"zu dünne" Dielen weiterverwenden

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hallo holzwürmer!
ich bin seit kurzem besitzer eines hause mit landhausdielen in allen zimmern. 20mm stark, laut alter rechnung. ich bin mir nicht sicher, ob die in den letzten 55 jahren schon mal abgeschliffen wurden...
da mir die 20mm oder weniger zu wenig zum abschleifen und schwere möbel draufstellen sind hier mein plan:
- alle dielen vorsichtig raus
- raum komplett mit (span-)platte auslegen
- dielen wieder drauf
und reichlich luft zum schleifen gewonnen!

jetzt ihr: was sagen die profis?

anmerkung: neue dielen (ja, da bin ich auch schon drauf gekommen :emoji_wink: sind nicht nur zu teuer, sondern auch nicht "diese" dielen!

danke, björn
 

frankundfrei

ww-robinie
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Spanplatte unter Dielen

wenn 20er Dielen zu schwach sind, dann brauchst Du wenigstens eine 28er Spanplatte, damit die statisch annähernd an die 20er Diele kommt. Du nimmst Dir also etwas von der Höhenluft in Deinen Räumen und die Stürze an den Türen kommen Dir auch etwas entgegen.

Die Verbindung Diele Spanplatte ist recht problematisch. Wenn Du die Spanplatte zu dünn auswählst, dann biegt sich das Teil durch - die Diele jedoch weniger als die Platte. Dadurch entsteht Reibung zwischen Diele und Platte --> Reibung die Du hören wirst.

Täusche Dich nicht. Der rausgenommene Boden ist gar nicht mehr so einfach einzubauen. U.U. musst Du nachfräsen. Abschleifen steht dann eh noch mal an.

Wenn Du das alles rechnest, dann wirst Du mit Sicherheit eine Neue Diele mit etwas mehr Geld aber weniger Aufwand und weniger Restrisiko verlegen.

Oder du läßt die alte Diele und machst sie nur schöner. Warum willst Du abschleifen? Hast Du Lack, Wachs oder Öl? Vielleicht musst du ja gar nicht mit der Walze 2mm abschleifen - evtl. tuts weniger auch. Wenn Du so radikal abschleifst sehen die Dielen auch nicht viel anders aus als neue.

Egal wie, am Ende natürlich gibt es nur eine Variante der richtigen Oberflächenbehandlung:

ölen, ölen und ölen :emoji_grin:

Grüße aus Frangn

Frank von Natural Naturfarben
 

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tja - das hört sich nicht gut an...
das problem sind bei mir die 70er jahre - da hat man doch tatsächlich teppichfliesen direkt (!) auf meinen geliebten dielenboden geklebt ;-((
dann vor 10 jahren: teppichfliesen raus - oh schreck, der kleber geht nicht ab - laminat drüber.
und so habe ich das ganze gekauft - ich weiß also noch garnicht, was mich alles genau erwartet!
also: demnächst laminat raus und gucken.

eine frage habe ich allerdings noch an frank. warum muss ich die 20mm starke diele mit satten 28mm spanplatten unterfüttern? ich hätte da an was ganz dünnes gedacht, dass immer noch viel dicker ist, als das was ich oben abschleife!??

schönes wochenende, vielen dank, björn
 

frankundfrei

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18 + 8mm sind statisch nicht 26mm

Hallo Björn,

ich gehe mal davon aus, dass Du unter den Dielen irgend eine tragende Konstruktion hast . Also Balken oder Lagerhölzer auf denen die Dielen ruhen. Du musst mit den Dielen einen gewissen Abstand biegesteif überbrücken. Die Annahme habe ich, weil du was von schweren Möbeln geschrieben hast.

Wenn Du die Dielen jetzt rausnimmst und nur eine sehr dünne Presspanplatte unterlegst und dann die Dielen wieder aufschraubst, dann hast Du statisch nichts gewonnen. Denn beide Schichten müßten schon kraftbündig eine Einheit darstellen. Durch Schrauben allein geht das aber nicht. Wenn dann flächig mit Leim zusammen gepresst - aber selbst dann ist so ein Presspan das denkbar schlechteste Material, da es selbst wenig Biegesteifigkeit aufweist - dafür sind die Späne einfach zu klein und zu kurz.

Schreib doch mal, was für eine Diele du da hast (Holzart, Breite, Länge, Nut und Feder und wie sie nach unten derzeit befestigt ist, bzw. wie die Unterkonstruktion aussieht.

Leimreste auf der Oberfläche müssen nicht der K.O-Punkt sein. Leider kann es aber sein, dass es wichtige Gründe gegeben hat, warum man die Diele versteckt hat - also massive Oberflächenbeschädigungen, die nur schwer zu sanieren sind.

Alle Zimmer in einem Haus so zu bearbeiten, wie Du das geschrieben hast, erscheint mir ein sehr hoher Aufwand. Mit Neuveregung - oder doch den Mut, nur vorsichtig abzuschleifen hast Du mit Sicherheit mehr erreicht.

Grüße

frank
 

yoghurt

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Hallo Björn,
wenn Du eh schon überlegst die alten Dielen auszubauen, dann kannst Du ja als "Machbarkeitstudie" mal irgendwo eine ausbauen. Dabei kannst Du dann feststellen:
a) ob Du die Dielen überhaupt ausgebaut bekommst oder ob dabei nur ein Haufen Splitter entstehen..
b) ob die Dielen wirklich nur 20mm dick sind. Ich bezweifle ja Deine alte Rechnung nicht, trotzdem erscheinen mir 20mm doch sehr wenig...
c) ob bereits geschliffen wurde und ob es noch einene ausreichenden Dicke der Nutwange bzw. Nutzstärke gibt.

In der Wohnung die ich gerade bewohne (ich plane hier bald auszuziehen!) sind die Dielen an einigen Stellen soweit heruntergeschliffen, dass beim darüberlaufen plötzlich Splitter der Nutwangen hochstehen. Durch die wegbrechenden Nuten entstehen extrem hässliche breite Fugen mit hohem Verletzungspotential.... teilweise kann ich im Stehen die Schlackenschüttung in der Holzbalkendecke sehen..... que mierda!

Gruß

Heiko
 

bello

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Hallo,

wenn ich Dich richtig verstehe, ist der Dielenboden aus den 50ern. Vielleicht steht ja auch noch in der Rechnung, welche Holzart verwendet wurde. Meist war es damals Fichte/Tanne oder Kiefer.

Sollte das so sein, dann reiss doch wirklich alles raus. Rauhspund mit Nut und Feder ist z.Zt im Holzhandel nciht teurer als Spanplatte und würde wahrscheinlich dem ursprünglichen Boden ähnlich sehen.

Gruß
 
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