereich KI-gestützte 3D-Konstruktion jetzt beobachten und möglichst früh relevante Tools einsetzen. Was heute noch ein halber Tag CAD-Arbeit ist, wird morgen in 10 Minuten erledigt sein – von jemandem mit KI-Unterstützung. Wer diesen Vorsprung ignoriert, gerät strukturell ins Hintertreffen, nicht durch einen einzelnen Auftrag, sondern durch jede einzelne Kalkulation, jeden Entwurf, jedes Angebot.

5. Differenzierung im Handwerk
Ehrlich gesagt ist die Messlatte hier noch niedrig – zumindest ist das mein Eindruck. Viele Tischler bieten heute noch keine professionellen 3D-Visualisierungen an. Wer das jetzt lernt und systematisch einsetzt, hat einen echten Vorsprung – nicht als Gimmick, sondern als Arbeitsweise.

Auf der anderen Seite verstehe ich aber auch, dass die Welt heute immer komplexer wird und man gerne einfach nur mit Holz arbeiten würde anstatt noch zusätzlich am PC zu sitzen. Ich selbst arbeite in der IT und bin es inzwischen oft satt. Wenn man das nicht möchte, muss man einen anderen USP suchen und verstehen wie man die Kunden ohne die oben genannten Vorteile gewinnen kann.
Vielen Dank für deine Absichten!
Ich stimme dir im Punkt niedriger Messlatte vollständig zu. Das Bild des klassischen Tischlerhandwerks geht einher mit hoher Illiteralität in digitalen und auch wirtschaftlichen Bereichen.
Ein Grund ist wohl die hohe Dichte an kleinen Betrieben in der deutschsprachigen Region.
 

nefrage

ww-nussbaum
Registriert
5. Juni 2022
Beiträge
95
Ort
Köln
Das sind so meine Gedanken zu dem Thema.

Für mich stellt sich die Frage ob mann heutzugtage im Formgebung bzw. Gestalltungsideenprozess nicht Bild-KI´s einsetzen kann. Das würde zum einen relativ schnell den Kunden ein Bild liefern und mann könnte verschiedene Versionen ausprobieren. Weiterführend könnte ein nächster Evolutionsschritt sein das mann dieser KI vielleicht seinen persönlichen Stil antrainnieren kann. Insgesamt fänd ich es spannend zu sehen wie weit und ob dieser Weg gangbar ist gerade im Holzhandwerk.

Ein weiterer Gedanke ist es gibt KI´s die aus Bildern einen ein Polygonnetzt in 3D errechnen können. Für die Visualizierung kann das sehr hilfreich sein. Oder um vielleicht dem Kunden ein grobes 3D-Modell zeigen zu können. Schwierig wird das ganze momentan wenn du das in richtung Produktion schieben willst weil mann das ganze mit erheblichen Aufwand aufbereiten müsste. Bei der ganzen Renderthematik schwingt auch immer eigentlich die Frage mit in was für einer Qualität mann die Bilder benöitigt, weil das ein Aufwand und Kostentreiber ist.

Insgesamt stellt sich halt auch die Frage wie weit 2D-Zeichnungen noch nötig sind oder ob die Werstatt es sich gleich am 3D-Modell anschaut. Auf der anderen Seite muss mann klar sagen das eine 2D-Zeichnung den Vorteil hat das es eine übersichtliche Zusammenstellung an Informatione ist, was für das entsprechenden Puplikum erstellt wurde und daher die Informationsdichte hoch ist.

Das ganze bitte einfach mal als ein Gedankenspiel verstehen.
In Sachen Visualisierung mittels Bild-KI; wie bereits von @wirdelprumpft erwähnt, ist das viel Glückssache / Herumspielerei. Für das Überarbeiten von eigenen Renderings ja, als gesamten Ersatz fürs Visualisieren aus den 2D Plänen Stand heute noch nicht.
LG
 

wirdelprumpft

ww-robinie
Registriert
31. März 2013
Beiträge
4.131
Ort
Rems-Murr-Kreis
Wo man die Grenze zieht zwischen 3D Modellieren für Vergabezwecke (zb bei einer Ausschreibung) (und dem Kunden) und Modellieren für den späteren konstruktiven/ AV betreffenden Bereich, wäre natürlich interessant/schwierig zu definieren meines Erachtens.
Vieles bzw. alles ist von der Betriebsstruktur abhänig. Pytha hat ein Nestingmodul das ist zwecks Materialermittlung eine riesige Zeitersparnis.
Stückliste an Plattensäge auch. Die CNC Daten programmiere ich lieber direkt mit dem CAD/CAM der Maschine. Für mich die schnellere Lösung.
Bei größerem Betrieb natürlich nicht sonderlich vernüftig.

Welchen Aufwand man treibt ist immer so ne Sache. Für schnelle Kundenzeichnungen wo ich die Auftragswahrscheinlichkeit gering einschätze
zeichne ich oft nur 1 Quader für den Korpus und 2. für die Front - Kalkulation übernimmt dann Speedmaster bzw. Horatec etc.
Ist natürlich dann schlecht wenn der Auftrag kommt und man mit eigenen Maschinen fertigen will. Dann Zeichnet man halt genau um die Stückliste zu bekommen. Pytha hat auch Schrankgenerator aber den find ich nicht so toll. Mit Bibiothekteilen ist das auch so ne Sache

Je komplexer man das macht um so wichtiger wird die Datenpflege. Pytha kann über Stückliste den Materialpreis berechnen, aber den muss man hinterlegen und aktuell halten. Maschinendaten das gleiche - da muss die Bürosoftware immer den aktuellen Werkzeugwerte der CNC haben usw.
 
Oben Unten