Profilmesser schärfen

Spannemann

ww-birnbaum
Mitglied seit
16 Mai 2006
Beiträge
245
Ort
Mecklenburg
Servus!
Heute war ich ja platt, als mir der Schärfdienst erstmals eigene Profilmesser zurückbrachte. Der Rechnung und dem Anschein nach sind die von der flachen Seite geschliffen!
Macht man das (nur so)?! Das kann ich doch auch... Wieviel dünner darf das Eisen denn werden, und was macht man mit Scharten, wenn man welche hat?

Beste Grüße!
Spannemann
 

stone501

ww-fichte
Mitglied seit
28 November 2009
Beiträge
20
Klar macht man(n) das so, ich schleife meine Profilmesser auch zwischendurch mal mit dem Ölstein, damit die Schneide nicht so schnell abstumpft. Außerdem müsste sich der Schleifdienst sonst für jedes Profilmesser eine eigene Schleifscheibe anschaffen.
 

Spannemann

ww-birnbaum
Mitglied seit
16 Mai 2006
Beiträge
245
Ort
Mecklenburg
Ich habe es aber auch schon gesehen / gelesen, daß die Fase geschliffen wird, und dachte, daß die eine Vorrichtung wie zum Kopieren hätten.

Das heißt, lieber selbst schleifen? Und wieviel kann man wegnehmen, bzw. wie oft geht das zu machen? Und was ist bei Scharten?
 

magmog

ww-robinie
Mitglied seit
10 November 2006
Beiträge
6.974
Ort
am Main, zwischen Hanau und Aschaffenburg
guude,

um welche messer geht's überhaupt?

die "normalen" LEN messer für wechselköpfe sind einwegmesser, sondermesser werden vom lieferanten an der fase mittels kopierschablone geschliffen, manche können auch ein messer oder abweiser dafür verwenden.
ein schleifen des spiegels ist nicht zulässig, ein abziehen auf einem stein ist kein prob.
 

Glismann

ww-robinie
Mitglied seit
18 Oktober 2004
Beiträge
1.067
Ort
Hamburg
Mein Schleifer schleift immer die Schneide von hinten, aber nie die Fläche.
Dafür muss ich aber die Abweiser mitgeben, diese werden entsprechend geschliffen.
 

derstraubi

ww-esche
Mitglied seit
18 Dezember 2011
Beiträge
433
Ort
München
Die Profileisen aus SP Stahl sind Einwegeisen. Die ziehe ich mal etwas ab, aber wenns zuviel fehlt gibt es ein neues.
Die aus HSS halten schon mal länger. Da würde sich ein Schleifen lassen schon rentieren, weil die auch teurer sind. Aber für die hat ja der Schärfdienst auch die Kopierschablonen, da wird halt noch ein Stück nachgesetzt und gut ist. Von der Fasenseite und mit Abweiser! Und nur wenn es sich überhaupt rentiert.
Bei Sonderprofilen, die nach Deinen Angaben gefertigt wurden müssen die zum Hersteller, dann hat nämlich der Deine Kopierschablone für Deine Eisen und kann die etwas nachsetzen. Von der Fasenseite und mit Abweiser!
Wenn Du nun ein Sonderprofil zu einem beliebigen Schärfdienst gibst, dann hat der keine Kopierschablone für Dein Sonderprofil und kann daher nicht von der Fasenseite nachsetzen. Wenn der dann einfältig genug ist schmeißt er die Eisen auf den Planschliffautomaten und schleift die Spiegelseite.
Dann passieren mehrere Sachen:
Die Stärke des Eisens und damit die Bruchfestigkeit nehmen ab.:eek:
Die modernen Profilmesserköpfe haben einen Keil in einer Keilnut als Spannvorrichtung, der kommt dann etwas aus dem Kopf heraus und kann, je nach Profil, den Abstand des Spanbrechers zum Profil beeinträchtigen. Die Passbolzen sitzen ja im Kopf. Wenn nun nur die Eisen und nicht die Abweiser geschliffen wurden verschiebt sich der Spannkeil etwas seitlich. Solange das alles gleichmäßig ist passiert nichts aber es besteht grundsätzlich die Gefahr einer Unwucht.
Wenn die Abweiser nicht mitgeschliffen werden wird sich, richtig, der Schneidenüberstand verringern, schlimmstenfalls nicht mehr ausreichen.
Bei einem Keilwinkel von Bla?ca. 45° ist es übrigens für den Schneidenflugkreis egal ob man von der Fase oder vom Spiegel abschleift.
Fazit: Aus Stabilitätsgründen würde ich immer von der Fase abschleifen. Alles andere zieht zu viele Unwägbarkeiten nach sich. Das geht aber nur mit der passenden Kopierschablone. Wer die nicht hat sollte die Finger weglassen vom Schleifen.
Aber ich bin ja nun kein Schleifdienst, wer da mehr weiß, besonders über etwaige Vorschriften, bitte!
 

schorsch

ww-robinie
Mitglied seit
25 August 2003
Beiträge
1.357
Hallo,
meines Wissens werden SP-Profilmessern von Standard-Universalfräsköpfen (40/50 mm Fräsbreite) für die Tischfräse, nur an der Spiegelfläche geschliffen. Dies ist am einfachsten und günstigsten.
Abhängig von der Profilausladung können hier einige 1/10 mm abgeschliffen werden. Das abzuschleifen auf der Spiegelseite kann sich auf den Profilbereich beschränken. Damit umgeht man auch die erwähnten Probleme des wandernden Klemmkeils. In diesem Bereich dürften auch keine Probleme mit dem Abweiser (Freiwinkel) auftreten, außer man arbeitet mit sehr hohen Vorschubgeschwindigkeiten.
Bei hochwertigeren Messern (HSS, HW) wird man wohl den erwähnten Profilschliff vorziehen, zumal dadurch auch die Profiltreue gewährleistet ist.
Besonders kritisch sind in diesem Zusammenhang Profile die eine sehr hohe Profiltreue für die Funktion voraussetzen wie z.B. Verleimfräser .
Gruß Georg
 

Spannemann

ww-birnbaum
Mitglied seit
16 Mai 2006
Beiträge
245
Ort
Mecklenburg
Das ist ja spannend!
Ich dachte, die sind alle aus HSS; da muß ich noch mal nachschauen. Meine "ganz normale" von Leitz mit 40 mm Höhe.
Ich hatte aber auch keine Abweiser mitgegeben, da wäre ich nicht drauf gekommen. Ist ja klar!
Immerhin hat ein Paar Messer schleifen 8 € gekostet, soviel wie ein Sägeband!

Dann halten wir mal fest: Wenn die Messer es lohnen, daß man sie Schärfen läßt, dann nur mit Abweisern, und es wird die Fase geschliffen.
Ein bißchen schmirgeln auf der Spiegelseite kann man für sich machen, bei "Billigmessern".
 

Neumayr Robert

ww-eiche
Mitglied seit
30 Dezember 2008
Beiträge
347
Ort
Aiglsbach
Profilmesser sind tatsächlich schon fast Einwegprodukte.
Wenn du sagtst, der Schärfdienst nimmt 8 Euro pro paar muss ich sagen dass du
für ein neues paar um die 9,40 Euro zahlst.
Selbstverständlich gibt es SP Stahl und HSS Stahl bei den Profilmessern.
HSS ist jedoch bestimmt nicht die günstigere Lösung.
Manche Hersteller haben die HSS Messer sogar ganz aus dem Programm genommen.
 
Oben Unten