Problem: Querloch durch 120mm Rundholz bohren

JochenK

ww-pappel
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Hallo,

folgendes Problem beschäftigt mich seit zwei Tagen:

Ich habe für meine Kinder ein Gartenschaukelgerüst aufgebaut, der Trägerbalken ist ein Rundholzbalken mit 120mm Durchmesser. Die einzelnen Schaukeln sind mittels Schellen an dem Trägerbalken befestigt. Bis hierher kein Problem. Aber jetzt sollte es eine Doppelschaukel sein, die eine besondere Halterung benötigt und diese Halterung setzt ein Loch durch den Trägerbalken voraus, um eine Schraube durchzuführen und zu kontern.

Da Links auf Produkte in den meisten Foren nicht gern gesehen sind und die Konstruktion der Halterung auch eher unwichtig sein dürfte, verzichte ich darauf. Wer interessiert ist, kann nach "Schaukelhaken Doppelschaukel" googeln :emoji_slight_smile:

Vermutlich werden die meisten Profis hier jetzt über mich lachen. Aber ich war so naiv zu denken, mit einer leistungsstarken Handbohrmaschine und einem Schlangenbohrer wäre das schon irgendwie zu schaffen. Ok, nach einem Wochenende voller Versuche (ich habe an einem Reststück probiert und nicht an dem Schaukelbalken), bin ich eines besseren belehrt. Ich komme zwar mit einigem Kämpfen durch den Balken, aber natürlich komme ich nie dort raus, wo ich rauskommen müsste. Sprich: ich bohre schief.

Gibt es eine Anregung von den Profis, wie das Problem ohne allzu großen Maschinenaufwand zu lösen sein könnte?

Meine Idee ist, den Trägerbalken abzubauen und es mit einer Standbohrmaschine (Quantum B13), die ich mir leihen könnte, zu versuchen. Ist das aussichtsreich? Andernfalls werde ich mir den Aufwand besser sparen.


Vielen Grüße & vielen Dank im Voraus
Jochen
 

Fritze

ww-eiche
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Hallo!
Versteh ich nicht ganz. Welchen Durchmesser hat denn deine Bohrung? Mit meiner Aldi Bohrmaschine ( 1000 Watt) komme ich mit einen 30er Schlangenbohrer durch einen 35 cm starken Kiefernstamm durch. Mußt auf scharfe Werkzeuge achten, richtig anpeilen und dann sollte das gehen.
Ach ja, achte drauf das du nicht gerade da bohrst wo ein Astknoten ist.
Gruß!
 

JochenK

ww-pappel
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Danke für die Antwort.

Der Durchmesser der Bohrung beträgt lediglich 10mm, das Holz ist Kiefer kdi. Mein Problem ist, dass ich zwar oben mittig in den Balken reingehe, unten aber keineswegs exakt mittig wieder rauskomme, also der Bohrkanal reichlich "schief" durch den Balken verläuft.

Vielleicht stelle ich mich auch einfach nur nicht geschickt genug an :emoji_frowning2:
 

michaelhild

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Vielleicht stelle ich mich auch einfach nur nicht geschickt genug an :emoji_frowning2:
:emoji_wink:

Normalerweise sollte es kein Problem sein ein 10er Loch halbwegs gerade zu bohren.
Sonst bohr halt mal mit einem normal langen Bohrer vor und nimm erst dann den Schlangenbohrer, so hat der schon ne Führung. Und beim Bohren immer schön peilen, dass Du nicht schief kommst.
Bohren mit hoher Drehzahl und nicht allzuviel Druck.
 

Herbert 10

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Vorbohren ist vor einer Verwendung eines Schlangenbohrers kontraproduktiv.

Der Schlangenbohrer hat vorne so eine Art Schraube die den Bohrer ins Holz zieht und in auch so zentriert

lg

Herbert
 

Martin W

ww-ulme
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Mit einer Lade und Vorbohren auf dem Bohrständer sollte das gehen. Die Lade besteht aus einem Brett, auf das parallel zueinander zwei Kanthölzer geschraubt werden. Der Abstand muss so bemessen sein, dass das Rundholz auf den Kanthölzern aufliegt, nicht auf dem Brett. Die Lade befestigst Du so unter dem Bohrständer, dass der Bohrer genau die Mitte zwischen den Kanthölzern trifft. Dann Rundholz reinlegen und vorbohren. (Ich wüsste nicht, warum das kontraproduktiv sein sollte.) Den Rest frei Hand mit dem Schlangenbohrer, der jetzt genug Führung haben sollte, um einigermaßen gerade durch's Rundholz zu kommen.

Gruß

Martin


Ach so, nach Michas Beitrag verstehe ich das Missverständnis. Ich meine natürlich auch vorbohren mit 10 mm!
 

edelres

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Querbohrung genau mittig

Hallo Jochen & Forumsfreunde,

das geht ganz einfach mit einer Handbohrmaschine und einem ca 25 cm langen Bohrer.

Der Aufwand ist gering, es wird ein Brett von 200 mm Breite und min 50 cm Laenge und sechs Brettchen von 200 mm x 100 mm benoetigt, aus diesen 7 Teilen wird eine Vorrichtung gebaut um den Bohrer zu fuehren.

In Bild 1 Seitenansicht

Bild 1.jpg


In Bild 2 Frontansicht

Bild 2.jpg

Die Vorrichtung wird am Stamm mit ein bis 2 Schrauben fixiert, so dass ein verrutschen verhindert wird.

Die Vorrichtung zum Stamm so geau wie moeglich im rechten Winkel befestigen. Dies von beiden Seiten pruefen.

Mit einem ca 200 mm langen Bohrer von beiden Seiten ca 65 mm tief Bohren, Bohrvorrichtung abnehmen und von Beiden Seiten Loch durchbohren.

Durch das Vorbohren von beiden Seiten liegen evtl sich ergebende Ungenauigkeiten in der Mitte, durch das nachtraegliche Bohren von beiden Seiten werden wird diese Ungenauigkeit beseitigt.

Beim Zusaegen der sechs Brettchen 200 mm x 100 mm ist auf genaue Winklichkeit zu achten, damit steht und faellt die Genauigkeit.

Das Bodenbrett so lange wie moeglich machen, damit laesst sich die Winklichkeit der Bohrung zum Stamm von beiden Seiten leichter kontrollieren. dies ist besonders wichtig, da sonst der Stamm auch mit einer genau mittigen Bohrung schief stehen kann.

Das ganze laesst sich schneller verwirklichen als zu beschreiben.

Wie schon von einem Vorredener erwaehnt, keinen Schlangenbohrer verwenden, durch die Zugschraube am Bohrer zieht dieser in Faserrichtung des Holzes, er folgt dem geringsten Wiederstand, dies wirkt sich bei 120 mm Ø schon stark aus. .

Als Gedankenanstoss

mfg

Ottmar

PS: Hier im Forum lacht niemand ueber Anfaengerfragen!
 

Fritze

ww-eiche
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Hallo!
Mit der Variante von Edelres bekommst du es ganz genau hin. Was mir noch einfällt, probier mal den Bohrer anzusetzen, dann nimmste ne kleine Wasserwaage, (wie die Fliesenleger haben) die hältst du an den Bohrer ran, richtest den sozusagen in Waage aus und machst ne Probebohrung. Das könntest du mal probieren.
Gruß!
 

lallalla

ww-ulme
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@Jochen, das gleiche Problem stellte sich mir beim Schaukelbau auch. Anfangs habe ich so einen mobilen Bohrständer genommen. Es ging, war aber ziemlich fisselig. Nach drei Löchern hab ich dann frei Hand gebohrt. Mit etwas Augenmaß überhaupt kein Problem.

Bei mir waren es 200er Rundhölzer und 20ger Löcher für die Gewindestangen zum verbinden.
 

dew-tool

ww-robinie
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Die Halterung wenn möglich fieren und dann das Loch von zwei Seiten bis jeweils zur Mitte bohren.

Gruß Jürgen.
 

JochenK

ww-pappel
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Vielen Dank für die ganzen guten Tips. Ich habe es heute abend hinter mich gebracht, die Löcher da reinzuzaubern. Nun sind die Träger sind an der Schaukel befestigt und der Familienfrieden ist wieder hergestellt.

Zum einen habe ich den Rat beherzigt, es mit viel Ruhe und Sorgfalt doch freihändig zu probieren, zum anderen habe ich aus Holzresten eine Lade gemäß der Empfehlung von "martin w" gebaut. Damit lief es dann erstaunlich gut, so dass ich den etwas aufwändigeren Vorschlag von "edelres" nicht mehr umsetzen musste.

Also vielen Dank nochmals! :emoji_wink:
 
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