(Sehr) grosse Holzblöcke verleimen

Tina Hartmann

ww-kastanie
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Meine lieben Profis,
es ist mal wieder soweit, meine Kreativität stösst durch unzureichendes Wissen an ihre Grenzen. Seit einigen Wochen hat mich das Kettensägen-Carving-Fieber gepackt, da ich fuer eine Ausstellung auch ein paar Holzskulpturen beitragen darf.

Das Sägen klappt gut, die Ergebnisse sind ok, ABER ich bin so eingeschränkt, weil hier in der Gegend keine Mammutbäume wachsen! Meine Skulpturen sind daher entweder klein, oder aber hören einfach auf der Hälfte auf (wie der Wolf im Anhang), was durchaus seinen Reiz hat, aber ihr wisst ja inzwischen, der Grössenwahn ist mein stetiger Begleiter. Plan also: Mehrere sehr dicke Holzblöcke irgendwie verleimen. Grundsätzlich ja kein Problem, also rechteckig sägen und verleimen....nur....ähm....wie richtet man einen 30 cm dicken Block ab? Dass es möglich ist, habe ich gesehen, Google hat mir mehrere Beispiele fuer gigantische Carvingskulpturen gezeigt, die aus z.B. 6 zusammengeleimten Baumstämmen bestehen (siehe Pferd im Anhang) Kann man notfalls leimen ohne abrichten? Ja, ja, rauft euch nur die Haare haha, dass es reissen wird undso weiter ist in diesem Fall nicht so wichtig, das haben solche Skulpturen nunmal so an sich, nur die Leimfuge sollte stabil sein....
Falls jemand einen Gedanken oder Erfahrung dazu hat, freu ich mich von euch zu hören! Sommerliche Gruesse aus Schweden! Tina
 

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AhornBay

ww-esche
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Hallo Tina,

wenn Du verleimen "möchtest", wirst du nicht umhin kommen, zwei möglichst plane Flächen zu erzeugen. Das kannst du entweder mit einer Fräse erreichen (vgl. den Tip von Marc) oder auch per Hobel (vgl. Tip von Schloeri). Je besser geplant wird, desto besser hält die Leimfuge und desto weniger ist sie später sichtbar. Ich persönlich würde den Handhobel präferieren. Das hängt aber von den persönlichen Begebenheiten ab (z. B. Werkzeug, Präferenzen, Erfahrung).

Recht spannend stelle ich mir das Thema "Spannen" vor. Solch große Zwingen wirst Du nicht haben. Da könnte man mit Spanngurten arbeiten oder auch mit z. B. Wagenhebern, wo der gegenüberliegende Punkt an einem fixen Punkt (z. B. stabile (!) Wand) angelegt wird.

Was ich bei so großen Skulpturen aber auch schon gesehen habe, sind Verbindungen. Sei es geschraubt (hätte noch den Vorteil dass Material im Inneren entnommen wird und das Ganze leichter macht) oder auch "klassisch" verbunden mit z. B. Zapfen/Dübeln. Das kann dann schon recht gewaltige Dimensionen annehmen.... :emoji_slight_smile:

Viel Erfolg!

Herzliche Grüße

Tom
 

Biker1002

ww-kirsche
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Hi,

Ich finde die Idee die Skulptur mit Gewindestangen zu verschrauben ganz praktisch.
Dann kannst du das Teil je nach Größe zum Transport zerlegen.


LG Andreas
 

Tina Hartmann

ww-kastanie
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Ja, praktisch wär es schon, wenn man das Ganze auseinander nehmen könnte, aber ein grosses Ganzes ist immer irgendwie ....harmonischer. Bisher hab ich das so gemacht, Andreas, mit dicken Bolzen verbunden und versucht das dann zu verstecken, das geht auch, vielleicht kann man das noch perfektionieren. Oder eben die Gewinde durch sehr starke Duebel ersetzen,wie du sagst, Tom, da faellt es vielleicht kaum auf.
Mark, deine Oberfräsenabrichtung ist genial! So simpel und scheint ja zu funktionieren, super! Das wird wohl erstmal Versuch Nummer eins werden, ganz einfach weil ich 0, 00 Hobelerfahrung habe, es liegen zwar zwei in der Werkstatt, allerdings von mir unbenutzt, weil ich das Messer nicht ordentlich gerade eingestellt bekommen habe, das muss ich mir wohl doch erstmal zeigen lassen. Oberfräse also.
Mark: Holzblock auf gerade Unterlage, links und rechts sehr gerade Bretter aufstellen (am Block befestigen?) und dann diesen Rahmen drauf? Hast du den Rand auf dem die Oberfräse gleitet ausgefräst oder ist da von unten ein Blech oder sowas dranmontiert? Spannen hätte ich mit Spanngurten gemacht, aber die Wagenheberidee ist auch toll, ich hab sogar 2, duerfte eigentlich reichen, wenn die Gesamtlänge nicht zu gross ist,oder? Aber vielleicht reichen auch mehrere Gurte, erstmal plan bekommen das Ganze. Ich schwitze jetzt schon beim Gedanken daran,was sowas dann wiegt, pff.... Danke fuer eure Antworten!!! Tina
 

Fiamingu

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Ghisonaccia, Korsika, Frankreich
Also tina,
Holzblock, zu fräsende Fläche evtl schon mit
der Kettensäge planen, auf eine ebene Fläche.
Die zu fräsende Fläche parallel mit der unteren
ausrichten. Ein Gestell bauen worin die Richtlatten
parallel zur fräsenden Fläche sind. Rahmen, von Leisten
auf den Richtlatten geführt, auf die Richtlatten legen.
Sollte spielfrei geführt, auf den Richtlatten leicht
oberhalb der zu fräsenden Fläche, gleiten. Vllt.
etwas Seife drauf. Oberfräse in den Rahmen,
Tiefe einstellen und beim Fräsen nicht zu
viel Abnahme auf einmal. Du kannst ja auch die
zu verleimenden FLächen mit entsprechend langen
Richtlatten auf einmal abrichten.
Hier mal ein Link zu meinem Höker für Fräser.
Planfräser - JVL-Europe
 

Friederich

ww-robinie
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Hallo Tina, die Verleimregeln kennst du?
Was am Baum innen war, kommts jetzt nach außen. Also Splintseite auf Splintseite leimen. Sonst können sich die Leimfugen öffnen.
Sehr problematisch dürfte auch die Holzfeuchte sein. Bis so dicke Klötze ordnungsgemäß durchgetrocknet sind, das dauert schon seine Zeit. Selbst Schnittware von nur 4cm braucht einige Jahre.
Du wirst also wohl um Kammertrocknung nicht herumkommen.
Und selbst dann bin ich skeptisch ob es gutgeht. Der Feuchtegehalt wird sich ja laufend ändern, und dann werden ungeheure Kräfte frei.
Was ich auf jeden Fall machen würde: die Blöcke von den Leimfläche aus aushöhlen. Mit der Motorsäge ist das ja gut machbar.
 

dermike

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im Süden der Republik
Hallo,
dachte eigentlich, dass Kunstwerke mit der Motorsäge immer mit frischem Holz ausgeführt werden.
Und frisch gefälltes Holz lässt sich doch nicht leimen. Da hilft auch nicht eine plane Fläche.


Grüße

dermike
 
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