Urgroßvaters Maschinen

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Es steht nun bald die Auflösung der Zimmermannswerkstatt meines Urgroßvaters an. Dieses historische Kleinod des Zimmermannshandwerkes beinhaltet zahlreiche Maschinen aus der Nachkriegszeit bis ca. 1960. Vorhanden sind Dickenhobel, Hobelbank, Bandkreissäge, Tischkreissäge, Standbohrmaschine und einiges mehr auch an kleinen Gerätschaften und Werkzeugen. Durch gelegentliche Nutzung in den letzten 35 Jahren kann man sagen, dass viele der Maschinen irgendwie laufen. Angetrieben werden sie zu meist über externe Eletktromotoren die durch Riehmen mit den Maschinen verbunden sind.
Für mich stellt sich nun die Frage, ob es Interesse (bzw. einen Markt) für diese Gerätschaften gibt oder eine Verschrottung das einzig probate Mittel der Entsorgung darstellt. Letzteres wäre sehr bedauerlich und meiner Ansicht nach ein unumkehrbarer Verlust!
Diese zum Teil mehrere hundert Kilo schweren Stahlkolosse werden wohl nie wieder zum Einsatz kommen. Aber gereinigt und etwas aufgearbeitet können sie Ausstellungen zur Holzverarbeitung kompletieren bzw. einen Blickfang in Foyes entsprechender Unternehmen bilden. Vielleicht plant jemand eine thematisch dahin ausgerichtete Kneipe und sucht passendes Inventar. Ideen der Art gibt es bestimmt noch einige.
Daher wäre ich dankbar für Hinweise und Kontakte aus Kennerkreisen.
 

elgarlopin

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@ GAST:
Wenn der Urgroßdaddy sich solche Mühe gegeben hat, solltest du das auch tun!
Dass du dir darum Gedanken machst, ehrt dich schon einmal!
Hast du selber keine privaten Möglichkeiten, das Erbe (im positiven Sinne) zu bewahren?
Wenn nicht: U. Umständen haben Heimatmuseen ein Interesse an so etwas. Dann allerdings den Zustand, so wie er ist, wenn irgend möglich, unverändert lassen (auch wenn da Einzelne sich "Etwas herausfischen" wollen.
Wir hören mehr von dir? Wo wohnst du?

Franz
 

civil engineer

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Hallo,

klar gibt es dafür einen Markt. Sicher kaum gewerblich damit Arbeitende, aber Hobbyanwender. Bei den Stationärmaschinen könnte ich mir vorstellen, daß Du hier Marktplatz - Übersichtsseite evtl. für das eine oder andere Abnehmer findest.

Bei Handmaschinen kommt es m. E. auf die Marke an. Wenn das richtige drauf steht, z. B. Mafell oder ELU, kannst Du auch die ausgeleiertste und unhandlichste Maschine noch bei Ebay für gutes Geld an den Mann, der sich gerade im Hirn-aus-Modus befindet, bringen.

Gruß
Jochen
 

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Hallo Zusammen,

erst mal vielen Dank für Eure ersten Kommentare zu meiner Anfrage. Es ist ein beruhigendes Gefühl zu lesen, dass auch andere Mitmenschen zu dem Thema sich Gedanken und mir damit Mut machen, das Inventar an die richtigen Stellen bzw. Menschen weiterzugeben.

In dem Zusammenhang gefallen mir die Gedanken von Franz am Besten. Gerne würde ich dieses Ambiente in "Urgroßvaters Werkstatt", als Ganzes erhalten wollen. Es sind ja eben nicht nur die Maschinen sondern auch die vielen kleinen Dinge, die dem Betrachter eine Ursprünglichkeit und Detailschärfe bieten, um sich in die Zeit hineinversetzen zu können.

Werde also bei Museen anfragen bzw. über Handwerkskammern versuchen dahingehend weiter zu kommen.
Zur geografischen Einordnung sei nur soviel gesagt, dass wir im südlichen Mitteldeutschland ansässig sind.

Gerne nehme ich weitere Hinweise und Tips entgegen.

Grüße

Lukas
 

elgarlopin

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Danke! Aber so etwas tut mir persönlich immer weh;
mir ging es genauso mit der Tresterbrennerei meines Großvaters (Eigenbedarf; er war Winzer und hat mir, als ich so 6 - 9 Jahre alt war, alles genau erklärt.) Als ich bei seiner Beerdigung war, erfuhr ich, dass die ganze Anlage wg. Messing- und Kupfer an einen Schrotthöker verscherbelt worden war.
Ich hätte die Verwandten dort "erschlagen" können!
So, das war eigentlich off-topic, erklärt aber mein Engagement in solchen Dingen. Als später Rache habe ich hier im norddeutschen ein altes, dampfbetriebenes Sägewerk "gerettet".
Mir fallen als Ansprechpartner noch Landesmuseen, Heimatvereine, Innungen, Kultur- und Denkmalsämter und Vereine usw. ein.
Wäre schön, weiteres in diesem Sinne erfreuliches zu hören.

Tipp: Nix vorher "aufräumen" oder "saubermachen". Selbst kleinste Details sind manchmal für Rückschlüsse auf das Alltagsleben sehr aufschlußreich!
Viel Erfolg!

Franz
 
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