Wassertrog aus Eichenstamm - Gerbstoffe giftig??

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von kallinka, 11. März 2008.

  1. kallinka

    kallinka ww-pappel

    Beiträge:
    1
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    München
    Hallo!
    Wir halten Pferde im Offenstall... nun hat unser Stallbesitzer uns einen wunderschönen Wassertrog aus einem Eichenstamm geschnitzt. Das Trinkwasser für die Pferde (aus einem Brunnen) verfärbt sich dunkelbraun und es bilden sich Schlieren durch die Gerbstoffe aus dem Holz.
    nun meine Frage: müssen wir den Trog erstmal lagern oder können die Pferde direkt das Wasser aus dem Eichenstamm trinken? sind diese Gerbstoffe giftig? Müsste man das Holz irgendwie beschichten/behandeln?

    ich danke schon mal vielmals im Voraus!! Ich hoffe mir kann jemand weiterhelfen!!
    gruß alex
     
  2. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    ob die Eiche inhaltsstoffe irgendwie für Pferde gesundheitsschädlich sind weiß ich nicht genau. Ich würde das Wasser einfach sein Werk verrichten lassen und die Stoffe auswaschen lassen. Einmal naß sollte der Trog auch Naß gehalten werden da er sonst anfängt zu reißen.
     
  3. SimonS

    SimonS ww-birnbaum

    Beiträge:
    229
    Ort:
    Schwäbisch Hall
    Hallo,
    also so weit ich weiß, sind die Gerbstoffe in der Eiche zumindest für den Menschen nicht schädlich. Z.B. werden ja Weine und Schnäpse auch in zum Teil rohen Fässern gelagert. Hier ist der Übergang der Gerbsäure in die "Flüssigkeit" bis zu einem gewissen Grad erwünscht.
    Als Anmerkung
    Grüße
    Simon
     
  4. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    giftig

    Die Antwort ist falsch. Die in den Eichen enthaltenen Gernbstoffe sind giftig. Alle Teile der Eiche, insbesondere Eichenrinde ist giftig, auch für Tiere. Man kann zwar den Tee aus Eichenblättern trinken, aber bei zu hohem Teegenuß drohen Magenschleimhautreizung, Erbrechen, Durchfälle... Der Schleifstaub von Eichen ist krebsererregend.
     
  5. edelres

    edelres ww-robinie

    Giftigkeit

    Hallo Alex & Forumsfreunde,

    Carsten hat das wesentliche schon beantwortet. Die Verfaerbungen, sind eine Reaktion, der im Wasser enthaltenen mineralischen Stoffe, mit der ausgewaschenen Gerbsaeure. Nur der in den auessersten Schichten befindliche, Gerbstoff laesst sich mit Wasser loesen, dies ist nach kurzer Zeit vorbei, in wieweit sich dies geschmacklich auswirkt weiss ich nicht. Die Pferde sind da schon waehlerisch und prusten nur wenn ihnen das Wasser nicht schmeckt, dann trinken die nichts davon.

    Hier in den USA gilt Eichenholz als lebensmitteltauglich ueber die Giftigkeit ist nichts erwaehnt.

    Bei Versuchen mit Ratten, war die toedliche Dosis, von Pyrogallol (reine Gerbsaeure) 3 gr je kg. Bei einem Menschen von 75 kg waeren ueber den Daumen gerechnet 225gr die toedliche Menge.

    @gast, sei vorsichtig mit Kochsalz, 300gr davon sind auch toedlich. Bei 10 % Gerbstoffanteil, muesste ein Mensch 22.5 kg Eichenkernholz auf einen Schlag essen, warum nicht wenn es ihm schmeckt!

    Als Gedankenanstoss

    mfg

    Ottmar


     
  6. Felix49

    Felix49 ww-eiche

    Beiträge:
    365
    Ort:
    Darmstadt
    Hallo,

    bei Wikipedia:

    Medizin und Pharmakologie [Bearbeiten]
    Alle Teile der Eiche, besonders unreife Eicheln, sind wegen der enthaltenen Gerbstoffe giftig und können zu gastrointestinalen Symptomen (Magenschleimhautreizung, Erbrechen, Durchfälle) führen. (Siehe dazu den Artikel: Liste giftiger Pflanzen). Die Eiche wird auf Grund dieses Gerbstoffgehaltes ihrer Rinde aber auch als Heilpflanze eingesetzt. Gesammelt wird die frische Eichenrinde im Frühjahr. Getrocknet und gemahlen kann daraus ein Sud gekocht werden, der sowohl äußerlich als auch als Tee (nie mehr als zwei Tassen täglich) angewandt wird.
    Anwendungsgebiet innerlich: schwere chronische Entzündungen des Magen-Darm-Traktes.
    Anwendung äußerlich: Einreiben von nässenden Ekzemen oder heißen Entzündungen.

    Ggf. könnte der Tierarzt auch weiterhelfen.
     
  7. magmog

    magmog ww-robinie

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    63xxx, am Main
    guude,

    wie Pracelsus schon schrieb:" die dosis macht des gift!" also gut über nacht wässern, das ganze 2 mal wiederholen und gut ist.
    die meldung der krebserzeugenden wirkung von eiche- und buchestaub beruhte auf einem wissenschftlichen fehler der seit vielen jahren nicht mehr haltbar ist.

    gut holz! justus.
     
  8. gleiter

    gleiter ww-robinie

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    Ort:
    Österreich
    Ihr seht aber schon, dass dieser Thread schon einen Bart hat?

    Inzwischen sind die Pferde vermutlich entweder eingegangen, oder sie erfreuen sich nach wie vor bester Gesundheit.
     
  9. elgarlopin

    elgarlopin ww-robinie

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    2.078
    Ort:
    Hamburg
    Hi,
    zu den "ellenlangen Bärten":

    Oft sind ältere Themen dennoch aktuell und interessant, weil noch nicht endgültig geklärt und abgeschlossen. Auch stellen sich (ähnliche) Probleme immer wieder neu.
    Nix für ungut!

    Franz
     
  10. magmog

    magmog ww-robinie

    Beiträge:
    5.085
    Ort:
    63xxx, am Main
    ei guude,

    ich wurde per PN zu genauerem zum thema holzstaubkrebs gefragt. wegen eventuellem allgemeinem interesse hier meine antwort dazu:

    in den 80-ern wurde bei holzbearbeitern, die in england auf trommelschleifmaschinen geschweifte teile für den gestellmöbelbau- ohne funzende absaugung- fertigten, eine statistisch erhöhte häufigkeit des ardenokarzinoms festgestellt. darauf hin wurde holzstaub u.a. als krebserregend in die MAK-liste aufgenommen.

    dies hatte sinnvollerweise zum allgemeinen zwang der betriebe zum einbau/ertüchtigung von absauganlagen geführt.

    im krebsforschungsinsitut heidelberg wurden darauf hin umfangreiche untersuchungen durchgeführt, die jedoch zu keinem ursachen-wirkungsnachweis führte.vor jahren wurde das auch publiziert, jedoch scheinen einige daran interessiert zu sein, daß diese untersuchung scheinbar nicht mehr aufzufinden ist, m.e. im sinne der durchsetzung von luftreinhaltungsmaßnahmen in betrieben auch nachvollziehbar.
    die offizielle stellungsnachme scheibt daher:

    zitat: "Inzwischen gibt es vielfältige Hinweise darauf, dass Holzstaub als Ursache für Krebserkrankungen immer in Kombination mit anderen Belastungsstoffen (z. B. Holzschutzmittel) in Frage kommt. Aber auch auf europäischer Ebene wird der Holzstaub von sogenannten "Harthölzern" als besonders belastend eingestuft."

    quelle: Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.

    zu einer wie auch immer gearteten einschätzung mussten die offiziellen stellen kommen, da sonst wegen unbegründeter auflagen für die betriebe regressforderungen im mehrstelligen milionenbereich hätten gestellt werden können.

    gut holz! justus.
     
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