Trocknekammer Eigenbau

Dieses Thema im Forum "Profi fragt Profi" wurde erstellt von holzknecht70, 9. Juni 2008.

  1. holzknecht70

    holzknecht70 ww-pappel

    Beiträge:
    2
    Ort:
    Weyarn
    Hallo Leute,

    bin Bogenbauer aus Bayern und neu hier.
    Hab zwar schon einiges gelesen zumThema Trocknekammer, es war aber nichts dabei für mich.
    Ich stelle mir eine Kiste aus Spanplatten mit ca. 2 Kubikmeter (1x1x2) vor, in der ich einerseits trockenes Holz trocken halten, andererseits halbwegs luftrockenes Holz von 20% auf knapp 10% heruntertrocknen kann.
    Das alles soll natürlich nichts kosten, eine Steuerung brauch ich nicht, weil ich mit
    der Darrmethode ab und zu mal Test machen werde.
    getrocknet werden dünne Leisten aus verschiedenen Harthölzern, ca. 1,5 x 5 x 200cm, ab und zu auch ein Viertelstamm(mit versiegelten Enden)

    Die Frage ist jetzt: was stell ich in die Kiste rein?
    Meine Idee wäre: ein billiger Raumentfeuchter für den Hausgebrauch zum Trocken halten, ein Tischventilator, und zum forcierten Trocknen entweder ein paar Glühbirnen oder einen Heizradiator oder Heizlüfter oder sonstwas.
    Es sollte nicht unbedingt brennen, wenns mal einen Kurzen gibt, Stromverbrauch sollte sich auch in Grenzen halten.
    Max. temperatur würden mir 50 Grad reichen.

    Hat schon wer sowas gebaut, was haltet ihr davon?

    Gruß Bogenbauer
     
  2. Werkzeugprofi

    Werkzeugprofi ww-robinie

    Beiträge:
    1.504
    Das hört sich so richtig nach der berühmten " eierlegenden Wollmilchsau " an.

    Holztrocknen ist prinzipiell mit relativ hohem Energieverbrauch verbunden.

    Nicht ganz uninteressant wäre vielleicht folgender Link, obwohl ich sonst mit dieser Firma nicht gerne zu tun habe:

    Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.

    lg

    David
     
  3. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    eine technische Holztrocknung ohne Steuerung halte ich für gewagt.
    Alle technischen Geräte zur Trocknung der Umgebungsluft zielen auf mgl rasche Trocknung, das ist aber für Holz fatal. Wenn Holz im äußeren Bereich zu schnell zu trocken wird hat die Feuchtigkeit im inneren kaum die mgl nach außen zu gelangen. Folge sind meist Stockflecken.
    Deshalb wird die Temperatur bzw Luftfeuchte bei der technischen Holztrocknung gesteuert. Dieser ständige Wechsel macht die Holztrocknung so Energiefressend.
    Gerade bei den elastischen Hölzern für Bogenbau halt ich eine zu scharfe ( schnelle) Trocknung für Riskant, da hier innere Spannungen aufgebaut werden können bzw das Holz im äußeren Bereich zu spröde wird.
    Noch mehr schockt mich aber die offensichtliche Leichtsinnigkeit im Umgang mit der Elektrik "Es sollte nicht unbedingt brennen, wenns mal einen Kurzen gibt,
    Holz ist ein hervorragender Brennstoff und Basteln ohne Ahnung davon zu haben sollte in so einem Fall ausscheiden.
     
  4. derdad

    derdad Moderator

    Beiträge:
    3.529
    Ort:
    Wien/österreich
    Schönen Abend!
    Gerade im Bogenbau, wo die mechanische Leistungsfähigkeit des Holzes bis zum Letzten ausgekostet wird, würde ich nicht unbedingt auf künstliche Holztrocknung bauen. Schon gar nicht auf auf eine selbstbau husch pfusch Methode.
    Selbst bei Holz das sehr behutsam künstlich getrocknet wurde, gibt es manchmal Spannungen, die man gar nicht möglich hält.

    gerhard
     
  5. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Hallo Leute!

    Ich muß vielleicht dazusagen daß ich schon ein paarhundert Bögen gebaut habe.
    Im Winter liegen die Leisten und Rohlinge über dem Werkstattofen, bei 35-40 Grad,
    im Sommer trockne ich im schwarzen Opel Omega. Das hat vielleicht den Vorteil
    daß Nachts wieder Ruhe ist und das Holz sich entspannen kann...dauert aber.

    Vorsichtige trocknung bringt aber gar nichts, wenn ich nicht auf die 8 bis 10 %
    komme, drüber ist das Holz zwar flexibel, aber zuwenig elastisch für meine Zwecke.
    Außerdem sind die Leisten wirklich dünn, dadurch entstehen wenig Spannungen.
    In der Werkstatt bring ich das Holz nicht unter 13%.

    In der einschlägigen (zeitgenössischen) Bogenbauliteratur wird genau so eine Trockenkiste mit Glühbirnen drin empfohlen, die hauen da ganze Viertelstämme rein (Amis), mit garantiert guten Ergebnissen.
    Das ist sogar mir zu riskant, deswegen frag ich ja.

    Ein Bautrockner geht normal nicht einfach so in Flammen auf, da seh ich das geringste Risiko, die Frage ist obs was bringt.
    Es muß ja auch nicht gar so schnell gehen.
    Und 50 Grad sollte vorgetrocknetes dünnes Holz doch aushalten.
    Die Frage ist also, wie ich die 50 Grad in die Kiste reinbringe, ohne dass Brandgefahr besteht.

    Gruß Bogenbauer
     
  6. Snickare

    Snickare ww-ahorn

    Beiträge:
    132
    Ort:
    Berlin
    hallo

    ganz einfach, mit nem temperatur regler der über eine on-off funktion verfügt.

    z.b. sowas hier: ETC1311-FE TEMPERATURREGLER, TC-JDieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.
    und mit der feuchtigkeit das selbe und du kannst viel besser mit den parametern ausprobieren was, für welches holz am besten ist!

    Feuchte regler: LUFTFEUCHTEREGLER FOX-1HDieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.

    gruß marcus

    ach ja, dazu noch einen günstigen Luftbefeuter mit zuführschlauch der ausserhalb der kammer positioniert werden kann und mit dem feuchteregler geseurt wird.

    Luftbefeuchter
     
  7. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Danke,snickare!

    Das bringt mich schon viel weiter.
    Bleibt noch die Frage mit was ich heizen soll...
    a) sicher
    b) billig?
     
  8. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

    Beiträge:
    18.357
    Ort:
    Dortmund
    Mit Glühlampen zu heizen, erscheint mir eine recht sichere Methode. Die so angebracht, dass selbst im ungünstigsten Fall bei Dauer-Ein und hoher Außentemperatur nichts in Flammen aufgeht, also z.B. ein 3mm-Alublech dahinter angebracht. Baumarkt-Halogenfluter sind robust und machen viel Wärme.

    Heizlüfter geht denke ich auch und die haben glaube ich auch diverse Sicherheitsabschaltungen. Und für Luftbewegung sorgen die gleichzeitig auch. Ich würde dir auch empfehlen zusätzlich Temperatursicherungen in den Kasten einzubauen, die z.B. bei 70 Grad den kompletten Stromkreis abschalten. Sowas gibts ebenso bei Conrad.de, Reichelt.de oder anderen Elektronikversendern.

    Wenn du den Kasten z.B. mit Steinwolle oder Styropor dämmst, brauchst du sehr wenig Energie, um die 50 Grad zu halten.

    Und wenn du dir eine kleine SPS (speicherprogrammierbare Steuerung) zulegst, die es mittlerweile sehr billig gibt, kannst du sogar noch alles steuern oder regeln.
     
  9. bello

    bello ww-robinie

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    Ort:
    Koblenz
    Hallo,

    mach die Kiste im äußeren Bereich brandschutztechnisch sicher mit Farmacell-Platten. Zum Rahmenbau der Kiste nimm Metallprofile aus dem Trockkenbau, und zur Dämmung Brandschutzplatte, Styropur entwickel beim kleinsten Brand fiese Dämpfe und verkokelt dir die Werkstatt völlig

    Natürlich kannst Du die Innenverkleidung auch aus Farmacell herstellen.
     
  10. SimonS

    SimonS ww-birnbaum

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    229
    Ort:
    Schwäbisch Hall
    Hallo,
    wie wäre es die Trockenkammer an eine evtl. vorhande Heizung (z.B. mit Warmwasser) anzuschließen? Das habe ich bei mir gemacht und funktioniert wunderbar. Ähnlich einer Fußbodenheizung die Schläuche verlegt, Steuerung einer Fußbodenheizung genommen (Temperaturfühler und Pumpe), Lüfter mit Zeitschaltuhr eingebaut, Hygrometer und Thermometer (analog) zur Überwachung. Das Feuchtegleichgewicht bzw. das Trocknungsgefälle steuere ich nur nach der Temperatur und mit dem Lüfter, die Luftfeuchtigkeit ergibt sich sozusagen. Max. Temperatur ist z.B. 40Grad, reicht aber, um in ca. 4 Wochen auf 6-8% Holzfeuchte zu trocknen. Wichtig ist eine ausreichend lange Ausgleichsphase nach dem Trocknen (z.B. 10 Tage), gegen innere Spannungen und evtl. Feuchteunterschiede.
    Als Anregung
    Grüße
    Simon
     
  11. holzknecht70

    holzknecht70 ww-pappel

    Beiträge:
    2
    Ort:
    Weyarn
    Danke nochmal, Leute.

    Ich werde es kommende Woche angehen.

    Plan bisher: innere Kiste aus zweite Wahl Spanplatten, Dämmung Steinwolle,
    äußere Kiste Fermacell oder Rigips.
    Maße 120breit, 160 hoch, 250lang (aussen). Hängt vom Plattenmaß ab.

    Innen: vorhandene Zentralheizung gibts leider nicht, also:

    Kleiner Heizlüfter (1000/2000 Watt)

    Ventilator

    Bautrockner (70 Euro Klasse), Entfeuchtungsleistung 500ml/24h

    Thermometer/Hygrometer

    Verschiedene Temperaturregler.

    auf eine befeuchtungsanlage verzichte ich, die Trocknung wird wohl langsam genug passieren.

    Hab mir zudem noch gedacht, dass ich eine horizontale Trennwand einbaue, um zwei Abteilungen zu haben: eine zum trocknen, die andere zum Lagern.
    Muss ja jeden Tag ran.

    Die Leisten werden ohne Stapelleisten gelagert/getrocknet, sie liegen auf fest eingebauten Riegeln auf.

    Die Elektrik lass ich mir von einem Elektriker zusammenbauen.

    Die Frage ist, wo in der Kiste ich was hinstelle.
    Reicht eine einfache Luftumwälzung oder braucht es einen kontrollierten Luftstrom?
    Wo kommt der Luftentfeuchter hin, reicht der billigste?

    Danke erstmal.

    Roland
     
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