Rollenkanten Kunststoff zu hart für KAM, Fuge unsauber

brubu

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Hallo zusammen
Ich leime sehr wenig 2mm Kunststoffkanten ABS und PP aber immerhin mit 4 Andruckrollen. Oft sind die Kanten gegen Rollenende sehr eng oder zu eng gewickelt.
Die Biegung der Kanten bietet soviel Widerstand, dass die am Anfang und Ende manchmal zu wenig angepresst werden oder sich minim lösen was zu unsauberen Fugen führt. Wenn die Kanten lange gelagert wurden sind sie eher noch steifer.

Kleine KAM haben nur noch ab 2 Andruckrollen wo grosse mindestens 6 haben. Daher die Frage wie es bei kleinen Maschinen mit wenigen Rollen funktioniert oder biegt jemand die Kanten zuerst gerade?

Gruss und schönes Wochenende
 
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carsten

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Hallo

meinst du Kunststoff oder Holz bzw Furnierkanten. Bei Kunststoff ist mir das nur mal mit einm echt alten Kantenrest passiert den ich zu Testzwecken aufbrauchen wollte. Ist dann nach dem dritten Fehlversuch in die Abfalltonne gewandert.
Bei den 2 mm Furnierrollenkanten ist es weniger das zu Hart als zu trocken. Die brechen aber dann, wenn sie zu Eng gerollt wurden.
 

brubu

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Hallo
Danke, es geht um ABS und PP (habs oben ergänzt). Es ist im Moment kein Riesenproblem aber ich frage mich wie das mit nur wenigen Andruckrollen funktioniert. Laut Ostermann sollte die 1. Rolle nicht zu stark drücken weil sonst durch den Druck auf den Kantenüberstand die Kante vorn und hinten gelöst wird. Dafür sollten die Nachdruckrollen stärker pressen.

Da muss ich wohl wieder einmal etwas üben.
 

yoghurt

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Hallo,
bei den Kunststoff-Kanten können Alter und Temperatur eine Rolle spielen. Obwohl PP und ABS ohne schwindende Weichmacher daherkommen sollten können die Kanten härter und spröder werden. Das Temperatur ein Thema ist, ist ja eh klar.

(In meiner Selbstständigkeit hatte ich mal einen Heizungsausfall. Bei ca 2-5 Grad in der Werkstatt war mit dem Schmelzkleber an der KAM nix mehr zu wollen. Die Kanten sind einfach wieder abgefallen. )
 

wirdelprumpft

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Wieviel Kantenüberstand gibt die KAM ?
Wenn zu lang, sowohl Vorne wie Hinten dann drückt es die Kante wieder weg. (ca. 10 mm gut dann 20-30mm ne Welle dann wieder gut)
Der Überstand sollte relativ knapp gehalten werden also 10 mm oder weniger.
 

wirdelprumpft

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Meine F600 hat auch nur 2 Nachdruckrollen - reicht völlig.
Raumtemperatur wurde ja erwähnt unter 16 Grad sollte man nicht haben - meine gibt da Warnung raus. Raum zu kalt.....
Gleicht die Kantenheizung (Plattenseitig) aber gut aus.
Kaltes Plattenmaterial ist auch nicht gut.
 

wirdelprumpft

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F600 kann bis 5mm Massivkante in Einzelzuführung.
Funktioniert hab es schon getestet.
Rollenware 2 mm ist kein Problem, ob mehr geht müsste ich nachschauen
 

Kunstbohrer

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Die Anzahl der Rollen hat auch was mit der Vorschubgeschwindigkeit und den entsprechenden Kleber zu tun. Stichwort Vorschubgeschwindigkeit und benötigte Zeit für eine ausreichende Anfangshaftung.
 

Kunstbohrer

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Eine Maschine mit 8m/min Vorschub und zwei Rollen hat die gleiche „Presszeit“ als eine Maschine mit 16m/min mit vier Rollen.
Vorrausgesetzt die rollen sind jeweils identisch in ihrer Ausführung.

Für sehr schnelle Maschinen gibt es auch extra schnellere Kleber.
 

carsten

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Hallo

naja die großen Maschinen mit mehr Rollen können auch höhere Vorschubgeschwindigkeiten fahren.
Die Artea fährt mit einer fixen Geschwindigkeit von 9m/min.
Die Ott Tornado haben wir mit 25 m/ min "rennen" lassen, eben allerdings mit 6 Rollen. Bei IMA gibt es weldhe die mit 40 oder gar 45 m/min arbeiten, wieviel Rollen dort die Druckzone hat weiß ich nicht.

@Kunstbohrer war schneller und hat es einfacher auf den Punkt gebracht :emoji_wink:
 

brubu

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Die Anzahl der Rollen hat auch was mit der Vorschubgeschwindigkeit und den entsprechenden Kleber zu tun. Stichwort Vorschubgeschwindigkeit und benötigte Zeit für eine ausreichende Anfangshaftung.
Ja das habe ich mir auch schon überlegt, wir sind fix mit 15m/min. unterwegs bei 4 Rollen. Der Kleber ist immer ein "Problem" im Kleinbetrieb wegen Mengen , Farben etc. besonders bei Patronenmaschinen.
Laut Ostermann sollte die 1. Rolle nicht zu stark drücken weil sonst durch den Druck auf den Kantenüberstand die Kante vorn und hinten gelöst wird. Dafür sollten die Nachdruckrollen stärker pressen.

Da muss ich wohl wieder einmal etwas üben.
Ostermann hat in Werbezeitungen jeweils verschiedene Tipps geliefert, den hier zitierten muss ich wohl besser beachten.

Euch allen vielen Dank für die Antworten. Für mich stellen sich jeweils grundsätzliche Fragen die allen helfen sollen. Folglich würde ich eine Maschine mit alten, eng gewickelten Kanten testen. Weitere Antworten sind immer willkommen.

Schönen Sonntag, wir haben wieder etwas Sonne. :emoji_slight_smile:
 

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Gerade weil ich ein kleiner Einmannbetrieb bin habe ich mir eine Holzher angeschafft. Das ist doch super praktisch mit dem Kleberwechsel.
Es wird auch nicht 10x der gleiche leim im Becken aufgeschmolzen (davon wird der nicht besser). Und man kann die Kleber sogar als einzelne Patrone auf Kom kaufen wenn man mal einen Sonderfall hat. Nebenbei benötigt man keine seperaten PU Becken oder weitere Becken für einen einigermaßen schnellen Leimwechsel.
 

brubu

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Das sehe ich auch so. Der einzige Nachteil, der hier auch schon beschrieben wurde, ist die Steuerung der Kleberauftragsdüse. Da bin ich nicht auf dem aktuellen Stand. An der Hinterkante ist der Auftrag meist kein Problem, vorn aber sehr heikel. Öffnet die Düse minim zu früh ist die Ecke verschmiert, öffnet sie minim zu spät fehlt Klebstoff.

Bei 15m Vorschub komme ich auf 250mm Sek., auf Hundertstel Sekunden herunter gebrochen auf 2,5mm. Daran sieht man wie wichtig schon eine Tausendstel Sekunde wäre. Wie wiederholgenau die Pneumatik überhaupt sein kann weiss ich nicht.

Ich erinnere mich an einen 2 TE die damit Probleme hatten, mindestens bei einem konnte Holzher offenbar leider nicht helfen. Aber wie immer, es ist schwierig sich ein Urteil zu bilden wenn man die Umstände nicht kennt.

Ideal wäre ein Wechselsystem, für Kleinzeug die Düse, für grössere oder sehr heikle Aufträge ein Walzensystem aber mit Patronen.
 

Kunstbohrer

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Hm, mit derartigen Problemen kann ich nicht dienen. Sowohl die Triathlon mit der theoretisch schlechteren Lochdüse und igendwas um die 25m/ min Vorschub, noch von der Auriga in meinem letzten Angestellten verhältnis kann ich von derartigen Problemen berichten. Super wichtig ist aber diesen Messingstab der für die Öffnung zuständig ist regelmäßig zu ölen und die Düse täglich zu reinigen.

Die sehr manuelle Streamer mit nur 10m/min die ich jetzt selber angeschafft habe, hatte bei der Besichtigung auch abso kein Problem mit dem Kleberauftrag.
 

brubu

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Also hast du jetzt die Schlitzdüse?
Es gab ja die grob gerillte Düse mit zu grossem Lochabstand von ca. 1,6mm, dann die feinere mit 1mm und ab wann die Schlitzdüse weiss ich nicht, hab sie noch nie gesehen. Teilweise ist die nachrüstbar.
Schlitzdüsen gibt es auch für grössere Maschinen von speziellen Herstellern. https://www.robatech.com/de/newsroom/kantenverleimung-umrüstung

Da kostet wohl die Umrüstung mehr als eine Handwerker KAM. Es tönt auch sehr nach Werbung aber offenbar soll es Vorteile geben oder der
Hersteller der KAM konnte nicht mithalten. Siehe Fotos im Link.

Noch etwas, im Link ist zu lesen von "unförmigen Kanten" die weiterhin mit dem Walzenauftrag gemacht werden. Damit ist wohl Postforming o.ä gemeint weil da der Düsenauftrag nicht den Rundungen folgen kann. (Aber super in Verkäufersprache verpackt.......)
 
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wirdelprumpft

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Patrone war beim der Quick 1433 ne rechte sauerei. Bei schwarz auf weiß Klebertausch waren es meist 2 Patronen die drauf gingen.
Denke das ist heute bestimmt besser gelöst. Patronen sind vom händling besser als das Granulat.
Meine aktuelle F600 hat Wechselleimbecken. Umbau 2-3 min.

Kantenüberstand macht viel aus zumindest war das bei der G560 so. Je knapper die Kante vorne, hinten übersteht um so besser.
Bei Felder kann man das über die Steuerung einstellen. Bei der Quick war das mechanisch gelöst und kein Spaß zum einstellen.
 

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Die jetzige Maschine hat eine Schlitzdüse mit 1mm Rakel hinten dran. Also das aktuelle Gluejet System.

Die restliche Maschine war auch immer ok, aber das können auch andere Hersteller mindestens genauso gut.

Vom Leimsystem bin ich ziemlich überzeugt. Und wenn man eines mit Auslass hat (alle neueren) ist der Leimwechsel ein Kinderspiel.
Eine 30 Jahre alte Quick würde ich da nicht als Maßstab sehen. und selbst zu der Zeit war und ist es besser als so manches anderes System.
 

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Zum Thema Zurück da ist ja das Problem vermutlich genau in diesem Kantenüberstand in kombination mit der richtigen Einstellung des Druckwerks zu suchen.
Sind die Probleme vorne oder hinten an der Platte?
 

brubu

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Meine aktuelle F600
Hab nachgeschaut, die hat eine Einsatzsteuerung für den gezielten Andruck der Kanten genau wenn das Werkstück durchläuft. Sehe ich das richtig?
Dann sollten die Überstände der Kanten kein Problem sein.
Sind die Probleme vorne oder hinten an der Platte?
Du meinst den Kleberauftrag? Nur vorn, hinten ist ja das Werkstück einfach vorbei. Wenn die Düse zu lange offen bleibt wird der zu viel ausgetretene Klebstoff vorn ans nächste Werkstück geschmiert. Da fehlt noch ein "Scheibenwischer als Klebstoffwischer". Auch wenn das sehr wenig ist, ist es manchmal mühsam den Kleber aus den Poren der Kanten zu bekommen.
Ich behelfe mir bei Bedarf mit System primitiv, ein Klebband vorn an die Ecke ist schneller dran als Kleber weggeputzt.

Aber es sind wirklich Kleinmengen sonst würden wir uns eine neue Maschine kaufen, grössere, heikle Dinge werden auswärts bekantet.
So muss jetzt weg und kann nicht mehr antworten.
 
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