schleiflack

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von davanti, 26. Juni 2008.

  1. davanti

    davanti ww-kastanie

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    wer hat erfahrung mit z.B. bernsteinfirnis?
    wie kann man diesen firnis am besten auf hochglanz schleifen, mit tripel, diatomenerde oder bimsmehl.
     
  2. edelres

    edelres ww-robinie

    Hallo davanti,

    Die Voraussetzungen fuer Schleiflack sind, dass dieser wirklich hart durchgetrocknet ist, dies Kann je nach Lackbindung des Bernsteins 3 Monate dauern.

    Ich schleife mit 400er Schleifpapier nass in nass, mit aufgespruehtem Oelfarbverdunner/Testbenzin, das Schleifpapier um einen Korkklotz gewickelt, vor. In dieser Phase schleife ich die gegen das Licht sichtbaren Unebenheiten aus.

    Als naechstes schleife ich mit 600er dann 1000er nass weiter.

    Nun verwende ich Bims, die feinste Koernung wird hier mit 5 fffff bezeichnet, ist in den Zahnpasten fuer extraweisse Zaehne enthalten.

    Ich pudere den Bims auf die nasse Flaeche auf, und mit einem Stueck Filz auf einem Holzklotz befestigt, schleife ich mit geraden Strichen, die Flaeche in einer Richtung, dann in der entgegengesetzten Richtung, nun stellt sich nach Abwischen mit Papierhandtuechern schon ein seidiger Glanz ein, dies wiederhole ich bis ich einen gleichmaessigen Eindruck/Glanz auf der Oberflaeche erreicht habe.

    Jetzt wasche ich die gesamte Oberflaeche sorgfaeltig mit Testbenzin und trockne mit Papierhandtuechern ab um jegliche Bimsreste zu entfernen. Ich wechsle nun die Kleider. Fuer die Endpolitur, trage ich eine Frottestirnband, wie die Tennisspieller. Damit verhindere ich dass Schweisstropfen auf die Oberflaeche fallen, welche sonst matte Flecken verursachen.

    Nun spruehe ich die Oberflaeche wieder mit Testbenzin nass und Staube Tripel(*) auf. Mit Watte fuer die Autopflege reibe ich in kreisenden oder 8foermigen Bewegungen die Oberflaeche ab,ich wechsle die Polierrichtung, indem ich das zu polierende Stueck um 180° drehe oder ich wechsle auf die entgegengesetzte Seite. Nach 3 Poliervorgaengen, reibe ich an einigen Stellen mit Polierwatte ab um den Polierfortschritt zu pruefen.

    Dies wiederhole ich bis die Obeflaeche gleichmassig glaenzend erscheint.

    (*)Da ich dem hier angebotenen Tripel nicht traue, (wer weiss wo der herkommt) verwende ich Ceriumoxid, welches fuer die Glaspolitur verwendet wird. Doch sollte Tripel aus dem Fachhandel in D kein Problem sein.

    Soll die Oberflaeche matt glaenzen, staube ich Bims auf die nasse Oberflaeche, und burste mit eine harten Haarbuerste in Langen Strichen die Oberflaeche ab. Der Matteffeckt laesst sich durch die Wahl einer groeberen Bimskoernung(3fff) bis stumpfmatt fortsetzen. Ein sehr bemerkenswerter Effekt, laesst sich erzielen, wenn z. B. der Rahmen mantt und die Fuellung glanzpoliert wird. Bei Bilderrahmen, gibt der Mattefekt der Zierleiste eine bessere Wirkung.


    Ich kenne die heute angebotenen Bernsteinlacke nicht, meine Erfahrungen damit liegen ca 50 Jahre zurueck. Der damals verwendete Lack stammte von meinem Mentor und war vor dem zweiten Weltkrieg hergestellt. Das oben beschriebene Verfahren klapp so ziemlich auf allen hart austrocknenden (mehr sproeden) Lacken. Wichtig ist dabei wie schon erwaehnt, dass der Lack aus/durchgetrocknet ist und viel Geduld und Ausdauer.

    Zum Auftragen des Lackes verwende ich einen guten Lackierpinsel, meinen Lackpinsel verwende ich schon ca 30+ Jahre und wasche diesen, nach jedem Arbeitsschritt aus, nach Beendigung der Arbeit, wasche ich den Pinsel erst sorgfaeltig mit Lackverduenner aus, dann mit Kernseifenlauge, nun schleudere ich alle Feuchtigkeit aus und lasse den Pinsel an der Luft trocknen, ist er trocken, rolle ich den Pinsel in mehrere Lagen braunes Packpapier ein, so dass die Borsten geschuetzt sind, das Papier deckt ca 5 cm ueber die Borsten und ich lasse es offen. Der Papierwickel soll/muss so steif sein das die Borsten nicht geknickt werden koennen und muss gegen Aufrollen mit einem Klebestreifen gesichert werden (keinn Gummiband verwenden).

    Die Konsistenz des Lackes sollte so eingestellt sein, dass die Pinselstriche zufliessen. Ich vermeide nochmals mit dem Pinsel ueber den feuchten Lack zu fahren, sondern trage den Lack zuegig Strich an Strich auf.

    Lackieren mit dem Pinsel ist nach meiner Ansicht eine ausgestorbene Kunst, welche ich nicht beherrsche. Ich lernte von einem alten Lackierer die Grundbegriffe, doch fehlt mir die Uebung und kaum Nachfrage. Bei Schleiflack ist das nicht so wichtig, da man einen weiteren Lackauftrag aufbringen kann und hinterher dann alles glatt schleift.

    Zu deiner Posting bezueglich Firnis, sowie Literatur, ueber Lackieren, da habe ich bis jetzt kaum verwertbares gefunden. Vor 1900 durfte nichts darueber geschrieben werden fiel unter Zunftgeheimnis. Sporatisch taucht in der Fachliteratur zwischen den beiden Weltkriegen verschiedenes bezueglich Lackieren auf, von Fachlehrern beschrieben nicht von Lackierern. Durch das Aufkommen der Spritzlackiertechnik und neuer schnell trocknender Lackarten, ist die Lackierung mit Pinsel verschwunden.

    Als Gedankenanstoss.

    mfg

    Ottmar

    PS: Es ist fuer mich viel einfacher eine solche Arbeit auszufuehren als nachvollziehbar zu beschreiben, da kann es leicht vorkommen dass ich Routinen uebersehe, deshalb wenn etwas unklar ist, bitte Fragen. . Das was ich oben beschrieb habe ich mir erarbeitet und es funktioniert, dies hat mit richtig oder falsch nichts zu tun, viele Wege fuehren zum Erfolg.

    PPS: Bernsteinlack, verwendete ich vor sehr langer Zeit fuer ein schoenes, wertvolles antikes Kaestchen. Bei diesem war das Wurzel/Vogelaugenahorn-Furnier auf dem Deckel ruiniert. Mit aehnlichem Saegefurnier, ersetzte ich das zerstoerte. Der Altersfarbton war mit Beizen nicht zu erreichen und der neufurnierte Deckel stach wie ein boeser Daumen ab. Mit Bernsteinlack, welcher sehr dunkel war, erreichte ich eine
    harmoische alters Farbwirkung. Den Glanz des Deckels passte ich dem Rest des Kaestchens an. Dies war die einzige Anwendung von Bernsteinfirnis/Lack, soweit ich mich erinnern kann.
     
  3. davanti

    davanti ww-kastanie

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    hallo ottmar,

    erst mal danke für deinen interessanten beitrag.
    Es gibt nich viele "meister" in der branche die ihr Wissen Weiter geben. Ich mache zur Zeit eine Ausbildung zum Restaurator im Möbelbereich. Wir restaurieren reversibel, d.h. es werden vorwiegend alte Techniken bei der Hersellung von Oberflächen verwendet.
    Die Problematik ist nur die, dass ich alleine in der werkstatt arbeite und learning bei doing praktiziere. Hat auch seine Vorteile aber bei gewissen Arbeiten stehe ich dann an.
    Wie bei der Berarbeitung von Bernsteinfirnis. Schellack mit Ballen politieren ist da weitaus einfacher weil, 1. es um einiges mehr an Fachliteratur gibt (obwohl ich mal behaupte, das sehr viel verwirrendes geschrieben wird, hab schon eine sehr umfangreiche bibliothek) und 2. hab ich schon sehr viele Versuche im Selbststudium gemacht.
    Jedoch lernt man nie aus, hab vor kurzem ein Jugendstil- Bett restauriert und da hab ich zum ersten mal Schellack gestrichen. Jetzt würd mich interessieren du dazu stehst:

    Ist es als Restaurator vertretbar, wenn ich zuerst mit Schellack streiche und dann mit dem Schellackpolieren anfange? Wer kann dann sagen, dass diese Art keine französische Politur ist?
    Für mich ist es der Faktor Zeit der mich zu der Überlegung bringt. Vielleicht machen es viele Restauratoren so, jedoch hab ich da keine Erfahrung.

    Vielen Dank im voraus

    mfg manuel
     
  4. edelres

    edelres ww-robinie

    Schellackpolitur

    Hallo Manuel,

    Ich arbeite soweit wie moeglich auch reversiebel, ohne dabei ein Purist zu sein. Wenn ich mit einem heute nutzbaren Mittel, die Integritaet des Stueckes erhalten kann, verwende ich mit Erfolg high tech Loesungen, als auch Hautleim Leinoelfirnis Schellack usw.

    Du bist vermutlich in der gleichen Situation, wie ich vor 50+ Jahren, ich habe mir alles selbst erarbeiten muessen. Ich moechte fast behaupten, dass die "Fachleute" damals, welche nichts von ihrem Wissen weitergaben, selbst unsicher waren ueber das von ihnen angewendete oder einfach nichts wusstenen. Dadurch dass Restaurator als Lehr-Beruf nicht existierte, kann es auch keine Fachliteratur auf der praxisebene geben.

    Ich stimme mit dir ueberein, dass ueber die Schellackpolitur sehr viel verwirrendes geschrieben wird/wurde.Leider ist es fuer einen Anfaenger schwer das richtige herauszufinden. Ich habe alle mir zugaengliche Literatur diesbezueglich durchgearbeitet. Dabei fand ich heraus, dass vieles einfach abgeschrieben war, das wurde dann deutlich, wenn der Erstveroeffentlicher einen Denkfehler in der Beschreibung machte. Ich bin sehr misstrauisch, wenn Wundermittel oder Schnellverfahren angepriesen werden. Lassen sich diese nicht mit den in diesem Fall Grundgesetzen der Physik in Einklang bringen, vergesse ich das sofort wieder. Das Schellackpolieren ist relativ einfach, wenn man die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge einhaelt. Das beste fuer die Praxis nachvollziehbare zu diesem Thema wurde von Jacob Krall in verschiedenen Fachpublikationen der zwanziger-vierziger Jahre veroeffentlich.

    Schellack kann ohne weiteres mittels Pinsel aufgetragen werden. Die Zusammensetzung dieser Art von Schellack (Petersburger) muss ein Loesungsmittel enthalten, welches mit Alkohol mischbar ist und den Trockenvorgang soweit hinauszoegert, dass Pinselstriche auslaufen. Petersburgerlack wurde/wird? in verschiedenen Lasur-Farben angeboten. Petersburger Lack, sagt nichts ueber die Zusammensetzung voraus, er kann Schellack enthalten aber auch andere Harze.

    Streichen und Handpolitur, sind grundsaetzlich verschiedene Vorgaenge/Techniken.

    Beim Streichen wird eine Oberflaeche lackiert, es liegt am Koennen des Ausfuehrenden, wie das Ergebnis ausfaellt. Nach ca 1850 als der Vertrieb von Fertigmoebeln (Moebelfabriken) einsetzte wurden diese in der Regel mit Schellackmischungen gestrichen. Ich sah etliche Moebel aus dieser Zeit, bei welchen das Finish im Verhaeltnis zum Alter gut bis sehr gut aussah. Liegt naturlich wie gut die Pflege des Stueckes ueber den Zeitraum ausfiel. In dieser Zeit wurde sehr viel gefaerbter Schellack verwendet, so wurde Beize und Finish in einem Arbeitsgang aufgetragen. Um ca 1900 kam anstelle des Schellack Nitrolack zum Einsatz. Durch die damals entstehende Autoindustrie hier in den USA wurde die Spritztechnik entwickelt, welche im Laufe der Zeit, Handpolitur, Lackieren mit dem Pinsel usw verdraengte.

    Handpolitur, setzt ein Dichten der Oberflaeche voraus, welche in sukzessiven Schritten aufgebaut wird. Auf diese Grundpolitur wird die Deckpolitur aufgetragen. Diese Auftraege setzen Trockenphasen voraus. Auch wenn es noch so pressiert, trocknet der Schellack nicht schneller. Mit einem Pinselauftrag, laesst sich nicht die Feinheit der Handpolitur herstellen/erreichen.

    Damit will ich dich nicht entmutigen, vielleicht findest du den Stein der Weisen welche eine Schellackschnellpolitur in der gleichen Qualitaet als "french polish" ermoeglicht! Schellack in Schleiflacktechnik verarbeitet, neigt zum Reissen, bzw die Oberflaechhe ueberzieht sich in spinnwegartigen Reissmustern. Die alten Instrumentenbauer z. B. Geigenbauer, benutzten Schellack und andere Harze als Gemische, welche einen staerkeren Auftrag ermoeglichten und ohne zu Reissen Jahrhunderte ueberdauerte. Die verwendeten Materialien wurden genauestens analysiert, doch sagt dies nichts ueber die Anwendung aus.

    Ich bin mit mir selbst in Ruhe gekommen und habe den Kampf gegen Windmuehlen (unsinnige Behauptungen) aufgegeben, jeder kann ausprobieren was er will wie er will usw. Ich gebe keine ungefragten Ratschlaege, bin jedoch gerne bereit meine selbst gemachten Erfahrungen weiterzugeben. Ich habe keine Geheimnisse bezueglich Restaurieren, es freut mich im Gegenteil, wenn ich jemandem mit meinem Wissen weiterhelfen kann.

    Was mir geholfen hat, dass ich jeden Versuch genau dokumentierte. Ich schrieb genau die angewndeten Mittel und Mengen auf, so war es mir moeglich Misserfolge zu vemeiden und erfolgreiche Arbeiten wiederholen zu koennen.

    mfg

    Ottmar
     
  5. davanti

    davanti ww-kastanie

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    Retuschieren

    hallo ottmar,

    vielen Dank für deine Bereitschaft fachliche Informationen weiter zu geben. Habe heute bei einem Biedermaier- Kasten ein Haupt auf meine Methode probiert, d.h., zuerst streichen und dann polieren ( politieren ). Mein Eindruck ist der, dass es egal ist aus zeitlicher Sicht, da ich ungefähr die selbe Zeit benötigt habe.
    Die Schellackolitur erziele ich sehr brauchbare Ergbnisse in einer "vernünftigen" Zeit. Mit dem retuschieren hakt es noch ein wenig, da ich auf learnig by doing angewiesen bin.
    Jetzt meine Frage/n an dich: 1.Retusche Ist es besser vor dem eigentlichem Politieren oder während den einzelnen Schritten, die farblichen Anpassungen zu erledigen? Ich hab beides schon probiert, jedoch habe ich keine wesentlichen Vor/ Nachteile erkennen können. Einmal hat es gut funktioniert und einmal weniger. Für den Laien nicht wirklich erkennbar, aber für mich war das Ergebniss nicht zufriedenstellend.
    2. Die Auftragstechnik Wie retuschierst du? Ich hab mit Pinsel und mit einem Stoff/ Taschentuch probiert. Mit dem Pinsel muss die Retusche sehr dünn sein und mit dem Taschentuch kann ich etwas dickere Retusche nehmen. Wenn ich ein paar Tropfen Öl auf das Tuch gebe, bleib ich nicht kleben. Wie gesagt, es gibt nicht nur eine Möglichkeit, nur bin ich mir nicht sicher ob es bessere Methoden gibt. Ich weiß schon, daß ich vielleicht ein paar Zusatzinformationen ausgelassen habe, es sei mir verziehen,

    mfg manuel

    p.s. ich verwende Anilinfarben gelöst in Spiritus/ Schellack,
    schönen Abend/ Tag
     
  6. davanti

    davanti ww-kastanie

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    Anhang

    jetzt hab ich es endlich geschafft wie man Bilder senden kann. Zu sehen sind Füllung aus einem Gründerzeit- Kasten Schellackpoliert. Arbeiten an einem Jugenstil- Bett, Schellack gestrichen und gewachst. Die Beine waren in einem sehr schlechten Zustand.
    Hab später noch eine Frage bzgl. Wachsen

    mfg manuel
     
  7. fran

    fran ww-kastanie

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    vielen Dank an Ottmar f. diesen großartigen Beitrag, ich habe enorm daraus gelernt und teilweise auch bereits erfolgreich angewendet.

    Eine Frage hätte ich noch: Wie ist es möglich, dass du deinen Pinsel seit 30 Jahren verwendest, was ist das für ein Pinsel, es muss ja wohl ein ziemlich guter sein (z.B. Hersteller ? Preisklasse ? Besonderheiten ? ) ?

    Gegenwärtig arbeite ich mit Acryl-basierten Lacken. Was für einen Pinsel soll ich dabei nehmen (, wenn ich Hochglanz-Oberflächen haben möchte)

    Danke
    fran
     
  8. Joka1977

    Joka1977 ww-eiche

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    Berlin
    Hmmm ...hab meinen Schellackpinsel ungesäubert in einen Plastikbeutel eingewickelt und in den Tiefkühler gelegt ...ab und an braucht's eine neue Tüte, weil die alte klebt, aber der Pinsel ist jetzt schon seit 3Jahren in Benutzung ...wahrscheinlich nur nicht so oft, wie bei Edelres und ich benutze auch nur ein und den selben Schellack fertig gemischt/gekauft :emoji_wink:

    ...vor dem Benutzen lege ich den Pinsel 10-15Minuten in die Werkstatt, bis die Borsten wieder weich sind und los kann es gehen
     
  9. fran

    fran ww-kastanie

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    Ludwigsburg
    Einwickeln in Plastikbeutel mache ich auch. Gibt es bei der Qualität des Pinsel etwas zu beachten, oder kann ich die Preisgünstigen vom Discounter nehmen ?
     
  10. edelres

    edelres ww-robinie

    Pinsel Lackierpinsel

    Guten Abend fran,

    vielen Dank fuer deine Rueckmeldung(*), es freut mich, dass du mit dem von mir beschriebenen erfolgreich Arbeiten kannst.

    Zum Pinsel, ich kaufte meine Pinsel, Mitte/Ende der fuenfziger Jahre, bei einer kleinen Fachfirma (klein aber OH:emoji_open_mouth: in Schweinfurt, aus dieser ist die heutige Firma Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar. hervorgegangen. Eine der fuehrenden Firmen auf dem Weltmarkt, fuer Maler, Restauratoren, Kuenstler und Museeums- Bedarf.

    Vom Prinzip her, ist(war) fuer die Herstellung eines guten Pinsels ein groesserer Aufwand notwendig, welche sich in einem hoeheren Preis niederschlug.

    Jeder neue Pinsel muss eingearbeitet werden, dabei verliert der Pinsel lose Haare und die Enden der einzelnen Haare, uebertrieben ausgedrueckt, fransen aus, dadurch zeichnen sich die einzelnen Haare im Strich weniger ab. Ein Lackierpinsel bedarf einer sorgfaeltigen Plege und wird mit der Zeit immer besser

    Die Pinselgroesse richtet sich nach der Groesse der Flaeche, der Pinsel muss soviel Farbe/Lack halten und gleichmaessig abgeben, dass mit einem Strich ohne abzusetzen ueber die Flaeche gezogen werden kann. Es bedarf einiger Uebung um das Eintauchen und Abstreifen des Pinsels, der Strichlaenge anzupassen.

    Der Lack muss von der Viskositaet, so eingestellt sein, dass die Pinselspuren zufliessen und ein zuegiges Auftragen Strich neben Strich moeglich wird.

    Den Pinsel suchte mir mein Mentor aus, es handelt sich um einen rundgebundenen Pinsel ca 4 cm Ø, um welche Borsten(helle) es sich handelt habe ich vergessen, er kostete anfangs der sechziger Jahre 14.00 DM, dies konnte ich im Gedaechtnis behalten, da der Preis mit Bleistift auf dem Pinselstil vermerkt war und und heute noch schwach sichtbar ist. Ich reinigte den Pinsel nach jeder Beendigung der Arbeit sorgfaeltig, dies hat mir mein Mentor eingetrichtert.

    Wenn der Lack in den Pinselborsten eingetrocknet ist, brechen die feinen Borstenenden ab und der Pinsel muss neu eingearbetet oder durch einen Neuen ersetzt werden.

    Es werden hier in den USA Pinsel mit Kunststoffborsten angeboten, bei welchen die Borstenenden aufgesplittert sind.

    Ohne Reklameabsichten bei Deffner & Johann findest du bestimmt das richtige.

    Das beschriebene ist mehr Theorie und was ich von meinem Mentor behalten habe. Es kommt bei mir kaum noch vor, dass ich Lackierarbeiten mit dem Pinel ausfuehre.

    Als Gedankenanstoss

    mfg

    Ottmar

    (*) Das "Feedback" liegt so um 1%
     
  11. fran

    fran ww-kastanie

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    Ludwigsburg
    Besten Dank Ottmar, das hilft weiter.

    Das verstehe ich an den Leuten nicht. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass (auch) ich bereits im fortgeschrittenen Alter bin, d.h. ohne Computer & Internet aufgewachsen und daher die Möglichkeiten des Internet mehr zu schätzen weiss. Denn was früher mit langwierigier (und oft vergeblicher) Bibliotheks-Recherche verbunden war, ist heute nur ein Mausclick entfernt.

    Es ist für mich die eigentliche Errungenschaft des Internet, dass man Menschen "treffen" kann, die a) Ahnung (von etwas) haben und b) auch bereit sind, ihre Ahnung mit anderen zu teilen. Es ist nicht das Chatten, nicht das Einkaufen und nicht das Spielen. Ich treffe im Internet immer wieder auf Leute, die richtig gut sind. Das ist grossartig. Das bereichert mein Leben.

    Liebe Grüsse

    fran
     
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