Verleimholz

Amokachi

ww-kastanie
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Hallo Forum, schön dass ich dich gefunden habe!

Ich habe beschlossen endlich etwas sinnvolles im Leben zu erlernen (arbeite im Investmentbanking) und möchte Holz bearbeiten lernen. Hab schon diverse Lektüre durch und bin grad die ersten Werkzeuge zu kaufen die ich für mein erstes Projekt brauche. Als erstes Projekt (laut einem wahrscheinlich allbekannten Holzfachbuch) möchte ich ein Holzschneidbrett aus Leimholz herstellen (die Maße der zu verleimenden Hölzer sind je nach vorliebe so ca 3x3cm mit einer ca länge von 45cm. wenn das brett 30 cm breit werden soll muss ich somit 10 kanthölzer zusammenleimen. in dem buch wird buchenholz vorgeschlagen wegen seiner besonderen härte...allerdings hab ich auch schon wo gelesen dass buchenholz stark arbeitet bzw verwirft.
und daher meine frage, was der profi als holz nehmen würde für so ein schneidbrett (was ja auch sehr oft abgewaschen wird!)
das mit kern an kern und splint an splint hab ich kapiert, aber wenn sich nach 2 monaten das holz plötzlich zum wölben anfängt wäre halt auch schade

vielen dank vorab für die hilfe !

lg
Stefan
 

Mitglied 24010 keks

Gäste
Buchenholz geht schon. Sind viele Brotzeitbredel draus gemacht. Ich habe auch schon diverse gebaut. Am besten achtest du darauf Leisten mit stehenden Jahrringen zu bekommen. Dann wird auch nichts krumm und du kannst die auch ohne Probleme etwas breiter als 3cm machen.
Spülmaschine mögen die allerdings nicht besonders gerne... :emoji_slight_smile: Da hats mir schon ein paar zerrissen. Speziell die Leimfugen sind in der Spülmaschine etwas anfällig. (Ja auch mit PU)
Ansonsten gehen alle europäischen feinporigen Hölzer. Bei den Affenbäumen kenne ich mich nicht so aus. Würde ich auch nicht wollen. Birke, Ahorn, Obstbäume, Nadelhölzer würde ich nicht nehmen.
 

Amokachi

ww-kastanie
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Wow in diesem Forum ist ja echt Betrieb :emoji_wink: danke mal für die vielen tollen infos, dann werd ich mal bei buche bleiben. bzw der holzfachhandel ums eck hat auch ahorn. werd dann mein auge entscheiden lassen.

lg
stefan
 

sif220

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Schönen guten Morgen Stefan,

ich habe mir mal ein Schneidbrett gebaut, das aussen mit kanadischem Ahorn eingefasst war und in der Mitte eine Füllung aus Cumaro hat. Cumaro kann ich nicht empfehlen - da hält normaler Ponal Leim nicht und die Fugen gehen auf. Ahorn ist da sehr dankbar - allerdings recht schwer zu hobeln und sehr hart. Gerade die letzte Eigenschaft ist aber für ein Schneidbrett von Interesse.

Wichtiger aber - und das war mir beim Bau leider noch nicht so bewußt und habe es noch anders gemacht - ist, dass Du "Kopfholz" nach oben schauen lässt. Das hält mit Abstand am längsten. Das geht bei mir mit dem Cumaro nur deshalb gut, weil das - nochmal - härter ist. Auch nach sehr intensiver Nutzung ist da nichts merklich eingeritzt; trotz täglicher Benutzung.

Bist Du Dir bewusst, dass die zu verleimenden Leisten / Klötze sehr gut gefügt werden müssen - sonst gibt's hinterher unschöne Fugen? Dafür brauchst Du Hobel - die extrem scharf.

Wenn Du dir gerade eine Werkstatt einrichten möchtest, brauchst Du also mindestens Säge, Hobel & Leim. Für den Hobel noch was zum schärfen.

An Deiner Stelle würde ich versuchen, in der Nähe eine "offene Werkstatt" zu finden, wo Du das mal unter Anleitung mit dem dort vorhandenem Werkzeug machen, üben und gezeigt bekommen kannst. Ist alles kein Hexenwerk, aber man sollte schon wissen, was man da macht. Insbesondere das Schärfen eines Hobeleisens, funktioniert nicht unbedingt auf Anhieb... :emoji_slight_smile:

Im Ergebnis:
- hartes Holz: Buche ist gut (allerdings recht feuchtigkeitsempfindlich; ich würd's nicht nehmen); wenn möglich, wäre ich eher bei Ahorn
- Werkzeug: gute Säge & Hobel (idealerweise Flachwinkler) + Schärfutensilien

Viel Erfolg!
 

Amokachi

ww-kastanie
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Hallo Tom!
dir auch danke für die tips!
also ich hab daran gedacht mir den JUUMA Flachwinkel-Bankhobel zu kaufen (130 EUR) anscheinend ist das eine OK alternative zu billigen amazon-teilen und den für einen blutigen anfänger wie mich doch recht teuren profi-geräten
dann ein paar türenspanner zum verleimen, gibts auch von JUUMA im selben online shop, für 30 EUR das stück

bei der säge bin ich leider sehr unschlüssig. hab gelesen das die japansägen das maß aller dinge sind, für anfänger aber nicht so geeignet - abgesehen davon, als österreicher tendiere ich eher zu europäischen sägen :emoji_wink:
was meint der fachmann? reicht ein fuchsschwanz um das verleimte holzbrett auf die richtige länge zu bringen? danach würd ich mit dem flachwinkler in einer selbstgebastelten stosslage drübergehen und dann abschleifen.
oder soll ich mir eher eine feinsäge zulegen?
oder doch japansägen?

danke schon mal im voraus für tips :emoji_wink:

LG
Stefan
 

v8yunkie

ww-robinie
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Brett

Ich würde auch Ahorn nehmen. Wenn Farbkonstrast, dann mit Nussbaum.

Ein guter Fuchsschwanz reicht, wenn Du nachhobelst. Ich würde allerdings eher zu einem langen Hobel (Raubank) raten, wenn Du Fügen willst.

Auf keinen Fall als Anfänger ein Hirnholz-Brett. Versuch Dich erstmal an einer normalen Verleimung, Bretter sauber aushobeln, dann fügen und dann Verleimen und nochmal Aushobeln. Da hast Du erstmal genug zu tun.

Und vergiss nicht, dass Du Deinen Hobel auch Schärfen musst... also auch gleich Schärfsteine mitbestellen und erstmal schärfen und Probehobeln, bevor Du Dich am schönen Ahorn versuchst.

Gruss,
Thomas
 

sif220

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Hallo Stefan,

- Hobel: Juuma ist schon in Ordnung & macht, was er soll. Kein Spitzenprodukt, aber auch kein "Billig Ramsch".
- Schärfen: da brauchst Du noch was - bei feinewerkzeuge.de findest Du sicher was (Schleifführung, Kombistein, Schärfanleitung Friedrich Kollenrott)
- Zwingen: die kenne ich nicht; richtig gefügt, brauchts aber keine "Bärenkräfte". Am Ende muß aber alles gerade gehalten werden
- Säge: Japaner sind sehr gut; wenn, dann würde ich aber zu einer mit Rücken raten - ohne tut man sich sehr schwer Anfangs und macht das teure Teil gerne mal ganz schnell kaputt.... Welche es dann sein soll hängt auch vom Holz und seinem Bearbeitungszustand ab. Eine rohe Bohle aus dem Sägewerk will anders bearbeitet werden, als ein fertig gehobeltes Brett vom Schreiner / Baumarkt. Ich würde mir eine vernünftige Handkreissäge zulegen (inkl. Führungsschiene). Händisch kriegt man da schnell junge Hunde und wird evtl. mehr gefrustet, als das es Freude macht. Gerade am Anfang nicht gut - Du sollst ja dabei bleiben...
- Stoßlade: tolles Teil, der Umgang mit ihr will aber auch gelernt / geübt sein und der verwendete Hobel muß "sehr gut" sein. Alles andere frustet mehr, als es bringt. Ob das der Juuma "schafft" weiß ich nicht.

Viel Erfolg!

PS: keine offene Werkstatt in Wien, auf die Du zugreifen kannst?
 

Reubär

ww-kastanie
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Also, ich habe nen Juuma No 5 und bin mit den Ergenissen sowohl in der Stosslade als auch sonst sehr zufrieden. Wenn du ihn allerdings auch zum verputzen nehmen willst würde ich dir raten, gleich ein zweites Eisen samt Spanbrecher mitzubestellen, dass du schnell wechseln kannst - eins zum Putzen, eins für alles andere.

Grüsse
Maik
 
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