Gartenhaus streichen - Innen unbehandelt? Alles vorstreichen? Verzug? Erfahrungen?

dededennis

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Hallo zusammen,

welche Vorgehensweise würdet ihr beim Streichen eines neu errichteten Gartenhauses empfehlen?

Da die Nut- und Federverbindungen unbedingt mit gestrichen werden sollten und das Holz mehr als einen Anstrich benötigt, wollte ich alles in Ruhe unter dem Carport vorzubereiten.

Für die äußeren Flächen habe ich aktuell die HK Lasur von Remmers ins Auge gefasst.
Diese ist aber nur für Außenbereiche geeignet.

Das heißt, ich müsst alle Außenseiten vorstreichen und dann später wenn es fertig ist von innen nochmal streichen.

Was würdet ihr für das Raum-Innere und den Fußboden empfehlen?
Oder lasst ihr das Innere unbehandelt?
Falls ja, habt ihr da schonmal Probleme mit Verzug gehabt?

Freue mich auf eure Rückmeldungen und Erfahrungsberichte! :emoji_slight_smile:


Gruß

Dennis
 

magmog

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IngoS

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Hallo,

mit dem vorher Streichen ist das so eine Sache. Streichen und sofort verbauen geht.
Hast du das Paket erstmal auseinander genommen und die einzelnen Bohlen liegen noch Tage, oder Wochen rum, verziehen sich diese garantiert und du bekommst beim Zusammenbau erhebliche Schwierigkeiten.
Und ja, innen gar nicht behandeln.

Gruß Ingo, der schon mehrere Gartenhütten aufgebaut hat.
 

dededennis

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Top, das klingt ja schonmal gut, verzichte natürlich sehr gerne darauf von innen nochmal alles zu streichen.
Hatte gedacht dass sich das Holz dann verziehen könnte.

Hallo,

mit dem vorher Streichen ist das so eine Sache. Streichen und sofort verbauen geht.
Hast du das Paket erstmal auseinander genommen und die einzelnen Bohlen liegen noch Tage, oder Wochen rum, verziehen sich diese garantiert und du bekommst beim Zusammenbau erhebliche Schwierigkeiten.
Und ja, innen gar nicht behandeln.

Gruß Ingo, der schon mehrere Gartenhütten aufgebaut hat.

Hm, dann muss ich mich wohl beeilen :emoji_grin:.
Möchte aufjedenfall die Stoßverbindungen auch 2x streichen. Und wenn ich das mache, dann kann ich die Flächen gleich mitstreichen.
 

dededennis

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Ich glaube die perfekte Lösung ist einfach nur die Nut- und Federverbindungen 2, 3 mal vorzustreichen!

Dann kann ich danach das Gartenhaus von außen im Ganzen durchstreichen. :emoji_slight_smile:
 

dededennis

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Mein ihr man kann die Nut- und Federverbindungen auch einfach direkt bei der Montage einpinseln?

Oder ist das wegen der Trocknung im eingebauten Zustand wohl ein Problem?
 

carsten

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Hallo

wegen der Trocknung weniger. Die Blockbildung würde ich eher als das Problem sehen. Die aufgetragene Lasur wirkt wie ein Kleber und die einzelnen Bretter können dann nicht mehr unabhängig voneinander arbeiten. Das reißt dann irgendwann. Im günstigsten Fall reißt nur die Lasur. Richtig blöd wird es, wenn das Holz im Bereich Nut bzw einer Feder reißt.
Tausende Gartenhäuser in D & Europa und anderswo stehen ohne dass da alles doppelt und dreifach gestrichen ist. Inkl unserer eigenen ( Bj 2000) und diverser Balkonverkleidungen. Bei Nut und Feder sollte der konstruktive Holzschutz ausreichen
 

Pareto

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Ganz ehrlich, ich würde das Ding zusammenbauen und anschließend streichen.
Der konstruktive Holzschutz und das Beobachten über die Jahre ist ein Vielfaches wichtiger als eine chemische Behandlung.

Das Wichtigste ist im unteren Bereich ein Schutz gegen Schlagregen, aufsteigende Nässe und Spritzwasser.
Außerdem die Dichtigkeit des Dachs, eine Tropfkante und eine Regenrinne.
Das ist konstruktiv zu lösen.

Das Zweitwichtigste ist, das Gebäude nicht sich selbst zu überlassen, sondern zu beobachten, ob sich Undichtigkeiten und feuchte Ecken entwickeln - zeitnah reagieren.

Zu Nut und Feder:
Wenn da Wasser einzieht, ist es eh zu spät, dann kannst du den Verfall nicht verhindern - nur bremsen; dann stimmt mit der Konstruktion was nicht.

Außerdem sollte man nach einem Jahr und ggf. nach ein paar weiteren nachstreichen. Dann hat sich das alles gesetzt und kleine Risse gebildet.
Auch helle Streifen (ungestrichen) entlang der Stöße werden dann nachgestrichen.
 

dededennis

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Hachja... umso länger man sich um eine Sache Gedanken macht, umso unsicherer wird man.
Man könnte auch sagen, umso mehr Leute man fragt, umso mehr verschiedene Antworten bekommt man.

Da ich mir die echt teure Jotun Farbe gegönnt habe und darauf hoffe, in meinem Leben keine weiteren Gartenhäuser aufbauen zu müssen, tue ich mir echt schwer damit das abzuhaken.

Habe mal im Internet gesurft und mir angeschaut was die Hersteller so empfehlen.

Empfehlung vom Gartenhaushersteller Karibu:

"Streiche nur Nut- und Federverbindungen mit einem Imprägniergrund ein, und zwar erst kurz vor Aufbau, nicht vorher. So verhinderst du, dass sich Bohlen beim Trocknen verziehen.

Die eingestrichenen Teile können anschließend nass in nass zusammengesteckt werden – beachte dabei die Anwendungshinweise des verwendeten Imprägniergrundes."

Dann kann das mit der Blockbildung doch eigentlich nicht so dramatisch sein?

Habe die Empfehlung Nut- und Feder mitzustreichen nun schon öfters gelesen.

Das Ding ist halt einfach:

- direkt beim streichen einpinseln -> Kein Problem, kaum Mehrarbeit
- Nut- u. Feder vorstreichen und trocknen lassen -> großer Aufwand mit der Zwischenlagerung, Verzug verhindern / ordentlich verstauen usw.

Ob es nun grundsätzlich nötig ist sei mal dahingestellt.

Würde das mit der Blockbildung gerne weiter diskutieren und mich sehr über weitere Meinungen / Argumente freuen.
 

IngoS

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Hallo,

ob Nut und Feder problemlos mit gestrichen werden können, hängt von der Konstruktion des Hauses ab.
Ich kenne Blockbohlenhäuser, die in der Höhe frei arbeiten können. Da bewegt sich das Haus so drei bis vier Zentimeter im Jahresverlauf.
Bei anderen Konstruktionen wird durch senkrechte eingeschraubte Stiele, Türrahmen und Fensterrahmen dieses Arbeiten unterbunden. Beim Schwinden schwindet jede Bohle für sich, wodurch sich die Verzahnung jeweils etwas öffnet. Wenn da die Spunde verklebt sind, wird es zu Rissbildung kommen.

Gruß Ingo
 

Joargh

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Hi,
Ich habe mein Gartenhaus aus Bohlen mit Nut/Feder mit Jotun Farbe (Demidekk) und Imprägnierung/Grundierung (Tregrunnig) und wie von Karibu beschrieben behandelt. Weniger wegen der Lebensverlängerung als wegen der Optik.

Wir haben es grundiert und nass in nass ineinander gesteckt. Eine Blockbildung nach der Grundierung trat nicht auf. Jedoch hindert es die Bohlen auch keinen Meter daran sich zu verziehen. Nicht schlimm, aber die Formulierung von Karibu ist ein wenig gewagt.
Gestrichen habe ich die Hütte nur außen und nachdem alles fertig war. Nach einem Jahr hatte es sich ein wenig gesetzt und ich habe an der ein oder anderen Stelle nochmal nachgepinselt. Im großen und ganzen jedoch kaum.
 

dededennis

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Wow seid ihr schnell :emoji_slight_smile:, ihr und das Forum seid spitze.

Ich habe Jotun Tregrunning + Jotun Trebitt.
Denke dann pinsel ich die Verbindungsstellen bei der Montage 1x mit Tregrunning ein und fertig.

Das Haus dürfte sich m. E. n. schon mehr oder weniger frei bewegen können.
In der Montageanleitung sieht man zwar dass in jeder Ecke Gewindestangen angebracht werden, diese werden allerdings nicht richtig festgezogen sondern haben noch eine Sprungfeder dazwischen!
Denke dass diese Sprungfedern das Arbeiten der Bohlen ermöglichen sollen.

@Joargh: Ich schätze Karibu meint, dass sich das Holz dann nicht verzieht, weil es nicht einzeln auf Böcken vorgestrichen wird und erstmal halbfertig herumliegt, sondern direkt verbaut werden kann.
 
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