Wallnußbaum

Jens3

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Hallo
Ich habe folgende Frage. In meinem Grundstück steht ein Wallnußbaum, ca. 10 m hoch. Da wir anbauen wollen, muß der Baum gefällt werden. Baugenehmigung liegt vor, Fällgenehmigung gibt,s ehestens September. Ein Bekannter hat im Fernsehen einen Bericht gesehen, wonach Nußbaumholz und auch die Wurzel ziemlich wertvoll sind, zu schade zum Verheizen. Im Net hab ich leider nichts gefunden. Kennt jemand eine Aufkaufstelle, Sägewerk, o.ä. , wäre für einen Hinweis dankbar.

Grüße aus Sachsen

Jens
 

carsten

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Hallo

habe gerade diese Woche eine reihe von Furnierwerken angeschrieben weil immer mal wieder die Frage kommt ob man einen solchen Baum vermarkten kann.
Zwei Furnierwerke haben immerhin geantwortet und das sogar umgehend und ausführlich.
Generell besteht bei beiden Firmen auch Interesse an "Privaten Gartenbäumen".
ABER da gibt es einige Schwierigkeiten:
1. Die Größe: als Anhaltspunkt wurden mir gute 2,20 in der Höhe und zwar ASTFREI und einen Durchmesser von mindestes 45 cm genannt
2. Furnierwerke (nicht Händler), gibt es nicht an jeder Ecke. Und der Einkäufer will selbstverständlich die Ware sehen. Für einen einzelnen Stamm wird er aber selten extra vorbeikommen. Glück könnte haben wer quasi in der Nachbarschaft max 50 -100km von einem Furnierwerk wohnt. Und dann bleibt immer noch der Transport.
3. mgl erzielbarer "Gewinn": Für einen wirklichen TOP Stamm hat einer der beiden Einkäufer einen Betrag von 500 -600 € pro Festmeter genannt. Festmeter ist ein m³ Holz ohne Luft. Also das Volumen des Stammes. TOP hab ich bewusst groß geschrieben das muss wirklich ein TOP Stamm sein.
Gerade bei NB ( Nussbaum) gibt es aber eine Reihe von Faktoren die einen Stamm für Furnier oder Massivholz sehr nachteilig sein können.
Zum einen der recht hohe Splintholzanteil, (der ist wesentlich heller) und fast nicht verwertbar, NB neigt zudem zu Frostrissen ( ein unerwünschtes Merkmal).
Sehr vorsichtig in Bezug auf Gartenbäume sind Sägewerke auch wegen mgl Metallischen Resten von Nägeln ( an denen z.B. mal ein Vogelhäuschen hing),
je nach Alter und Standort auch durch Granatsplitter usw.
Die Wurzel ist bei NB nicht interessant. Maserfurniere werden aus Knollen am oberirdischen Stamm gewonnen. Angeblich werden hochwertige Gewehrschäfte bisweilen aus der Wurzel gefertigt meinte einer der beiden Herren mit dem ich Kontakt hatte, aber genaueres wusste er auch nicht.
Beide Furnierhändler gaben mir den Tipp: In solchen Fällen eher mal bei einem Sägewerk nachfragen ( die gibt es häufiger ; siehe Gelbe Seiten) oder mal beim örtlichen Schreiner nachfragen oder evtl Interesse hat.
Kurze Stücke auch mit für Schreiner oder gar Furnierwerke unerwünschten Merkmalen, ich vermeide hier bewusst den Begriff Fehler, sind häufig bei Drechslern sehr beliebt; einfach in der örtlichen Zeitung mal inserieren oder Angebot an der Seitenscheibe des Autos spazieren fahren. Da könntest du evtl auch einen dankbaren Abnehmer für die Wurzel finden, wenn du dir die Mühe machst die auch im ganzen auszugraben. Ok wenn gebaut werden soll kann das durch Großgerät erfolgen. Ne Wurzel per Hand ausgraben ist ne Sisyphusarbeit eigenen Erfahrung bei Zwetschge und Wacholder ( erstere hab ich nach Resignation der natürlichen Verrottung preisgegeben).

Noch mal: Interesse bei Furnierhändlern beschränkt sich auf den Stamm ( Wurzel ist uninteressant) und es sollte wirklich ein Top Stamm sein. Die beiden Furnierwerke die sich auf meine Anfrage gemeldet haben waren www.mehling.de und www.fritz-kohl.de
Wenn du dort nachfragen willst darfst du gerne auf das Forum verweisen.
Und am besten gleich ein aussagekräftiges Foto mitschicken.

Einen Tipp gab es auch bzgl evtl Kontakten:
Vielleicht können Sie Ihren Kunden raten, sich mit der
Stadt/Gemeinde/Forstamt in Verbindung zu setzen, um bei deren Holzverkäufen
das Holz mit aufzulegen. Der eine oder andere Kunde wird sich sicher auch
für diese Hölzer interessieren.
Ergänze: Dort auch ruhig mal nachfragen ob sie dir Ansprechpartner / Kantaktadressen zu Holzeinkäufern geben können.
Ansonsten eben die örtlichen Schreiner abklappern, vielleicht brauchst du selbst ein Möbel. Oder eben Drechsler. Du kannst dann auch gern den Stamm hier im Forum ( Kleinanzeigen) inserieren ( kostet nix)
 

Jens3

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Hallo Carsten

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Der Stamm ist bis in eine Höhe von 3,00 m astfrei und hat auch einen Durchmesser von über 45 cm. Ob sich in dem Stamm irgendwelche Fremdkörper befinden, kann ich natürlich nicht sagen, das bleibt ein Risiko.
Wenn der Baum gefällt ist, werde ich mit dem Stamm mal in ein nahegelegenes Sägewerk fahren, und schauen , was man dort dazu sagt, ein Furnierwerk habe ich leider in unserer Gegend nicht gefunden, muß ich aber nochmal richtig suchen. Die Transportmöglichkeiten habe ich. Die Wurzel wird auf alle Fälle mit dem Bagger ausgegraben, ich werd sie dann mal mit dem Hochdruckreiniger säubern und mit der Kettensäge in handliche Stücke teilen, villeicht hat ein Schnitzer oder Drechsler Interesse. Villeicht auch e-bay, mal sehn. Wenn es soweit ist ,werde ich auf alle Fälle hier eine Info reinsetzen.

Viele Grüße aus der Gegend um Hohenstein-Ernstthal

Gruß Jens
 

carsten

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Hallo

auf 3 m astfrei und Ø über 45 cm hört sich nicht schlecht an, kommt natürlich drauf an wie der Baum innen aussieht. Fremdkörper aus Metall kann man mit einem guten Metalldetektor aufspüren. Wenn du also evtl jdm kennst der jdm kennt ... könnte man mit einem solchen Gerät mal den Stamm durchchecken und einem potentielen interessenten dann auch schon mitteilen das der Stamm mit großer Wahrscheinlichkeit frei von Metalleinschlüssen ist ( am besten Geräteart, Hersteller Modell mit angeben, dann weiß der interessent in wie weit er sich auf die Messung verlassen kann und das man da tatsächlich sich Gedanken gemacht hat).
Viele örtliche Sägewerke sägen hauptsächlich Nadelholz. Nußbaum ist da schon etwas exotisches. Deshalb scheint mir der Tip mit dem Forstamt , Gemeinde usw aus letztem Post nicht so verkehrt. Bei der Wurzel liegst du mit Drechlern bestimmt nicht verkehrt aber lass die Wurzel zusammen ( wenn mgl) da kann man sehr interessante Objekte draus machen. Für Schnitzer ist NB vermutlich weniger von interesse da recht hart; die bevorzugen eher Linde.
Bevor du mit dem Stamm auf dem Hänger durch die Gegend fährst mach mehrere Fotos vom stehenden Stamm ( evtl sogar mit Angabe der Himmelsrichtung) und der Schnittflächen. Daraus kann der Profi schon viel erkennen und sich ein gutes Bild von dem Angebot machen.
 

Jens3

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@carsten
Da muß ich mal rumhören, wer so einen Metalldetektor haben könnte, die Fotos werde ich auf alle Fälle machen, ist ein guter Tipp, da weiß ein etwaiger Käufer schon mal, von was man da redet. Einen alten Tischlermeister kenn ich da noch, ist schon Rentner, villeicht kennt der einen potentiellen Käufer, ist mir heute eingefallen.

@raftinthomas
Wir haben einen Doppelachsanhänger, 2,5 t Gesamtgewicht, in der Nachbarschaft ist ein Landwirtschaftsbetrieb, dem helf ich auch immer mal, er hat schweres Gerät und kann mir den Stamm problemlos aufladen, hatte ich mir auch schon Gedanken gemacht.

Gruß Jens
 

Jens3

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Hallo
Ich möchte nochmals eine Info zum Nußbaum geben. Er wurde gefällt, die Fällgenehmigung war da, er liegt zur Zeit bei mir im Grundstück. Leider war die ganze Sache etwas enttäuchend. Der Stamm ist innen hohl, man kann einen ganzen Schaufelstiel hineinschieben.
Am Wochenende kommt nochmals jemand, und will ihn sich anschauen, denke aber, es wird nur Feuerholz werden.
Ich habe mal ein paar Bilder gemacht, ich informiere nochmal, was der gute Mann dazu sagt, alter Tischlermeister, Rentner der nebenbei noch etwas drechselt.

Gruß Jens

http://album.fotoquelle.de/fqalbum/?page=images&album_id=33267#
 

carsten

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Hallo

das ist echt schade, äußerlich sah der Baum in der Tat vielversprechend aus aber der sehr hohe Splintanteil, das ist der helle Bereich, und der hohle Bereich in der Mitte machen den Stamm in der Tat nicht zum Top Holz. Fürn Schreiner oder Furnier damit total uninteressant. Ein Hobbydrechsler der gern mal ausprobiert und tüftelt kann daraus vielleicht das eine oder andere interessante Objekt fertigen. Aber mehr als eines der Objekte als Dankeschön kann man da sicher nicht erwarten.
 
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