Teilweise verrotteten Balken reparieren?

daf

ww-nussbaum
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Hallo liebe Profis.

Im Carport meiner Schwester gibt es einen Balken, der einen fetten Riss hat. Im Riss ist das Holz stellenweise verrottet.
Kann man sowas reparieren? Wenn ja, womit? Epoxidharz? Reparaturspachtel?

Der Balken ist Teil der Decke. Ihn auszutauschen würde heissen das gesamte Dach abzunehmen, was wir gern umgehen würden.
Der Riss im Balken geht nicht durch und ist auch nicht auf der vollen Länge (nur im ersten Drittel). Entstanden ist er vermutlich durch Feuchtigkeit in dem Bereich (bei der Verlegung der Dachpappe wurde an manchen Stellen gespart, was jetzt aber behoben wird).

Was meinen die Profis? Kann man solch einen Balken reparieren?
Bin für jeden Tip dankbar :emoji_slight_smile:

LG Dafne
 

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civil engineer

ww-robinie
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Hallo,

wäre es mein Dach, würde ich das nur als Schönheitsfehler ansehen und mir keinen weiteren Gedanken drüber machen. Dach anständig erneuern, dass kein Wasser hinkommt, fertig.

Den Riss im Außenbereich mit irgendwas zu spachteln sehe ich nicht als zielführend. Wenn der wirklich so sehr stört, Kopfbänder abbauen, den Riss heraus fräsen, neues Stück einleimen. Und wie gesagt, Dach dicht machen. Schlagregen dürfte innen ja kein Thema sein.

Gruß

PS: Beim linken Kopfband wäre mir die Schraube zu nah am oberen Rand für eine Abstützung des auskragenden Teils der Pfette. Da würde ich zum unteren Rand hin noch eine weitere Schraube einbauen.
 

Eiche007

ww-fichte
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Kein Kunststoff bitte in solche Fugen ( optisch grausam )... entweder ausfräsen und ein Holz rein leimen oder so lassen und zumindest eine Dünnschichtlasur wie schon vorhanden ( sollte der Farbton Eiche Mittel sein ) in die Fuge streichen, dass zumindest der Pilz Befall im Riss etwas gehindert wird..
 

WinfriedM

ww-robinie
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Das Holz verrottet an einem Riss nur, wenn regelmäßig Feuchtigkeit für längere Zeit hinkommt. Hast du das Problem gelöst, sollte das Holz nicht weiter gammeln.

Ich hatte schon sehr gute Erfahrungen mit Epoxy-Reparaturen an Holzbalken. Ist jetzt 10 Jahre her und noch erstklassig. Aber es ist umstritten, weil es wohl auch schief gehen kann und das Holz dann erst recht verrottet. Das hat etwas damit zu tun, dass es durch das dichte Epoxy zu Feuchtestau am Übergang zum Holz kommen kann. Deshalb sollte man nach Reparatur auch eher recht diffusionsdichte Farben/Lasuren nutzen (Wetterschutzfarben, Dickschichtlasuren).
 

NOFX

ww-birke
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Wie tief ist der Riss denn?

Wenn der größtenteils durch geht würde ich zur Stabilisierung diagonal Vollgewindeschrauben rein schrauben. Zwei Balken halber Höhe haben nur ein Viertel des Trägheitsmoments eines durchgehenden Balkens.
 

daf

ww-nussbaum
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Vielen Dank für eure Antworten! :emoji_slight_smile:
Wieder einiges dazugelernt.
Ich denke, ich werde erstmal ein paar wohlplazierte Schrauben setzen und den Riss von innen schützen mit Lasur, damit es nicht weiter gammelt.
Was die Stabilität betrifft scheint das das sinnvollste zu sein.
 

kberg10

ww-esche
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Alle Balken die nicht vom Kern getrennt eingeschnitten wurden haben Risse. Kein Dach kriegt wegen solcher Risse Probleme.
Warum? Weil sich der Riss meistens in der "neutralen Zone" befindet, dass heist nichts anderes als hier auch schlechtere Festigkeit
keine Auswirkung hat.
Was Dächer nicht mögen sind undichte Stellen.
 

Fichtenelch

ww-esche
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Du kannst ja für die Zukunft mal ein Bild vom Dach machen.
Mich würde da schon Interessieren wie die Fläche und die Anschlüsse aussehen.
Aber natürlich nur wenn du möchtest.
 

Lallumper

ww-ulme
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Alle Balken die nicht vom Kern getrennt eingeschnitten wurden haben Risse. Kein Dach kriegt wegen solcher Risse Probleme.
Warum? Weil sich der Riss meistens in der "neutralen Zone" befindet, dass heist nichts anderes als hier auch schlechtere Festigkeit
keine Auswirkung hat.
Was Dächer nicht mögen sind undichte Stellen.
Das ist so nicht ganz korrekt. NOFX hat es schon geschrieben, ein durchgehender Riss in der Mitte würde den Balken in zwei Balken halber Höhe aufteilen. Die Durchbiegung beider Balken zusammen ist dann vier mal so groß und die Tragfähigkeit halbiert sich. Die neutrale Faser in der Mitte gibt es nur bei den Biegespannungen, nicht bei den Schubspannungen. Ausnahme ist deshalb die Querkraftfreie Biegung, wo keine Schubspannungen auftreten.
Der Riss läuft außerdem an der Schraubverbindung lang und dort ist er sicher nicht ohne Grund hingewandert. Ideal ist auch meiner Ansicht nach das Stabilisieren mit Vollgewindeschrauben.
 
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