Spaltkeil und Co.: Hinweise zur Sicherheit an Holzbearbeitungsmaschinen

Dieses Thema im Forum "woodworker Tresen" wurde erstellt von Tischler-Kalle, 14. Dezember 2012.

  1. Tischler-Kalle

    Tischler-Kalle ww-robinie

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    Hallo Forum,

    heute kam die neue Zeitschrift der Holz/ Metal BG.

    Darin ist ein erschreckender Bericht über einen Arbeitsunfall an der Formatkreissäge.

    Da geht es wieder einmal um den fehlenden Spaltkeil.

    Ich habe das PDF von der öffentlichen BG Seite hier verlinkt.

    Auf Seite 25 steht der Bericht.

    Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.

    Mir schauderts immer noch.....:eek:
     
  2. yoghurt

    yoghurt Moderator Mitarbeiter

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    Hallo Kalle,
    vielen Dank für Deinen Link! Hier wird ohne Horrorgeschichten sachlich erklärt, wie gefährlich die Holzbearbeitung sein kann. Es handelt sich auch um eine drastische Verkettung mehrerer Fehler, die zur Katastrophe führte - insofern so anschaulich wie tragisch.
    Möge dieses Beispiel uns allen eine deutliche Warnung sein!
     
  3. derstraubi

    derstraubi ww-esche

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    Bin hier gelandet weil ich ebendiesen Artikel veröffentlichen wollte.
    Ich fürchte viele Woodworker beziehen ihr Wissen über die Bedienung einer Kreissäge aus den englischsprachigen Videos.
    Diese Kreissägen waren so bei uns schon vor hundert Jahren verboten!
    Alles was in dem Artikel als Ursache für den tödlichen Unfall genannt wird ist an den "englisch/amerikanischen" Kreissägen Standard.:eek:
     
  4. beertackle

    beertackle ww-kiefer

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    Hallo Kalle,

    vielen dank für den Link zu der Zeitschrift. Dieser Unfallbericht zeigt mir doch dass ich mich richtig entschieden mir einen Tauchsäge zu kaufen die einen Spaltkeil hat.
    Da ich die Tauchsäge auch unter einen Tisch montieren möchte um sie dann als TKS zu verwenden war der Spaltkeil ein absolutes Musskriterium bei der Auswahl.
    Mir hat das Video von FESTOOL auf der Holzhandwerkmesse in Nürnberg schon gezeigt wie wichtig so ein kleines Teil ist.
    Seitdem staubt meine Handkreissäge schon weiter ein.

    Mir war/ist der Spaltkeil sehr wichtig und gibt mir ein ruhigeres Gewissen im Umgang mit der Maschine und ich betreibe das ganze nur Hobbymäßig.
     
  5. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Haltet ihr es für möglich, dass trotz Spaltkeil sowas passieren kann? Ich denke mir das so: Ein Spaltkeil kann einen Schnitt hinter dem Sägeblatt zwar auseinanderhalten, wenn aber wie hier im Beispiel, ein einseitiger Druck aus Richtung Parallelanschlag kommt, dann drückt es den Spaltkeil schnell mal etwas nach links weg und dann kann die Leiste das Sägeblatt auch berühren.

    Der Spaltkeil meiner Maschine ist recht stabil, vermutlich sogar gehärteter Stahl. Aber was ich da manchmal bei Baumarktsägen so sehe, wo oben auch noch der Sägeblattschutz angeschraubt ist, könnte sich das leicht mal wegdrücken.
     
  6. yoghurt

    yoghurt Moderator Mitarbeiter

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    Hallo Winfried,
    ich lasse jetzt mal die Spezialfälle und Ausnahmen weg.

    Klemmende Schnitte entstehen fast ausschließlich beim Grobzuschnitt von Vollholz. Bei dieser Arbeit sollte der Parallelanschlag soweit zurückgezogen sein, dass das Holz nicht zwischen Parallelanschlag und aufsteigendem Sägezahn klemmen kann. Klemmen und nicht Berühren ist die Gefahr.
     
  7. Keilzink

    Keilzink ww-robinie

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    Umgang mit solchen Themen

    Ich finde es schade, dass dieses Thema nach wenigen Stunden auf der Liste der aktuellen Beiträge in der Tiefe des Forums verschwindet.
    Haben vielleicht die Moderatoren eine Idee, wie man so wichtige Themen wie "mangelnde Sicherheit und die Folgen" etwas leichter zugänglich "aufbewaren" könnte? Immerhin kommt hier mindestens einmal im Monat eine Frage zu Spaltkeil&Co - ich selbst habe schon 3 oder 4 mal auf solche Fragen geantwortet ...
    vielleicht eine Rubrik "Sicherheit an Holzbearbeitungsmaschinen für Anfänger" - ohne allgemeine Diskussion? Einer der Fachleute schreibt ein paar Sätze dazu und fertig?

    Schöne Feiertage:
    Andreas
     
  8. yoghurt

    yoghurt Moderator Mitarbeiter

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    Hallo,
    ich habe Andreas Anregung aufgenommen. Mal sehen, ob das funktioniert.

    Als wichtigste Anmerkung als erstes:
    Die hier gegebenen Hinweise ersetzen keine fachkundige Einweisung an der jeweiligen Maschine. Das Forum wird alles tun um Fehler zu korrigieren - trotzdem sind Fehler nicht ausgeschlossen. Die Berufsgenossenschaften verfassen sehr ordentliche Publikationen zum Thema, die man gratis herunterladen kann.
     
  9. Scholli

    Scholli ww-birke

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    Hallo,
    danke für diesen Hinweis. Das erinnert Hobbytischler wie mich auf jeden Fall sich zweimal zu überlegen, was man macht. Angst ist sicher der falsche Ratgeber, aber Respekt vor einer Maschine zu haben ist bestimmt nicht verkehrt.
    Gruß
    Scholli
     
  10. hplzwurm

    hplzwurm ww-ahorn

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    Spaltkeil

    Hallo,

    ohne jetzt alle Beiträge hier im Einzelnen gelesen zu haben, habe ich zu diesem Thema noch eine Anfrage an die Fachleute hier.

    Ich habe eine Hammer A3 im Keller stehen.
    1. Der Spaltkeil ist so gefertigt, dass zwar die Schutzhaube daran angeschraubt wird, durch diese Schraube aber eine optimale Höheneinstellung des Blattes unmöglich wird.
    D.h., sind wirklich nur noch die Zähne über dem Werkstück zu sehen, passt dieses nicht mehr unter der Schutzhaube durch.

    2. Der Spaltkeil ist auch so gefertigt, dass man ihn, wenn man mal eine Nut schneiden will und die Schuthaube abnimmt, nicht so tief versenken kann, dass er knapp unterhalb des Sägeblattes steht.

    In meinen Augen eine Fehlkonstruktion.
    Wie kann man das ändern?
     
  11. Frank S

    Frank S ww-esche

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    Hammer K3?
     
  12. hplzwurm

    hplzwurm ww-ahorn

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    Hammer

    Ja K3, die A31steht daneben :emoji_slight_smile:
     
  13. Frank S

    Frank S ww-esche

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    Hallo Martin,
    was verwendest Du denn für einen Blattdurchmesser?

    Gruß, Frank
     
  14. hplzwurm

    hplzwurm ww-ahorn

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    Hallo Frank,

    ich verwende bestimmungsgemäss Durchmesser von 250-315mm.

    Der Spaltkeil verschiebt sich für jede Blattgrösse so, das die beschriebene Problematik bleibt.
    Du kannst also nicht ein 300er Blatt nehmen und den Keil für das 250er einstellen, denn wenn der Spaltkeil tiefer ist, passt der Abstand zum Blatt nicht mehr.
    Umgekehrt, also 250er Blatt und Keil höher geht genauso nicht.
     
  15. gun

    gun ww-nussbaum

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    Danke Kalle, ab und zu muss man daran erinnert werden, wie schnell es einen erwischen kann.

    Gruss Guenter
     
  16. blues

    blues ww-esche

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    Hallo liebe Holzwerker,

    dieses Thema plagt mich auch schon seit einiger Zeit.

    Bei meiner EB PK250 ist ein flacher Hilfsanschlag dabei, der flach an den Parallelanschlag gemacht werden soll bei "dünnen Leisten" oder 45 Grad Schnitten. In der Beschreibung steht, das man dann den Anschlag nur bis zur Hälfte des Blattes anspannen soll, sodass die dünnen Leisten nicht klemmen kann.Oder Holz das zum spreizen neigt. So hab ich das zumindest verstanden.

    Einen 45 Grad hab ich mich noch garnicht getraut zu machen, weil bei so einem Schnitt wohl beim Vorbesitzer das Blatt mal den Tisch berührt hat. Es fehlt nämlich eine kleine Ecke. Dies konnte m.E. nur passieren bei 45 Grad Vollanschlag und bei Klemmen des Blattes.

    Kann mir vielleicht jemand Tipps geben, wie dieser flache Hilfsanschlag angewendet wird ?

    Vielen Dank

    Gruß Andi
     
  17. Frank S

    Frank S ww-esche

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    Ist die Situation an Deiner Säge anders als unten abgebildet?

    Gruß, Frank
    [​IMG]
     

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  18. Frank S

    Frank S ww-esche

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    Hallo Andi,
    ist es noch der gute alte Parallel-Anschlag mit dem Drehknopf oben drauf, wie unten abgebildet?

    Gruß, Frank
    [​IMG]
     

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  19. blues

    blues ww-esche

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    :emoji_grin: Ja der ist es. Und es sind auch genau die Bilder in meiner Beschreibung.

    Ich hab jetzt mal bei der BG nachgelesen. Dort gibt es ähnliches Material. Allerdings reden die von "Absägen in der Breite" bei einem Längsschnitt :confused: und ich denke die meinen dort das besäumen von Brettern mit Waldkante.

    Aber wie gesagt, in meiner Beschreibung steht, das der Hilfsanschlag bis zur Hälfte des Sägeblatts einzurichten ist. Ein anderes Mal heißt es bis zum Anfang des Sägeblatts (wenn man ihn als Ablänganschlag nutzt, denke ich. Was ich aber bei Schiebeschlitten ja nicht beachten muss.)

    Der Gehrungsschnitt macht mir am meisten Sorgen. Weil dort habe ich ja einen dünnen Streifen. Und damit der nicht klemmt, wahrscheinlich der Hilfsanschlag bis zur Hälfte, oder ? Der "Schlenzer" in der Aluplatte zeigt mir halt, da ist dem Vorbesitzer schon mal irgendwas schief gegangen, sonst wäre das Blatt da nicht rein.


    Vielen Dank für Deine Mühe,

    Gruß Andi
     
  20. Frank S

    Frank S ww-esche

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    Dann dürfte es mit dem flachgelegten Zusatzanschlag kein Problem geben.
    Das Problem besteht nur, wenn Du versuchst 45° Schnitte mit einer Breite unter ca. 15mm zu schneiden.
    Dann wird es schon eng. Aber Du kannst Dir ja einfach einen "Opfer-Anschlag" in geringerer Stärke für den 45° Schnittwinkel erstellen und den gegen den Längsanschlag schrauben/kleben.

    Gruß, Frank
     
  21. blues

    blues ww-esche

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    Guten Morgen Frank,

    vielen Dank, unter 15 mm Breite brauch ich nie sägen, und wenn, dann würde ich den Abfall links vom Blatt wählen. Wenn ich einen breiten Schnitt in 45 Grad mache, und den Anschlag so wähle, das der Abfall links vom Blatt ensteht, muss man da auch den Hilfsanschlag verwenden.

    Was hat es mit diesem "bis zur Hälfte" vom Blatt auf sich. Ich habe einmal einen Schnitt gemacht, wo der Hilfsanschlag so eingestellt war. Der Schnitt ist mir aber "hinten" raus dann verlaufen, da ja kein Anschlag mehr.

    Vielen Dank für Deine Hilfe,

    Gruß Andi
     
  22. WoodenCarpenter

    WoodenCarpenter ww-esche

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    Das soll heißen, daß der Anschlag so weit zurückgezogen ist, daß der aufsteigende Zahnkranz (also vor dem Spaltkeil) das Werkstück - sollte es sich am Ende des Schnittes verklemmen - nicht mit nach oben nehmen und zurückschlagen kann, weil der Anschlag vorher endet. Du kannst dann das Werkstück einfach etwas nach rechts schieben und bist aus dem Gefahrenbereich "aufsteigender Zahnkranz"...
     
  23. Frank S

    Frank S ww-esche

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    Hallo Andy,
    der Druck des Längsanschlages soll deshalb nur bis zur Mitte des Sägeblattes reichen, so das das Schnittgut nicht gegen die aufsteigende Seite des Sägeblatt gedrückt werden kann und nach oben gerissen wird.
    Wenn Dir der Schnitt verlaufen ist, kann ich mir vorstellen, das Deine Maschine mal justiert werden muß.
    • Sägeblatt rechtwinklig zur vorderen Tischkante/Längsanschlagführung
    • Längsanschlag parallel zum Sägeblatt
    • Spaltkeil mittig zu Sägeblatt über die gesamte Höhe (Spaltkeil zu dick/verbogen?)
    Ansonsten darf der Schnitt nicht verlaufen, da ja der Schnitt in der Mitte des Sägeblattes schon längs erledigt ist.

    Gruß, Frank
     
  24. hplzwurm

    hplzwurm ww-ahorn

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    Radevormwald
    zum Thema Spaltkeil

    @Thomas,

    ja die Situation ist etwas anders, eben so, dass wenn der Spaltkeil in der richtigen Höhe steht, die Befestigung der Schutzhaube unterhalb der Zahnhöhe ist.

    Ich mach nachher mal ein Foto.
     
  25. blues

    blues ww-esche

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    Spaichingen
    @ Frank

    Vielen Dank für Deine Mühe. Soweit habe ich das verstanden. Aber ein "Frägelchen" hätte ich noch.

    Und zwar, wann muss oder sollte ich den Hilfsanschlag einsetzen. Was mir nämlich nicht klar ist, der Theorie nach kann sich der Abschnitt ja auch bei einem 10 cm starken bsp. OSB Streifen, der am "hohen Parallelanschlag" gesägt wird aufsteigen.

    Nach welchen Kriterien sollte man den Hilfsanschlag wählen.

    Danke für Deine Mühe einem Anfänger in diesen Sachen auf den Weg zu bringen, aber Sicherheit ist mir sehr wichtig mit diesen Höllenmaschinen. Und lieber einmal zuviel nachgedacht oder gefragt.

    Gruß Andi

    P.S. Eigentlich sollte es auch einen "Schnittschein" für TKS geben. Wie bei Motorsägen........
     
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