Praktikumszeugnis - Inhalt?

Olga2000

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Hallo :emoji_slight_smile:

Ich moechte mich gerne zum Tischler (genau genommen zur Schreinerin, bin weiblich und wohne in BaWue) ausbilden lassen.
Leider bin ich mit 25 wohl der klassischen Altersgruppe schon entwachsen, ebenso sehen die relevanten Zeugnisnoten in meinem Abschlusszeugnis alles andere als ueberzeugend aus.
Da Ueberzeugen nun aber genau das ist, was ich moechte, habe ich mir von meinen bisherigen Arbeitgebern Arbeitszeugnisse ausstellen lassen, die sich wirklich sehen lassen koennen - und dabei sogar auf Tatsachen beruhen :emoji_grin:
Vor einigen Jahren habe ich ein einmonatiges Praktikum bei einem Tischler gemacht, der im Rahmen einer Ich-AG eine Ein-Mann-Moebel-Restaurations-Werkstatt betrieb.
Leider hat er den Betrieb aufgeben muessen, wohl aus familiaeren Gruenden, und aus eben diesen Gruenden kann er auch nicht die Zeit finden, um mir ein Praktikumszeugnis zu erstellen.
'Schreib das doch einfach selber, ich les dann mal schnell drueber und unterschreib Dir das'.
Okay, klingt nach einem fairen Angebot, aaaaber...
Wie soll ich denn nun die Taetigkeiten ausformulieren, die ich damals ausgeuebt habe, ohne dabei zu klingen, als haette ich es selbst geschrieben?
Ich sehe dieses Praktikumszeugnis als wichtigen Bestandteil meiner Bewerbungsmappe an, deshalb lege ich auch grossen Wert darauf, dass da alles passt.

Wie gesagt; das Praktikum liegt schon einige Jahre zurueck, ich kann mich nur daran erinnern, dass wir gemeinsam eine spanische Truhe aus Mahagonie, vermutl. 18 Jahrhundert, und einen Teil eines Brandschrankes wieder auf Vordermann gebracht haben.
Aus dem Brandschrankteil haben wie eine Art Schuhschrank gemacht, hierbei habe ich alles abgeschliffen, Leisten fuer das Zwischenbrett angebracht und die Loecher, die die versenkten Naegel hinterlassen haben, mit Wachskitt verschwinden lassen.
Die Truhe kam in ziemlich guten Zustand bei uns an, nur der Boden war sehr laediert (er tippte auf Wasserschaeden durch Transporte per Schiff), woraufhin er diesen komplett erneuert hat. Ich persoenlich habe die Truhe gereinigt, abgeschliffen (mit den unendlich vielen Schnitzereien war das wirklich ne Strafarbeit...), die Beschlaege ausgetauscht und das Schloss mit Stahlwolle wieder ein bisschen ansehnlicher gemacht.

An den ganzen Kleinkram, den ich sonst so gemacht habe, kann ich mich nicht mehr erinnern.
Ich weiss zBsp. noch, dass da ein Schrank war, der wohl einer Schneiderin gehoert haben musste, weil darauf eindeutige Spuren zu finden waren. An einen Tisch mit Einschussloechern kann ich mich auch noch erinnern, aber abgesehen von den oben genannten Taetigkeiten habe ich nur Schleiferei und Putzerei in Erinnerung.

Wie soll ich denn daraus jetzt ein Praktikumszeugnis formulieren..?

Leicht verzweifelt
und auf Anstoesse hoffend;
Olga
 

raftinthomas

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kurz und knapp. du hast ja schliesslich auch nur einen monat praktikum gemacht.
niemanden interessiert es, was du da konkret getan hast. neben den üblichen angaben im zeugnis (zeit, betrieb, pünktlichkeit etc) sollte da in etwa stehen " bekam einblicke in die restaurierung, insbesondere der tätigkeiten des oberflächenaufbaus"
 

HessiJames

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Hallo!

Das würde mich übrigens auch interessieren; hat nicht vielleicht jemand eine
alte Vorlage dazu? Oft ist es doch nicht so einfach, sich zwischen all den verschiedenen Begrifflichkeiten zurechtzufinden.

Über Beispiele und/oder weitere Tipps würde ich mich auch freuen.

Danke vorweg!

Hessi
 

Olga2000

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Das macht das Ganze ja schon viel unkomplizierter als ich vermutet hatte.
Danke, Thomas :emoji_slight_smile:

Was haltet Ihr denn von dieser Variante hier?

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Praktikumszeugnis

Frau Olga2000, geboren am 01. 04. 1900 in Buxtehude, war zwischen dem 01. 08. 2003. und dem 31. 08. 2003 als Praktikantin in meinem Unternehmen tätig.
MAK steht für Möbel, Antiquitäten und Kunsthandwerk und wird von mir seit 1998 geführt.

In der Zeit ihres Praktikums lernte Frau Olga2000 die alltäglichen Abläufe in meinem Unternehmen kennen.
Sie bekam vorrangig Einblicke in die Restaurierung, insbesondere in die Tätigkeiten des Oberflächenaufbaus.

Frau Olga2000 hat alle ihr übertragenen Aufgaben stets zu meiner vollsten Zufriedenheit ausgeführt. Sie arbeitete sich in kürzester Zeit selbstständig in alle relevanten Themenbereiche ein und zeigte über das Normalmaß weit hinaus gehenden Einsatz bei der Erledigung ihrer Aufgaben. Sie konnte dabei sowohl mit ihrer äußerst strukturierten Herangehensweise als auch ihrer ausgeprägten Konzeptstärke überzeugen.

Darüber hinaus zeichnen sie Kreativität, Zuverlässigkeit, hohe Belastbarkeit, Teamorientiertheit und Freundlichkeit gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern sowie ihre ausgeprägte Auffassungsgabe aus. Besonderes Geschick bewies sie im souveränen Umgang mit Kunden.

Ich danke Frau Olga2000 für ihre vorzügliche Arbeit und wünsche ihr für ihre berufliche und private Zukunft weiterhin viel Erfolg.


Datum, Unterschrift

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Fuer meinen Geschmack klingt das alles ein bisschen sehr dick aufgetragen, ich will mir aber keinen Schnitzer bei einer wichtigen Formulierung leisten, dewegen habe ich mal alles so stehen lassen, wie ich es in einer Art Vorlage mit einer Durchschnittsbewertung von 1 - 2 gefunden habe.
"Vorgesetzte und Mitarbeiter" gab es in diesen Falle (Ich-AG) ja nicht, aber das fehlen dieser Formulierung wuerde mir beim Lesen des Zeugnisses schon negativ auffallen. Und es ist ja nicht ersichtlich, dass es keine weiteren Mitarbeiter gab...
Ist das in der Form vertretbar?

Gruss und Dank;
Olga2000


Edit: Sollte es "private und berufliche" oder "berufliche und private" Zukunft heissen?
Und warum muss das alles so kleinkariert sein..? *seufz*
 

Olga2000

ww-pappel
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Nimm's mir nicht uebel, Thomas, aber Deine letzte Aussage verstehe ich nicht.
Wuerdest Du das ganze Schreiben auf die Kernaussage "ihr Verhalten war stets einwandfrei" beschraenken?
Das empfaende ich doch als sehr mager.

Oder sollte ich Deiner Meinung nach den Abschnitt

"Darüber hinaus zeichnen sie Kreativität, Zuverlässigkeit, hohe Belastbarkeit, Teamorientiertheit und Freundlichkeit gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern sowie ihre ausgeprägte Auffassungsgabe aus. Besonderes Geschick bewies sie im souveränen Umgang mit Kunden."

in

"Darüber hinaus zeichnen sie Kreativität, Zuverlässigkeit, hohe Belastbarkeit, Teamorientiertheit sowie ihre ausgeprägte Auffassungsgabe aus. Ihr Verhalten war stets einwandfrei, besonderes Geschick bewies sie im souveränen Umgang mit Kunden."

aendern?
 

Rühl

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Kann Fliegen und heilen durch Handauflegen hast du noch vergessen:emoji_grin:


Im ganzen war das schon gut, nur für ein Praktikum etwas zu dick aufgetragen.

Um das zu lernen was du beschreibst brauchen andere Jahre:emoji_wink:
 

Olga2000

ww-pappel
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Okay, was haltet Ihr davon:

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In der Zeit ihres Praktikums lernte Frau Olga2000 die alltäglichen Abläufe in meinem Unternehmen kennen.
Sie bekam vorrangig Einblicke in's Kaffeekochen, Werkstattputzen und in den Ausschnitt meiner Ehegattin.

Frau Olga2000 hat alle ihr übertragenen Aufgaben stets zu meiner vollsten Zufriedenheit ausgeführt, vor allem gefiel mir, dass sie durch ihre uebernatuerlichen Kraefte stets vor dem Abgabetermin mit ihrer Arbeit fertig wurde.
Die Kunden haben nicht schlecht gestaunt, als ihr Holzhaus innerhalb von 30 Minuten bezugsfertig dastand - zumal das zu verarbeitende Holz noch geschlagen werden musste.
Hierbei kam ihr vor allem ihre Faehigkeit zu fliegen zugute, mit der sie uns auch immer wieder schoene Kurztrips in die entlegensten Winkel dieses Planeten zu bescheren wusste.

Eine Wunde, die ich mir beim Saegen mit der Tischkreissaege zugezogen habe, hat sie durch blosses Anpusten innerhalb weniger Sekunden heilen koennen.

Ich danke Frau Olga2000 für ihre vorzügliche Arbeit und wünsche ihr für ihre berufliche und private Zukunft weiterhin viel Erfolg und stets festen Stuhl.

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So, und jetzt mal ernsthaft:
ich bin die ganze Zeit total hin- und hergerissen.

"Um das zu lernen was du beschreibst brauchen andere Jahre"
Um was genau zu lernen?
Zuverlaessigkeit?
Freundlichen Umgang mit Kunden?
Belastbarkeit?
Das habe ich alles in meiner bisherigen Arbeit gelernt.

Dennoch denke ich auch, dass das Ganze ein bisschen zu aufgeblasen fuer ein Praktikumszeugnis ist - nur wo genau liegt die Grenze zwischen einem guten Praktikumszeugnis und einem aufgeblasenen?

Gruss,
Olga2000
 

heiko-rech

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Hallo,
Frau Olga2000 hat alle ihr übertragenen Aufgaben stets zu meiner vollsten Zufriedenheit ausgeführt. Sie arbeitete sich in kürzester Zeit selbstständig in alle relevanten Themenbereiche ein
In nur vier Wochen hast du dich in alle relevanten Themenbereiche der Restaurierung eingearbeitet. Respekt! Das glaubt dir doch niemand. Vielleicht ist es auch nur unglücklich ausgedrückt.
und zeigte über das Normalmaß weit hinaus gehenden Einsatz bei der Erledigung ihrer Aufgaben. Sie konnte dabei sowohl mit ihrer äußerst strukturierten Herangehensweise als auch ihrer ausgeprägten Konzeptstärke überzeugen.
Zum einen viel zu dick aufgetragen, zum anderen paßt das irgendwie nicht vo Stil her zum Chef einer Einmall Ich- AG.
Freundlichkeit gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern sowie ihre ausgeprägte Auffassungsgabe aus.
Du hattest nur einen Vorgesetzten bei einer Einmann Ich-AG. Das war dann auch der einzige Mitarbeiter. Warum schreibst du dann beides in der Mehrzahl?

Beschränke dich auf das Wesentliche und bleib bei der Wahrheit, übertreib nicht und beschönige nichts. Wenn du schummelst kommts doch irgendwann mal raus.

Bei einem so kurzen Praktikum, würde ich auch eher auf die Softskills eingehen. Denn in 4 Wochen kannst du fachlich nicht wirklich viel lernen. Auch wenn es dir persönlich natürlich als sehr viel vorgekommen ist.

Gruß

Heiko
 

civil engineer

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Hallo,

Formulierungen wie "Sie konnte dabei sowohl mit ihrer äußerst strukturierten Herangehensweise als auch ihrer ausgeprägten Konzeptstärke überzeugen." würden sich meiner Meinung nach nur für jemanden anbieten, der wirklich komplexe Projekte bearbeitet. Wobei für mich diese Formulierungen nichtssagend sind.

Einleitend schreibst Du über Deine Schulnoten, die solala sind, bescheinigst dir dann aber "ausgeprägte Auffassungsgabe". "Kreativität" ist auch so ein Begriff. Stell Dir vor, ein potentieller Arbeitgeber läßt sich im Vorstellungsgespräch beschreiben, was Du im Praktikum gemacht hast. Und dann die Frage: "Wie hat sich Ihre Kreativität beim Schleifen Bahn gebrochen?"

Wie oben bereits von Vorrednern ausgeführt, würde ich mit normalen Worten die Tätigkeiten beschreiben und dann lieber im Bewertungsteil Begriffe wie z. B.

+ handwerklich geschickt
+ sauber und ausdauernd

versuchen einzubauen.

Gruß
Jochen
 

Olga2000

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Hallo,

zuerst ein grosses Dankeschoen an Heiko und Jochen.
Solch konstruktive Kritik kann ich wirklich gut gebrauchen, und ich denke, dass ich sie in meinem aktuellen Entwurf auch eingebracht habe.
Wobei ich ja doch gestehen muss, dass die Idee mit dem Cape einfach umwerfend ist, Thomas :emoji_grin:

Die aktuelle Fassung sieht folgendermassen aus:

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Praktikumszeugnis

Frau Olga2000, geboren am 01. 04. 1900 in Buxtehude, war zwischen dem 01. 08. 2003. und dem 31. 08. 2003 als Praktikantin in meinem Unternehmen tätig.
MAK steht für Möbel, Antiquitäten und Kunsthandwerk und wird von mir seit 1998 geführt.

Im Rahmen ihres Praktikums lernte Frau Olga2000 die alltäglichen Abläufe in meinem Unternehmen kennen.
Sie bekam vorrangig Einblicke in die Restaurierung, insbesondere in die Tätigkeiten des Oberflächenaufbaus.

Frau Olga2000 war immerzu mit großem Interesse und Einsatz bei der Sache, wobei sie gutes handwerkliches Geschick bewies und stets sauber und ausdauernd arbeitete.
Die ihr übertragenen Aufgaben hat sie zu meiner vollsten Zufriedenheit erledigt

Darüber hinaus war sie sehr zuverlässig und mir sowie meinen Kunden gegenüber immer freundlich.

Ich danke Frau Olga2000 für ihre stets gute Mitarbeit und wünsche ihr für ihre berufliche und private Zukunft weiterhin viel Erfolg.


Datum, Unterschrift

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Das klingt in meinen Ohren so, als habe es ein Mensch geschrieben - nicht eine Textblock-Zeugnis-Maschine.

Was mich noch ein wenig stoert ist die knappe Unternehmensbeschreibung, dabei wird mir der Inhaber des Betriebs aber sicher noch helfen koennen.

Noch zu aufgeblasen?
Unglaubwuerdig?
Zu oft "sehr", "immer" und "stets"?

Liebe Gruesse,
Olga2000
 

raftinthomas

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ne, ist im wesentlichen ok.

"war immerzu mit großem Interesse ... bei der Sache"

=> hat aber nix auf die reihe bekommen!

die idee mit dem goldenen cape stammt von ulf, nicht von mir.
da steht einfach zeugnis ohne "praktikums-" drüber.
die unternehmensbeschreibung reicht. wie gesagt, es geht ja nur um vier wochen.
 

Olga2000

ww-pappel
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Pardon, Thomas und Ulf, da hab ich Euch wohl durcheinandergeworfen.
Dass Du mich darauf hingewiesen hast, dass mein "grosses Interesse" negativ behaftet hast, ist sehr gut, Thomas. Damit haette ich naemlich wirklich nicht gerechnet.
Ich wuerde aber nach wie vor gerne mit einfliessen lassen, dass ich grosses Interesse hatte - das habe ich naemlich auch heute noch.
Ausgesprochen grosses Interesse.
Gibt es dafuer auch einen Ausdruck in der Zeugnissprache?
Oder wuerde es Eurer Meinung nach ausreichen, wenn ich das im Bewerbungsgespraech deutlich mache?
 
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