Tischplatte zusammenleimen aus altem Eichenholz

MrOBrien

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Hallo zusammen,

ich möchte mir einen schönen Tisch bauen. Dazu benötighe ich eine massive Tischplatte die am besten aus alter Eiche besteht (ca. 200x80x3cm).

Jetzt dachte ich an altes Fachwerkholz oder so. Diese könnte man doch auf einer Hobelbank so abrichten, dass sie danach wie bei einem stabverleimten Boden oder so, eine Platte ergeben. Diese würde ich gerne kalken.

Geht das udn wenn ja, auf was muss ich da achten?? Die fertigen Platten sind sehr teuer :eek:

Herzlichen Dank an Euch.:emoji_slight_smile:
 

dascello

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Ich habe schon mal alte Fachwerkbalken aus Eichenholz verarbeitet und das ging sehr gut und wurde sehr schön.

Es ist aber einiges zu beachten:

Du muss absotut sicher sein können, dass da keine Nägel und Schrauben drin sind, sonst goodbye Sägeblatt. Nagelköpfe sich mitunter auch verkittet und nicht so leicht zu finden. Im Zweifelsfall zuerst mal mit einem ganz groben Blatt der Bandsäge drübergehen. dann leuchten die silbern.

Du brauchst eine ordentliche Formatsäge, die auch tiefe, gerade Schnitte in altes Eichenholz schafft

Die obersten paar mm der Balken sind oft tief getränkt mit allem möglichen: Ganz früher Kuhscheiße, später und noch viel schlimmer Xylamon, dann alle Arten von Beize und sonstwas. Wenn Du weißt, dass Xylamon verwendet wurde, dann in jedem Fall Finger weg! Ist Sondermüll.

Selten findest Du 200 cm lange Fachwerkbalken ohne Zapfenlöcher
Die könnte man aber zusetzen, sieht auch gut aus.

Bei der Größe des Tischs ist eine Stärke con 30 mm fast zu schwach für mein ästhetisches Gefühl.

Suchfunktion "Gratleiste". Auch 200jähriges Holz arbeitet noch.


Aber schönes Projektt, zeig uns das Ergebnis!

Gruß

michael
 

dascello

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Parkettstäbe sind doch maximal 22 mm dick.

auweia!

Oder auf Trägerplatte. Dann hat das aber keine antike Anmutung mehr.

Gruß

Michael
 

MrOBrien

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Oh herzlichen Dank!

hmm also sind die Parketdinger ok aber zu dünn. Es soll ein ovaler Tisch werden. Könnte man nicht an den Rändern eben Doppelte Legen. Dann würde die Optik passen und plus Gradleiste auch Stabilität geben.

Der Tisch habe ich übrigens in den Niederlanden in der Stadt Harlem in einem kleinen Cafee am Ende des Botermarkt gesehen. Das war ein sehr geiles Teil.
 

Mitglied 42582

Gäste
Da müsstest du schon 3 Lagen verleimen, damit du mit dem verziehen keine Probleme bekommst. Und dann wirst du seitlich überall die Nuten für die Federn sehen.
Du scheinst ja keine Probleme zu haben das ganze vernünftig zu bearbeiten, was spricht den dagegen einfach Eichebohlen zu verarbeiten? Wie man solche Projekte auf Antik trimmt wurde hier im Forum schon einige Male besprochen.
 

gleiter

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Servus!

Soferne es sich um Deine eigene Hobelmaschine handelt kannst Du das ja versuchen.

Ein Freund wollte mal Ähnliches mit altem Dachgebälk in Fichte machen - was er vorher nicht sehen konnte waren die Nägel ohne Kopf, genauso wenig wie die Ladung Schrot - warum auch immer jemand seinen Dachstuhl erschossen haben mag - nach dem zweiten Satz zerstörter Hobelmesser hat er die Balken thermisch verwertet.

Würde von so einem Projekt abraten, also Altholz verwenden wo die Gefahr besteht dass Fremdkörper drinnen stecken, bei Fachwerk könnten vielleicht auch Steinchen im Holz stecken, ist genauso schädlich für die Hobelmesser.

Gruß, André.
 

dascello

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Materialpreis für zwei vernünftige 52 mm starke Eichenbohlen z.b. bei Koch in Dortmund ca. 180 €
Da bleibt dann auch noch was übrig, vielleicht.

Gruß

Michael
 

MrOBrien

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Ach danke Euch ! Komme ja aus Dortmund werde wohl bei Koch mal vorbeifahren.
Aber dann ist es eben neu und der Witz war jetzt eigentlich die Verwitterung und das "silberne" Holz.
Man kann es Kalken oder auch mit Lauge behandeln. Davon habe ich aber keine Ahnung.

Wie würdet Ihr so was angehen? Soll ja ein ovaler Tisch werden der weder grob noch klobig wirkt aber eine solide Eleganz mit etwas gealterter Patina.

etwa 190x90x3 bis 4cm dick.
Darunter eine Art gesteckte massive Kreuzkonstruktion aus vier Kanten die ineinander gesteckt oder gelegt werden. Also vier Kontaktpunkte zum Boden und vier zur Platte.

Wie geht man da vor?
 

dascello

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Lieber Mr. O'Brien,

nunja, ich würde da aus Vierkantholz, vlt, 70 x 70 mm, zwei Andreaskreuzförmige Elemente überblattet verleimen. Dann drei Längsholme: einer in der Kreuzung der Hölzer und zwei knapp unterhalb der Tischplatte. Verdübelt und verschraubt, also zum auseinandernehmen. Damit das nicht wackelt, sollten die Holme auch so 70 x 70 mm stark sein. Oben vlt. nur als aufrechtes Brett, ca. 70 x 30 mm wg. Materialsparen.

Deinen Wunsch nach antiker Anmutung erreichst Du tatsächlich durch die Verwendung alten Holzes bei nur mäßigem Spanabtrag, der Dreck der Jahrhunderte soll noch zu erahnen sein. Nur ist dies auch nicht so leicht zu finden, nicht eben billig und die Gefahren für die Maschinen wg der Unwägbarkeiten wurden ja schon diskutiert.

Ich arbeite gerade in die ähnliche Richtung: Ich möchte mein im Bau befindliches Cembalo (auch ungewöhnlicherweise in Eiche) ebenfall patinieren und suche mit Freundeshilfe nach Lösungen. Ein Foto des nachzubildenden Originals von 1740 siehst Du unten.

Berichte weiter, ich finde das spannend.


Gruß

Michael
 

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dascello

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Du kannst die Längsholme auch durch die Kreuzelemente führen und mit einem Keil sichern ("Scherbolzen" bei Loriots "Trulleberg", Eingeweihte fangen jetzt an zu kichern). Nachteil: Die vor Kopf sitzenden und speisenden haben gefährdete Schienbeine.

nochn Gruß

Michael
 

welaloba

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Lieber Mr. O'Brien,
Ich arbeite gerade in die ähnliche Richtung: Ich möchte mein im Bau befindliches Cembalo (auch ungewöhnlicherweise in Eiche) ebenfall patinieren und suche mit Freundeshilfe nach Lösungen. Ein Foto des nachzubildenden Originals von 1740 siehst Du unten.
Gruß Michael
Völlig oT: Lieber Michael, das Bildchen hab ich schon mal abgespeichert, kann sein ich hatte es schon mal, nu ists gut.
Bis denne, Werner
 

uli2003

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Ich wüsste noch jemanden, der vor zwei-drei Jahren eine alte Scheune abgebrochen hat mit sehr langen Eichenbalken. Hier ließen sich sicher Stücke von +2m ohne Zapfenloch finden.

Auf Nagelfreiheit gibt es keine Garantie :emoji_slight_smile:

Ich wollte den Rest im nächsten Winter thermisch verwerten :emoji_slight_smile:

Grüße
Uli
 

sachsejong

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...

Ich arbeite gerade in die ähnliche Richtung: Ich möchte mein im Bau befindliches Cembalo (auch ungewöhnlicherweise in Eiche) ebenfall patinieren und suche mit Freundeshilfe nach Lösungen. Ein Foto des nachzubildenden Originals von 1740 siehst Du unten.

...
Organisier Dir mal "denn sie wollen betrogen sein". in dem Buch stehen ein paar Tricks, wie der Autor Möbel auf alt getrimmt hat.

Allerdings auch viel Wichtigtuerisches...

Hab gerade den Preis gesehen- also, dafür verkaufe ich mein Exemplar aber auch!:emoji_grin:
 

dascello

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Danke, hab ich geordert. Allerdings als taschenbuch für unter 20 Euronen gebraucht.
Bin gespannt

Danke sagt


Michael
 

MrOBrien

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Wow und Danke für die vielen Infos. Das muss ich erst mal bedenken und schauen was dabei rum kommt. Scheint der Preis eines massiven Tisches mit ähnlichen Abmaßen ja nu nicht so übertrieben. Neu um 1000Euronen.
Werde Die mich die Tage mal bei Koch umschauen.
Grüße
 
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