Shoji-Türen einseitig ölen?

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Hallo,

ich plane für meinen Kleiderschrank japanischenShojitüren (die mit der Papierbespannung). Mein Holz (Kiefer) ist noch unbehandelt, soll aber geölt werden. Nun stoße ich auf folgendes Problem: Das Shojipapier soll, so steht es in der Anleitung, mit einem tapetenkleisterähnlichen Leim auf die unbehandelte Holzfläche (Rückseite des Rahmens) geklebt werden. Angeblich würden die Japaner ihre Hölzer lediglich hobeln und nicht weiter oberflächenbehandeln - ob das stimmt, sei dahingestellt.

Nun meine Fragen:
1) Kann ich die Holzrahmen nur von der Vorderseite her ölen und die Rückseite unbehandelt lassen, oder verzieht sich da was?
2) Laufe ich nicht generell Gefahr, dass sich der Rahmen verzieht, wenn ich auf einer Seite mit wasserhaltigem Kleister und gespanntem Papier arbeite? (Das stelle ich mir ein bisschen so vor wie ein einseitig aufgebrachtes Furnier, das geht doch auch nicht?)

3) Nicht so dringend, aber vielleicht weiß es jemand: Ich habe gelesen, dass die Außenecken von Shojitüren traditionell nicht auf Gehrung geschnitten werden, sehe das aber immer wieder (sieht ja auch besser aus). Weiß jemand, welches die "korrekte" Ausführung ist?

Würde mich freuen, wenn mir jemand helfen kann!

Gruß, Lalilu
 

michaelhild

ww-robinie
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1) Die Wahrscheinlichkeit ist groß, da die Feuchtigkeitsaufnahmeeigenschaften beider Seiten dann unterschiedlich sind.

2) Die Wahrscheinlichkeit ist groß.

3) Keine Ahnung.
 

bello

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Hallo,

ich habe große Bedenken, daß das Öl zu Verfärbungen des Papiers führt.

Gruß
 

flo20xe

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Servus Lalilu,

du kannst bedenkenlos die Seite wo das Papier drauf kommt roh lassen. Da passiert nicht viel. Auch die Feuchtigkeit vom Reisleim kannst du vernachlässigen. Einen gewissen Verzug hast du beim natürlichen Werkstoff Holz sowieso immer, egal ob da jetzt 1 oder 2 Seiten geölt sind.

Wir bauen seit Jahren Shojis nach der Methode und hatten da noch nie Probleme.

Es ist richtig, dass die traditionellen Shojis nicht auf Gehrung gearbeitet sind. Machen wir auch nicht, meiner Meinung nach sieht es auf Gehrung auch nicht besser aus. Aber das ist natürlich Geschmackssache.

Normalerweise wird ja die Laufschiene des Shojis an der Decke verblendet, somit muss das obere Querfries eh breiter sein wie die aufrechten Friese. Also z.B. wenn die Blende ca. 20mm über die Türen drübersteht, muss das obere Fries 20mm breiter sein wie die Seiten, dann hast du von der Optik her rundum die gleiche Friesbreite. Das würde ja dann auch nur mit einer falsche Gehrung gehen und das schaut dann erst recht bescheiden aus.

Zur Verdeutlichung mal noch 2 Bilder.

Gruß,

Florian
 

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gleiter

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Servus!

Ich baue auch seit vielen Jahren Shojis. Rückseiten lasse ich immer völlig unbehandelt, die Vorderseiten öle und wachse ich (Produkte von AUR:emoji_open_mouth:.

Verzug oder Werfen ist mir noch nie kolportiert worden.

Allerdings solltest Du schon darauf achten gutes Holz zu nehmen, ein krummer Hund wird Dir auch nach dem Aushobeln wieder krumm werden.

Gehrung ist im jap. Möbelbau unüblich, dafür wird eher danach getrachtet kein sichtbares Hirnholz zu haben.

Ach ja, eine schöne und meditative Arbeit ist das Selbst - Herstellen des Leimes aus Reis. Ideale Bezugsquelle ist der Chinese um's Eck - der für diesen Zweck perfekte Reis. :emoji_wink:

Gruß, André.

P.S.: @ Florian: Schick schaut das aus. Laufen diese Türen traditionell oder hängen sie?
 

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flo20xe

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Servus André,

die Türen sind hängend ausgeführt.
Ich hab zwar auch schon ganz traditionelle Shoji gebaut, allerdings sind die Laufeigenschaften bei aufgehängten Türen dann doch noch etwas besser finde ich.

Gruß,

Florian

P.S. ebenfalls sehr schön was Du da zeigst, vor allem die Führung schön filigran.
 

steinerhaus

ww-kastanie
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Wahrscheinlich haben die Kunden auch keine Lust, die Türen im unteren Drittel (also kniend) zu öffnen. Deswegen hängend (für Europäer)

Grüße
 

gleiter

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Hi!

Die Führungen sind deswegen so schlank weil die Türen bodenlaufend sind.

Zwar nicht traditionell - wer will schon vor seinem Kasten den täglichen Kotau machen? :emoji_grin: - aber eine m.E. durchaus adäquate Weiterentwicklung dieses Systemes.

Ich arbeite ganz schlicht hochwertige und voll gekapselte Kugellager sehr weit aussen in die Blattunterkanten ein. Als "Führung" reicht dann völlig eine 2 oder 3 mm tiefe Nut im Träger, an den Oberkanten braucht es somit auch nicht viel Spielraum für eine traditionelle Führung nebst dem nötigen "Fleisch" um die Türen aushängen zu können.

Funzt seit vielen Jahren und in unzähligen Türen Bestens. Die von mir verwendeten Kugellager arbeiten z.B. auch in Handoberfräsen drinnen, halten also auch so einer Belastung für vermutlich seeeehr lange Zeit stand. :emoji_slight_smile:

Gruß, André.
 

traveller23

ww-pappel
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witzig, ich verzichte absichtlich auf eine leichtgängige Führung, sonst sitzen die Kinder dauernd im Kasten. :emoji_grin:

Darf euch noch was fragen, weil ich euch grad dran habe. :emoji_slight_smile:

Eigentlich wollte ich Zedernholz nehmen, das ist aber doch recht teuer.
Ist eine "einfache" Fichte oder Kiefer ein gute Alternative? Der Rahmendimension wird 5x3cm sein und es werden 4 Türen mit je 97x245cm.

Und dann noch wegen der Eckverbindung.
Ich wollte mir von der Holzfirma gleich eine Schlitz und Zapfenverbindung machen lassen. Das können sie zwar, sie schlagen aber eine einfach Überplattung vor. Das ist einfacher und billiger.

Ist das ausreichend?

Danke!
 

takumiberlin

ww-pappel
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Eigentlich wollte ich Zedernholz nehmen, das ist aber doch recht teuer.
Ist eine "einfache" Fichte oder Kiefer ein gute Alternative?
!
Gute Shoji kann man aus den meisten feinjährigen Nadelhölzern bauen. Wichtig ist gerader Wuchs und sorgfältige Holzauswahl. Fichte und Kiefer sind gut, wir bevorzugen Weißtanne und Hemlock!
 

yoghurt

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Hallo Bernd,
willkommen im Forum! Wie schon von einem anderem User angemerkt, ist es sinnvoller sich um aktuelle Themen zu kümmern als längst erledigtes aus der Versenkung zu holen. Alte Themen hochzuholen wird gerne als "Leichenschändung" bezeichnet oder sogar als Werbung missverstanden. :eek: Und Werbung ist hier nicht gerne gesehen....

Was natürlich alle freut ist, wenn jemand sein Fachwissen teilt und nebenher darauf aufmerksam macht, welche Produkte er im Angebot hat.

Gruß

Heiko
 
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