Projektvorstellung: Bücherregal

michaelhild

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Da hier
Gerne erinnere ich mich an Beiträge in denen Arbeiten ausführlich beschrieben wurden, als Beispiel Manfreds Eckbank oder das Hängemattengestell eines Zimmerers.
nach sowas gefragt wurde, schreibe ich hier mal kurz etwas über mein letztes Möbelstück, der Ausführliche Bericht findet Ihr in meinem Blog:

Um eines meiner häßlichen Blechregale loszuwerden, habe ich über den Winter ein kleines Regal aus Buche und Wenge gebaut.

Mangels Abrichthobel habe ich zuerst das Ausgangsmaterial per Hand abgerichtet und auf Dicke gehobelt.


Danach wurden die Bretter mit der Tauchsäge und zwei Führungsschienen aufgetrennt.


Nachdem die einzelnen Bretter aufgetrennt und entsprechend abgelängt waren, habe ich die Zapfen der Querleisten auf der TKS hergestellt.




Für die geschwungene Form der Leisten habe ich zwei Schablonen angefertigt um die Leisten später alle identisch fräsen zu können.






Nun ging es ans Fräsen der Leisten per Schablone und dem anfräsen einer Hohlkehle.




 

michaelhild

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Zum Schluß mußten noch die Zapfen per Hand etwas gekürzt werden.






Die Zapfenlöcher in den Senkrechten habe ich mit der Oberfräse und einem doppelten Parallelanschlag hergestellt.




In die Senkrechten wollte ich als Kontrast zur hellen Buche, dunkle Wenge Streifen einlegen. Da ich mittlerweile stolzer Besitzer einen ADH wurde, war die Herstellung der Streifen kein Problem. Die entsprechenden Nuten haben ich wieder mit der OF und doppeltem Parallelanschlag hergestellt.
Wenge läßt sich nicht so schön bearbeiten. Sie ist bröselig, was scharfe Werkzeuge erfordern, die aber sehr schnell wieder abstumpfen. Weiter riecht Wenge ziemlich streng und hinterläßt einen ziemlich anhafteten Staub.






 

michaelhild

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Neben der Zapfenverbindung der Querleisten für die Regalböden, habe ich die obersten Leisten mit den Senkrechten per Gratverbindung verbunden.
Für die Feder habe ich ein kleines "jig" gebaut um sie mit der Oberfräse herstellen zu können. Für die Nuten habe ich wieder die doppelte Parallelanschlagklemmung angewand. Wichtig dabei ist, bei allen Stücke, immer von der gleichen Bezugskante aus zu arbeiten, damit die Nuten alle an der gleichen Position und die gleiche Breite bekommen. Gerade bei einer Gratnutverbindung ist ein exaktes Arbeiten wichtig, schon paar 1/10mm Abweichung und die Verbindung ist zu locker.
Ich habe bei dieser AKtion mit zwei Oberfräsen gearbeitet um bei diesen so wenig wie möglich die Einstellungen ändern zu müssen.












Danach wurden noch die Senkrechten mit Hohlkehlen versehen und die Kanten mit dem Blockhobel gebrochen.


 

michaelhild

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Nun ging es an das Zusammenbauen. Die Ecken der Zapfen wurden mit dem Stemmeisen abgerundend und per Grund und Simshobel genau eingepasst.








Die Gratfeder mußte noch etwas gekürzt werden. Dies habe ich wieder per Hand mit der Veritas Feinsäge ausgeführt.


Für mehr Stabilität bekamen die Zapfenverbindungen noch einen Dübel verpasst.


Anprobe.


Nun ging es an die Oberflächenbearbeitung.
Nach dem Feinschliff bis zu Korn 320 per Exzenter und Schwingschleifer (Die Kehlen habe ich mit einem Schleifschwamm und feinem Vlies bearbeitet), habe ich Festool One-Step Öl mit dem Surfix aufgetragen und eingeschliffen.


 

michaelhild

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Zum Schluß mußte ich noch die Böden für das Regal herstellen. Den Zuschnitt habe ich mit meiner neuen Festool Carvex und der Mafell MT 55cc gemacht. Das war auch der erste Einsatz der Maschinen.




Da ich die Platten noch auf eine passende Breite verleimen mußte, habe ich die Schmalseiten mit der No.6 gefügt und gleichzeitig eine leichte Hohlkehle eingehobelt. Jaaaa ich benutze einen Fügeanschlag.


Die Aussparungen für die Senkrechten, habe ich wieder mit der Carvex gemacht, ich bin von dem Schnittergebnis und der Präzision der Säge sehr angetan.






Die Kanten wurden noch abgerundet, bzw. der untere Boden bekam eine Hohlkehle und die Böden abgeplattet.


 

Eddy

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Hallo Micha,

100%ige saubere Arbeit kann ich da nur sagen.
An dir ist echt ein Schreiner verloren gegangen:emoji_wink:
 

sommerboy34

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Hallo Michael,
ich wollte auch mal meinen Respekt zollen. So eine Doku ermundert zu weiteren Taten. Vorallem weil die Platzverhältnisse bei Dir meinen ganz ähnlich sind.
(Schlagt mich, aber was mich an der Stelle mal interessieren würde, was für ein Hopfengebräu lässt Du Dir beim Werkeln munden? Die Flasche sieht man leider nur von der Seite ;( )
Gruß Andi
 

michaelhild

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Vielen Dank für die lobenden Worte.

Das ist Erdinger Weizen..............................alk frei, sonst säg ich Schlangenlinien.
 

Mishar

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Ganz toller Fotobericht !

Die ganze Arbeit ist wirklich ein Sahnestück.

Ich find's wirklich Klasse wenn das Forum durch solche Arbeiten belebt wird.

Gruss, Mishar
 

bello

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@michael:

Ich hatte es ja schon in deinem Holzblog gesehen.
Sehr schön.


Gruß
 

Hans-Friedrich

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Schöne Arbeit. Der Einleger aus Wenge gefällt mir sehr. Belebt das ganze Regal und macht den Unterschied zu "noch ein Buche Regal".
Was versteckst du denn unter dem Cent-Stück? Ich finde, auch sowas gehört zu einer Dokumentation. Es kann nicht alles perfekt werden, gerade im Hobbybereich, wo einem Werkzeug und Material fehlen. Wenn bei einem Kundenauftrag in der Firma eine Fehlstelle im Holz ist, die vorher nicht sichtbar war, wird das Stück halt nochmal neu gemacht. Im Hobby wird die Stelle meistens irgendwie verdeckt oder, wie wohl hier geschehen, hervorgehoben.
 

michaelhild

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Hallo Hans-Friedrich.

Verstecken??? Ich??? Nichts!
Ehrlich unter der Münze ist nichts versteckt. Ich habe das in einem anderen Blog aufgeschnappt und fand die Idee gut. Die Münze ist mit der Jahreszahl geprägt, in der ich das Möbel baute. So weiß ich später immer sofort, wann ich es gebaut habe.

Versteckt hab ich eher was unter den vorderen Wengeleisten. Aber das verrat ich nicht. Aber kleiner Tipp, es steht in meinem Blog. :emoji_grin:
 

yoghurt

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Hallo Michael,
das hast Du sehr gut gemacht! Gratulation!

Heiko
 

Sme1

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hallo michael,

ehrfurchtsvoll verneige ich mich ob dieses werkes. ich hoffe, dass ich einmal in der lage sein werde annähernd so schöne und perfekte möbel bauen zu können.
die idee mit der münze find ich super.
 

gleiter

ww-robinie
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Sehr schick.

Die Idee mit der Münze ist schlicht genial, da muß man auch erst draufkommen.

Dagegen schaut mein mit dem Stemmeisen an versteckter Stelle eingetriebenes Geburtsdatum arm aus.

Persönlich gefallen mir die dunklen Einlagen nicht, ich nehme da lieber deutlich helleres Holz. Ist eine Geschmacksfrage, natürlich, aber das zweifarbige Arbeiten ist eben das besondere Tüpfelchen. Mach ich ebenfalls sehr gerne.

Gruß, André.
 

michaelhild

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Danke schön.

Aber ich möchte noch mal betonen, die Idee mit der Münze ist nicht von mir. Nicht das da ein falscher Eindruck endsteht.

Ich hab eben nochmal gesucht und zwar stammt sie von Bernhardt Holz Zeitung
 

duebelimplosion

ww-kirsche
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Hallo Michi,

gefällt mir sehr gut. Die Wenge-Einlagen, die Rundungen, die Hohlkehlen,... schaut toll aus. Und die Ausführung der Verbindungen ist tadellos. Hut ab!
Danke für die ausführliche Bebilderung hier und in deinem Blog.

Grüße, Rainer
 

romeon

ww-kiefer
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klasse geworden. Du hast wirklich schöne Ideen und setzt sie auch noch super um. Mein größter Respekt für all die Mühe und die tollen Ergebnisse ...
 
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