Wassertrog aus Eichenstamm - Gerbstoffe giftig??

kallinka

ww-pappel
Mitglied seit
11 März 2008
Beiträge
1
Ort
München
Hallo!
Wir halten Pferde im Offenstall... nun hat unser Stallbesitzer uns einen wunderschönen Wassertrog aus einem Eichenstamm geschnitzt. Das Trinkwasser für die Pferde (aus einem Brunnen) verfärbt sich dunkelbraun und es bilden sich Schlieren durch die Gerbstoffe aus dem Holz.
nun meine Frage: müssen wir den Trog erstmal lagern oder können die Pferde direkt das Wasser aus dem Eichenstamm trinken? sind diese Gerbstoffe giftig? Müsste man das Holz irgendwie beschichten/behandeln?

ich danke schon mal vielmals im Voraus!! Ich hoffe mir kann jemand weiterhelfen!!
gruß alex
 

carsten

Moderator
Teammitglied
Mitglied seit
25 August 2003
Beiträge
12.610
Ort
zwischen Koblenz und Wiesbaden
Hallo

ob die Eiche inhaltsstoffe irgendwie für Pferde gesundheitsschädlich sind weiß ich nicht genau. Ich würde das Wasser einfach sein Werk verrichten lassen und die Stoffe auswaschen lassen. Einmal naß sollte der Trog auch Naß gehalten werden da er sonst anfängt zu reißen.
 

SimonS

ww-birnbaum
Mitglied seit
29 Januar 2007
Beiträge
229
Ort
Schwäbisch Hall
Hallo,
also so weit ich weiß, sind die Gerbstoffe in der Eiche zumindest für den Menschen nicht schädlich. Z.B. werden ja Weine und Schnäpse auch in zum Teil rohen Fässern gelagert. Hier ist der Übergang der Gerbsäure in die "Flüssigkeit" bis zu einem gewissen Grad erwünscht.
Als Anmerkung
Grüße
Simon
 

Unregistriert

Gäste
giftig

Die Antwort ist falsch. Die in den Eichen enthaltenen Gernbstoffe sind giftig. Alle Teile der Eiche, insbesondere Eichenrinde ist giftig, auch für Tiere. Man kann zwar den Tee aus Eichenblättern trinken, aber bei zu hohem Teegenuß drohen Magenschleimhautreizung, Erbrechen, Durchfälle... Der Schleifstaub von Eichen ist krebsererregend.
 

edelres

ww-robinie
Mitglied seit
16 November 2003
Beiträge
2.619
Ort
Redwood City, Kalifornien USA
Giftigkeit

Hallo Alex & Forumsfreunde,

Carsten hat das wesentliche schon beantwortet. Die Verfaerbungen, sind eine Reaktion, der im Wasser enthaltenen mineralischen Stoffe, mit der ausgewaschenen Gerbsaeure. Nur der in den auessersten Schichten befindliche, Gerbstoff laesst sich mit Wasser loesen, dies ist nach kurzer Zeit vorbei, in wieweit sich dies geschmacklich auswirkt weiss ich nicht. Die Pferde sind da schon waehlerisch und prusten nur wenn ihnen das Wasser nicht schmeckt, dann trinken die nichts davon.

Hier in den USA gilt Eichenholz als lebensmitteltauglich ueber die Giftigkeit ist nichts erwaehnt.

Bei Versuchen mit Ratten, war die toedliche Dosis, von Pyrogallol (reine Gerbsaeure) 3 gr je kg. Bei einem Menschen von 75 kg waeren ueber den Daumen gerechnet 225gr die toedliche Menge.

@gast, sei vorsichtig mit Kochsalz, 300gr davon sind auch toedlich. Bei 10 % Gerbstoffanteil, muesste ein Mensch 22.5 kg Eichenkernholz auf einen Schlag essen, warum nicht wenn es ihm schmeckt!

Als Gedankenanstoss

mfg

Ottmar


 

Felix49

ww-eiche
Mitglied seit
7 Januar 2007
Beiträge
397
Alter
71
Ort
Darmstadt
Hallo,

bei Wikipedia:

Medizin und Pharmakologie [Bearbeiten]
Alle Teile der Eiche, besonders unreife Eicheln, sind wegen der enthaltenen Gerbstoffe giftig und können zu gastrointestinalen Symptomen (Magenschleimhautreizung, Erbrechen, Durchfälle) führen. (Siehe dazu den Artikel: Liste giftiger Pflanzen). Die Eiche wird auf Grund dieses Gerbstoffgehaltes ihrer Rinde aber auch als Heilpflanze eingesetzt. Gesammelt wird die frische Eichenrinde im Frühjahr. Getrocknet und gemahlen kann daraus ein Sud gekocht werden, der sowohl äußerlich als auch als Tee (nie mehr als zwei Tassen täglich) angewandt wird.
Anwendungsgebiet innerlich: schwere chronische Entzündungen des Magen-Darm-Traktes.
Anwendung äußerlich: Einreiben von nässenden Ekzemen oder heißen Entzündungen.

Ggf. könnte der Tierarzt auch weiterhelfen.
 

magmog

ww-robinie
Mitglied seit
10 November 2006
Beiträge
7.151
Ort
am Main, zwischen Hanau und Aschaffenburg
guude,

wie Pracelsus schon schrieb:" die dosis macht des gift!" also gut über nacht wässern, das ganze 2 mal wiederholen und gut ist.
die meldung der krebserzeugenden wirkung von eiche- und buchestaub beruhte auf einem wissenschftlichen fehler der seit vielen jahren nicht mehr haltbar ist.

gut holz! justus.
 

gleiter

ww-robinie
Mitglied seit
5 November 2008
Beiträge
2.296
Ort
Österreich
Ihr seht aber schon, dass dieser Thread schon einen Bart hat?

Inzwischen sind die Pferde vermutlich entweder eingegangen, oder sie erfreuen sich nach wie vor bester Gesundheit.
 

elgarlopin

ww-robinie
Mitglied seit
28 Dezember 2008
Beiträge
2.078
Ort
Hamburg
Hi,
zu den "ellenlangen Bärten":

Oft sind ältere Themen dennoch aktuell und interessant, weil noch nicht endgültig geklärt und abgeschlossen. Auch stellen sich (ähnliche) Probleme immer wieder neu.
Nix für ungut!

Franz
 

magmog

ww-robinie
Mitglied seit
10 November 2006
Beiträge
7.151
Ort
am Main, zwischen Hanau und Aschaffenburg
ei guude,

ich wurde per PN zu genauerem zum thema holzstaubkrebs gefragt. wegen eventuellem allgemeinem interesse hier meine antwort dazu:

in den 80-ern wurde bei holzbearbeitern, die in england auf trommelschleifmaschinen geschweifte teile für den gestellmöbelbau- ohne funzende absaugung- fertigten, eine statistisch erhöhte häufigkeit des ardenokarzinoms festgestellt. darauf hin wurde holzstaub u.a. als krebserregend in die MAK-liste aufgenommen.

dies hatte sinnvollerweise zum allgemeinen zwang der betriebe zum einbau/ertüchtigung von absauganlagen geführt.

im krebsforschungsinsitut heidelberg wurden darauf hin umfangreiche untersuchungen durchgeführt, die jedoch zu keinem ursachen-wirkungsnachweis führte.vor jahren wurde das auch publiziert, jedoch scheinen einige daran interessiert zu sein, daß diese untersuchung scheinbar nicht mehr aufzufinden ist, m.e. im sinne der durchsetzung von luftreinhaltungsmaßnahmen in betrieben auch nachvollziehbar.
die offizielle stellungsnachme scheibt daher:

zitat: "Inzwischen gibt es vielfältige Hinweise darauf, dass Holzstaub als Ursache für Krebserkrankungen immer in Kombination mit anderen Belastungsstoffen (z. B. Holzschutzmittel) in Frage kommt. Aber auch auf europäischer Ebene wird der Holzstaub von sogenannten "Harthölzern" als besonders belastend eingestuft."

quelle: http://www.umweltschutz-bw.de/?timme=&lvl=639

zu einer wie auch immer gearteten einschätzung mussten die offiziellen stellen kommen, da sonst wegen unbegründeter auflagen für die betriebe regressforderungen im mehrstelligen milionenbereich hätten gestellt werden können.

gut holz! justus.
 
Oben Unten