Schimmel auf dem Rauspund (Carport)

gpeter

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Hallo Community,

ich habe vor zwei Jahren einen Carport als DIY-Projekt gebaut. Auf dem Dach wurde 24-er Rauspund verlegt und anschließend mit einer EPDM Folien bedeckt. Die EPDM Folie wurde als ein ganzes Stück geliefert (keine einzelne Bahnen). Der Aufbau des Daches ist von allen Seiten wie folgt:
1772963228485.png

Nun zum Problem: Breits in dem darauffolgenden Januar (2015) habe ich stellenweise Schimmel auf dem Rauspund entdeckt. Nach einer Recherche hier im Forum kam nicht vollständig getrockneter Rauspund als Ursache in Frage. Also habe die befallenden Stellen mit Anti-Schimmel behandelt und anschließend oberflächlich abgeschliefen. Die Idee war, wenn der Rauspund im Sommer (2025) durchtrocknet, sollte kein neuer Schimmel in dem darauf folgenden Winter entstehen. Leider ist der Schimmel deutlich schlimmer geworden:
PXL_20260225_160827948_2.jpg PXL_20260225_160839415_2.jpg

Zu dem Rauspund: Ich habe den Rauspund einmal mit einer transparenten 3in1 Lasur behandelt, wobei ich hierbei ziemlich sparsam war (wahrscheinlich ist das das Problem).

Meine Frage ist, ist der grundsätzliche Aufbau (nach der Skizze) soweit ok? Darf man EPDM Folie direkt auf Rauspund kleben? Habt Ihr eine Idee, was ich gegen den Schimmel tun kann?

Viele Grüße
Peter
 

carsten

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Hallo

Schimmel glaube ich nicht. Schimmel braucht ne recht hohe Holzfeuchte >20% besser 30%. In 10 Jahren sollte das Holz soweit abgetrocknet sein das die Holzfeuchte irgendwo zwischen 15 und 18 % liegt. Auch die starke Abgrenzung an den Kanten finde ich untypisch.
Das müsste eher etwas sein was mit den individuellen Eigenschaften einzelner Bretter zu tun hat. Bei manchen Stellen meint man fast sowas wie die Sägespuren zu erkennen.
 

TischlerTheo

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Hallo,
ist der Carport direkt am Haus angebaut? Wenn dort ein Fenster vom Badezimmer/Schlafzimmer/ Küche ect. hinführt könnte hohe Luftfeuchtigkeit an den Bretterfugen kondensieren.
Grüße Theo
 

WinfriedM

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Ich würde mal beobachten, ob da je nach Wetterlage Kondenswasser auf der Oberfläche ist. Morgentau zum Beispiel. Das könnte es erklären. Oft sind in Nadelholz schon Sporen, da braucht nur kurze Zeit Feuchtigkeit sein und schon hat man schwarze Flecken.

3in1 Lasur - war das eine Dickschichtlasur? Oder nenne mal das konkrete Produkt.
 

gpeter

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Hallo,
ist der Carport direkt am Haus angebaut? Wenn dort ein Fenster vom Badezimmer/Schlafzimmer/ Küche ect. hinführt könnte hohe Luftfeuchtigkeit an den Bretterfugen kondensieren.
Grüße Theo
Ne, das Carport ist freistehend.

Ich würde mal beobachten, ob da je nach Wetterlage Kondenswasser auf der Oberfläche ist. Morgentau zum Beispiel. Das könnte es erklären. Oft sind in Nadelholz schon Sporen, da braucht nur kurze Zeit Feuchtigkeit sein und schon hat man schwarze Flecken.

3in1 Lasur - war das eine Dickschichtlasur? Oder nenne mal das konkrete Produkt.

Das weiß ich nicht mehr. Könnte "Bondex Holzschutzlasur 3in1 farblos" gewesen sein. Ist schon knapp zwei Jahre her... :emoji_slight_smile:
Falls es Morgentau ist, was könnte man dagegen machen? Habe irgendwo gelesen, dass es einen speziellen Anti-Kondenz Anstrich gibt oder doch noch mal mit einer normalen Lasur versuchen?
 

Martin Graf

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Hallo Peter,
ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das eine Folge von Kondensat ist. Ähnlich wie bei frei stehenden Autos, kühlen die zum Himmel zeigenden Flächen nachts sehr stark ab. In Deinem Fall ist es die EPDM-Folie, die stark abkühlt und dadurch auch das darunter liegende Holz. Auf den sehr kalten Oberflächen bildet sich Kondensat. (Grund dafür ist der Wärmeaustausch durch Strahlung mit dem sehr kalten Nachthimmel.)
Helfen könnte es vielleicht, wenn Du die Folie mit einer Schicht Schotter abdeckst.
Überprüfen könntest Du meine Theorie, indem Du in einer sternklaren Nacht, am besten kurz vor Sonnenaufgang, die Temperatur der Bretter zum Beispiel mit einem billigen Infrarotthermometer misst. Diese wird deutlich unter der Umgebungstemperatur liegen.

Gruß
Martin
 

Martin45

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Auch bei Trapezblech wundert man sich wie viel Kondensat an der Unterseite anfällt. Würde ich es nicht sehen, würde ich es in der Mente auch nicht vermuten.
Dachaufbau ändern würde sicher helfen, aber da das Optimum aus Aufwand und Ergebnis zu finden wird bestimmt schwer.
 

WinfriedM

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Habe irgendwo gelesen, dass es einen speziellen Anti-Kondenz Anstrich gibt oder doch noch mal mit einer normalen Lasur versuchen?
Ich gehe davon aus, wenn du deckend streichst mit entsprechender Schichtdicke, wirst du das Problem nicht mehr haben. Das sollte man aber nur machen, wenn es wirklich nur oberflächliches Kondenswasser und nicht irgendwas anderes ist. Und mit einer Farbe, die noch recht diffusionsoffen bleibt, z.B. Osmo Landhausfarbe oder Owatrol Solid Color Stain. Ob Osmo auf der jetzigen Beschichtung hält, müsste man auch herausfinden.

Du könntest auch mit einer recht dunklen Dünnschichtlasur streichen, was du da siehst, ist in der Regel nur ein optisches Problem, also Bläuepilz, der ansonsten völlig unkritisch ist.
 

Martin Graf

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Wenn meine obige Vermutung richtig sein sollte, dann entsteht an der kältesten Stelle das meiste Kondensat. Diese Stelle befindet sich auf der Unterseite der EPDM-Folie bzw. auf der Oberseite der Bretter. Dann wird das Streichen, egal womit, auf der Unterseite nichts bringen. Im Gegenteil, es könnte schlimmer werden. Durch Lücken und Spalten im Rauspund wird immer Luftfeuchtigkeit auf die Oberseite gelangen. Durch den Anstrich würde das Abtrocknen stark behindert werden und die Holzfeuchte ansteigen.
Beim Auto reichen ja schon dünne Abdeckfolien aus, um des Gefrieren der Scheiben zu verhindern. Ich würde daher auf der Oberseite mal einen Bereich von wenigen Quadratmetern mit einer Pappe+Folie oder ähnlichem Abdecken (ein paar Steine drauf, damit es nicht wegfliegen kann) und dann, wie oben beschrieben, die Temperaturen auf der Unterseite messen. Bei einer messbaren Verbesserung dann über einen geeigneten Belag (Schotter, Kies, Split, ...) oben nachdenken.
 

WinfriedM

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Diese Stelle befindet sich auf der Unterseite der EPDM-Folie bzw. auf der Oberseite der Bretter. Dann wird das Streichen, egal womit, auf der Unterseite nichts bringen. Im Gegenteil, es könnte schlimmer werden.
Genau das ist die Krux, ja nach konkreter Situation, ist ein deutlich schichtbildender Farbauftrag günstig oder ungünstig. Ist es nur oberflächlich auf der Sichtseite, funktioniert es gut, dringt aber viel Feuchtigkeit auch zwischen EPDM und Holz, dann wird die Abtrockung behindert. Deshalb schrieb ich auch, möglichst diffusionsoffener Anstrich. Und auch prüfen, wie die Situation wirklich ist.
 

gpeter

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Vielen Dank für die Vorschläge. Ich werde mir einen Infrarotthermometer zulegen, um weitere Analysen durchführen zu können...
 
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