Stichsäge, welches Modell für Präzisionsschnitt?

MeinGottWalter

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Guten Tag,

gestern hat meine uralte BD-Stichsäge (Handwerkerausführung) den Geist aufgegeben, ein Jammer.

Jetzt muss natürlich Ersatz her - aber bei der Suche im Netz stoße ich auf derart widersprüchliche Aussagen (sogenannte Käuferbewertungen), dass ich mich mal lieber an das wirklich erfahrene Forum wende.

Mein "Anforderungsprofil" <grins>:
1) Budget: max. 150 Euro
2) möglichst vibrationsarm
3) präziser rechtwinkliger Schnitt - will heißen: möglichst kein Verlaufen des Blatts bei dickeren Brettern
4) bis ca. 65/70mm Holzdicke

Von einem Nachbarssohn (Tischlerler-Azubi im 1. Lehrjahr) ist mir die grüne Bosch PST 900 PEL ans Herz gelegt worden - angeblich soll die "gut"sein. Kennt hier jemand diese Maschine? Oder habt ihr bessere Vorschläge?
 

rorob

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Hallo MGW,

willkommen bei uns Neulingen (z.B. ich) und Gott sei Dank vielen Profis. Ich fürchte, du hast einen Glaubenskrieg wieder zum Leben erweckt:emoji_slight_smile:. Such mal nach diesem Thema.

Meine "Neulingsmeinung": Die Präzision einer Stichsäge ist limitiert, komm zumindest nicht an die einer TKS ran.

Gruß
Robert
 

heiko-rech

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Hallo,

um dich beraten, bzw. dir abraten können brauchen wir deine Definition von "Präzise".

Die Frage ist auch, wie oft wird diese Präzision gebraucht. Auch eine als präzise angepriesene Stichsäge ist und bleibt eine Stichsäge. Man kann mit Sicherheit mit einer Stichsäge auch sehr genau arbeiten, wenn alle Randbedingungen stimmen. Aber ich wage mal zu behaupten, dass du je nach Anwendung mit einer 50 Euro Stichsäge und einer 100 Euro Handkreissäge besser Ergebnisse bekommst, als mit einer 300 - 500 Euro Stichsäge.

Gruß

Heiko
 

camelot

ww-nussbaum
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Was (Werkstoffe, Platten, Balken, Bohlen) soll denn damit wie (Längsschnitt, Kappschnitt, Kurve, Gerade) gesägt werden?

Ich hab die Bosch PST 900PEL. Ist ganz ok. Besonders rechtwinklig sägen tut sie allerdings nicht.
Sie unterstützt einem da auch nicht sonderlicht, ganz im gegenteil zu der Trion, die ich noch habe.
 

Indirubin

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Hallo,

Doch, man muss "Präzision" nur entsprechend definieren, dann passt das :emoji_wink:

Man kann damit sehr präzise unpräzise sägen. Das habe ich jetzt 1 Jahr lang mit der Bosch-Stichsäge ausprobiert. :emoji_slight_smile:
Ich habe sogar einen "Präzisions-Stichsäge-Tisch". Den kann man .. äh .. präzise am Tisch festschrauben.

(Übrigens meintest du oben nicht vermutlich "50-Euro-Handkreissäge"?)
 

Sägenbremser

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Hallo Walter

es gibt noch immer ungebrauchte ältere
Bosch GST 60-85 Pendelhubsägen in der
Bucht zu kaufen. Habe für eine blau Bosch,
unbenützt im Koffer unter 100 Euro bezahlt.

Ein robustes, etwas gross geratenes Gerät für
die Baustelle. Für das was als präzise beim Sägen
mit einer Stichsäge bezeichnet werden kann, ist
bei mir eine alte Fein in Gebrauch. Schnittqualität
in etwa wie eine gekonnt eingesetzte Handsäge.

Gruss Harald
 

v8yunkie

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Stichsäge

Ich hatte mir mit ziemlich genau den gleichen Vorgaben vor einiger Zeit eine gebrauchte Milwaukee FSPE 110 gekauft (für 150 Euro bei ebay Kleinanzeigen, wenig gebraucht).
Was mir auch wichtig war: Einfache, gerastete Verstellung der Sägeplatte, sodass diese auch wirklich auf 0 und 45 Grad einrastet. Und alles werkzeuglos.

Bin mit der Milwaukee sehr zufrieden. Macht einen guten Eindruck und auch in 50mm Buche sägt sie (mit entsprechendem Blatt) Kurven ohne verlaufendes Blatt (sie hat u.a. eine sehr breite Rolle für die Blattführung)

Gruss,
Thomas
 

WinfriedM

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Um erstmal ein Gefühl davon zu bekommen, was man mit einer Stichsäge maximal an Präzision erwarten kann, würde ich mal zu einem Festool- oder Mafell-Händler gehen, wo du mal probesägen kannst.

Die beste Stichsäge wird allerdings nichts gegen ungünstige Handhabung tun können. Das muss echt gelernt sein, eine Stichsäge richtig zu führen.

Und was auch sehr wichtig ist: Die richtigen Sägeblätter für die jeweilige Anwendung.

In deinem Preisbereich würde ich mich bei Metabo, Makita und Bosch blau umschauen. Evtl. auch AEG (gleicher Konzern wie Milwaukee). Bosch grün hat in den letzten Jahren ziemlich abgebaut, was Qualität angeht.
 

Holz-Fritze

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Die Frage ist wofür ? Wenn ich überlege, wann ich zuletzt meine alte Kress Stichsäge rausgekramt habe......hmm muss mal schauen ob die überhaupt existiert. :emoji_wink:
 

tomcam

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also ich muss sagen, dass auch etwas Übung dazu gehört, man also besonders den Vorschub finden muss, dass es passt. Die Trion mit Festool/WilPu Blättern sägt schon sehr Präzise.

Thomas
 

michaelhild

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Die Frage ist wofür ?

Das kann man nicht pauschalisieren.
Ich nutze die Stichsäge recht häufig.
Das geht von Reste klein sägen, über ablängen von Bohlen, erstellen von geschwungen Schablonen, bis zu recht präzisen Ausschnitten oder Formen.

Die Trion mit Festool/WilPu Blättern sägt schon sehr Präzise.

Thomas

Ich denke, was die Rechtwinkligkeit angeht, gibt es aktuell keine andere Stichsäge auf dem Markt die besser ist, wie die "alte" Trion.
 

Sägenbremser

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Brauchen tut man eine Stichsäge
bestimmt immer, als erste Anschaffung
aber nicht wirklich zwingend.

Micha- finde deinen Hinweis ja ganz schön
mutig, aber wenn es deine Erfahrung ist
kannst du es ja auch so schreiben. Denke
schon das einige professionelle Stichsägen
heute und in der Vergangenheit ihre Winkel-
gerechte Schnittführung unter Beweis stellen/
gestellt haben. Schon die Urgrossmutter aller
Stichsägen, die Scintilla Lesto konnte das recht
gut, nur die Sägeblätter waren zu der Zeit noch
recht weit vom heutigen Standart entfernt.

Hat hier noch jemand so eine alte AEG in Besitz
bei der das Sägeblatt in der Führungshülse ver-
schoben werden konnte. War nur sehr kurz auf
dem Markt, brauchte auch eigene Sägeblätter mit
so kleinen Zapfen am Ende zur Fixierung. Die Idee
dahinter war aber nicht schlecht.

Gruss Harald
 

michaelhild

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Micha- finde deinen Hinweis ja ganz schön
mutig, aber wenn es deine Erfahrung ist
kannst du es ja auch so schreiben.

Die Trion kenn ich nicht, nur die Carvex.
Von der Carvex weiß ich was sie kann und durch die Form der HM-Backen ist die Trion was die seitliche Sägeblattführung bei geraden Schnitten angeht, noch etwas besser.
Ich spreche nur von aktuellen Modellen und da habe ich noch keine Maschine benutzt, die rechtwinkliger sägte wie die Festool Modelle.
Im Werkzeug-News Forum gibt es weiter einige Versuche mit z.B. der Mafell P1 und den aktuellen Metabos, auch diesen war die 3. Führung bei dickeren Werkstücken überlegen.

Mit älteren Modellen habe ich kein Erfahrung, nur mit einer B&D und die war eher bescheiden.

Achja, die Fein Stichsägen habe ich mal außen vor gelassen. Die sollen auch sehr winkeltreu arbeiten, haben allerdings keinen Pendelhub.
 

bello

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Die Trion ist mit den richtigen Blättern schon irgendwie präzise.
Ich habe mal zum Ausprobieren die Trion mit dem Führungsschienenadapter auf eine
solche gesetzt. Das Ergebnis war schon erstaunlich.
Zum Regalbau wäre das schon eine ausreichende Lösung.
 

tomcam

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Es gibt ja einige hier, die Festool ab und zu mal etwas in den Schatten stellen, so tun als ob das nur Show wäre oder anderes......mag sein, dass manche so denken, kann evtl bei einem Rührwerk so sein, dass da Eibenstock besser ist.....weiß ich nicht, aber was die Stichsägen betrifft, so ist auch in diesem Segment Festool einfach mal erste Wahl. Ist so. Punkt.

ich habe mit der Trion 60mm Buche gesägt, ich wollte es selbst fast nicht glauben, aber die Fläche war der Hammer. Ach so, ein Blatt von WilPu hatte ich drin.

Ich such mal so ein Reststück und mache ein Foto.

Thomas
 

uli2003

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Schon die Urgrossmutter aller
Stichsägen, die Scintilla Lesto konnte das recht
gut, nur die Sägeblätter waren zu der Zeit noch
recht weit vom heutigen Standart entfernt.

Cool, ich hab noch eine. Hat den Stichsägen in den ersten Jahren auch den Namen 'Lestosäge' verpasst.
Allerdings haben die Blätter noch die kleine Aufnahme.

Die Festool Sägen sind schon prima. Allerdings benötige ich keinen absolut winkligen Schnitt auf 60 mm, die Stichsäge nutze ich mal zum Leisten ablängen oder den Grobzuschnitt. Ich benötige aber auch keine absolut ausrissfrei arbeitende Tauchsäge.

Hilfreich ist sie - Präzision eher nein.

Grüße
Uli
 

Sägenbremser

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Wenn du es so sagst Tom
wollen wir das mal alle hier
auch so glauben wollen:emoji_grin:

In ganz jungen Jahren war mein
geliebter Legobaukasten auch eine
nicht einstellbare Grösse für mich.
Nur mußte ich mit den Plastiksteinen
damals auch nicht meinen Lebens-
unterhalt bestreiten müssen.

Festomaschinen waren bei mir nur im
reinen Baustellengebrauch im Einsatz.
Gerade die genannten Stichsägen waren
nun wirklich nicht gerade eine Werbung
für Made in Germany.

Gruss Harald
 

Broetchenbacke

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Ich habe die alte pst 900 und die aktuelle pst 1000.

Dazu habe ich einiges an Erfahrung an der alten Elu meines Vaters.

Mein Fazit ist, dass die pst1000 mich in Ihrer Präzision schon mehrfach erstaunt hat. Schnitte die ich mit der pst 900 noch mit Feile und Schleifpapier nacharbeiten musste, sind mit der 1000 einfach top.

Für eine Stichsäge absolut empfehlenswert. Zumindest zu dem Preis.
 

tomcam

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@Harald, nenne mir doch mal was besseres, dann werde ich mal schauen......ich lasse mich gern eines besseren belehren.

Mein Brot muss ich übrigens leider nach wie vor mit den schlechten, ja fast untauglichen Maschinen von Festool verdienen, vielleicht gibt es ja bald mal vernünftige Maschinen auf dem Markt, mit denen man arbeiten kann. Ich würde mich freuen, mich nicht immer nur zu ärgern, über meinen Schrott..

Thomas
 

muh

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Ich glaube es gibt ( gab ) keine besseren Stichsägen als die von AEG in blau.
Duch das Gegengewichtsystem vollkommen ruhig und ohne Vibrationen. Durch das Klemmsystem kann man alle Blätter nehmen die grad so rumliegen.
Kurz am Schleifbock beschleifen und schon passt es.
Leider war der Fuß bzw die Zahnreihe darin immer schief verschweisst so daß nur dann den 90Grad Winkel erreicht habe wenn ich etwas nachgefeilt habe.

Frei geschnitten mit dem passenden Blatt war das Schnittbild nicht von einer Kreissäge zu unterscheiden.

Was ich dabei mal fragen wollte:

Warum verlaufen die Sägeblätter sobald ich an einer Anschlagleiste säge?
Woher weiss das das Sägeblatt?
Gerade meine AEG haben kein Seitenspiel also müssten die das doch gar nicht merken?
Das ist für mich eins der ungeklärten Mysterien dieses Universums.

Ich habe auch noch eine alte Profi-Maschine von Black und Decker, da ist auch kein Seitenspiel, aber nie benutzt da der Stecker fehlte und ich genug
andere Maschinen habe.
In der Hoffnung daß Festool Maschinen wegen ihrer anderen Sägeblattführung nicht verlaufen würde ich gerne mal so eine kaufen.
 

michaelhild

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Ich glaube es gibt ( gab ) keine besseren Stichsägen als die von AEG in blau.
Duch das Gegengewichtsystem vollkommen ruhig und ohne Vibrationen.
Leider war der Fuß bzw die Zahnreihe darin immer schief verschweisst so daß nur dann den 90Grad Winkel erreicht habe wenn ich etwas nachgefeilt habe.
Gegengewichte haben so gut wie alle besseren Stichsägen.
Der Rest beißt sich, Du redest von der besten Stichsäge und musst dran rum feilen. :emoji_wink:

Was ich dabei mal fragen wollte:

Warum verlaufen die Sägeblätter sobald ich an einer Anschlagleiste säge?
Woher weiss das das Sägeblatt?
Gerade meine AEG haben kein Seitenspiel also müssten die das doch gar nicht merken?
Das ist für mich eins der ungeklärten Mysterien dieses Universums.

Das hängt u.a. damit zusammen, dass oft das Sägeblatt nicht absolut genau in der Flucht mit dem Gerätefuß sitzt oder der Sägeblattrücken nicht genau 90° zu den Flanken steht, kommt dann Druck auf das Blatt, stellt es sich leicht quer. Sägst Du frei Hand, kompensierst Du das einfach durch leichtes schräg halten der Maschine, ohne es zu merken. An der Schiene funktioniert das nicht.






Die Artikel werden sicher schon einige kennen, aber da es passt, noch ein paar Bilder von div. Tests mit der Carvex:
Michas Holzblog: Neuzugang in der Werkstatt - Festool Carvex PS 420 EBQ-Plus
(nach unten scrollen)

Michas Holzblog: Extremtest mit der Festool Carvex PS 420 EBQ

Michas Holzblog: Tipp: Stichsäge + Führungsschiene - Unsinn oder brauchbare Lösung
 

anjoku

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Hallo,

als ich vor ca. 10 Jahren eine gute Stichsäge suchte, war mit klar, dass es eine mit seitlicher Sägeblattführung sein muß.

Damals kannte ich nur eine von Festool und die Bosch GST 135 CE Professional.

Ich hatte mit für die Bosch entschieden, weil ich sie beim meinem Händler damals sehr viele preiswerter bekommen hatte.
Warscheinlich auch,weil ich noch nen Bohrhammer und nen Entfernungslaser gekauft hatte :rolleyes:

Ich glaube sol lange - bis mich ein Anderer von dem Gegenteil überzeugt- eine Stichsäge, mit extra Sägeblattführung, ist genauer, als ohne.
Egal welcher Hersteller.
Dann ist sicher das Sägeblatt mitentscheident.
Zum Schluss noch, der Bediener und zuletzt das Material.

Gruß,
Andre
 
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