Vorschübe und Zustellung bei Holzbearbeitung?

Dieses Thema im Forum "HOLZ & EDV" wurde erstellt von herzausstahl, 10. Januar 2009.

  1. herzausstahl

    herzausstahl ww-pappel

    Beiträge:
    4
    Hallo,

    ich habe mich für einen Bekannten an "fachfremdes" Material gewagt. Ich soll aus verschiedenen Harthölzern einige Werkstücke fräsen. Größenordnung sind "Kanteln" (so heißt das wohl?) um 150x150x50 (mm natürlich!).

    Nun hab ich mein erstes Programm geschrieben, und die Maschine läuft auch schon, mit den Vorschüben und Zustellung bin ich aber überhaupt nicht im Bilde. Man will ja mitnehmen was geht, aber auch keinen Werkzeugbruch etc. riskieren.

    Meine kleine Fräse schafft in Alu in der vollen Nut mit 12 mm Fräser ca. 2 mm Schruppzustellung bei einem Vorschub um die 120-150.

    Jetzt habe ich Palisander aufgespannt und begonnen mit einem 14 mm SChruppfräser mit diesen Werten:

    Zustellung in Z 7mm (Kontur geht teilweise durchs Volle)
    F = 150 mm/min
    S = 1200

    Das scheint mir noch nicht ausgereizt, ich bin aber unsicher, ob ich beim HOlz nicht was übersehe. Z. B. bei VA-Stahl kann man sich ganz böse vertun, weil das Material unter dem Fräser spontan aushärten kann, trotz Kühlungt, Sekundentod vom Werkzeug, nur mal als Beispiel.

    Weiter wäre es auch nett, wenn mir jemand Tipps für eine schöne Oberfläche geben könnte.

    Bei dem Palisander hab ich 0.2 mm Schlichtaufmaß vorgesehen, Schlichten soll dann ein VHM Schlichtfräser.

    Wäre für Tipps dankbar, damit ich die schönen Rohlinge (Kanteln) nicht versaubeutele.


    Gruß herzausstahl
     
  2. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    ich fange mal mit dem S an. Ich vermute das ist die Drehzahl.
    Kenne ich eigentlich als N.
    Im Holzbereich sind Drehzahlen von über 20000 normal.
    Folglich kann man die übrigen Werte nicht einfach aus dem Holzbereich übernehmen.
    Die Werte sind natürlich auch durchaus abhängig von der Holzart ( sicher bei Metall noch deutlicher).
    Solange du keine Brandspuren hast und die Oberfläche deinen Wünschen entspricht würde ich sagen du hast die passenden Parameter gefunden.
     
  3. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Dortmund
    Auf einer Hobby-CNC fahre ich bei einem Freund mit Buche beim Schruppen etwa 2-4mm Zustellung und Geschwindigkeiten von 1500mm/min - das Maximum, was diese Maschine kann. Fräsmotor ist ein Kress Oberfräsmotor, der dann mit 25000 UPM dreht bei 8mm HM-Fräser.

    Achte auf wirklich scharfe und frische Fräser.
     
  4. herzausstahl

    herzausstahl ww-pappel

    Beiträge:
    4
    Ja danke erstmal für die Hinweise.

    Das Problem ist wohl die Drehzahl. Meine Maschine schafft aber in der Spitze nur 3000 U/min., was für Stahl schon viel zuviel ist, man arbeitet gewöhnlich so zwischen 500 und 1500 U. Hohe Drehzahlen mag sie auch nicht besonders, so ab 1800 aufwärts produziert sie recht unangenehme Obertöne.

    Daher werd ich wohl nicht die beschriebenen Spanvolumina hinkriegen und mich mal vorsichtig weiter rantasten.

    Wie sieht das denn beim Bohren aus?

    Machen die "Holzwürmer" beim Bohren etwa auch 20000 U?

    Ich mußte mit 15 mm Bohrer abbrechen, den ich mit 800 U in f25 zustellen wollte, da wurde die Maschine brummelig und vibrierte.

    Bohre meine 16 mm Endmaß jetzt erstmal mit 6 mm vor, dann 13 und dann mal sehen.

    Was man aber sagen muß: dieser Palisander macht ja eine sehr schöne Oberfläche. Die wirkt wie fertig aus dem Laden.

    Also Holz scheint mir ein recht interessantes Material zu sein.



    Gruß Herzausstahl
     
  5. Jono

    Jono ww-esche

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    Bodensee
    Bohren tun wir meist zwishen 6000 und 9000 1/min, was allerdings auch schon jenseits der von Dir genannten Drehzahlen liegt. Das Problem mit dem 15er Bohrer dürfte wohl an der für Holz ungünstigen Schneidengeometrie des Metallbohrers liegen. Da Holz ja wesentlich weicher als metall ist kann hier mit deutlich kleineren Keilwinkeln gearbeitet werden.
    Auch wenn ich für diesen Rat hier gesteinigt werde, versuch mal mit einem möglichst großen HSS-Werkzeug, ob du da größere Spanabnahmen hinkriegst. Aufgrund der kleineren Keilwinkel und der damit verbundenen höheren Schnittgüte könnte sich damit auch bei niedrigen Drehzahlen ein halbwegs vernünftiges Ergebnis erziehlen lassen. Allerdings wird die Standzeit bei Palisander nicht überwältigend sein.
     
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