Spanplatte P3/E1 "versiegeln", Lack oder Öl?

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von stone_d, 11. März 2018.

  1. stone_d

    stone_d ww-kiefer

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    Hallo in die Runnde,

    ich habe den Boden meines Kellers mit geschliffenen Spanplatten 25mm "eben" gemacht, weil ich da eine kleine Werkstatt einrichten will. Die Spanplatten sind Kronospan Particleboard P3. Bei OBI war die Oberfläche der 25mm dicken Variante viel glatter als die der darunterliegenden Stärken (=< 22mm). Also habe ich mich dafür entschieden.

    Nun will ich die Platte versiegeln, damit sie einigermaßen wasserdicht und die formaldehyd-Ausgasung etwas gedämpft wird :emoji_grin:

    Frage: Kann ich da sowas wie Osmo Hartwachsöl/Osmo Klarwachs nehmen (würde ich bevorzugen), oder muss es da schon eher Treppen-/Parkettlack sein?

    Danke im Voraus und Grüße,
    Fab
     

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  2. holzz

    holzz ww-buche

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    Hallo!
    Die Spanplatte ist ja schon wasserfest verleimt, d.h. eigentlich musst du gar nichts mehr machen. Du sagst, sie fühlte sich glatter an als die anderen. Oft ist es so, das bei der Herstellung von Spanplatten, insbesondere Fußbodenverlegeplatten, die Hersteller in Kauf nehmen, das der Leim mit dem gepresst wird, sich sozusagen auch an der Oberfläche der Platte befindet und einen glatten Überzug bildet.
    Das wäre im Möbelbau nicht akzeptabel, bedeutet für den Fußboden aber eine zusätzliche Schutzschicht aus gepresstem Leim, für uns Anwender eigentlich ideal, es sei denn, du willst noch eine Versiegelung aufbringen (wie oben gesagt, eigentlich nicht nötig).
    In diesem Fall musst du testen, ob sich die Versiegelung mit der Spanplatte verträgt.
    Die Emission von Formaldehyd wirst du damit allerdings nicht verhindern, allenfalls verlangsamen. Ich würde aufpassen, daß der Hohlraum unter dem Boden nicht luftdicht versiegelt wird, sprich eine Fuge zwischen Wand und Boden offenbleibt, damit ein gewisser Luftaustausch möglich ist, in manchen Kellern holt man sich sonst den Schimmel ins Haus.
    VG, Henrik
     
  3. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Lack sperrt wesentlich besser, denn Öl ist ja diffusionsoffen, sperrt oft gar nicht. Aber ob du damit wirklich die Formaldehydausgasungen herunterbringst, finde ich auch fraglich.

    Wenn ich richtig informiert bin, gehts eh nur um die natürlichen Formaldehydanteile des Holzes, weil bei P3 PU-Leime verwendet werden, die so gut wie keine Emissionen haben.

    Persönlich würde mir Osmo HWÖ besser gefallen, als eine Parkettversiegelung. Aber das ist Geschmackssache. Langfristig könnte es sein, dass man Osmo besser ausbessern/nachpflegen kann.
     
  4. stone_d

    stone_d ww-kiefer

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    53
    Hallo Henrik,

    vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Das Thema "Luftaustausch" habe ich berücksichtigt und am Rand einen kleinen Abstand gelassen. Bei der welligen Wand gab es auch gar keine andere Möglichkeit :emoji_grin:

    Dennoch würde ich gerne irgendetwas an den Rand machen, damit sich die Holzspäne usw. nicht im Laufe der Zeit ansammeln. Ist mit einer Fußbodenleiste noch ein Austausch gewährleistet?

    Ich bin mir nicht sicher, ob das Leim an der Oberfläche ist. Wie gesagt - die 22mm Platte mit der exakt gleichen Bezeichnung hat eine ganz andere Oberfläche ... bei Weitem nicht so glatt.

    Wenn - was würdest du denn nehmen, das Hartwachsöl, das Klarwachs oder einen Parkettlack?

    Grüße,
    Fab
     
  5. holzz

    holzz ww-buche

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    Ruhrpott
    In so einem Fall bringt man Fußleisten mit Abstandshaltern zur Wand an (ca 1cm). Alles andere ist Optik, Geschmackssache. Ich bin bei Winfried, ich würde (nix machen) wenn, dann ölen. Pflegeleicht, punktuell ausbessern/nachölen möglich. Auch Winfrieds Produkt kann ich dafür empfehlen.
    VG, Henrik
     
  6. stone_d

    stone_d ww-kiefer

    Beiträge:
    53
    Ok, ich danke euch vielmals für die Infos. Ich glaube ich werde den Boden ein- bis zweimal mit Osmo Hartwachsöl ölen. Sollte bei dem kleinen Raum auch kein großer Act sein.

    Bei der P3 Platte sind es laut Kronospan 0,1ppm Formaldehyd.
     
  7. holzz

    holzz ww-buche

    Beiträge:
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    Ruhrpott
    In den 80ern habe ich phasenweise wochenlang an der Furnierpresse Platten furniert, auf den Leimtüten stand damals noch der echte Name: Formaldehyd-Leim. Wenn die heiße Presse aufging, gabs immer eine große Dampfwolke, die dann aufstieg. Als ich Schnupfen hatte empfahl mein Chef, den Kopf in die Wolke zu halten und tief einzuatmen- was soll ich sagen- der Schnupfen war weg.......
     
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