Topfscharnier auf Glas UV-verkleben

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Markymark, 21. Januar 2016.

  1. Markymark

    Markymark ww-birke

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    Hallo zusammen,

    ich bin gerade dabei einen Spiegelschrank zu entwerfen und möchte die Topfscharniere auf die Spiegel (Sichtseite) kleben. Grundsätzlich ist das Verkleben von geeigneten Scharnieren auf die Sichtseite eines Spiegels wohl kein Problem. Nachdem ich 3 Glaser abgefragt habe und keiner damit Erfahrung hat (oder dies grundsätzlich aus Gründen der Gewährleistung nicht machen möchte), frage ich mich, wie zuverlässig dieses Verfahren tatsächlich ist. Meine Erwartung ist, dass diese Verklebung auch in 10 Jahren noch zuverlässig fest ist. Das darf sich in keinem Fall lösen, weil sonst auch Personen zu Schaden kommen können - du nutzt mir auch keine Gewährleistung.

    Wer kann mir aus eigener Erfahrung dazu etwas raten?

    Vielen Dank vorab.

    Mark
     
  2. Neige

    Neige ww-robinie

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    Hallo Mark,
    Dann lass doch mal deinen Entwurf sehen. Ich persönlich halte von geklebten Bänder nichts. Das vornehmste und sicherste sind doch noch gebohrte Glastüren, oder Bänder, in die das Glas eingeklemmt wird.
    Hier mal einige Beispiele:
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    Geht aus irgendwelchen Gründen die Glastüre kaputt, lässt sich das Scharnier nicht ohne Schäden zu nehmen lösen. Andersrum muss dass Scharnier gewechselt werden, ist das Glas sehr wahrscheinlich auch futsch.
     
  3. flo20xe

    flo20xe ww-robinie

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    Servus,

    ich verbaue die Blum Cristallo Bänder schon seit knapp 10 Jahren. Ich weiß nicht genau, wieviele Spiegel- und Glastürschränke wir damit schon gebaut haben. Jedenfalls schon so einige.

    Ich hatte deswegen noch nie auch nur ansatzweise Probleme oder Reklamationen. Wenn der Glaser weiß, was er tut, dann ist das wahrlich kein Hexenwerk.
    Ich hab mir vor ein paar Jahren beim Häfele mal so eine Grundausstattung für UV-Verklebung bestellt und damit die Aufnahmeplatten für die Cristallo-Bänder auch schon selber verklebt. War auch kein Thema.
    Mittlerweile hab ich aber einen anderen Glaslieferanten, der macht mir das für ein paar Euro pro Band, da brauch ich nicht selber anfangen.

    Bezüglich Austausch der Bänder bei Defekt. Bei Blum ist es ja so, dass dort nur eine Montageplatte auf dem Glas verklebt wird. Das Scharnier selbst ist also unabhängig von der Scheibe.

    Da wir hin und wieder für einen Showroom der Fa. Häfele Schreinerarbeiten ausführen, hab ich mich im Zuge eines Umbaus des Ausstellungsteils der Fa. Blum auch mal über eben dieses Thema mit einem Produktmanager von Blum unterhalten. Im Zweifelsfalle bricht dir eher das Glas um die Verklebung außenrum weg, als das die Klebefuge nachgibt. Setzt aber natürlich voraus, dass die Klebung fachgerecht ausgeführt wurde.
     
  4. Markymark

    Markymark ww-birke

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    @Sigi,

    ich habe noch nichts Vorzeigbares - es handelt sich allerdings ohnehin lediglich um einen einfachen 3-türigen Lackkorpus. Die Alternativen in deinem Link habe ich mir angesehen. Die Verklebung hat halt den besonderen Charme, dass die Spiegelfläche nicht unterbrochen ist.

    @flo20xe,

    OK, das ist mal eine Aussage. Die Cristallo-Bänder hatte ich auch schon 'im Auge'. Das die Montageplatte lösbar ist, war mir allerdings noch nicht klar. Dann sollte das Verkleben wirklich einfach sein und ein Austausch des Scharniers wäre auch möglich.

    Mangels eines Glasers der dazu bereit ist, werde ich mich mal nach geeignetem Kleber umsehen. Eine UV-Quelle habe ich hier. Wenn die Wellenlänge passt, sollte das eigentlich selbst möglich sein, wenn man sich an die Verarbeitungsrichtlinien hält.

    Danke soweit.

    Mark
     
  5. Holz-Fritze

    Holz-Fritze ww-robinie

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    Dazu habe ich einiges an Erfahrung (auch mit Beschlägen der Fa.Blum).
    Man kann das prinzipiell auch selber. Dazu gibt es einiges zu beachten.

    Geigneten UV Kleber (wir hatten UV Kleber der Firma Delo) das Verfalldatum muss dringend beachtet werden.
    Bei Spiegeln benötigt man starke UV Lampen, da das Licht nur von der Seite an den Kleber gelangt.
    Die Klebeflächen müssen penibel gerienigt werden und zwar nur mit Reinigern des Klebstofflieferanten (Aceton ode Alkohol ist nicht ausreichend)
    Die Klebeflächen müssen vor dem Verkleben noch abgeflämmt werden.
    Und mit das wichtigste in der Nähe darf kein Sanitär-Silikon verarbeitet werden.

    Wenn man dies sicherstellen kann ist es kein Problem dauerhaft Beschläge auf Spiegelscheiben oder Glas zu verkleben.

    PS Du mußt natürlich dann Doppelseitige Spiegel benutzen auf einen normalen Spiegel läßt sich auf das aufgedampfte Spiegelmaterial nichts verkleben.
     
  6. Markymark

    Markymark ww-birke

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    @Ralf,

    >Aceton ode Alkohol ist nicht ausreichend
    >in der Nähe darf kein Sanitär-Silikon verarbeitet werden

    OK, das ist schon recht speziell, aber wenn man es weiß, kann man sich danach richten.

    Danke. Mark
     
  7. uli2003

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    Warum sollte Aceton nicht ausreichend sein?

    Ich habe schon viele Beschläge verklebt, und es hat sich noch keines gelöst. Verwende aber kein UV, sondern einen 2K-Epoxy - in der Regel UHU Endfest 300.

    Selbst auf Lacobel o.ä. keine Probleme, ein Durchschlagen habe ich bisher nur bei Spiegeln bemerkt.
    Halten wird es dort auch, aber der Kleber zeichnet sich irgendwann ab.

    Das kannst du auch problemlos selber machen.

    Grüße
    Uli
     
  8. Markymark

    Markymark ww-birke

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    >ein Durchschlagen habe ich bisher nur bei Spiegeln bemerkt.

    Von der Rückseite auf die Sichtseite, oder wie meinst du das?
     
  9. Holz-Fritze

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    Das kann ich Dir leider nicht beantworten, diese Info kam vom Kleberhersteller. Vielleicht hat es was mit der Reinheit zu tun. Meißtens ist Aceton wieder aufbereitet und hat eine Reinheit von 95-99%.

    Ich würde aber aufgrund von Gewährleistung immer nach Applikationsanweisung des Herstellers des Klebers arbeiten.

    Wir hatten trotzdem einige Spiegel bei denen sich die Scharniere gelöst hatten. Der Kleberhesteller vermutete damals Silikonrückstände von Sanitärsilikon welches am anderen Ende der Halle teilweise verwendet wurde.

    Und glaub mir mit Epoxid Klebern haben wir viele Versuche gemacht, das hält bei weitem nicht so gut. Von wieviel Scheiben/Spiegeln reden wir denn bei Dir.
     
  10. uli2003

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    So um die 200 Verklebungen denke ich. Was hat sich beim Epoxy denn gelöst, das Metall oder Glas?
    Ob das Aceton nun 100% rein ist, dürfte völlig egal sein.
    Und ob am andern Ende einer Halle mit Silikondichtstoffen wird wohl auch keine Rolle spielen, das hat keine Flügel..

    Ja, ich meinte die Durchdringung durch den Lack und die Beschichtung.

    Grüße
    Uli
     
  11. Holz-Fritze

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    Na ja wir hatten 500 Spiegelschränke im Jahr. War eine industrielle Fertigung und ich glaube da einem Anwendungstechniker einer renomierten Kleber Firma da nun mal wenn er behauptet, dass die Silikondämpfe eine Rolle spielen. (die haben nämlich sehr wohl Flügel, das konnte man an den Autoscheiben sehen die vor den Hallen wo regelmäßig mit Silikon gearbeitet wurde sehen)

    Schau dir mal die Produktion von Glasherstellern an in denen sowas geklebt wird, das sind getrennte Räume mit einer gesonderten Zu und Abluft.

    Es ist überhaupt nicht egal ob 100% oder nicht, wenn du 1% Fette im Aceton hast versagt u.U. deine Verklebung.

    Warum zweifelst Du überhaupt meine Erfahrung die ich in einer industriellen Produktion gemacht habe an ?
     
  12. uli2003

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    Die Glasgrosshändler bei denen ich war, machen das schon so - jedoch hab ich bisher nur getrennte Räume ohne spezielle Belüftungen gesichtet.
    Denn - wenn das so relevant wäre, würden andere Verklebungen auch betroffen sein, nicht nur Metall auf Glas. Das ist nun nichts besonderes.

    Woher soll ich denn wissen dass du industrielle Erfahrung darin hast? Kennen wir uns?
    Meine, handwerklich geklebten wenige Hundert Verklebungen halten bisher ohne Probleme und Ausfälle.
    Silikon kann sicherlich in der Luft sein, wenn es zB. via Druckluft hineingeblasen wird.

    Grüße
    Uli
     
  13. ranx

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    moin,

    wie dumm sind denn die drei Glaser die das nicht machen wollten?
    Haben die etwa keine Ahnung von Ihrem Handwerk?

    Nur mal so als frage am Rande ... ich habe auch einige Jahre als Glaser gearbeitet :emoji_slight_smile:

    LG uwe
     
  14. Holz-Fritze

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    Oh doch Glas ist etwas anderes. Glas ist ein Material welches sein Gefüge im Laufe der Zeit verändert. Da passieren so Dinge dass z.B. Kalkmoleküle an die Oberfläche wandern und dort dann gelöst werden können (blinde Trinkgläser). Ebenso ist Glas im Grunde eine unterkühlte Schmelze und so fließfähig.
    Das alles macht es schon schwerer Glas zu kleben. Der Kleber wird z.B. gerne bei hoher Luftfeuchtigkeit an den Rändern unterwandert. Es gibt Duschkabinenhersteller die Kleben Scharniere an die Duschtüren und treiben einen hohen Aufwand mit zusätzlichen Dichtungen um dies zu verhindern.


    Hm entschuldige ich dachte ich hätte geschrieben dass ich die Kenntnisse aus industrieller Produktion habe.
     
  15. Markymark

    Markymark ww-birke

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    Hallo zusammen,

    vielen Dank für die interessanten Hinweise. Ich habe in diesem Zusammenhang gestern noch einmal mit einem Fachmann von einem Hersteller gesprochen. Er war der Auffassung, dass der UV-Kleber bei dieser Anwendung in erster Linie den Vorteil der schnellen Aushärtung hat. Vorausgesetzt, man nimmt einen entsprechend eingestellten Epoxy-Kleber, sollte man hinsichtlich der Festigkeit gleichwertige Ergebnisse erzielen können. Nur mal so ... um noch einen Meinung einzuspielen.

    Bzgl. Silikon habe ich ähnliche Aussagen schon von einem Lackierer gehört. Man kann dazu wohl nicht genug Abstand halten.

    Ich werde die Verklebung wohl nun selbst vornehmen.

    VG Mark
     
  16. flo20xe

    flo20xe ww-robinie

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    UV-Kleber hat halt den Vorteil, dass er mehr oder weniger komplett transpartent abtrocknet. Keine Ahnung ob das beim Epoxi-Kleber auch so geht. Ist aber in deinem Anwendungsfall auch nicht relevant da du ja eh einen Spiegel hast und der ist ja nicht transparent.
     
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